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I live by the river!
07.07.08
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von | 2

 

War Jesus schwul?

  1. 15

    Po8:

    Wir sollten als Europäer mit derselben Verve sprechen, wie es Pat Condell vormacht. Es kann nicht angehen, dass im 21. Jh. immer noch kleine Kinder aus Glaubensgründen genital verstümmelt werden (wo auf der anderen Seite aber niemand diese 50 Euro gewinnen konnte), dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, wie man eine alte Beduinengesetzgebung wie die Sharia in das bei weitem überlegene westeuropäische Rechtssystem (bei aller Kritik die an diesem noch anzubringen wäre!) integrieren könnte und dass kritiklos behauptet werden kann, ein allmächtiger, unsichtbarer, allwissender, allgütiger, allwasauchimmer Gott habe das Schwein erfunden, um uns nachher bei ewigen Höllenqualen zu verbieten selbiges zu essen und sich sofort diverse Kantinen an diesen Schwachsinn halten.

    Wir hatten die Renaissance, die Aufklärung, wir haben uns gesellschaftlich, wissenschaftlich und philosophisch weiterentwickelt und es wäre eine Schande für das, wofür unsere Väter gekämpft haben (und teilweise noch ihr Leben lassen mussten), wenn wir diesen Fortschritt diskussionslos aufgeben würden. Wir müssen ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und eben Werte wie Gleichberechtigung, freiheitliche demokratische Grundordnung oder die Menschenrechte gegen inhumanes Gedankengut aus früh- und vormittelalterlicher Zeit verteidigen. Nichts anderes macht Pat mit seinen Videos und steht somit in bester Tradition mit einem Voltaire, Schopenhauer, Nietzsche oder Diderot (ohne das jetzt Qualtitativ zur Wertung stellen zu wollen - der Einsatz zählt).

    28.04.2008 um 14:24

Keine Gnade für Christian Klar

  1. 14

    Po8:

    Gnade ist Unrecht, wie folgender Text darstellt:

    “Der Bundespräsident kann wegen Mordes verurteilte begnadigen. Er ist hierzu nicht an Regeln oder Gründe gebunden, sondern er kann begnadigen, wenn er die Person nett findet oder deren politische Überzeugung passend oder er lässt es, weil ihm dieNase des Häftlings nicht passt oder der Häftling ihm einfach den Hintern nicht küssen will. Die Möglichkeit willkürlicher (!) Begnadigung degradiert den Häftling gegenüber dem Bundespräsidenten zur Unperson, bereits die Möglichkeit eines Gnadengesuchs ist einem mitmenschlichen Umgang nicht würdig.

    Nicht umsonst heißt es: Gnade vor Recht ergehen lassen, d. h. dass Gnade grundsätzlich kein Recht ist. Recht sprechen die Gerichte, der Bundespräsident spricht im Rahmen der Rechtsordnung etwas ungerechtes, wenn er begnadigt.

    Es ist richtig, dass Jahre nach einer Verurteilung Überprüfungen stattfinden, weil die im Zeitpunkt der Verurteilung vorhandenen Strafgründe weggefallen oder sich geändert haben können, General oder Spezialprävention. Das Gnadenrecht erweckt dagegen den Eindruck, als könne der Bundespräsident eine Tat vergeben, als würde also jemand nicht aus Spezial- und Generalpräventiven Gründen verurteilt, sondern aus Rache -oder zur Abgeltung einer religiös begründeten “Schuld”.

    1.
    Das Begnadigungsrecht muss daher abgeschafft werden und ersetzt werden durch ein rechtsstaatliches Verfahren, in dem ein Katalog von Umständen aufgeführt werden, die zu einer frühzeitigen Haftentlassung führen können. Entscheiden muss über diese Frage eine Gericht. Das Bundespräsidentenamt ist wegen mangelnder politischer Unabhängigkeit aufgrund parteipolitischer Besetzung und Wiederwahlmöglichkeit ungeeignet.

