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von | 2

 

Politically Incorrect - Die etwas andere Sicht der Dinge

  1. 04

    abu:

    @dussel (et al):
    “Ich finde, das ist eine eindeutige Sache. Die Bibel muss sehr wohl Wort für Wort befolgt werden.”

    So what. Who cares? Dass die Bibel wörtlich befolgt werden muss, steht wo? In der Bibel. Aha. In praktisch jeder Religionsschrift finden sich nun genug innere Widersprüche, die einem erlauben zu tun, was man will. Was in den Schriften steht ist hier nicht das Thema.

    Das Ausgangsproblem von PI (das Thema dieses Threads) ist, dass es einen kulturellen Kreis gibt, der weit überdurchschnittlich durch Gewalt und aktive Intoleranz auffällt, und sich zufälligerweise mit einer bestimmten Religion identifiziert. Diese Religion wird genutzt als Vehikel, mit Unterstützung unserer Politiker (siehe als ein Beispiel von viele das Thema “DITIB und neue Moschee in Köln”) aktive und gezielte kulturelle Ausgrenzung zu betreiben. Dieser Missstand ist das Problem.

    Es ist nun einmal so, dass sich diese aggressiven und intoleranten Handlungen bei Menschen mit einem bestimmten Hintergrund bündeln. (In Köln jedenfalls sind Messerstecherein von Bahaii-Anhängern recht selten.) Es lässt sich begründen, inwieweit dieses Zusammenfallen nicht zufällig ist, sondern das eine mit dem anderen kausal verknüpft ist. Doch selbst das ist nur ein Rand-Thema.

    Das auf PI diskutierte Problem ist, dass Politiker und Medienangestellte auf das Anwachsen des Problems mit aktivem Wegschauen und Lächerlichmachung der Opfer reagieren.

    Es geht nicht um Religion. Es geht nicht um Nationalität und schon gar nicht um Rasse. Es geht um Verhaltensweisen, vor allem aber um die offizielle und quasi-offizielle Reaktion darauf.

    29.05.2007 um 14:27
  2. 03

    abu:

    @anfängerin:
    “…und fange nicht an eine religion für ein etwas komplexeres soziales problem zu beschuldigen und mich damit meiner verantwortung zu entziehen”
    Gegen die Religion hat ja niemand etwas, Religion ist IMHO nichts weiter als eine unlogische und nicht zu Ende gedachte Metaphysik (Stichwort: Willkürlicher Begründungsabbruch). Das Problem ist, wahrscheinlich, eine kulturell-gesellschaftliche zusammenhängende Weltsicht, aus der heraus Handlungen generiert werden, die bei vielen Menschen, zum Beispiel mir, Anstoß erregen (Unterdrückung der Frau, Gewalt und praktische Verachtung gegenüber Andersgläubigen, aggressives Machogehabe gegenüber Außenstehenden zur Sicherung der mikrosozialen Rangordnung etc.).

    Zu wem jemand betet, ist mir leidlich egal. Das ist hier auch irrelevant. Das auf PI verhandelte Problem ist (zuerst einmal) auch nicht die Tatsache, dass täglich und überproportional viele neue Meldungen bezüglich Gewalttaten aus einer einzelnen kulturellen Gruppe heraus berichtet werden. (In Kölner Medien wird mittlerweile die kulturelle Herkunft nur noch erwähnt, wenn es eben nicht ein “Mensch mit Migrationshintergrund” war. Eine politische Korrektheit, die zum Absurdum geworden ist.)

    Das Ausgangproblem von PI ist die Wahrnehmung, dass Menschen eine den relevanten Diskurs dominierende Gruppe dieses Problem entweder ignoriert oder argumentativ in einer common-sense-befreiten und dogmatischen Wir-sind-doch-alle-gut-Gestus verfällt, aus welchen Gründen auch immer.

    29.05.2007 um 14:01
  3. 02

    abu:

    @Stefan: Sorry, gemeint sind “Menschen mit Migrationshintergrund”. Wobei das Wort “Migrationshintergrund” natürlich ungenau ist, das Problem sind ja nicht Schlägertrupps aus Tschechien, oder?

    Die genauen Statistiken sind bei genauerem Hinschauen noch viel überraschender. In der Gruppe Jugendlicher unter 18 Jahre sind fast 50% Menschen mit Migrationshintergrund.

    @Iris:
    Zitat “die Leute, die sich da äußern haben ja wohl alle irgendwann mal Geschichtsunterricht in der Schule gehabt, oder? ”
    Ja, eben deshalb. Als jemand, dessen Familie das Vergnügen hatte vor Nazis und gleich danach vor Kommunisten fliehen zu müssen, erfüllt es mich mit Verwunderung, wie offen einige Deutsche, liebe Iris, schon wieder ein totalitäres politisch-gesellschaftlich System unterstützen, welches erklärtermaßen patriarchalisch, anti-demokratisch und minderheiten-unterdrückend ist.

    29.05.2007 um 13:45
  4. 01

    abu:

    Freunde, Es bringt nun wirklich nichts, und da hätte ich von Euch mehr erwartet, einzelne dumme Zitate pars-pro-toto herauszupicken.

