Star Wars
Wörter, die wir weder lesen noch hören wollen und die wir daher auch nur dieses eine Mal benutzen
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30 - Ich muss das bloggen
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Philipp Lenssen:28.06.2007 um 18:34Kommt mir bekannt vor, das Leben des Blogaholikers wird durch den Blogblick (Blogblig?) gefiltert. Banalste Erlebnise — Spaziergang, Kinofilm — werden auf Zweitverwendung abgeklopft. Ein Gespräch unter Freunden wird zum Interview (wobei sich beide Seiten gegenseitig interviewen, und das dann auch noch sowohl als Blogtranskript, Newsletter, Video, und Podcast raushauen, was dann ungefähr 8fach-Verwertung des Moments ergibt).
Früheren Autoren ging es sicherlich ähnlich, wobei die vielleicht einen längeren Blickwinkel hatten? Kein Buch ging 1907 täglich in die Presse — oder wo ist da die richtige Analogie? Das Cafehaus? Gab es Vollzeit-Cafehaus-Anekdotenerzähler?
Manhunt 2 - Recht auf Blutrausch
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 18:41Ist es denn jetzt *Jugendschutz* der Nazisymbolik verbietet oder nicht? Weil sonst wäre ja etwas für *alle* verboten, wie gesagt.
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 18:13Marcel, mit “allgemeiner Zensur für alle” meinte ich nicht alle *Medien*, sondern alle *Menschen*. Und das ist meine Frage: darf ich in Deutschland als Erwachsener im Jahre 1990 (oder wann auch immer) die Version mit Nazisymbolik von Indy (legal) beziehen, und hätte ich als Erwachsener die Ursprungsversion von Wolfenstein 3D (legal) kaufen können?
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 17:28> das heisst nicht, dass ich gluecklich darüber
> bin, dass hakenkreuze aus spielen verschwinden
> oder ähnliche scherze. dies hat aber zum teil
> auch mit selbstzensur zu tun, damit spiele keine
> 18+ plakette bekommen.Hat denn Verbot von Nazisymbolik was mit Jugendschutz zu tun, oder ist das nicht eine *allgemeine* Zensur für alle?
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 16:17> das ist spitzfindig. natürlich ist das für den
> gesetzgeber dasselbe. für mich aber nicht =)Ursprung dieser Seitendiskussion war ja, das du gesagt hast, so wie es moment läuft (in Bezug auf Videospielzensur), damit kannst du leben; das heißt für mich, dass du dich dem Gesetzgeber anschließt.
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 15:44> auch hat ein hakenkreuz ja nicht unbedingt etwas
> mit rechter propaganda zu tunIn den Augen des Gesetzgebers hängt das sicherlich irgendwie zusammen, oder warum sollte man sonst Nazisymbolik in etwa Indy verbieten wollen?
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 14:45> ich gehe mit dir d’accord, dass auch “unpopuläre”
> meinungen zugelassen werden müssen. aber ich finde
> den thematischen sprung von videospielen zu rechter
> propaganda doch etwas gewagt.OK. Als ich noch viel gespielt habe, gab es zwischen den beiden Themen allerdings immer eine Beziehung. So wurde etwa Wolfenstein 3D zensiert/ mit Jugendschutz belegt/ vom Markt genommen/ was weiß ich: wegen Nazisymbolik (natürlich hatte das keinen Einfluß darauf, ob wir das Spiel gespielt haben — es war problemlos erhältlich, eine Zensur verstärkt ja eher den Reiz, sich sowas anzugucken). In dem Lucasarts Abenteuerspiel “Indiana Jones” wurde eine Szene weggenommen, in der Hitler eine Rede hielt — die historische Kulisse des Spiels, obwohl Indiana Jones natürlich gegen die Nazis gekämpft hat… genauso wie der Protagonist in Wolfenstein 3D. Hier scheinen ständig diverse Themen ineinanderzugreifen — Jugendschutz, Erwachsenenschutz, Gesetze zur Meinungsfreihet, Vorzensur/ Nachzensur, FSK vs BPjM, “Gewaltverherrlichung” usw. — ich wünschte Spreeblick könnte die Rechtslage und Realität hier mal gut recherchiert auseinderfuseln, das jedenfalls macht Spreeblick in anderen Artikeln so gut für mich (im Gegensatz zur sagen wir “Hype-Weitergabe” ohne gründliche Recherche).
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 12:42> so aber, wie es im moment läuft, der status
> quo quasi, damit kann ich lebenNatürlich kannst du damit leben — es sind ja die Andersdenkenden, die hier zensiert werden, nicht du. Aber kannst du auch damit leben, dass in einer Zensurdebatte, wie sie weltweit agierende Info-Firmen durchführen müssen in den letzten Jahren, Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Info-Zensur spielt? Mit “Vorreiter” meine ich noch nicht mal, dass Deutschland *mehr* zensiert als andere Länder; vielmehr etablieren sich bei scheinbar “guter” Zensur (Naziseiten sind blöd! Holocaustverleugnung ist böse!) die gleichen Info-Infrastrukturen wie bei der aus deiner Sicht sicherlich “bösen” Zensur (der etwa von Menschenrechtsseiten).
Oder anders gefragt: wie willst du mit einem Chinesen diskutieren, der die Zensur von einer Gruppierung wie Falung Gong in China unterstützt? Wie möchtest du ihm den Unterschied zur “lokalen Zensur” in Deutschland erklären? Denn dieser hypothetische Chinese wird Falung Gong als Staatsfeinde empfinden, wie auch du etwa Neonazis als Staatsfeinde empfinden magst. Welche Argumente hältst du dem Chinese vor, die dieser in seiner lokalen Kultur — nicht aus deutscher Sicht! — nachvollziehen kann? Oder willst *du* ihm als deutscher vorschreiben, wer seine lokalen Staatsfeinde zu haben sind? (Diese Diskussion hat übrigens leider schon längst begonnen, ob du daran teilnimmst oder nicht.)
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 12:11> zensur (mit der einschränkung von jugendschutz und
> krass staatsfeindlichen inhalten) findet nicht
> statt. und das soll bitte auch so bleiben.Doch, es findet Zensur statt in Deutschland, inklusive Inhalte, die in anderen Ländern erlaubt sind (Beispielsweise Darstellung von Nazisymbolik, oder Holocaustverleugnung). Wie gesagt wird hier im globalen Informationsmarkt ein prima Exempel statuiert, dass eben jede Kultur ihre eigenen lokalen Verbote haben kann — Falun Gong wird in China eben auch als “krass staastfeindlich” eingestuft. (Du bist halt in der deutschen Kultur eingebettet und wirst vielleicht die *eine* Zensur gutheißen und die *andere* nicht, aber das sind genau diese “lokalen Unterschiede”, und das ist ein gefährliches Spiel).
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 01:58> Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die FSK und
> andere Institutionen -
> dies aufgrund der Expertise von Fachleuten, die
> sich in diesen Bereichen bewährt habenBwuhahahah.
Sorry, das ich jetzt lospruste — sind das jene, welche z.B. Die Ärzte zensieren, also schon mal per se keinen schwarzen Humor, Jugendkultur, Ironie usw. usf. verstehen?
PS: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien rückt interessanterweise auch auf Anfrage von *Erwachsenen* keine komplette Liste der indizierten Titel raus (man darf nur Einzeltitel nach Einzeltitel abfragen, um dann ein “ja” oder “nein” zu erhalten). Blindes Vertrauen scheint da vor Gegenkontrolle zu stehen.
