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Spreeblick

I live by the river!
20.07.08
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von | 2

 

Die Lose-Lose-Situation

  1. 37

    stefanolix:

    @Helga und zum Artikel: Es ist ein Trugschluss, dass sich die Märkte nicht nach dem Menschen richten. Sie richten sich nach den Menschen. Märkte werden jeden Tag durch die Nachfrager und durch die Anbieter neu gestaltet.

    Weil niemand auch nur einen Euro zusätzlich für ein Handy “Made in Bochum” ausgeben will, weil die Zulieferer sich nicht in der Nähe des Werkes in Bochum ansiedeln wollten und weil ein deutsches Unternehmen in Rumänien für viel Geld dem Konzern Nokia eine neue Fabrik baut — deshalb gibt es keine Handys aus Bochum mehr. Das ist Markt. Und der wird nicht durch böse Neoliberale gemacht, sondern durch uns alle. Die Märkte richten sich nach den Menschen.

    14.02.2008 um 11:44

©

  1. 36

    stefanolix:

    Eventuell hast Du ihn hier gelesen?
    http://www.designiskinky.net/theory/theory4-text.html

    25.05.2006 um 10:25

Du Opfer!

  1. 35

    stefanolix:

    Sorry, aber das möchte ich nicht so stehenlassen. In die neokonservative Ecke gehöre ich nicht! Ich habe explizit von sozialer Marktwirtschaft gesprochen und die ist ganz gewiss weder von Neokonservativen noch von Neoliberalen [der Vorwurf kommt sicher als nächstes] erfunden worden …

    Ein klein wenig persönliche Erfahrung aus meiner eigenen Arbeit will ich zur Bedeutung von Leistung doch noch notieren: Bekanntlich beruht ein bedeutender Teil der Software für Blogs und viele andere Internetangebote auf OpenSource-Software. OpenSource verkörpert genau das Prinzip des Teilens, speziell des freien Zugangs zu Programmen und Informationen. Aber auch dort findet man immer diejenigen an der Spitze, die sich durch Leistung und Kompetenz Respekt erarbeiten. Und egal ob der Beitrag groß oder klein ist — jeder Beitrag zu einem OpenSource-Projekt ist auch wieder eine Leistung.

    Ich rede nicht nur über Kinder, sondern meine Frau und ich haben zwei Kinder und ich muss ihnen, nebenbei gesagt, auch keinen “Druck geben”. Ich beute niemanden aus, sondern ich arbeite (gern, an sehr interessanten Projekten und wahrscheinlich zu viel). Leistung ist für mich eben kein Zerrbild. Über meine ehrenamtliche Arbeit oder meine Weltanschauung möchte ich hier keine Rechenschaft ablegen, weil das überhaupt nicht angemessen wäre.

    Mich erschreckt, wie locker hier eben mit Sprüchen gegen Muslime und anderen befremdlichen Parolen argumentiert wurde. Ich habe mit solchen Sprüchen nichts zu tun. Für mich besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass die Kinder der Migranten und der ehemaligen Gastarbeiter zu unserer Zukunft gehören — also müssen ihnen die Chancen offenstehen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

    06.04.2006 um 23:11
  2. 34

    stefanolix:

    @Guido: Leistung ist schlicht die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Denn bevor etwas verteilt werden kann, muss es erarbeitet werden. Wenn Du Dir selbst unter diesem Begriff nichts vorstellen kannst, helfen vielleicht Sundrops Worte: Frage Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach ihrem Begriff von Leistung. Frage Dich selbst, wie das alles entsteht, was später verteilt werden kann.

    Das Abfordern von Leistung hat auch nichts mit “kompletter Chancenlosigkeit” [Zitat von Johnny] für diejenigen zu tun, die durch Prüfungen fallen oder die es nur auf die Hauptschule schaffen. Johnny, Du hast Dich mehr oder weniger deutlich dazu bekannt, dass in seinem Unternehmen auf Leistung geachtet wird. Warum soll das gleiche Prinzip nicht für das Bildungssystem gelten? Freilich mit immer wiederkehrenden Chancen, wie ich es unter anderem in #125 geschrieben habe.

    Aber wenn man Leuten später die Aufgabe anvertrauen will, eine Brücke zu konstruieren oder hochwertige Autos zu bauen, dann reicht eben nicht das Bemühen — dann geht es um Leistung. Und dahinter muss exzellente Bildung stehen.