    2.
    So lange das Begnadigungsrecht fortbesteht muss von dem Bundspräsidenten ein formalisierter Katalog eingefordert werden, nach dem der Bundespräsident sich an Begnadigungsregeln halten lassen muss, damit dieses unwürdige und rein willkürliche Element durch moralisch-ethische Selbstbindung weitestmöglich eingeschränkt wird.”

    (hier geklaut: http://www.forum.brights-deutschland.de/viewtopic.php?t=679)

    08.05.2007 um 11:20

Religiös?

  1. 13

    Po8:

    Die Erkenntnis, dass man selbst nur ein winziger Teil des Universums ohne Vorrechte vor anderem, lediglich mit dem Vorteil des (begrenzeten) Verstehen der Welt ausgestattet ist, führt zwangsläufig zu einer Weltanschauung wie im obigen Artikel dargestellt.

    Das Für-wahr-halten von alten Büchern, die Klassifizierung von Menschen auf Grund ihrer Weltanschauung, schlimmer noch, die Abwertung auf Grund derselben führt immer zu Intoleranz und Chauvinismus - wie diverse Religionen anhand der “eindrucksvollen” Opferzahl bewiesen haben.

    Btw, der Auszug der Israeliten aus Ägypten hat nie so stattgefunden, wie es im hl.Pamphlet steht, denn dazu fehlen alle archäologischen und historischen Hinweise, obwohl Funde aus dieser Zeit existieren (wer Arte zu Weihnachten geschaut hat, weiß was ich meine).

    Und noch mal kurz der Beleg, dass sich Beten von einem Aberglauben nicht unterscheiden lässt…

    05.03.2007 um 21:32

Pharm off

  1. 12

    Po8:

    Das System krankt doch daran, dass alle pro erbrachter Leistung bezahlt werden. Jedoch ist eigentlich die Leistung am Patienten nicht das gewünschte Resultat sondern die Gesundheit bzw. Gesundung desselben.

    Vergleichbar in etwa mit einem Jäger der für das Ansitzen auf Wild bezahlt wird. Das funktioniert ewig, ohne dass ein Schuß fällt.

    Nachdem sich der Kapitalismus die Marktwirtschaft nicht einfach so aushebeln lässt, müsste man sie für sich arbeiten lassen und statt einzeln zu vergüten imho eine Prämie für die Gesundung des Patienten, eine Aufwandsentschädigung für dessen Nicht-Gesundung aussetzen an der alle Beteiligten partizipieren (Arzt, Apotheker, Pharmaindustrie).

    Pharmafirmen hätten kein Interesse mehr nutzlose Medikamente unter die Leute zu bringen, da es lediglich den Aufwand erhöht, die Gesundheit nicht fördert. Die Ärzte würden auf überflüssige Methoden verzichten, weil ein rascher und nachhaltiger Heilungserfolg mehr bringt. Eine möglichst hohe Anzahl von “Scheinkranken” würde kein Geld mehr bringen, da für Krankheit nichts bezahlt wird, sondern nur für die Verbesserung des Zustands.

    Die verbleibenden chronisch Kranken könnte man nach einer Stabilisierung/dauerhaften Verbesserung bewerten, Gesunde könnten über einen kleinen Gesundheitsbonus vergolten werden. Alles sollte darauf ausgerichtet werden, dass eine möglichst gesunde Gesellschaft das meiste Geld für alle beteiligten bringt. (just my 2cents)

    30.10.2006 um 20:54

Erst verbieten, dann fragen

  1. 11

    Po8:

    Das grundlegende Problem ist, dass wir Kausalfetischisten sind (besonders unsere Volksverwerter). D.h. wir suchen immer nach dem einen Grund, der das Problem verursacht. Früher hat das gut funktioniert (Dorfbewohner tot, Säbelzahntiger ist schuld) aber heute haben wir es i.d.R. mit komplexeren Mechanismen zu tun.

    Es verkauft sich eben besser hinter Erfurt nur das Computerspielen als Ursache zu behaupten. Dass Robert(?) mehrere Probleme hatte (schulische wie familiäre), die sich u.U. noch gegenseitig bedingen wurde komplett ausgeblendet - man kann so etwas halt schlecht in einem Satz erklären. Computerspiele mögen im schlimmsten Fall ein Mosaiksteinchen sein, nimmt man dieses heraus, bleibt aber das pathogene Bild eines Psychopathen trotzdem erhalten. Anstatt in blindem Aktionismus Computerspiele zu verbieten, sollte man sich eher über die Früherkennung solcher sozialer Zeitbomben Gedanken machen.