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Philipp Lenssen:26.06.2007 um 00:13> und ich sehe keinen Unterscheid darin ob das
> digital oder real passiertWo du schon zwischen normalen und unnormalen Menschen unterscheidest: normale Menschen lernen den Unterschied zwischen Fiktion und Realität mit ein paar Jahren, jedenfalls definitiv im Kindesalter. Sonst wäre Hänsel & Gretel (ich sag nur: die unzensierte Backofenverbrennszene, die sich mit extrem hoher Polygonzahl im Kindeskopf abspielt!) sicherlich so traumatisch, das wir alle nur wild rummetzelnd durch die Gegend laufen würden.
> Die Jungen erwiesen sich in beiden Bundesländern als
> besonders “anfällig”, weil sie schon sehr frühzeitig
> mit den Gewaltmedien in Berührung kommenEiner der häufigsten Urtümer in der Statistikanalyse: Ursache und Wirkung werden vertauscht. Eine Person, die Heroin nimmt, hat statistisch mit hoher Wahrscheinlichkeit vorher die weiche Droge Zigarette probiert. Umkehrschluß (der falsch ist): “wer raucht, wird nicht selten bald zum Heroin übergehen.”
> Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
Du zitierst Gruppen, deren Aussagen für mich per se im Interessenskonflikt steckenbleiben.
Nochmal zum Vergleich ein bißchen *Realität*: meine Kollegen und ich haben in jeder Mittagspause einen Egoshooter gespielt. Dabei ging es darum, den anderen (Achtung: virtuell!) abzuknallen. Es ist schlicht und ergreifend spassig, und hat ungefähr denselben psychologischen Effekt wie Feuerball in der Turnhalle, oder ein gemeinsames Spiel am Kickertisch, oder eben Cowboy und Indianer auf dem Schulhof, und die Geräuschkulisse ist so ähnlich wie abends in der Kneipe, man lacht halt und redet usw. Weder bringen meine Kollegen und ich aber Leute um, noch haben wir Gewaltphantasien, die wir gerne umsetzen würden… es ist einfach nur ein lustiges Spiel (und genauso kann ein Horrorfilm übrigens lustig sein, ja sogar ein Splatterfilm, wie etwa Braindead).
Solche Spiele und Filme müssen nicht jedem gefallen, aber nochmal: darum geht es nicht. Es ist eben die “Freiheit der Andersdenkenden”, wenn’s dir nicht gefällt. Schade, dass der Zensurgedanke von allem, was man nicht nachvollziehen kann, in Deutschland so weitverbreitet ist… und das nicht erst seit ein paar Jahren: der Drang zum Gehorsam & zur Ordnung & zur Zensur — entartete Kunst etc. — den gibt es schon länger hier.
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Philipp Lenssen:24.06.2007 um 20:06Diese Seite listet verschiedene Theorien zu Gewaltspielen auf, vielleicht ein guter Start für Google:
zitat
- Die “Stimulations-Theorie”. Die besagt, dass aggressive Computer-Spiele zur Nachahmung anregen und die Bereitschaft zu Aggression fördern — oder die Aggression sogar erst in einem Menschen hervorrufen.
- Das genaue Gegenteil sagt die “Inhibitions-Theorie”. Die geht davon aus, dass aggressive Spiele soviel Angst erzeugen, dass die Spieler keine echte Gewalt mehr ausüben. Wer auf dem Bildschirm sieht, wie jemand stirbt, will so etwas im echten Leben lieber nicht kennen lernen.
- Nach der “Habitualisierungs-Theorie” wirken aggressive Spiele abstumpfend. Wer also viele Gewaltspiele macht, wird aggressives Verhalten irgendwann als völlig normal empfinden.
- Schließlich gibt’s noch die “Katharsis-Theorie”. Die besagt, dass Gewalt-Videos oder -Computerspiele die Bereitschaft zur Aggression abbauen, weil man beim Spielen ja schon genug davon abbekommen hat. Kurz gesagt: Wer am Rechner ballert, muss es nicht auch noch auf der Straße tun.
zitat-ende
http://www.konfiweb.de/medien_themen_medien_ballerspiele.phpMenschen und ihre Umgebung sind aber komplexe Systeme, daher wäre ich sehr vorsichtig mit Studien. Das einzige, was ich persönlich für unstrittig halte, ist, das man durch eine *realistische* Simulation den Gegenstand dieser Simulation trainieren kann — so kann einen z.B. ein realistischer Flugsimulator beim Pilotenschein helfen. Ein *realistisches* Schießspiel könnte mich also nun im Waffengebrauch schulen (inwieweit diese Spiele realistisch sind, sei dahingestellt). Bin ich also nun veranlagt zum Amokläufer, kann ich durch eine realistische Simulation mehr Leute umbringen, wenn ich den Entschluß zu dem Amoklauf erstmal gefasst habe. Die US-Armee setzt ja wohl auch Simulationen zur Schulung ein, um den Soldaten das effektivere töten beizubringen. Nun gibt es aber noch die Katharsis-Theorie, nachdem der Amokläufer vielleicht von seiner Tat abgehalten werden könnte, da er sie fiktiv auslebt. (Einen unbedingten Automatismus gibt es bewiesenermaßen in keine Richtung, da es Amokläufer gibt, die Killerspiele gespielt haben, aber auch Killerspieler, die keinen Amoklauf begehen. Und Vorsicht: in so manchem Zimmer eines Serienkillers wurden auch schon Micky-Maus-Hefte gefunden.) Aber nehmen wir an, du glaubst nicht an diese Theorie, hältst sie für falsch. Dann bleibt nur die Frage, ob wir die Rechte von normalen Menschen von den Rechten, die wir für Amokläufer vorsehen, beinflussen lassen wollen; wenn ja, sollten wir Seile, Messer, Medikamente, Feuerzeuge usw. verbieten, ja sogar Sport sollte verboten werden, da Ausübung von Sportarten einen Amokläufer effektiver macht.
Aber wie gesagt, das gehört meiner Meinung nicht zum Kern der Diskussion Zensur vs Meinungsfreiheit. Egal welchen Theorien du anhängst; eine Veröffentlichung, die deiner Meinung nach schlecht ist für die Gesellschaft, solltest du halt mit einer *Gegenveröffentlichung* — nicht mit einem *Verbot* — bekämpfen (oder den Gegenstand ignorieren, was oftmals ja noch größere Wirkung in der Sache erzielt… möchte nicht wissen, wieviele von uns in Maltes Artikel zum ersten Mal von Manhunt 2 gehört haben). Wenn ich der Meinung bin, Cowboy und Indianerspiele auf dem Schulhof sind schlecht, da sie Genozid nachahmen, kann ich andere Schulhofspiele vorschlagen, und eben hoffen, das diese kreativer sind.
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Philipp Lenssen:24.06.2007 um 19:24> Spiele und Filme leiten nicht unmittelbar zur Gewalt an,
> sind aber wenn weitere Faktoren hinzutreten als Verstärker
> und auch als auslösende Momente für Gewalttaten geeignet.Ich kann ebenso behaupten, dass brutale Spiele eine reinigende Funktion haben, also Gewaltpotenzial abbauen. Aber da sind wir in der Diskussion schon zu weit, denn selbst wenn ich das beweisen könnten an Hand von Studien, würde ich dir *nicht* das spielen von Gewaltspielen aufzwingen nur weil es vermeintlich positive Auswirkung hat (so wie eben aber eine Zensur das nicht-spielen *aufzwingen* würde weil es vermeintlich negative Auswirkungen hat).
> Ist es wirklich so logisch, im Nachspielen der
> mehr oder weniger wahllosen Tötung von Menschen
> ein Freiheitsrecht zu sehen?Du meinst z.B. das Spiel Cowboy und Indianer auf dem Schulhof?
Nochmal: warum wird immer die Problematik der *Realität* einer Tötung mit der *Fiktion* derselben vermischt?