    Um Sundrops Gedanken fortzuführen: es ist nicht nur eine Frage des Überlebens einer Firma oder eines Betriebs. In einer Welt mit immer schärferer Konkurrenz bestehen nur diejenigen Gesellschaften, die auf einen lernfähigen und leistungsbereiten Nachwuchs setzen können. Deshalb müssen wir allen, die wirklich aus ihrer Misere herauswollen, /immer wieder/ faire Chancen einräumen.

    Wir dürfen aber an den Leistungsstandards nicht rütteln und können wohl nicht mehr auf jede Befindlichkeit Rücksicht nehmen. Die Bundesrepublik hat für einige Zeit aus dem Vollen schöpfen können und in dieser Zeit konnten viele Wünsche erfüllt werden. Sehen wir es realistisch: diese Zeiten sind vorbei.

    Und nochmals @Johnny: warum ist meine Schlussfolgerung aus der Marx-Aussage falsch und was wäre Deiner Meinung nach eine richtige Schlussfolgerung?

    06.04.2006 um 15:05
  3. 33

    stefanolix:

    Zuerst zum Unwort /Leistung/: Ich habe nichts gegen diejenigen geschrieben, die sich dem Leistungsprinzip nicht unterwerfen können oder die keine messbaren Leistungen bringen. Aber schon Karl Marx wusste, dass zuerst die materiellen Bedürfnisse einer Gesellschaft erfüllt sein müssen, bevor an andere Bedürfnisse gedacht werden kann. Und das ist ohne Leistungsprinzip nicht möglich. Das Leistungsprinzip dient also im Grunde allen, weil es in unserem System der sozialen Marktwirtschaft die Versorgung der nicht-produktiven Menschen mit sichert.

    So wird — um ein einfaches Beispiel zu nennen — die vollwertige gesetzliche Krankenversicherung der Hartz-IV-Empfänger von denen mit erarbeitet, die Arbeit haben. Die Arbeitsplätze sind aber nur dann sicher, wenn immer wieder gut ausgebildete junge Leute nachrücken.

    Deshalb kann ich Guidos Ausführungen zum Thema Leistung überhaupt nicht nachvollziehen. Selbstverständlich ist Leistung messbar. Durch Blenden und Selbstdarstellung wird kein Mensch geheilt, keine Brücke gebaut und keine Maschine konstruiert. Blender und Selbstdarsteller, Spekulanten und Gewinnabschöpfer sind in unserer Gesellschaft zweifellos vorhanden — aber sie sind es nicht, an die ich im Zusammenhang mit Leistung denke.

    ———————————————————————

    Ich habe den Begriff “soziale Stellung” deshalb verwendet, weil der Zugang zur Bildung oft als rein soziales Problem dargestellt wird. Dieser verkürzenden Darstellung kann ich nicht zustimmen. Es gibt Familien, in denen die Eltern Arbeit haben, aber gerade so um die Runden kommen. Aber für diese Gruppe wie auch für die Hartz-IV-Gruppe gilt: ein Kind mit klugen Eltern hat es in der Schule deutlich leichter und es kann — zumindest hier in Dresden — die Hochschulreife erlangen.

    Das waren einige kurze Antworten vor der Arbeit. Ich wünsche eine sachliche Diskussion und verabschiede mich bis zum Abend.

    06.04.2006 um 06:41
  4. 32

    stefanolix:

    In einem Kommentar habe ich heute geschrieben, dass die Wertschätzung für Bildung und Wissen eine wesentlich größere Rolle [für den schulischen Erfolg] spielt, als die soziale Stellung des Elternhauses. Dieser Satz stieß auf Unverständnis. Vielleicht sollte ich das noch etwas deutlicher machen:

    Es gibt heute Elternhäuser mit einer sehr hohen Wertschätzung für Bildung, die aber im sozialen Gefüge wirklich nicht zu den “Reichen” zählen. Dazu gehören zum Beispiel viele Familien, in denen die Elternteile einen akademischen Abschluss haben, der nicht gut zu vermarkten ist. Dazu können auch Künstlerfamilien oder Aussiedlerfamilien mit akademischem Hintergrund zählen. Diese Familien sind also sozial nicht besonders gutsituiert, dort gibt es aber trotzdem Bücher, eine hohe Allgemeinbildung und soziale Intelligenz. Die Kinder aus diesen Familien werden wahrscheinlich in der Schule ziemlich gute Leistungen haben, weil sie jegliche intellektuelle Unterstützung bekommen und weil die Eltern auch Leistung abfordern.