    Noch dazu öffnet man mit der Computerspieldebatte ein Hintertürchen für die Erziehungsberechtigten. “Ich hätte mein Kind ja anständig erzogen, wenn nur diese vermaledeiten Computerspiele nicht wären…”.

    Für mich ist es eine Lachnummer, dass ein Land, das sich Meinungs- und Informationsfreiheit ins Grundgesetz schreibt, sich eine Zensurbehörde wie die BPjM leistet. Man sollte den Reiz des Verbotenen v.a. bei Jugendlichen nicht unterschätzen…

    26.10.2006 um 08:00

Bioresonanz, Psychotronik und Homöopathie: My hairy Ass

  1. 10

    Po8:

    Cheers… der Letzte löscht das Licht aus ;-)

    16.10.2006 um 23:53
  2. 09

    Po8:

    Das ist genau der Punkt, den du nicht verstehen willst: es gibt sehr viele Menschen, die positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben, ohne deshalb gleich an Horoskope, Wunderheiler oder Wasserbilder zu glauben. (Lusiol)
    Wenn man eine Erfahrung macht, die man nicht erklären kann (z.B. übers Wasser laufen), dann steht lediglich fest, dass man die Erfahrung gemacht hat. Jetzt kann man nach Erklärungen suchen, wobei man sich das Unbekannte mit dem Bekannten erklären muss, da die Erklärung andernfalls unsinnig ist.

    Wenn Homöopathen wissenschaftlich belegte Erfolge vorlegen könnten und nur die Erklärung schuldig blieben, dann könnte ich noch damit leben. Aber selbst diese Erfolge fehlen komplett. Sie sagen nicht “ich weiß nicht warum” sondern tischen eine hanebüchene Erklärung auf, die nichts erklärt sondern selbst mehr Fragen als Antworten aufwirft (Potenzieren). Weiters tun sie so, als wüssten sie was sie machen (geschüttelt nicht gerührt) und erwecken so den Eindruck sie hätten eine Ahnung von der Sache - das alles ist Mumpitz und das kann man nicht oft genug betonen. Genauso kann man sich von der Zigeunerin ..pardon Sinti/Roma ein heilendes Amulett kaufen und es jeden Morgen 3x küssen bevor man die schwarze Katze füttert. All das ist Aberglaube, nur seinen eigenen Aberglauben will man am wenigsten als einen solchen eingestuft wissen (s. z.B. christliches Beten). Wenn HP-Gläubige verstehen, warum sie z.B. ein Glückshufeisen als Aberglaube ablehnen, verstehen sie auch warum ich die HP ablehne.

    Die Hochschulmedizin (bei aller berechtigten Kritik) kann zumindest eine Heilungsquote angeben - auch das fehlt bei den “Alternativen” völlig bzw. wird selektiv ausgeblendet (denn die Schwerkranken werden zum richtigen Arzt geschickt und fallen aus der Statistik).

    Btw, als Materialisten würde ich mich nicht bezeichnen, sondern als kritischen Realisten bzw. Rationalisten. Ich bin sofort in homöopatischer Behandlung, wenn, ja wenn nur endlich die wissenschaftlichen Belege für deren Wirksamkeit auf den Tisch kämen.

    16.10.2006 um 20:24
  3. 08

    Po8:

    @Lusiol
    Der stärkere Fokus auf die Anamnese, d.h. das Gespräch mit dem Patienten, ist das einzige, was ich der homöopathischen Behandlung abgewinnen kann. Die Schlüsse daraus schon nicht mehr - eine Diagnose hab ich weiter oben schon gepostet. Es wurde sogar nachgewiesen, dass das ehrliche Gespräch mit dem Arzt, bei dem er zugibt nichts verschreiben zu können heilsamer sein kann, als fast kein Gespräch, bei dem er ein Placebo verschreibt.