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Philipp Lenssen:24.06.2007 um 18:59> Jemand der sich durch einen exzessiven Konsum
> von Gewaltspielen und dem “Genuß” von gewaltsbestimmten
> Filmen berauscht, wird in einer Streßsituation wesentlich
> eher zur Anwendung von Gewalt tendierenHalte ich für falsch, diese Meinung. Ich sehe keinen automatischen Zusammenhang zwischen (visuell) brutalen Spielen + Filmen und tatsächlicher Gewalt. Ich rede hier von “visuell” (mehr Blut sichtbar, mehr Körperteile werden deformiert etc.), weil z.B. die nicht-visuelle Brutalität eines “sauberen” Propagandafilms etwa eine sicherlich große Wirkung haben kann. (In Deutschland wird etwa im Fernsehen in einem Propagandafilm — nehmen wir Rambo 2 — simplerweise die Szene rausgeschnitten, wo irgendjemand der Kopf abfliegt; prima, Problem gelöst?)
Aber auch dann, wenn es ein Propagandafilm-spiel-buch-comic-bild ist, frage ich mich, warum in Deutschland da die Zensur ran muß (”Zensur hat für mich auch eine Schutzfunktion” sagst du), während es in anderen Kulturen viel üblicher ist, zu einem bestimmten Machwerk dann einfach eine *Gegenmeinung* zu veröffentlichen. Demnach würde mich ein Artikel von Malte, wo er sagt, das er Manhunt 2 (oder visuell explizit brutale Spiele) blöden, unkreativen Quatsch findet,der keine Spielminute wert ist, auch überhaupt nicht stören… es würde mich vielleicht sogar (freiwillig) von einem Spielkauf abhalten… aber schließlich ist es dann Geschmackssache. Problematisch wird es nur dann, wenn eine Gruppe von Erwachsenen meint, einer anderen Gruppe von Erwachsenen* den erlaubten Geschmack vorschreiben zu dürfen.
Genausowenig wie ich jetzt fordere “Die deutschen Weicheier müssen ab jetzt 5 Stunden Hostel 2 und Saw 3 gucken”, sollten andere fordern das ich sowas garnicht sehen darf (ja, ich sehe gern Horrorfilme, und finde auch Spiele wie z.B. Burn Out lustig, bei denen man einen möglichst großen Blechschaden bei Autofahrten anrichten muß — ich fahre allerdings in der *Realität* lieber Fahrrad oder Bahn, womit wir wieder beim wichtigen Unterschied zur *Fiktion* sind… ich mag in der Realität keine Hochgeschwindigkeitsfahrten, und diese Spiele erzeugen bei mir auch keinen Funken Motivation, sowas jetzt zu machen).
*Inwieweit Jugendschutzgesetze oder Gesetze gegen sog. Gewaltverherrlichung nun auch für *Erwachsene* greifen, und das ist ja ein Streitpunkt hier in der Diskussion, sei dahingestellt (ich weiß es nicht genau), ich würde mir wie gesagt zu dem Thema auf Spreeblick einen gut recherchierten Artikel wünschen. Darf ich etwa in einer Videospiel-Zeitschrift für Erwachsene (es gibt da mittlerweile einige, die für eine ältere Zielgruppe gemacht sind) in Deutschland Spiele bewerben, die auf dem Index stehen? usw.
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Philipp Lenssen:24.06.2007 um 18:01> Filme wie der ewige Jude oder Jud Süß, haben m.E.
> mit dazu beigetragen, dass die “Deutschen” den
> Verbrechen gegen die Juden in der Mehrheit nichts
> entgegengesetzt haben.Dem stimme ich voll und ganz zu: Propaganda (ob als echte Fiktion, oder bei Fiktion getarnt als Nachricht) kann einen starken (und negativen) Einfluß haben. Nur, um nochmal zum Thema ganz oben zurückzukommen, gibt es auch da für mich keinen Zusammenhang zwischen expliziter visueller Brutalität + einer etwaigen negativen Auswirkung; diese fiktiven Propandafilme sind in den seltensten Fällen explizit visuell Brutal (jenes, was Malte mit “Blutrausch” bezeichnet, was aber auch Medien den sog. “Killerspielen” gern vorwerfen).
*Würde* man allerdings von einer automatischen negativen Auswirkung expliziter Gewaltdarstellung überzeugt sein — diese Meinung, auch wenn ich sie nicht teile, steht jedem frei –, wäre das für mich immer noch kein Grund, ein Machwerk zu zensieren. Eine Gesellschaft wird nicht durch die Existenz von brutalen Spielen, oder wie bei deinem Beispiel, “Jud Süß”, in den Abgrund getrieben, und trotzdem ist heute einiges an Nazi-Meinung in Deutschland zensiert (siehe Suche nach stormfront.org in Google.de vs Google.com, welches nur eines von vielen Beispielen ist). In Deutschland gibt es eben keine echte “Meinungsfreihet der Andersdenkenden”.
Die Ironie des Schicksals. Durch historische Angst vor Nazimethoden sind deutsche Gesetze ebendiesen Nazimethoden (z.B. Bücherverbrennung, auch wenn im digitalen Zeitalter kein Rauch entsteht) näher… und statuiren, wie gesagt, ein Exempel für andere Staaten, die dann selbige Rechte zur Beschneidung der Meinungsfreiheit einfordern.
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Philipp Lenssen:24.06.2007 um 16:02> Mittlerweile gibt es die ersten Untersuchungen über
> die längerfristigen Auswirkungen von Gewalt- und Pornodarstellungen.
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> Hier ein m.E. sehr interessanter Artikel - Das Gehinr verlernt
> das MitleidHalte ich nicht für glaubwürdig, diese Studie — sie geht einfach in Richtung “die Jugend von heute” ohne konkrete Beweise aufzuführen.
Beispielsweise “fehlenden sozialen Kompetenz … durch den Bildkonsum”.
Oder der Satz “Emotionale Intelligenz und Empathiefähigkeit haben bei den Jugendlichen enorm abgenommen”. Ja klar, und die Unterhaltungsfilme im 3. Reich haben den Leuten das Mitleid beigebracht? Ich kann ganz konkrete Gegenbeispiel aufweisen: es gibt Leute, die werden nach dem Besuch in einem Schlachthaus Vegetarier. Und es gibt Leute, die schauen sich sehr oft und gerne Horror- und Splatterfilme an, und können keiner Fliege was zu leid tun.Das einzige, was aus meiner eigenen Erfahrung bei dem ansehen von extrem visuellen Horrorfilmen abstumpft, ist die visuelle Schockwirkung die bei *Horrorfilmen* auftritt. Es ist absolut wichtig hier zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden — das kann das menschliche Gehirn nämlich ganz gut, und mit der Zeit durch mehr Medienkonsum auch immer besser –, was leider oft bei solchen Artikeln vernachlässigt wird, um eine vorgefertigte Meinung zu verbreiten (”Generation YouTube” und so ein Quatsch wie in dem Artikel).
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Philipp Lenssen:23.06.2007 um 12:45Malte, ich würde mich freuen wenn ihr in einem kommenden Artikel mal ein bißchen über deutsche Zensur/ Zensurgesetze usw. berichtet, und auch über das Zusammenspiel zwischen Jugendschutz und evtl. Auswirkungen auf sagen wir “Erwachsenenschutz”.
Ich war entsetzt, als ich mir in einem Vortrag einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin anhören musste, warum deutsche Zensur moralisch ist, ja vielmehr die Zensur keine Zensur sei (Vorzensur/ Nachzensur-Thematik), die chinesische Zensur aber klar böse ist. Mit jeder lokalen Zensur liefert man gleichzeitig auch ein Beispiel, dass eben immer lokale Gepflogenheiten Zensur rechtfertigen dürfen, was dann zum moralischen Prinzip erhoben jede Regierung für ihre Sache nutzen kann. Nochmal: die Hemmschwelle für internationale Zensur bei IT-Firmen ist auch durch deutsches (und französisches) Recht gesunken, und das hat Folgen für Länder, die jetzt auch “Filterrechte” bei IT-Firmen einfordern.