    War das jetzt besser verständlich?

    Dann noch eine direkte Frage an den Gastgeber: Du betreibst AFAIK den ersten richtigen Blogverlag in Deutschland und das ist, soweit man sehen kann, ein erfolgreiches und kreatives Unternehmen. Wenn Du Dein Unternehmen erweiterst, wenn Du Gastautoren oder Künstlern eine Plattform gibst, wenn Du künstlerische Arbeit bewertest: Gehst Du dann nicht nach Leistung?

    05.04.2006 um 22:19
  5. 31

    stefanolix:

    Ich bin auch der Meinung, dass die Wertschätzung für Bildung und Wissen eine wesentlich größere Rolle spielt als die soziale Stellung des Elternhauses. Im übrigen führt ein Hochschulabschluss der Eltern nicht immer zu einem hohen Einkommen. Die Statistik über alle Akademikereinkommen weist natürlich einen höheren Mittelwert aus als die Statistik über alle Facharbeitereinkommen. Aber der Mittelwert ist nicht die einzige Aussage einer Statistik und er ist für die Betrachtung unseres Problems auch nicht brauchbar.

    Das Leistungsprinzip ist die einzige Grundlage für einen erfolgreichen Abschluss der Schule und der Lehre. Nehmen wir einmal an, in den Schulen würde auf Noten verzichtet. Damit würde das Problem auf die weiterführenden Bildungseinrichtungen verlagert, die dann aufwendige Eignungstests durchführen müssten. Irgendwann wird aber immer eine Leistungsbewertung kommen müssen.

    Man muss auf den Fachgebieten, die für das Funktionieren unserer Wirtschaft und Gesellschaft lebenswichtig sind, Prüfungen mit messbaren Kriterien durchführen. Wer möchte gern von einem Arzt behandelt werden, der nicht ordnungsgemäß geprüft wurde?

    So, ich melde mich jetzt ab. Viel Spaß beim Diskutieren und bis heute abend …

    05.04.2006 um 08:48
  6. 30

    stefanolix:

    Noch ein paar Worte zu den Waldorfschulen und zu den freien Schulen, die nach einem reformpädagogischen Konzept arbeiten:

    Der Unterschied liegt meiner Meinung nach darin, dass dort alle an einem Strang ziehen. Für die Eltern ist Bildung ein hoher Wert und das vermitteln sie von Anfang an auch ihren Kindern. Die Eltern leisten einen Eigenleistungsbeitrag (Schulgeld und meist auch Arbeitsstunden), der sie eng an die Schule bindet. Die Teilnahme an Elterngesprächen und Elternversammlungen ist quasi obligatorisch. Die Lehrer unterrichten und fördern mit einer sehr hohen Motivation. Die Eltern sind in vielen Fällen auch Mitglied eines Fördervereins und können Einfluss auf die Schule nehmen. So ist eigentlich schon vorgezeichnet, dass da gute Ergebnisse erreicht werden …

    05.04.2006 um 06:29
  7. 29

    stefanolix:

    Die Information, dass im letzten Jahr kein einziger Rütli-Schüler eine reguläre Lehrstelle bekommen hat, stammt vom Lehrerkollegium und der momentan krankgeschriebenen Direktorin der Schule.

    05.04.2006 um 06:11
  8. 28

    stefanolix:

    Wir machen also die Rütli-Schüler zu Rappern? ;-)
    Ich meinte damit eher den Willen, einen vernünftigen Schul- und Berufsabschluss zu schaffen. Und vielleicht auch den Willen, andere nicht an einen vernünftigen Schulabschluss zu hindern. Wenn es stimmt, dass letztes Jahr kein einziger Rütli-Schüler eine reguläre Lehrstelle bekommen hat, dann liegt das zu einem großen Teil auch daran, dass sich die Schüler den letzen Rest an Möglichkeiten zur Schulbildung noch gegenseitig kaputtmachen.