    Weiters bin ich auch durchaus bereit Placebo-Behandlungen zu finanzieren, nur sollen diese auch als solche gekennzeichnet sein (nicht für den Patienten, sondern in der Akte) und nicht unter dem Deckmäntelchen irgendwelcher höheren Kräfte oder potentzierter Kügelchen daherkommen um widerlegte Theorien zu stützen/schützen. Eine “alternative” Medizin gibt es per definitionem nicht, da alles was für den Patienten von Wert ist früher oder später in die Hochschulmedizin übernommen wird!

    Wenn man den Verstand einer Person erst mal soweit korrumpiert hat, plumpe Behauptungen zu glauben, dann kann man ihr mehr und mehr wirres Zeug reinbraten. Zum Beispiel kann man dann dieser Produkte wie den Biopol aufschwatzen, ihnen Masaru Emotos Wasserbilder als Indiz über die Qualität des Wassers verkaufen (was totaler Humbug ist und noch nicht einmal von einem seriösen Forscher nachvollzogen werden konnte) oder man fängt als Krebskranker an, an die gefährlichen Theorien eines Dr. Hamer zu glauben und krepiert dann elendiglich, weil diese eine Nicht-Behandlung vorsehen.

    Bei den meisten Dingen (inkl. Homöopathie) handelt es sich um geschlossene Denkmodelle. D.h. es erfolgen immer wieder Rationalisierungen. Nicht das offensichtliche (wirkt nicht) wird erfahren sondern es wird nach Ausreden gesucht, die das Modell schützen und die Realität erklären (z.B. Erstverschlimmerung).

    16.10.2006 um 18:28
  4. 07

    Po8:

    Bzgl. der Kritik an der konventionellen Medizin müssen wir halt warten bis Malte nen Artikel dazu schreibt. Ansonsten macht es einfach wenig Sinn auf deren (zum großen Teil bekannte) Fehler hinzuweisen, da wir nicht besseres haben. Homöopathie hat noch nicht bewiesen, dass sie besser ist (bzw. dass sie überhaupt funktioniert)!

    wer mit dem Finger auf die Homöopathie zeigt und suggeriert, dass sie an der Höhe seiner Krankenkassenbeiträge massgeblich Schuld ist, sollte eine Relativierung dieser Falschbehauptung nicht als “tu-quoque”-Statement abtuen. Das ist nun wirklich unfair. (Lusiol)

    Ich möchte klarstellen, dass ich nie behauptet habe, die Homöopathie wäre maßgeblich an der höhe der Krankenkassenbeiträge schuld - das hast Du mir in den Mund gelegt ;-). Nur wenn von 100 Euro ein Euro an die HP geht, dann ist das einer zu viel.
    Tu-quoque war hier durchaus angemessen, denn die Fehler in der medizinischen Versorgung standen nicht zur Debatte sondern die Fehler in der homöopathischen Theorie. Die grundsätzlichen Fehler in der Lehre der HP mit den strukturellen Fehlern der konventionellen Medizin zu relativieren macht überhaupt keinen Sinn.

    die Tatsache, dass die Wirkung der Homöopathie nicht belegt ist (oder mit den durchgeführten Studien nicht belegbar ist), muss noch nicht heissen, dass dies für immer der Fall sein wird. Es kann auch heissen, dass das falsche gemessen wird. (Lusiol)
    Kennst Du Ockhams Rasiermesser? Die “Heilungen” der Homöopathie sind ausreichend durch den Placebo-Effekt erklärt. Es besteht nicht der geringste Hinweis, dass darüberhinaus etwas existiert. Das ist ungefähr so, als würdest Du behaupten, damit die Herdplatte heiß wird muss nicht nur elektirscher Strom durch diese Fließen sondern Hephaistos müsse auch noch kräftig pusten - aber für Hephaistos haben wir noch kein Messgerät.