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Philipp Lenssen:23.06.2007 um 04:12Deinem Artikel entnehme ich einen anderen Schwerpunkt:
> Ihr Spiel Manhunt 2 ist faktisch nicht verwertbar.
> das British Board of Film Classification hat sich sogar
> geweigert, überhaupt über eine Altersfreigabe zu
> entscheiden, was einem Verbot gleichkommt.> Zudem lizensieren weder Sony noch Nintendo Spiele, die
> nur für Erwachsene freigegeben sind.Du teilst die Welt in “geistig gesunde Gamer” und solche, die es nicht sind — wäre das Argument deines Artikels gewesen “minderjährige Gamer” im Gegensatz zu “volljährigen Gamern”, hätte ich es anders interpretiert.
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Philipp Lenssen:23.06.2007 um 03:16Zensur ist nur böse, wenn verboten wird, was ich mag? Nein, im Gegenteil Malte: wenn du gegen Zensur, also für Meinungsfreiheit bist, musst du eben die Meinung der *anderen* verteidigen. Seine eigene Meinung zu verteidigen hat nichts mit der Verteidigung der Meinungsfreihet zu tun.
Schade, das diese Gedanken der Meinungsfreiheit in Deutschland so wenig verbreitet zu sein scheinen: wir werden mittlerweile schon als Beispiel herangezogen, wenn Firmen die Zensur in China verteidigen (siehe z.B. http://www.msnbc.msn.com/id/12283735/ ).
Soziale Abhängigkeiten im Web
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Philipp Lenssen:23.06.2007 um 01:47> Das zu erwartende Verschwinden vieler
> per flickr eingebundenen Fotos in Blogs,
> da diese Bilder dann u.U. nicht mehr
> (bei flickr) vorhanden sind. Unschön 2.0.Aus präzise diesem Grund würde ich auch nie so grundlegende Sachen wie Audio- oder Videodateien eines Blogs nach außen verlagern. Es zerschießt dir auf Dauer einfach dein Archiv.
Informer im Fernsehen
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Philipp Lenssen:21.06.2007 um 15:34Wo kann man eigentlich eine unzensierte Version von “Der Aufmacher” bestellen? Zwar habe ich das Buch vor langer Zeit mal unzensiert gelesen, aber ich wollte es mir nochmal anschauen, nur ist leider die Amazon.de-Version komplett unbenutzbar — da sind ganze Seiten rausgenommen (ich glaube wg. erfolgreichen Verleumdungsklagen).
flickr: Es geht weitr
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Philipp Lenssen:21.06.2007 um 13:16In Deutschland findet laut Grundgesetz keine Zensur statt, Zensur ist es aber laut einer Nebenklausel nur dann, wenn Vorzensur (vor der Veröffentlichung) stattfindet — demnach scheint sich kaum ein deutscher aufzuregen, wenn in Deutschland Naziseiten zensiert sind*. Das aber genau solche eine deutsche Zensur dann von etwa Google Inc als Beispiel herangezogen wird, um etwa die Zensur von Menschenrechts-Seiten in China zu verteidigen, sollte zu denken geben, warum manche eben nur all das Zensurfrei halten wollen, was die eigene Meinung widerspiegelt. Lange Einleitung, aber worauf ich hinaus will: vielleicht erklären sich so einige Zensur-Implementation ausländischer Firmen, wie etwa Flickr, weil die vielleicht einfach & vereinfacht denken “Germany doesn’t have real freedom of speech right? We’ll better implement a strong filter for them…” — Deutschland, waren das nicht die ohne echte Meinungsfreiheit im Netz?
*Schneller Vergleich: man suche in Google.de, dann Google.com, nach “site:stormfront.org” (keine Anführungsstriche).
Eltern-Premium-Content
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Philipp Lenssen:25.11.2006 um 18:52> ich frage mich ob der witz nun beabsichtigt
> oder eher nicht war, oder sollte es letzten
> endes wirklich - cool sein?Es sollte halt ein cooler Witz sein.
Das Macho/Western-Klischee — keine Denkmaschine, auch nicht wortgewandt, aber er tut halt was! Deswegen lieben die Hälfte der Amis ja auch George Bush, der bei seiner Klientel immer punktet, wenn ihm Dummheit vorgeworfen wird.
Sehr schöner Propaganda-Film übrigens, insbesondere im Rückblick, da die Afghanen so gut wegkommen als pro-US-Freiheitskämpfer! Im deutschen Fernsehen läuft das ganze allerdings immer beschnitten, was zu so schönen Szenen führt wie “Russen-Hubschrauber fliegt an, John Rambo haut ab, Hubschrauber macht die Raketen klar, Hubschrauber schießt, Rambo springt weg, Raketen treffen eine Gruppe afghanischer Statisten, kurzer Aussetzer in der Musik, Rambo unterhält sich mit Junge” usw.
Pressemitteilung: Spreeblick kauft Blocks
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Schon wieder die
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Philipp Lenssen:27.10.2006 um 13:01> Eine, wie ich finde gute Sache, weil es nicht sein
> kann, dass Google einfach Buchseiten einscannt ins Netz
> stellt und dann mit AdSense daneben auch noch Geld verdient
> ohne die Rechte zu besitzen.Lawrence Lessigs “Aufklärungsvideo” gibt dir vielleicht neue Ansatzpunkte:
http://www.lessig.org/blog/archives/003292.shtml
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Philipp Lenssen:27.10.2006 um 08:52Gottseidank befasst sich mein Blog noch 20% mit nicht-Google-Themen, für alle die Google total langweilt ;)
Keine Überwachungspflicht für Forenbetreiber
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Philipp Lenssen:17.06.2006 um 12:12> Was meinst du mit “nicht ernst nehmen?”
Ich meine damit, dass es mich in 9 Jahren Webseitenbetrieb noch nie tangiert hat. Ich kriege zwar hier und da eine Unterlassungsklage aus den USA, aber dann nimmt man einfach den entsprechenden Inhalt runter und die Sache hat sich.
Trotzdem überwache ich natürlich mein Blogforum täglich. Aber im Schlaf kann eh keiner kontrollieren, selbst wenn man 10 Leute anstellen würde in einer deutschen Firma — dann postet halt jemand um 23:00 aus USA den Link zur Neonazibombenbastelseite. Wenn ein Urteil so offensichtlich Quatsch ist, muß man es dann ernst nehmen, oder sollte man nicht einfach erstmal abwarten?
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Philipp Lenssen:17.06.2006 um 03:14Freut mich zu hören. So richtig ernst nehmen kann man diese ganzen Entscheidungen, hin oder her, sowieso nicht oder?
klinsmann.us
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Philipp Lenssen:17.06.2006 um 03:11Kategorie “du hast keine Homepage Jürgen? Du, mein Sohn, der macht da was in der Richtung…”
Sprache klebt
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Philipp Lenssen:17.06.2006 um 03:06Entstehen solche Begriffe nicht grade als Gegenentwurf zur Sprache der Älteren? D.H. sobald “schwul” auch bei Älteren politisch-korrektes Synonym für “doof” würde (glaub zwar nicht, das es passiert, ist auch mit “Spasti” nie passiert), würden sich die jüngeren eine neue Provokation suchen. Dabei ist die Provokation dann einfach nur ein Gegenpol zu dem, was die Älteren korrekt finden. So wie der Hippie mit langen Haaren seine gepflegten Eltern provoziert, provoziert auch der Popper mit seinen gepflegten Haaren seine Hippie-Eltern.