    04.04.2006 um 21:43
  9. 27

    stefanolix:

    @sundrop: Es gab auch früher auf dem Schulhof Auseinandersetzungen, die mit Gewaltanwendung endeten. Ich weiß noch, wie wir beim Klassentreffen 20 Jahre nach der Schulzeit über solche legendären Prügeleien gesprochen haben — alle haben aber noch den Abschluss geschafft und aus allen ist etwas geworden. Wie Du schon sagtest, wusste man früher, wo die Grenze ist. Heute wird wahllos auf Wehrlose eingetreten, es werden Schwächere zum Opfer mehrerer Gewalttäter, das Opfer wird erniedrigt und oft auch beraubt.

    04.04.2006 um 20:25
  10. 26

    stefanolix:

    @qwerty: Unser Schulsystem /ist/ durchlässig, es bietet Möglichkeiten für Frühentwickler und auch für Spätentwickler. Man kann nach der zehnten Klasse auf ein berufliches Gymnasium wechseln und es gibt auch noch andere Wege. Dahinter muss aber das Wollen der Schüler und die Unterstützung der Eltern stehen.

    Auch die Schulbildung der Kinder von Ausländern ist sehr differenziert zu betrachten. Es gibt nicht nur die Fälle, die in Berlin bekanntgeworden sind. So wechseln beispielsweise vietnamesische Kinder in Sachsen und Thüringen oft auf das Gymnasium oder schaffen zumindest in der Realschule einen ordentlichen Abschluss.

    Ich sage es aber noch einmal: die Bildung derjenigen, die Leistung bringen wollen und Leistung bringen können, darf nicht durch Jugendliche beeinträchtigt werden, die nur auf Gewalt setzen und keinerlei Regeln beachten. Die müssen andere Chancen bekommen. Immer wieder. Auch wenn sie schon Gewaltdelikte begangen haben. Dazu muss im schlimmsten Fall auch die Chance einer Schulbildung oder Lehre im Heim oder im Knast gehören. Jeder, der aus der Misere rausgeholt wird, ist ein Gewinn für die Gesellschaft. Aber am Anfang muss der Wille stehen, es schaffen zu wollen.

    04.04.2006 um 20:17
  11. 25

    stefanolix:

    @Weltregierung: Mit dem Motto “wehret den Anfängen” stimme ich Dir zu, dass die Gegenmaßnahmen vor der Gewalt ansetzen müssen. Und es ist klar, dass das auch Geld kosten wird: Geld für mehr Lehrer (um einen besseren Betreuungsschlüssel zu erzielen), Geld für Sicherheitsmaßnahmen (um Waffen aus dem Verkehr zu ziehen), Geld für besseres Lehrmaterial. Die Gesellschaft muss die Mittel für das Fördern bereitstellen, aber auch genug Rückgrat für das Fordern besitzen.

    04.04.2006 um 17:21
  12. 24

    stefanolix:

    In Sachen Bildung ist doch IMHO ganz wichtig, dass die Arbeit Deines Vaters sicher mit einer hohen Wertschätzung von Bildung, Büchern und Wissen verbunden ist. Es gibt reiche Menschen, die ihren Kindern das eben nicht vermitteln oder vorleben (können).

    04.04.2006 um 11:02
  13. 23

    stefanolix:

    Um noch einmal zum Artikel zurückzukommen: Was Rene beschreibt, lässt doch darauf schließen, dass diese Jungs noch einen Rest an Anstand und Werten in sich hatten. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich beim Weglaufen vielleicht sogar geschämt haben, bei so feigem Verhalten erwischt zu werden.
    Heute ist es doch aber so, dass überhaupt kein Bewusstsein für Werte und Normen mehr vorhanden ist. Heute könnte es passieren, dass die ihre großen Brüder holen und dass die den Leuten, die etwas gegen das Mobben gesagt haben, gleich mal den Schädel einschlagen.

    04.04.2006 um 06:18
  14. 22

    stefanolix:

    @qwerty: Hast Du denn den Artikel im SPIEGEL und die anderen Presseberichte über diese Berliner Schulen überhaupt gelesen? Hast Du selbst Kinder, denen Du einen erfolgreichen Bildungs- und Lebensweg wünschst? Würdest Du sie auf eine solche Schule schicken? Ich habe schon in vielen Elternabenden gesessen und ich kenne viele Eltern, die zu den Bürgerlichen, zu den Grünen oder auch zu den Alternativen zählen. Jeder von denen ist sorgsam darauf bedacht, für sein Kind den besten Bildungsweg zu finden und das bedeutet zuerst: ungestört lernen zu können. Was alles dafür getan wird, möchte ich hier überhaupt nicht aufzählen.