    [nochmal kurz OT:@Po8: warum sich das Christentum bis heute “gehalten” hat, ist eine völlig andere Diskussion, aber ich würde mal vermuten, dass es da gute Gründe gibt. Immerhin ist es die Grundlage der europäischen Kultur.
    Klar gibt es einen bzw. zwei gute Gründe und die heißen (wie so oft): Geld und Macht (oder Macht und Geld - wem das lieber ist). Die Geschichte des Christentums zeigt, dass es dem Klerus hauptsächlich um diese beiden ging. Und das Christentum ist nur deswegen Grundlage, weil es alle anderen Grundlagen ausgerottet hat (frei nach Exodus 20,3: Du sollst keine anderen Grundlagen neben mir haben...) und weil es schon die Kleinsten mittels frühkindlicher Indoktrination abgreift. Ähnliches passiert bei der HP, wenn man seinen Kindern beibringt, dass sie bei jedem Wehwehchen ein Globuli einwerfen müssen...]

    16.10.2006 um 13:29
  5. 06

    Po8:

    Dass bei der Hochschulmedizin nicht alles reibungslos läuft, es schlecht ausgebildete Ärzte gibt etc. ist auch kein Beleg für die Homöopathie, sondern die übliche tu-quoque-Argumentation und somit ein logischer Fehlschluss.

    Warum wird der Placebo-Effekt von Ärzten nirgends genutzt (ausser Homöopathen)? Und auch nicht genauer untersucht? (Lusiol)
    Isn’t it ironic? Die Homöopathen nutzen gerade nicht den Placebo-Effekt sondern behaupten ihre Mittelchen hätten eine Wirkung daürberhinaus. Insofern müsste die Frage lauten, warum Homöopathen nicht endlich zugeben, dass sie nicht mehr als den Placebo-Effekt zustande bringen. (Übrigens ist der Placebo-Effekt mit einer der bestuntersuchten Effekte überhaupt, da man diesen bei der Zulassung von wirksamen Medikamenten rausrechnen muss!)

    Warum gibt es keine Studien, die auf die Prämissen der Homöopathie eingehen und den Behandlungserfolg messen anstatt den Effekt eines einzelnen Präparats auf eine ganze Gruppe? (Lusiol)
    Gute Frage! Warum betreibt die ganze Homöopathie-Mischpoke nicht endlich wissenschaftliche Studien um ihren Theorien ein Fundament zu bauen (oder im Widerlegungsfall diese zu verwerfen). Nochmal zum mitschreiben: derjenige, der eine Behauptung in die Welt setzt ist beweispflichtig!

    Wie kommt es, dass die Homöopathie sich 200 Jahre gehalten hat und immer mehr Zulauf findet - obwohl sie nicht erklärt werden kann und immer wieder in einen Topf mit Geisterheilern und diversen Modeerscheinungen geworfen wird? (Lusiol)
    Gegenfrage: wie kommt es, dass sich das Christentum trotz aller Widersinnigkeiten schon seit 2000 Jahren hält (obwohl es ebenfalls nicht den geringsten Beweis gibt). Glaubensrichtungen sträuben sich oft sehr hartnäckig gegen Logik und vernünftige Argumente (wie man hier sehr gut sehen kann).

    Wer profitiert vom Einsatz homöopathischer Medikamente und in welcher Grössenordnung? Wer von ihrem Verbot? (Lusiol)
    Verschwörungstheorie? Die Pharmalobby & Ärzteschaft hat sich gegen die armen Homöopathen verschworen? Unmittelbar profitiert in jedem Fall der Homöopath und ist auch vom Verbot am stärksten betroffen! (was wiederum die unbegründete aber vehemente Argumentation für die HP erklären würde :-))

    Welche Motivation hat Hahnemann getrieben, sein Leben einer Sache zu verschreiben, die mit unglaublicher Arbeit und Fleiss verbunden war, ihn mit permanenten Widerständen und Anfeindungen konfrontiert hat? (Lusiol)
    Welche Motivation hat Ratzinger getrieben sein Leben Gott zu weihen - ich weiß weder das eine noch das andere. Menschen verennen sich oftmals in eine aberwitzige Idee, ohne dass es für einen Außenstehenden nachvollziehbar ist. Und deswegen ist die Kritik an den ganzen Wunderheilern auch so wichtig, weil es leider zu viele Menschen gibt, die anderen Menschen die Hucke volllügen (teils aus falscher Überzeugung, teils aus Profitstreben u.ä.).