“Spasti” als Schimpfwort gab es auch bei uns zur Schülerzeit (genauso wie “homosexueller Steckdosenbefruchter”, was irgendwie die ultimative Beleidigung in der 5. Klasse war). Das Kinder die gemeinsten und verletztendsten Menschen der Welt sind, grad in so einem Halbgefängniskontext wie einer typischen Schule, ist ja bekannt. Aber ich seh diesen Sprachgebrauch eher als Symptom, ein Symptom welches zur Zeit, bei der es von den meisten benutzt wird, keine wirkliche Bedeutung mehr hat; aber gleichzeitig natürlich ein Symptom, das auf ursprüngliche Mißstände in der Akzeptanz von allem “andersartigen” hinweist. (Denk dir eine beliebige Minderheit in der Bevölkerung aus, und du findest ein abgeleitetes Schimpfwort; Glatzkopf, Brillenschlange, Vierauge, Spasti, Hure, Hurensohn.) Deswegen geht mir auch politische Sprachkorrektheit auf die Nerven, weil sie eben eher an Symptomen rumdoktert. “Darf man nicht sagen” könnte genausogut heißen “darf man nicht denken”, dabei müsste es eigentlich heißen, “wäre schöner wenn man es garnicht denken wollte.” Ja, stimmt, aber dieses Ideal erreicht man bestimmt nicht durch Sprachverbote.
“Gay” im amerikaneischen Sprachgebrauch ist übrigens schon im Mainstream angekommen als Semi-Schimpfwort, eher ironisch (”that is SO gay”), und da finde ich wird es eher locker gebraucht, einfach als Zeichen das auch Schwule im Mainstream angekommen sind, und schön verarscht werden dürfen. Unausgesprochene Diskriminierung ist da schlimmer als ironisierende Aussprechung. “Heten” find ich auch nicht schlimm als Bezeichnung für die nicht-Schwulen. Den Kommentar mit “schwule Mädchen” find ich gut, die Single gefällt mir auch. Einfach alles umdefinieren :)
Was man natürlich verbieten sollte ;) ist propagandistischer Sprachgebrauch, hauptsächlich von Medien/ Politik usw. Ich denke da an “War on Terror” oder “Axis of Evil” und weitere Idiotien. Oder in Deutschland das von Arbeitgeber-Lobbyisten (erfolgreich) eingeschleuste “Sozial ist, was Arbeit schafft”, später von Politikern übernommen. “Du bist Deutschland” ist natürlich noch so ein Fall. Das sind die Dinger, die mich richtig nerven, weil sie einfach gezielt propagandistisch sind — also nicht Symptom, sondern Ursprung.
Almanya!
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Philipp Lenssen:15.06.2006 um 14:23Unter dem Titel “Weltmeisterschaft: Türkische und arabische Deutschlandfans” hat Spiegel Online eine ganz ähnliche Fotoserie gestartet:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9MTQzNjgmbnI9MQ_3_3,00.htmlTrotz schöner Bilder finde ich sowas eher abgrenzend — “das sind Türken, Araber … die in Deutschland leben”. Oder wie hier im Thread so schön gesagt wurde, “nette Türken.” Vielleicht sind das bei der nächsten WM auch mal einfach nur Deutsche (türkischstämmig usw.), mal nett mal doof aber nicht wirklich besonders, und dann sind diese Bilder überflüssig.
Meine Freundin (noch keinen deutschen Paß, aber schon viel von der deutschen Kultur verstanden) sagt “ich kann Amerikaner werden, aber nicht Deutsche.” Ich hab mir gestern die Parade in Stuttgart angeguckt und ihr gesagt, das ändert sich grad, glaub mir, das ändert sich…
Polen : Geranien
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Philipp Lenssen:15.06.2006 um 02:59Wow, klasse Spiel, da müssen sonst 5 Hollywood-Autoren 30mal das Drehbuch umschreiben.
Almanya!
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Philipp Lenssen:13.06.2006 um 00:42Philipp Wagenblast
> @Phil, Philipp, Frank ..Halt uns drei doch bitte auseinander, der Diskussion wegen. Ich verspreche dir, ich werde dich hier auch nicht mit anderen über einen Kamm scheren :)
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Philipp Lenssen:12.06.2006 um 23:57Martin Probst:
> Denn der durchschnittliche türkische Einwanderer kam maximal in
> den 70ern hier her, dann ist grade mal eine Generation vergangen,
> und damit ist dieses Land für die Leute mit Sicherheit noch relativ neuVielleicht übergibst du mal direkt Gastgeschenke, so mit “Willkommen”-Schleife. Kommt bestimmt super an!
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Philipp Lenssen:12.06.2006 um 23:33Das mit “neue Heimat” fand ich ja klasse.
Tanja:
> Allerdings, und das war für mich neu, hatte ich schon zuvor
> auf Kreuzbergs Strassen und während der Spielübertragung
> Jubelnde mit und ohne schwarz-rot-gold gesehen, die mir
> nicht so ganz 1a deutsch aussahenWie sieht man denn 1a deutsch aus?
Ich bin Ballack
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Leitkulturen
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Philipp Lenssen:07.06.2006 um 14:09Richtig Bubisch, ich denke auch Deutschland definiert sich hauptsächlich durch diese Gegenkultur bzw. den Unpatriotismus, aus bekannten Gründen. Deutschland definiert sich auch neu als amerikanische Kultur(kolonie) seit 1945; englische Worte, amerik. Filme, die Übernahme vom Bild der vermeintlich typische amerik. Familie in Mickymaus (Apfelkuchen, Briefkasten mit Fahne, usw.). Wenn man dann bedenkt das viele deutschsprachige Künstler und Intellektuelle im/ vorm 3. Reich ausgewandert sind (Billy Wilder, Marlene Dietrich, Einstein, wobei ich jetzt die Biographie der Leute nicht genau kenne, aber ich denke doch es gab da einen Auswanderungs/Einwanderungsstrom), ist einiges der amerik. Kultur aber dann auch wieder irgendwie deutsche Kultur.
(National)stolz bzw. Patriotismus würde für mich z.B. bedeuten, das ich einem Gast meine Wohnung zeige, dann meine Stadt, dann meine Freunde, dann mein Land und dann meine Sprache, und das ich mich irgendwie mit alldem mehr oder weniger identifiziere. Das ist die Art von Patriotismus, die ich im Ausland kennengelernt habe, und es war immer eine freundliche, aufnehmende Geste. Diese Art von Stolz kenne ich in Deutschland nicht, auch wenn sie bestimmt so halbunterdrückt unter vielem schwelt, und sich wiederum oftmals in krassem Unpatriotismus äussert (oder in krassem und dummen Nationalismus). Patriotismus bedeutet natürlich auch, sich soweit mit dem Land zu identifizieren, das man Mißstände “persönlich” nimmt.
Aber vielleicht musste es so kommen; Deutschland hatte eine irgendwie gefährliche Kultur, die kulminierte in etwas richtig bösen, diese Kultur wird dann weitgehend abgestreift und Deutschland wird in der heutigen globalvernetzten Kultur zu echten Weltbürgern. Da kann man ja fast wieder stolz drauf sein…
Leserausgabe
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Philipp Lenssen:06.06.2006 um 15:04Die sieht ja richtig gut aus die Seite. Schön navigierbar, leider wie oft etwas zu kleine Schriften. Ich möchte jetzt diese Zeitung, ganz altmodisch, jeden Morgen ausgedruckt am Kiosk sehn.
Leitkulturen
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Philipp Lenssen:06.06.2006 um 14:16Also von Spreeblick hätte ich aber jetzt ein originelleres Klischee über die deutsche Kultur erwartet als Oktoberfest-Gaudi.
Schon cool, oder?
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Grimme für Spreeblick!