    Gruppenarbeit klingt natürlich ganz toll. Aber in einer Schule, wo die Lehrer regelmäßig bedroht werden und wo Gewalt gegen Mitschüler zum Alltag gehört, kannst Du überhaupt keine Art von Gruppenarbeit betreiben und jeder Art von Pädagogik wird scheitern — weil Bildung dort einfach nichts wert ist. Dort müssten zuerst einmal Werte, Regeln und Standards durchgesetzt werden.

    04.04.2006 um 06:12
  15. 21

    stefanolix:

    Was in diesen Tagen über die Gewalt und die unhaltbaren Zustände an Berliner Hauptschulen bekannt wird, ist doch aber gerade ein Argument /für/ die Aufteilung der Schüler in unterschiedliche Bildungsgänge. Denn würde man alle zusammen unterrichten, dann wären Schule und Bildung für alle gleich kaputt. Welches Argument spricht denn dafür, die Begabten (die später im Leben ihre Leistung bringen werden) einem solchen Terror auszuliefern?

    Selbstverständlich muss ein Schulsystem den Wechsel zwischen unterschiedlichen Schulformen ermöglichen. Begabte Schüler müssen nach oben wechseln können. Aber wenn wir alle Bildungsstandards und Leistungskriterien aufgeben und alle Schüler in eine einzige Schule schicken, dann wären die fatalen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft schon nach wenigen Jahren abzusehen.

    03.04.2006 um 23:47

Schweinestall

  1. 20

    stefanolix:

    OK. Und dieses Blog-Dingens ist ja unter anderem auch dazu da, dass man sachlich über Sachthemen diskutiert ;-)

    26.03.2006 um 15:48
  2. 19

    stefanolix:

    @Rene: Weshalb die Angestellte nicht weiterbeschäftigt wurde, ist uns nicht bekannt. Du magst diese Meinung äußern ;-)
    Dass die Formulierungen des Justitiars unglücklich und undiplomatisch waren, sage ich schon den ganzen Tag. Wenn ich zufällig in diesem Verein im Vorstand wäre, hätte ich zwar ebenfalls an die Bloggerin geschrieben, aber ich hätte ihr selbstverständlich nicht in dieser Weise gedroht. Dass die Seite allerdings nicht in der ursprünglichen Form im Netz stehenbleiben sollte, ist weiterhin meine ganz persönliche Meinung.

    26.03.2006 um 15:18
  3. 18

    stefanolix:

    somlu: Es gibt natürlich Datenerhebungen zu diesem Thema, die dann aber auch nach den Regeln des Datenschutzes durchgeführt werden. Der Beitrag, um den es hier geht, hat damit aber nichts zu tun. Und der Thesenanschlag in Wittenberg übrigens auch nicht.
    Und ich habe explizit geschrieben, dass man vor der Veröffentlichung solcher Daten in den /Arbeitsvertrag/ schauen sollte.

    26.03.2006 um 14:03
  4. 17

    stefanolix:

    Rene: bitte lies Dir das Originalposting durch, das momentan bei ‘rebellmarkt’ dokumentiert ist. Erstens steht dort nichts von ‘1400 Euro brutto’ und zweitens kann jemand, der die Angestellten von TI kennt, selbstverständlich Rückschlüsse auf die personenbezogenen Daten der Nachfolgerin ziehen.

    26.03.2006 um 13:59
  5. 16

    stefanolix:

    Möglicherweise kannst Du Dich mit der Behauptung „TD entläßt billige, kompetente Mitarbeiterin für eine noch billigere, kompetente Mitarbeiterin“? in die Innenstadt stellen (frag aber besser vorher jemanden, der sich mit der Rechtslage auskennt). Damit würdest Du aber keine personenbezogenen Daten veröffentlichen. Und was Dein eigenes Monatsgehalt betrifft: schau doch vor der Veröffentlichung besser vorher mal in Deinen Arbeitsvertrag ;-)

    26.03.2006 um 12:48
  6. 15

    stefanolix:

    Ich spreche überhaupt niemandem pauschal irgendwelche Rechte ab. Ich habe bereits betont, dass ich eine besser formulierte Kritik an TI — selbstverständlich mit anonymisierten Daten — durchaus für berechtigt halte.