    Geht es Euch darum, das Phänomen PI zu verstehen, oder nur darum, eine gewisse Klientel mit flotten Sprüchen zu bedienen?

    Das Erstere annehmend hier der Versuch einiger erklärender Worte: Vielleicht sieht die Situation in Berlin anders aus als hier in Köln. PI, von einem Köln-Nachbarn betrieben, ist aus einer spezifisch Kölner Perspektive heraus geschrieben. (Ich selbst binn übrigens nur Leser, nicht aktiv involvierter.) Köln hat mit 36 Prozent den höchsten Anteil türkischer Mitbürger in Deutschland. Das bedeutet an sich noch nichts. Und auch in Köln, wie in anderen Teilen Deutschlands auch, geht die Kriminalität insgesamt zurück, die Gewaltverbrechen durch Bürger mit Migrationshintergrund steigt.

    Doch PI selbst ist nicht, behaupte ich, von Statistiken motiviert. Ich vermute, dass hinter PI das Unbehagen steht, das man als Nicht-Türke empfindet, wenn man zum Beispiel (und bevor man mir Rassismus vorwirft, möge man selbst vorbeikommen!) Samstag Abends über die Kölner Ringe geht. Die ehemalige Kölner Flaniermeile ist dann de facto in der Hand junger türkischer Männer mit weißen Trainingshosen, die pöbelnd die Ringe auf und ab gehen. (Früher haben sie sich Wettrennen auf den Ringen geliefert, dass ist etwas zurückgegangen, nachdem durch eine neue Parkregelung am Wochenende mit voller Absicht ein Totalstau herbeigeführt wird. Etwas zurückliegende Motivation hierfür wiederum war, dass bei einem BMW 3-er-Rennen zweier Türken der unbeteiligt an der Ampel stehende Sohn des Bürgermeisters getötet wurde.)

    Pöbeln, Schubsen, Bedrohungen und Beschimpfungen werden von keiner Statistik erfasst. Und doch sind diese Auswüchse eines Testoteronüberflusses, der sich aus irgendwelchen Gründen, zumindest in Köln, auf die Mitglieder einer kulturellen Gruppe beschränkt, Grund für viele Menschen, Angst zu entwickeln, vor den Dingen, die da sonst noch kommen können. Es geht mir nicht um eine Generalisierung, generelle Stigmatisierung, etc., sondern um den Versuch, eine von offensichtlich vielen hier tatsächlich wohnenden Menschen hier geteilte Angst auf ihre Ursache zurückzuführen. (Natürlich werden entsprechend gewillte Menschen mir vorwerfen, dies wäre Rassismus auf der Suche nach Rechtfertigung. Dann müsste ich aber auch Angst vor Indern, Schwarzen oder Juden. Habe ich nicht. Wieso zum Kuckuck sollte ich?!)

    Die Reaktion der Offiziellen ist, das Problemfeld zu leugnen oder ins Lächerliche herunterzuspielen. (Das vergrößert die Angst natürlich mehr als dass es sie mindert.) Das große Thema ist zur Zeit der Bau der DITIB-Moschee in Köln Ehrenfeld. Dieser Bau wird betrieben von DITIB, einer Organisation (man möge hier den Focus-Facten-Check machen) deren erklärtes und primäres Ziel es ist, durch Unterstützung des Islams das “Türkentum” als eigenständige, unvermischte Kultur in Deutschland aufrechtzuerhalten. Sie sind darin erfolgreich, unter anderem indem sie alle 4 Jahre neue Imane nach Deutschland holen, die in ihrer gesamten Zeit kein Deutsch sprechen und aus Prinzip keine Kontakte zu den Ungläubigen pflegen. (Man frage die Vertreter umliegender Kirchen und Bürgergruppen.) Sprich: man unterstützt mit bisher nicht dagewesenem Aufwand eine Organisation, deren primäres, erklärtes Ziel es ist, Integration zu verhindern, was ihr seit Jahrzehnten auch gut gelingt.

    Wenn also Politiker und, wie PI sagen würde, “Gutmenschen” den gesunden Menschenverstand mit Füßen treten, entsteht natürlich eine gewisse Frustration. Man möge aber bitte anerkennen, dass diese sich weder mit geworfenen Pflastersteinen noch mit Sprengstoffgürteln äußert, sondern höchstens in markigen Sprüchen, wütenden E-Mails an Verantwortliche und immer wieder dem Versuch, eine überlastete Polizei und das längst resignierte Ordnungsamt zum Eingreifen in konkreten Fällen zu bewegen.

    Soviel Background für den Fall, dass es Euch tatsächlich um Verständnis von PI geht. Falls ich mich darin irre und es Euch wider Erwarten doch nur darum geht, PI als künstliches Feindbild aufzubauen, empfehle ich, weiter in den PI-Kommentaren zu graben. Ihr werdet noch viel markigere Sprüche finden, um die “Politisch Irrationalen” zu diskreditieren.

    Grüße
    Abu

    29.05.2007 um 12:39

29.05.2007 um 09:21

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