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Philipp Lenssen:03.06.2006 um 02:29“Spreeblick ist kein Diskussionsforum, und doch entstehen in den Kommentarfeldern seiner Beiträge Debatten von besonderer Qualität.”
… ich danke meiner Mutter, meinem Vater, ich danke Gotte, und vor allen Dingen danke ich…
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Schreibende Leser
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Philipp Lenssen:02.06.2006 um 00:23Freut mich!! Und wenn hier jemand Fragen zum Thema “mit Lulu.com selbst publizieren” hat immer gern :)
39 Fragen
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Philipp Lenssen:25.05.2006 um 02:35Interessantes Interview. Wenn Spreeblick der zweitmeistgelesene deutsche Blog ist, wie der Artikel sagt, wer ist dann der erste? Bildblog oder?
Das mit d-frag oder zoomo hat mich ein bisschen an Gawker Media erinnert, das Konzept des vernetzten Spezialblogs, schick doch mal Nick Denton Post zwecks Austausch von Erfahrungen :)
©
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Philipp Lenssen:23.05.2006 um 01:07Ich spiel jetzt mal Teufels Advokat… die erste Idee erinnert mich entfernt an die Million Dollar Homepage, die es ja mittlerweile in 100en Varianten gibt (setz irgendwas auf irgendwas und nebendran oder drauf ist Werbung). Und das zweite Konzept, ist das nicht irgendwie so mach-dein-Avatar wie’s auch 100e gibt, aber halt wie grade überall in Deutschland auf WM getrimmt?
OK, aber intuitiv würde ich auch sagen das 2. ist geklaut vom 1. Aber ich hab schon so einiges an Zufällen erlebt wo man irgendwie grad eine Webseite/Spiel/Tool fertiggemacht hat und am nächsten Tag entdeckt man durch ein bisschen googeln, dass es sowas schon gibt, oder andersrum man macht ein witziges Spiel und 1 Jahr später meint ein anderer er hätte das witzige Spiel dann auch erfunden, bis man ihn auf seine Seite hinweist und er aus allen Wolken fällt. Was soll’s, dann möge halt der bessere gewinnen, bei den Million Dollar Homepages hat am Ende auch der erste gewonnen (soweit man das beurteilen kann). In diesem Fall find ich den ersten auch am besten, die zweite oben find ich schon allein wegen T-Online-Stil eklig.
Go-Areas
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Philipp Lenssen:20.05.2006 um 03:40Gibt es in Deutschland auch No-go-Areale für Neonazis?
Kann man selbige da irgendwie gezielt hinlotsen?
Wie lange kann man warten?
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Philipp Lenssen:17.05.2006 um 19:09Deutsche im Ausland integrieren an Stelle ihrer selbst recht häufig einfach die *Umgebung*, ich denke da an einige spanische Inseln bzw. thailändische Halbinseln :)
Aber Clemens, was forderst du denn nun konkret, was verstehst du unter Integration? Müssen Muslime zum christlichen Glauben bekehrt werden, oder der Chinese muß jetzt typisch deutsch kochen? Also ich finde eine Mischmaschgesellschaft toll, würde mich über original Chinesisches essen in Deutschland mal riesig freuen (Tipp: in China-Restaurants in Deutschland darf man das nicht suchen), und Beschwerden über den Rieseneinfluß amerikanischer Kultur seit 1945 hört man auch eher selten in dieser Debatte.
Es geht doch wohl eher um den gemeinsamen Nenner, oder die Grundlage des Zusammenlebens in Deutschland. Die Amis etwa haben ihre Chinatowns, sowas würde hier in der Presse “Ghetto” heißen, in USA scheint das irgendwie halbwegs Uzos zu sein, trotzdem werden ja Neu-Amis auf die Verfassung eingeschworen, soweit ich weiß. Was sagt also das deutsche Grundgesetz? Z.B. das niemand auf Grund seines Geschlechts benachteiligt werden darf. Jetzt muß man sich doch nur fragen, ob es z.B. türkische Frauen gibt die auf Grund ihres Frauseins benachteiligt werden. Ein wohl ebenso wichtiger gemeinsamer Nenner ist die Sprache. Hat eine typische Familie mit türkischer Abstammung zuhause massenhaft deutsche Bücher rumliegen, die dem Kind die deutsche Sprache im Überflüss einverleiben, und das Kind somit bestens für die Zukunft in einer Infokarriere/-kultur wappnen?
Würde eigentlich Integration besser klappen in einem Land was von Natur aus unglaublich gastfreundlich ist, und meinetwegen auch patriotisch (ich kann doch anderen nur mit Stolz auf die eigene Kultur ebendiese Kultur näherbringen)?
Viele Deutsche stehen ja seit 1945 dem eigenen Land eher abwertend bzw. zynisch gegenüber (kein Wunder!), und es mag doch sein, das dieser Selbsthass auch ein wenig zu Fremdenhass werden kann. Ein typischer Neonazi ist für mich jemand, der sich selbst (und seine eigene Dummheit) so sehr hasst, das er dieses Gefühl zu Fremdenhass umwandelt.Gute Gäste gehen, Gastarbeiter sind geblieben. Aber würde ein Land, was einen Einwanderer nicht als “Gast” sieht, sondern vielmehr als absolut natürlicher Bestandteil des Landes (USA macht das gut vor, die aktuelle Mexiko-Grenzdebatte mal außen vor), eigentlich automatisch eine Brücke bauen zur selbstgewollten schnellen Integration? Manche z.B. türkische Familien hier werden sicherlich eine “radikalere” türkische Kultur und Religion ausleben, wenn sie sich nicht heimisch fühlen — sich also ein Stück übersteigerte/ romatisierte Heimat nach Deutschland holen. Kann man sich denn in Deutschland als Einwanderer, der seine Elternheimat niemals komplett abstreifen möchte, pudelwohl — und “deutsch” — fühlen?
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Philipp Lenssen:17.05.2006 um 15:01Karine schreibt
> Meine Erfahrung in “gemischten” Klassen, wo ein 1er
> Schuler zusammen mit einem eher weniger dem Lernen
> zugeneigten Schuler saß, zeigt, dass dadurch das
> Durchschnitt steigt, statt zu fallenWürde ich nicht generell behaupten — es kommt vielleicht auch auf die Schule an. Da ich in einer solchen Schule war kann ich sagen, dass ich mich in Fächern wo ich gut war unterfordert gefühlt habe, und das ich in Fächern wo ich schlecht war ich auch nicht mehr kapiert hab. Die Frustration einer Unterforderung kann sogar dazu führen das die guten Schülen in einem bestimmen Fach ganz abschalten, war dann eher zu einer Senkung des Schnitts führt. Aber ich würde das Problem ganz anders angehen — Mischform “gut” und “schlecht” (was doch sowieso kursabhängig ist) kann ein guter Ansatz sein, viel mehr aber noch das man eigene Projekte selbstverwaltend und selbstverantwortlich durchzieht. Sorry, aber Kinder haben eine natürliche Neugier die meiner Meinung nach durch das deutsche Schulsystem (so wie ich es kennengelernt habe) nur kaputt gemacht wird.
Schönes (radikales) Buch dazu: The Underground History of American Education, welches komplett online lesbar ist.
http://www.rit.edu/~cma8660/mirror/www.johntaylorgatto.com/underground/toc1.htm> Nun bin ich beim Arbeitsamt und sitze vor
> einem Middle-aged Herren, der mich nach meinem
> 2ten Satz unterbricht und meint: “Warum gehen
> Sie denn nicht, wie all Ihre Landsleute als
> Putzfrau arbeiten? Oder, wenn Sie was für
> Ihre Verhältnisse anspruchvolles wollen, Verkäuferin
> lernen?”Klasse Beispiel für die (häufig!) besch***enen deutschen Ämter. Was muß man eigentlich machen damit sich sowas ändert?