    26.03.2006 um 11:55
  7. 14

    stefanolix:

    Und übrigens: ein privates Blog wäre es nur dann, wenn der Zugriff eingeschränkt wäre. Das Blog bei ‘twoday’ ist ein öffentliches Blog.

    26.03.2006 um 11:30
  8. 13

    stefanolix:

    @Iris: Bei der Bank lege ich die entsprechenden Einkommenssteuerbescheide der letzten Jahre vor und die Bank hat selbstverständlich eine Vertraulichkeitspflicht. So what?
    Es kann vertraglich vereinbart werden, dass die Arbeitnehmerin nicht über ihr Gehalt und über betriebliche Interna sprechen darf. Wenn das so vereinbart worden sein sollte, war die Veröffentlichung in dieser Form falsch. Dann hätte man die Daten anonymisieren müssen.

    26.03.2006 um 11:29
  9. 12

    stefanolix:

    Der allgemeinen Empörung möchte ich hier (und in meinem Blog) trotzdem eine andere Meinung entgegensetzen: Das Verhalten der Bloggerin und ihrer Freundin war sehr ungeschickt.
    Die Weitergabe und die Veröffentlichung von Informationen über Lohn- und Gehaltsangelegenheiten sollten in der freien Wirtschaft normalerweise tabu sein. Was die Bloggerin im persönlichen Gespräch von ihrer Freundin erfahren hat, hätte sie meiner Meinung nach für sich behalten sollen.
    Eine allgemeinere und geschickter formulierte Form der Kritik wäre durchaus angebracht. Aber nicht mit diesen Zahlen und diesen Details!

    26.03.2006 um 09:31

Bilderrätsel

  1. 11

    stefanolix:

    @Christin: Es ist schon jeder Mensch selbst dafür verantwortlich, wie er spricht und wie er sich präsentiert. Man sollte wissen, wann der Dialekt nicht angebracht ist. Aber das gilt für /alle/ ;-)

    20.03.2006 um 13:24
  2. 10

    stefanolix:

    Gute Witze sind auf diesem Gebiet seltener als man denkt — aber als Sachse kenne ich natürlich ein paar ;-)

    Nein, mich ärgert einfach die in letzter Zeit zu beobachtende inflationäre Anwendung von Faschismusvorwürfen. Auf einem Blog zu pädagogischen Fragen ging es z.B. um dieses “Lehrerhasserbuch”. Da ist einer sofort mit der Einschätzung eingestiegen, das Buch wirke auf ihn “fast schon faschistoid”.

    19.03.2006 um 19:17
  3. 09

    stefanolix:

    Ich kenne hier in Dresden kaum jemanden, der den “Kugelschreiber” so weich und breitgezogen aussprechen würde (es kann aber sein, dass das in Leipzig oder Chemnitz anders ist).

    Was ich aber sehr bedenklich finde, ist die offenbar bald schon zwanghafte Assoziation von Sachsen mit Nazis oder Ausländerfeindlichkeit. Wir haben hier in Dresden sehr viele ausländische Gäste aller Art, sie kommen als Touristen, Studenten, Geschäftsleute oder aus vielen anderen Gründen. Durch den Wiederaufbau der Frauenkirche und das Stadtjubiläum wurden/werden die Beziehungen in alle Welt vertieft. Vermutlich kämen die Ausländer nicht zu uns, wenn sie hier ernsthafte Gefahren vermuteten.

    Es ist zutreffend, dass die NPD in unserem Landtag sitzt. Das liegt daran, dass kurz vor der Landtagswahl die rot/grünen Hartz-IV-Reformen in Gang kamen, von denen wir heute wissen, dass sie völlig falsch organisiert, konzipiert und kommuniziert wurden. Das liegt auch am stümperhaft eingeleiteten Versuch des NPD-Verbots. Die NPD hat heute bei Umfragen nicht mehr den Rückhalt, um wieder in den Landtag gewählt zu werden und jeder, den ich hier kenne, zeigt angesichts ihrer Selbstdemontage nur ratloses Befremden, wie die jemals in den Landtag kommen konnten. Schließlich sei noch auf den Stop der Nazi-Demonstration im Februar hingewiesen.

