Podcast 301: Max war auch bei Obama
Richard Dawkins im Interview mit Al Jazeera
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Tilman:26.07.2008 um 13:28@#683734: Es gibt doch einen fundamentalen Unterschied zwischen wissenschaftlern, die sich die Realität anschauen, sich Fragen stellen und aus Beobachtungen geschickte Schlüsse ziehen, und fundamentalistischen Weltsichten, die ihre Sicht auf die Welt aus einem tausende Jahre alten Buch lernen und dann keinerlei Änderung an dieser Weltsicht mehr zulassen - sie schauen sich nicht die Realität an und ziehen dann Schlüsse daraus, sondern sie postulieren einen Glauben und deuten dann die Realität so, dass sie ihren Glauben bestätigt. Das funktioniert natürlich nur, wenn man Teile der Realität ausblendet, und wenn man nicht versteht, wie Naturwissenschaft eigentlich funktioniert. Viele Leute wissen auch gar nicht, dass der naturwissenschaftliche Begriff der “Theorie” nicht im Gegensatz zu “Fakten” zu sehen ist, sondern im Gegensatz zum “Experiment”. Aus experimentellen Befunden werden Schlüsse gezogen, um Ursachen und Wirkungen zu verstehen. Die Summe vieler Experimente, vieler Schlussfolgerungen und Methoden ergibt eine theoretische Erklärung für experimentelle Befunde (Fakten!) und sagt außerdem weitere experimentelle Ergebnisse vorher (die sich überprüfen lassen!). Eine naturwissenschaftliche Theorie ist also viel mehr als ein experimentelles Ergebnis - es ERKLÄRT dieses Ergebnis! Ohne z.B. die Quantentheorie gäbe es weder Computer noch GPS noch Handys oder ähnliches. Jeder, der einen Computer benutzt, kann dies nur, weil die Quantentheorie erklärt wie Halbleiter funktionieren. Wüsste man dies nicht, könnte man keine Computer bauen. Die Evolutionstheorie ist in genau der selben Weise eine Theorie: Es gibt derart massenhaft bergeweise überwältigende Befunde, die die Theorie stützen (Geographie, Geologie, Fossile, Mikrobiologie und Genetik, Anatomie etc.) und die durch diese Theorie erklärt werden, dass es keinerlei Anlass dafür gibt, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Im Gegenteil: Wer sagt, sie sei falsch, muss etwas finden, dass durch diese Theorie nicht erklärt werden kann. Bisher sind alle Versuche gescheitert.
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netter Podcast - kann mich Tanja im Bezug auf Berlusconi nur anschließen. Ist mir völlig unbegreiflich. Kenne leider auch keine Italiener, die mir das erklären könnten. Zu McCain: Doch, es wäre wohl ähnlich schlimm wie Bush. Denn er glaubt wirklich an eine militärische Lösung der Konflikte dieser Welt. Obama will zwar auch das Militär ausbauen und nutzen, aber immerhin scheint er zu begreifen, dass man damit keinen ‘Wettstreit der Ideen’ gewinnen kann. Außerdem scheint er zu verstehen, dass man in diesem Wettstreit auch zu seinen eigenen Ideen stehen muss - McCain würde wohl eher noch mehr Guantanamos bauen (früher wollte er es schließen - jetzt hat er eine andere Meinung). Obama hat Verfassungsrecht unterrichtet und weiß genau, dass darin für Folter und Haft ohne Anklage kein Platz ist. Also: Da gibt es krasse Differenzen, und Obama wäre für einen klügeren Umgang mit den Konflikten dieser Welt sicherlich ein weit größerer Fortschritt als McCain.