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Philipp Lenssen:17.05.2006 um 14:51Ich finde den Anstoß hier auf jeden Fall gut.
Wie sind diese Kinder denn in die soziale Falle geraten? Und wie kommen sie da wieder raus? Und wäre etwa eine Gesamtschule eine tatsächliche Lösung im Gegensatz zur Hauptschule? (Anmerkung: Ich war auf einer solchen Gesamtschule und kann leider insgesamt nix gutes berichten.)
Ich bin mir ja fast sicher, das jahrzehntelang das Problem aus politischer Korrektheit totgeschwiegen wurde — kann ja nicht angehen, das es bei Familien mit etwa türkischem Hintergrund signifikante Unterschiede gäbe im Schnitt! Was wenn es aber so wäre (ich weiß es echt nicht hier in Stuttgart, kann sein das Berlin da “Vorreiter” ist)? Und was wenn man sich die Schuld bzw. Verantwortung bei der Problemlösung auch noch teilen müsste, d.H. die “Altdeutschen” und die “Neudeutschen” zusammen?
Eher am Rande, da nicht Kernproblem (denke ich): ich kann einige schöne Geschichten vom Ausländeramt in Deutschland erzählen. Da wurde, zumindest damals in Aachen, weder Englisch geredet, noch wurde man in irgendeiner Form freundlich behandelt (im Gegenteil, man wurde fast beschimpft), noch wurde die Wartehallte in irgendeiner Form organisiert (man stelle sich vor, ein Kulturenmix mit versch. Sprachen wartet auf eine “Behandlung”, Stifte zum ausfüllen des Antrags fehlen und werden nur mürrisch ersetzt, Nümmerchen oder Schlangenpfosten gibt es nicht, was fast in Kleinkrieg ausartet), und selbst der zuständige Mann bei der Anmeldung zum Deutschkurs *Anfangsstufe* konnte kein Wort Englisch. Gefühltes Fazit für mich: du willst deutscher werden? Na, dann mach mal brav Männchen, spring im Kreis, und wenn wir gut gewillt kommst du irgendwie aus dem Teufelskreis “keine Arbeitserlaubnis ohne vorherirgen Arbeitsvertrag, und kein Arbeitsvertrag ohne vorherige Arbeitserlaubnis” raus, aber mockier dich nicht über unsere Schikanen. “Stell dich dumm und dir wird im Amt geholfen, fordere aktiv deine Rechte ein und sie finden einen Weg, dir den Weg zu verbauen,” wie mir einmal ein (im Ausland studierter, migrierter) Taxifahrer erzählte.
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Philipp Lenssen:17.05.2006 um 12:42Jochen:
> @ Philipp Lenssen: es geht ja nicht darum wie man
> die in deutschland geborenen kinder von migranten
> bezeichnet, sondern darum dass die migrationspolitik
> nicht so recht funktioniert und dass daraus resultierende
> problem (und es ist nur eins der probleme) groesser ist
> (wird) als der berliner senat prognostiziert.Ja, aber “das” wird im Artikel mit 50% zitiert, also “gemischt kulturelle und gemischt religiöse Gesellschaft”, also 50% andere Kultur. Auf die Schlußfolgerung kann man ja gerne kommen, aber doch nicht durch eine Implikation das Migrantenkinder automatisch eine “andere Kultur” haben. Ich glaube ich würde mich als Ausländer, der sich in Deutschland gut eingelebt hat und wohlfühlt, herzlich bedanken wenn ich automatisch zu einer 50% “Integrationsmißstand”-Gruppe gezählt würde auf Grund meiner Eltern. Und wahrscheinlich würde ich dieser Einstellung nicht zum ersten mal begegnen in Deutschland, und das eher für symptomatisch halten.
Google Notebook
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Philipp Lenssen:17.05.2006 um 02:40> Kann mir jetzt endlich mal jemand verraten, was
> man mit Google Notebook eigentlich kann oder können soll?
> Hab ich noch nicht kapiert.Ich leg dir gern meinen Artikel ans Herz, außer Johnny befindet das für Spam dann bitte löschen :)
http://blog.outer-court.com/archive/2006-05-16-n32.html
… kurzum eine Browser-Erweiterung von Google, mit der du kleine Notizen sammeln kannst bzw. mal eben Sachen aus einer Webseite oder einem Suchergebnis reinkopieren kannst. Ein erweitertes Windows-Clipboard bzw. Gedächtnis, kannst du dann auch mit anderen teilen durch öffentlich-machen des Notebooks.
Wie lange kann man warten?
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Philipp Lenssen:17.05.2006 um 02:31Conrad schreibt
> yeah und wir diskutieren das in einem blog. dieses wort hat
> ein mitbürger mit migrationshintergrund (…) wohl kaum
> jemals gelesen geschweige denn er hat einen internetzugang.Also, mein Kieferorthopäde weiß auch nicht, was ein Blogger ist. Der sah mir verdammt “deutsch” aus. Also das “deutsch”, was wohl viele Deutsche unter deutsch verstehen, nämlich kein Migrationshintergrund. Ist ja oft so in Deutschland: wer irgendwie migriert aussieht, kann doch kein wirklicher Deutscher sein. Schade eigentlich — ich glaube nicht, dass das überall so ist.
Was mir an vielen Diskussionen zu dem Thema stört ist die fehlende Zielsetzung. Was soll denn erreicht werden? Ein Kulturenmix? Ein friedliches Nebeinanderleben? Eine völlige Integration ehemals ausländischer in die deutsche Kultur? Ich glaube impliziert ist oftmals letzteres — bitte keine Abspaltung, Ghettoisierung oder Überflütung, sondern eine freundliche aber bestimmte Übernahme der deutschen Kultur für Leute, die woandersher kommen. Das sei jetzt nicht bewertet sondern nur erstmal festgehalten.
Und dann müssen wir uns natürlich, wie ein Vorredner erwähnte, auch darauf konzentrieren, was denn die deutsche Kultur ist. Da fällt mir spontan eine gewisse GastUNfreundlichkeit ein im Vergleich mit einigen anderen Ländern (ist das wetterbedingt?), evtl. symptomatisch für eine zivilisatorische oder intellektuelle Arroganz (die auch nur eine Kehrseite der Medaille ist, nämlich das der Bildungsstand doch noch recht hoch ist im Vergleich zu einigen anderen Ländern). Zudem “typisch deutsche Kultur” ist dann noch ein historisch bedingter gestörter Patriotismus (den man natürlich auch für gesund halten kann).
Johnny schreibt
> Was der Senat nicht, dafür aber der Tagesspiegel sagt, ist, dass
> diese Zahlen falsch sind.
>
> Denn seit Rot-Grün können in Deutschland geborene Kinder
> ausländischer Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft
> erhalten - sie zählen also in der Statistik logischerweise
> nicht als Ausländer.Johnny, was mir an dem Artikel ein bißchen aufgestossen ist, und es war bestimmt nicht so gemeint: dieses implizite, “die Statistik ist verfälscht wenn Kinder von Migranten nicht als Ausländer gezählt werden”, oder vielmehr das damit einhergehende “einmal Ausländer, immer Ausländer”. Was wäre denn nun, wenn sich ein in Deutschland geborenes Kind tatsächlich der deutschen Kultur, was immer das auch sein mag, weitestgehend angepasst hat, mit ein paar eigenen Akzenten die das Land bereichern? Ich kenne genug Beispiele dafür, bin allerdings auch nicht aus Berlin. Ich glaube was hier eigentlich angesprochen ist, sind Problemkinder mit ausländischem Hintergrund, oder ein womöglich signifikant hoher Anteil ebendieser Kinder bei migrierten Eltern… aber das sind doch bestimmt nicht die von dir erwähnten “50%”, oder?