    Wer also überhaupt nicht auf Feindbilder verzichten kann, der mag sie pflegen. Aber angesichts dieses Bildes da oben an Nazis oder Ausländerfeindlichkeit zu denken, ist schon ziemlich gewagt …

    19.03.2006 um 10:42

Mehr Futter fürs Hirn

  1. 08

    stefanolix:

    Ich denke aber auch, dass wir in D und Europa gefordert sind, uns selbst über die islamischen/arabischen Staaten aufzuklären. Wenn das alte Wort “Schulen ändern sich langsamer als Kirchen” nicht so viel Wahrheit in sich hätte, dann würde ich sogar vorschlagen, dass man sowohl in Religion als auch in Ethik oder Gemeinschaftskunde Pflichtstunden über dieses Thema einführen sollte. Zum verzerrten Bild, auf das wir nicht hineinfallen dürfen, vielleicht noch ein kurzer Hinweis auf diesen Artikel http://stefanolix.blogg.de/eintrag.php?id=84 in meinem eigenen Blog.

    12.02.2006 um 12:26
  2. 07

    stefanolix:

    Dazu gibt es ein tolles Beispiel auf der Diskussionsseite ‘lautgeben.de’. Da ging es um den Gegenkandidaten von der CDU. Man schwätzte über seine Eskapaden und plötzlich tauchte da auch ein Kommentator auf, der rüde gegen Herrn Wowereit auskeilte. Und nun? Sind jetzt alle Kommentatoren in Sippenhaft, weil sie da etwas zu dem Thread beigetragen haben?

    Sorry, das muss ich noch zu dem perfiden Vorwurf loswerden, ich würde mich an Blogs beteiligen, auf denen der regierende Bürgermeister Berlins diffamiert wird. Ich sehe als Liberaler die Lebensweise Herrn Wowereits natürlich auch mit der liberalen Grundeinstellung, seine sexuelle Präferenz zu tolerieren. Und wer Wowereit diffamiert, würde ja auch andere homosexuelle Spitzenpolitiker mit diffamieren.

    Ach, und wollen wir jetzt mal nachsehen, wie in linken Blogs über Westerwelle hergezogen wurde?

    11.02.2006 um 00:32
  3. 06

    stefanolix:

    @Uceda: Bitte Quellen und Fakten nennen oder diesen Vorwurf fallenlassen. Der bewusste Artikel, den ich in dem Blog S & W kommentiert habe, hatte weder etwas mit Neonazis noch mit Rassismus zu tun. Es ging um die Schutzräume für Religionen, die sie sich selbst zumessen möchten, ein zutiefst liberales und nicht ganz unwichtiges Thema. Und den Zentralrat der Juden gegen diesen Artikel ins Feld zu führen, hat schon etwas von Geschmacklosigkeit an sich. Ich muss hoffentlich nicht deutlicher werden. Ich denke, dass die Erklärung des Zentralrats der Juden in allererster Linie auch von denen gelesen und verstanden werden sollte, die sie zitieren … Ich habe vor vielen anderen für Zurückhaltung und Vernunft plädiert und das auch an lokalen Beispielen erklärt.

    @Che2001: Es hat inzwischen einen Wahlkampf und einige andere unerfreuliche Ereignisse gegeben. Schon vergessen? Ich denke, dass sich die Zeiten gewandelt haben und dass man weder mit ausgewogenen noch mit liberalen Meinungen dort eine Chance hat. Das ist eben ein Lernprozess.
    Ich muss nochmals sagen — und ich finde es schlimm, dass man das betonen muss: Ich trete in meinem Blog gegen neonazistische Meinungen auf, ich trete auch in meinem Umfeld gegen Neonazis auf. Das ist nach meinem liberalen Verständnis eine Selbstverständlichkeit. Natürlich bleibt an jedem etwas hängen, der mit Schmutz beworfen wird. Aber in meinem Blog wird sich sicher kein Artikel finden, der Ihre These stützt. Bitte gewöhnen Sie sich daran, dass es auch Menschen gibt, die zum einen gegen Nazis stehen und zum anderen nicht linksradikal sind. Und wenn das nicht in die vorgestanzten Schablonen passt, dann fertigen Sie sich bitte eine neue Schablone an. Auch wenn das wehtut …

    So, und alles weitere kann dann wohl in meinem Blog diskutiert werden. Vielen Dank.