    Btw, das Alter Hahnemanns ist leider auch kein Beleg für die Richtigkeit der Methode, denn wäre er mit 40 Jahren gestorben, wäre das für die HP-Anhänger auch kein Grund diese zu verwerfen. Ebenso ist sein hohes Alter kein Grund die Methode zu akzeptieren.

    14.10.2006 um 14:01
  6. 05

    Po8:

    @Lusiol
    Die Homöopathie hatte 200 Jahre lang Zeit, ihre abstrusen Theorien zu belegen. Dies ist bis heute nicht erfolgt. Hier einen zweiten Einstein zu vermuten ist kompletter Humbug, denn Einsteins Modelle basierten sehr wohl auf vorhandenem Wissen, das aber nicht unbedingt dem physiktheoretischen Mainstream entsprach (btw, Einstein lehnte meines Wissen wiederum die Quantenphysik ab).

    Homöopathie basiert hingegen auf den fiebrigen Wahnvorstellungen eines Hahnemann, der Chinarinde aß, an sich Fieber diagnostizierte (ohne Thermometer!), dann “similis similibus curentur” hinausposaunte und dazu ein dickes Buch schrieb, das sich unverändert - dank der Gläubigen - bis in die heutige Zeit gerettet hat (btw, wo ist denn in der Homöopathie Fortschritt festzustellen?). Selbst dieser (Selbst)Versuch konnte bis heute kein einziges Mal mit positivem Ergebnis wiederholt werden.

    Weiters gibt es bis dato nicht ein vernünftiges Erklärungsmodell, wieso u.v.a. wie eine potenzierte “Arznei” überhaupt wirken soll.

    Von mir aus kannst Du gerne zu Schamanen, Vodoo-Mamas, Geisterheilern, Astrologen oder Handauflegern gehen, Dir dein Jing-Jang ausgleichen, deine Chakren mit Tensoren oder Deine Wohnung nach Feng-Shui einrichten lassen - diese Freiheit würde ich nie angreifen (nur mach das auf Deine Kosten, denn ich will nicht mit meinem Krankenkassenbeitrag Glaubensrichtungen finanzieren). Was ich aber angreife ist, dass sich solche Scharlatane unter der Kuscheldecke der Hochschulmedizin versammeln, ihre Quacksalbereien als “gleichwertige” Methoden darstellen und jede, aber auch wirklich jede Erklärung schuldig bleiben (selbstredend auch jede Doppelblindstudie). Im Gegenteil, die Hochschulmedizin hat die Erklärung (Placebo) gefunden, wie Homöopathie überhaupt funktioniert!

    14.10.2006 um 04:30
  7. 04

    Po8:

    sry 4 Doppelpost
    “Ab wann darf ein Text polemisch sein, wie evident muss sich die Waagschale in eine Richtung neigen, damit ein Autor seine Meinung klar und deutlich sagen darf? Und wie viele Nebensätze muss man machen, um nicht einer Nähe zur Bild geziehen zu werden?”(Malte)

    Spreeblick ist, soweit ich das überblicken kann, kein wissenschaftlicher Blog, insofern darf und muss man bei gesellschaftskritischen Themen polemisch sein um die Aufmerksamkeit zu erhöhen und den Diskurs anzuregen. Ein Autor ohne Meinung ist ein nasser Lappen, ein Autor mit einer vernünftigen und fundierten Meinung ist eine Bereicherung der Medienlandschaft.

    Imho reicht für den Unterschied zu BILD schon ein Nebensatz aus. Weiters haben die dort eine “Swearbox” in die man (damals) 5 Mark werfen musste, wenn man ein Fremdwort verwendet hat.

    13.10.2006 um 06:28
  8. 03

    Po8:

    @Lusiol
    Das Argument mit der “Individualität” der homöopathischen Beratung wird gebetsmühlenartig wiederholt, aber dadurch nicht richtiger. Falls jeder Patient komplett individuell behandelt werden würde, müsste der Homöopath immer bei Null anfangen, d.h. könnte überhaupt keine Erfahrung in die Behandlung einfließen lassen. Liest man sich Homöopathiebücher durch, ist das genaue Gegenteil der Fall.