BMW bald nicht mehr bei Google zu finden?
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Philipp Lenssen:04.02.2006 um 14:32War wohl zu spät die Reaktion, BMW.de ist rausgeflogen:
http://blog.outer-court.com/archive/2006-02-04-n60.html
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Philipp Lenssen:02.02.2006 um 15:36> Anscheinend ist BMW aufgewacht und
> zeigt nun bei deaktiviertem JavaScript
> lediglich eine freundliche Hinweismeldung
> anBei mir gibt’s immer noch die Doorway-Pages.
> Also kommt, das ist doch nun wirklich
> lächerlich: Warum sollten Unternehmen
> ihre eigenen Websites nicht mit
> Bordmitteln hochpushen dürfen?Das musst du mit Google diskutieren, die verbieten nämlich ausdrücklich Doorway-Pages…
http://www.google.com/contact/spamreport.html
http://www.google.com/webmasters/seo.html
http://www.google.com/webmasters/2.html
etc.
Ooboontoo?
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Philipp Lenssen:01.02.2006 um 21:50Der Register-Artikel war eine Ente, was mein Vertrauen in die Site (mal wieder) senkt. Google hat mir gesagt, “Wir benutzen zwar intern Ubuntu, haben aber keine Pläne das außerhalb der Firma zu vertreiben.”
Webwatching
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You are Deutschland, too (just kidding)
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Philipp Lenssen:28.01.2006 um 23:31Nice write-up.
I recently saw this campaign being discussed in the international English version of Spiegel.de. Really weird that it makes fresh rounds online even though it’s months old. Why does interest seem to peak now?
Beide Hände an die Tastatur!
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Philipp Lenssen:23.01.2006 um 00:29Ami-Government: 6, setzen.
Yahoo, MSN, AOL: Bitte nach der Stunde dableiben zum Gespräch.
Lesetipp: Wikipedia-Löschanträge
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Sozialgericht Berlin
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Philipp L.:03.01.2006 um 18:55Wie, ich dachte das hier *wäre* das Sozialgericht Berlin?!
Verwirrt:
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Philipp L.:03.01.2006 um 18:23Wenn Dummheit gute Google-Positionen garantieren würde, bräuchte sich das Sozialgericht Bremen keine Sorgen mehr zu machen…
imsdb.com
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Philipp Lenssen:02.01.2006 um 01:54Pfui, popups! :)
(Ich browse grad nicht an meinem Computer, und nehme mal an mein Firefox zu Haus hätt’ die abgefangen.)
Bandnamen finden
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Philipp Lenssen:29.11.2005 um 16:52Alice in Chains (rechts angekettet)…
B52 (fliegen über die Stadt)…
Spoon…
Drugstore Cowboys…
Beach Boys…
Fish…
Versuch einer Zusammenfassung
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Philipp Lenssen:29.11.2005 um 14:41Irgendwo musste die Diskussion schließlich stattfinden, und da man sich schlecht kreuzweise hin und her an 15 Punkten unterhält, kam Spreeblick als Treffpunkt gut in Frage. Sicherlich zeigt das einfach nur die “Blog-Autorität”, darüber solltest du dich freuen, es ehrt dich das du es etwas differenzierter siehst.
Apropos “mangelnde Recherche”; das plötzlich jeder Blogger mit den Maßstäben des Journalismus gemessen wird — auch wenn es dann darum geht aufzuzeigen, das sie an ebendiesem Maßstab manchmal scheitern (genauso wie natürlich viele “echte Journalisten” an den Maßstäben eines Bloggers scheitern würden) — das jedenfalls zeigt ja wohl, wie weit es Blogger in der Auffassung der Öffentlichkeit und oder Journalisten geschafft haben… denn im Gegensatz zu “echten Journalisten” macht ein Großteil der Blogger das ganze nebenbei und ohne Bezahlung, was einem andere Möglichkeiten eröffnet. Trotzdem hat die *Blogwelt insgesamt* die Sache faktisch gut aufgedeckt, die “Mainstream-Medienberichte” enthielten kaum einen einzigen neuen Gedankengang.
One more time: Du bist Deutschland
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Philipp Lenssen:24.11.2005 um 14:42Und jetzt auch im Mainstream:
N24: “Blogger entdecken “Du bist Deutschland” bei Nazis”
(Johnny, Spreeblick, blogs usw. kommen vor)T-Online-Nachrichte: “Imagekampagne verwendet Nazi-Motto”
(Blogs werden hier nicht erwähnt, Quelle ist “Rheinpfalz”, genannt wird auch Stefan Mörz)
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Philipp Lenssen:22.11.2005 um 20:42Ich bitte doch mal, einen Experten ranzulassen an die Bewertung. Vielleicht so Kaliber der, der die Hitler-Tagebücher validiert hat… also, ich meine der zweite von den beiden.
Spreeblick 2.0
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Ich? Nee, du!
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Kurzer Zapp-Mitschnitt
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Nix Spreeblick-TV heute
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Philipp Lenssen:09.03.2005 um 23:49Hab heut ein bißchen mitgeschnitten, ein paar Sekunden aus dem Jamba-Beitrag gibt’s hier:
http://blog.outer-court.com/archive/2005-03-09-html
Rampensau reloaded
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Philipp Lenssen:08.03.2005 um 22:26Nun hab ich extra eine TV-Karte eingeschmissen in meinen PC, aber seh garnix von wegen Blogger als Themenschwerpunkt… zumindest auf dieser Programmvorschau…
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,SPM2488,00.html
Toll
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Philipp Lenssen:04.03.2005 um 10:09Das mit dem “Du” versus “Sie” erspar ich mir dank englisch-sprachigem Blog. Da muss ich auch nicht zwischen alter und neuer Rechtschreibung wählen. Schon eher zwischen British-English und US-English, aber das ist eigentlich seit Schulzeiten eine klare Entscheidung gegen British-English (pardon me?).
Übrigens, mit der 5%-Theorie… bei mir sind Blogs eher bereits die 5% des Gesamtwebs, und zwar eher die guten, soll heißen: wer heute bloggt, ist mit 95% Wahrscheinlichkeit zurechnungsfähig! (OK, das war jetzt ein optimistische Schätzung…)
Nerd content
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10 Jahre Yahoo
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Philipp Lenssen:03.03.2005 um 22:12Burger, den Yahoo-Verfall habe ich mal “Portalitis” genannt und das Krankheitsbild hier genauer beschrieben:
http://blog.outer-court.com/archive/2003_08_01_index.html#105972638893532086
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Philipp Lenssen:03.03.2005 um 21:32Und so toll “lean” sahn die früher aus:
http://promo.yahoo.com/birthday10/incorporation/Aber halt: Browserhintergrund auf Grau stellen, Fenster verkleinern, und unbedingt 16 Farben + Times New Roman.
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> Der real existierende Mainstream im Aachen der
> achtziger Jahre war friedensbewegt, katholisch,
> ökologisch abbaubar und hat sein Brot selbst
> gebacken. Ein Film, der Krieg im Titel trägt, der
> …
Kann ich, auch aus Aachen, alles bestätigen. War zwar circa 4 Jahre zu jung, um in Rückkehr der Jedi-Ritter reinzudürfen, habe aber dafür das komplette Geschenkgeld meiner Oma (20 Mark, was nach heutigem Stand — Inflationskurve, Erwachsenwerden — ca. 5,000 Euro sind) bei Erscheinen des Films für Krieg der Sterne Sammelbilder ausgegeben (Kiosk Ecke Annastraße), die meine Mutter dann auch prompt bis auf wenige Ausnahmen für immer in einen Schrank wegsperrte (und die heute vermutlich unter Krieg-der-Sterne-Sammlern ein Vermögen Wert wären!).