    10.02.2006 um 23:50
  4. 05

    stefanolix:

    Es ist gut, dass wir vernünftige Stimmen aus drei Weltreligionen gehört haben. Es wäre besser, wenn wir sie lauter hören würden. Nach einem Bericht bei SPON gibt es in Ägypten momentan keine Unruhen, weil geachtete “Imame und Professoren” sich dagegen ausgesprochen haben. Warum funktioniert das nicht auch anderswo? In den islamischen Staaten scheint es eine große Rolle zu spielen, wer den Koran auslegt.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass mit verantwortungsbewussten Geistlichen zumindest ein großer Teil der Gewalt verhindert werden könnte. Noch besser wäre es natürlich, wenn die Gläubigen schon soweit wären, aus Eigenverantwortung vernünftig zu handeln …

    Auch wenn das ein Traum sein mag: Könnten nicht in dieser Situation Menschen mit einer Ausstrahlungskraft wie Nelson Mandela oder Martin Luther King aufstehen und einfach für Vernunft eintreten? Ich will einfach nicht akzeptieren, dass Menschen immer wieder ihren Verstand aufgeben und in einem Mob aufgehen.

    Ich will auch nicht akzeptieren, dass in den Grabenkämpfen zwischen Blogs immer wieder mit Methoden der Verzerrung und Verfälschung gearbeitet wird. Genau diese Methoden haben den aktuellen Konflikt angeheizt. Sind die Stimmen der Vernunft nicht laut genug, um Blogger auf solche Methoden verzichten zu lassen?

    09.02.2006 um 01:49

Ich glaube gar nichts mehr

  1. 04

    stefanolix:

    Ich zwinge den Menschen doch keine Verantwortung auf. Sie haben einfach die Verantwortung für sich selbst und ihr Handeln ist zumindest teilweise kriminell. Eine ganz andere Art von Verantwortung haben wiederum die Ideologen, Hassprediger (und ähnliche Leute).

    Gegenüber den vernünftigen Vertretern anderer Religionen muss ich mich übrigens weder in Worten noch in Taten selbst beschränken. Ich empfinde das nicht als Beschränkung, mit ihnen respektvoll umzugehen. Das Problem sind auf allen Seiten die Leute, die Hass predigen und verbreiten. Und da hört nicht nur der Respekt auf: gegen die muss mit allen rechtsstaatlichen Methoden vorgegangen werden …

    07.02.2006 um 14:43
  2. 03

    stefanolix:

    @Till Ramone: Es sollte Dir erstens aufgefallen sein, dass ich den Rechtspopulismus nicht mit dem Wort “Kritik” geadelt habe. Und Du solltest zweitens bemerkt haben, dass ich die Gewaltausbrüche selbst kritisiert habe. Der Unterschied zum Populismus (jeder Coleur) besteht darin, dass ein Populist natürlich per se nicht differenzieren und abwägen kann. Denn das würde seinen Prinzipien widersprechen …

    07.02.2006 um 13:42
  3. 02

    stefanolix:

    Die Verantwortung für diese Gewaltausbrüche der letzten Tage liegt überhaupt nicht bei uns, sondern bei jedem einzelnen, der sich daran beteiligt. Und natürlich ganz besonders bei denen, die dazu aufgerufen (um nicht zu sagen “aufgehetzt”) haben. Die drei zusätzlich ausgewählten Karikaturen und die bewusst verzerrend zusammengestellte Broschüre der islamistischen Vertreter aus Dänemark haben eine Lawine ausgelöst. Die ursprünglichen Karikaturen hätten das nie bewirken können. Trotzdem bleibe ich dabei: Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Menschen, ob er mit einem Mob mitläuft, um zu brandschatzen, oder ob er friedlich seine Meinung äußert.

    Allerdings ist genauso auf die andere Seite zu blicken. Die oben angesprochenen Rechtspopulisten kochen nun munter ein rassistisches, demagogisch gewürztes Süppchen. Nicht nur in Dänemark …

    07.02.2006 um 12:48
  4. 01

    stefanolix:

    Zu Lessing/Nathan: Ich habe schon am Samstag in meinem Blog darüber geschrieben, dass Geistliche und Gläubige aus drei Weltreligionen in Leipzig für die beiden entführten Ingenieure gebetet haben. Zwar getrennt: in der Leipziger Moschee, in der Nikolaikirche und in der Synagoge. Aber immerhin für das gleiche Ziel … http://stefanolix.blogg.de/eintrag.php?id=66
    Ich finde es besonders mutig, wenn sich hier in D lebende Moslems gegen den allgemeinen Wahnsinn stellen.

    07.02.2006 um 09:06

06.02.2006 um 17:07

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