    Zweitens zeigt Deine Aussage, dass ein und dasselbe Mittel zwei (unbelegte) Wirkungen haben kann, zeigt schon die Diskrepanz. Verdünnte Hundescheiße (das ist kein Scherz -> klick mich, btw, bezeichnend, dass einer der Autoren ein Dipomtheologe ist!) soll z.B. gegen “Unterdrückung des Eigenen, fehlende Ablösung aus Abhängigkeitsverhältnissen, Nesthockersyndrom” (Quelle) wirken (und widerlegt so ganz nebenbei die These der “individuellen Behandlung” ;-)).Hier stellt sich übrigens auch die Frage, was die “Unterdrückung des Eigenen” überhaupt ist u.v.a. wie diese gemessen bzw. diagnostiziert wird! (eine weitere Auflistung all der schönen Zutaten der homöopathischen Hexenküche wie z.B. Arsen, Benzol, Kakerlaken u.v.m. gibt es hier)

    Bzgl. Patientenzufriedenheit könnte man auch anfangen diesen Heroin zu spritzen. Ich denke während sie auf dem Trip sind, wird ihre Zufriedenheit sehr hoch sein. Ein zufriedener Patient ist kein Beweis oder Beleg für die Wirksamkeit der Methode!

    @Pythagoras
    Solange es für etwas keinen Beweis/Beleg/Hinweis gibt (und an dieser Stelle sei angemerkt, dass die Homöopathen diesen zu erbringen haben und nicht die anderen!), dann ist es in unserer Gesellschaft erlaubt und sogar die Pflicht auf die Denkfehler hinzuweisen und diese in gleichem Maße öffentlich zu machen, wie z.B. für Homöopathie geworben wird. Ein “Glaube” darf nicht sacrosankt sein, wenn wir uns weiterentwickeln wollen und vor allem sollte der individuelle Glaube des Einzelnen nicht das allgemeine Krankenkassengeld kosten!

    13.10.2006 um 06:11
  9. 02

    Po8:

    Sry, sunny3d - mea culpa.
    Ich meinte ascoli, die/der den br-online Artikel verlinkte.

    Meine Kritik ging ja vor allem gegen den öffentlichen DummRundfunk, der sich noch erdreistet solche Geschichten als wissenschaftlich aufzutischen. Also nix für ungut ;-)

    11.10.2006 um 18:21
  10. 01

    Po8:

    @Sunny3D
    Hier wird die Leipziger Studie in der Luft zerissen (die Forscher haben übrigens auch ihren Preis zurückgegeben).

    D.h. was 200 Jahre nach Hahnemanns Tod bleibt ist heiße Luft und eine Menge Gläubiger. Dass eine solche alternative (wobei alternativ != besser) und v.a. unbelegte Medizin von allgemeinen Krankenkassenbeiträgen mitfinanziert wird ist imho nicht tragbar.

    Heuchlerisch geradezu ist das Anbiedern mancher Hochschulmediziner and die gläubigen Massen, die als zusätzliche Behandlungsmethode “Homöopathie” anbieten. Genausogut könnte ich dann meinen Arzt auswählen, weil er Muslim oder Mormone ist, mir einen fleischgewordenen Keks gibt oder eine letzte Ölung erteilt.

    In diesem Artikel, sowie in diesem Artikel und in diesem Artikel wird noch mal dezidiert auf die Unzulänglichkeiten dieser Pseudo-Medizin eigegangen, wobei der letzter Autor aus physikalischer Sicht feststellt, dass wenn Homöopathie gilt, diese “die heutigen Naturwissenschaften als grob unvollständig nachweisen” würde (”Dabei bedeutet „grob“, dass die Vervollständigung der Physik, also die Schließung der Wissenslücke, nobelpreiswürdig wäre.”).

    11.10.2006 um 14:56

09.10.2006 um 17:25

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