Drei Farben Rot: Die Linke.

  1. 101

    fpk:

    @Lutzen
    was meinen?

  2. 100

    fpk:

    Noch ne Preisfrage. Wer hat den folgenden Satz geschrieben:

    „eine allzu gedankenlose Distanzierung vom Mauerbau könnte in Zukunft das Verständnis dahin dogmatisch versperren, wo eine ökonomisch unterentwickelte Region – um mehr Demokratie, mehr Ökologie, mehr Kulturausgaben, mehr Soziales zu wagen – sich abschottet oder etwa die Abwerbung der vom Monopolkapital bevorzugten Kräftigen, Jungen, teuer Ausgebildeten verhindern wollte“.

    1. Christel Wegner, kürzlich aus der LINKEN-Fraktion des niedersächsichen Landtags geschnissenes DKP-Mitglied

    2. Walter Ulbricht, schon lange tot, aber sicher reinkarniert, weil er ja nur das Gute und Gerechtikeit für alle wollte und daher karmatechnisch gut dasteht.

    3. Dieter Dehm, Landesvorsitzende der LINKEN in Niedersachsen und Bundestagsabgeordneter der LINKEN.

    Auflösung gibts beim Klassenfeind:
    http://tinyurl.com/38ta8t

  3. 99

    fpk:

    @Imani
    ich brauch da gar keine Keule auszupackeen. Die schwingen die selber. Ich hab den Parteitag zur Gründung der Linken life auf Phoenix gesehen und war dann doch etwas baff über die Liste der Persönlichkeiten an die Modrow sein Grüße gerichtet hat. Dass man so unverhohlen mit Diktatoren wie Luschtschenko liebäugeln kann ohne auch nur den Hauch einer Kritik aus den sonst so menschenrechtsbewegten Reihen der Linken zu ernten lässt nichts Gutes für die von Dir prognostizierte zukünftige Ausdifferenzierung der Pertei ahnen.

    Ich seh da eher Leute, die bürgerliche Freiheiten so lange hochhalten, wie sie ihnen in den Kram passen und nicht in den Weg geraten, aber wenns ans Eingemachte geht auch keine großen Probleme haben wieder ne Mauer zu bauen. Angefangen mit vielen kleinen, wie z.B einer, dies mir verbietet mein Geld ins Ausland zu bringen, oder meine Freizügigkeit einzuschränken versucht, weil ich ne gute, kostenlose Ausbildung genossen habe und es nicht angeht, dass ich ins Ausland gehe. Man muss bedenken, ist für nen guten Zweck: Die Gerechtigkeit.

    @Frederic
    du hast ganz Recht. Die meisten Parteien versrpechen mehr, als sie halten können. In einem demokratischen System, in dem erwartet wird, dass Politiker alle Probleme lösen, können ist das so.
    In einem pluralitischen demokratischen System, wo es Mehrheiten bedarf und man bestimmte Grundrechte einhalten muss ist es schlicht ein Ding der Unmöglichgkeit viele der komplexen Probleme zu lösen, an die sich unsere Politiker wagen. Viele Köche verderben in diesem Fall wirklich den Brei.

    Eine Demokratie fährt am besten, wenn Politiker den Rahmen festlegen, auf den es möglich ist, sich ohne zu viele faule Komromisse mit einer Mehrheit zu einigen und nicht zu sehr ins Detail gehen.
    Bei den vielen Verschiedenen Intererssen, die bei solchen Detailregelungen betroffen sind führt der Versuch zu deren Regulierung automatisch zu faulen Komromissen, Kuhandeln und Klientelismus - und das zu Politikverdrossenheit.

    Weniger ist oft mehr. besonders in der Politik.

  4. 98

    fpk:

    @Frederic
    sie finden dort so lang ihre Heimat, wei sie denken die halten auch was sie versprechen. Wenn sie merken, dass die auch nur Realpolitik machen können, wenn sie an der Macht sind, wird sich das auch wieder ändern.
    Der Efffekt ist vorübergehend, wenn du mich fragst.

  5. 97

    fpk:

    sorry, der text war noch nicht ganz fertig

  6. 96

    fpk:

    @Frédéric
    Ich finde deine These brandgefährlich.

    Wer Erwartungen weckt, die er nicht erfüllen kann, enttäuscht die Leute. Das führt zu Politikverdrossenheit, stärkt das Lager der Nichtwähler und Extremwähler und delegitiemiert die Demokratie.

    So stärkst du die Leute, die schon immer gesagt haben:
    Die Quasellbude namens Parlament brauchen wir nicht.
    Ob rot oder braun, was wir brauchen ist einer, der die Sache mal in die Hand nimmt und richtig aufräumt.

    Außerdem finde ich es wirklich immer wieder interessant wie bei Links und Rechts mit doppelten Standarts gemessen wird.

    Hätte die CDU so viele Altlasten aus der Rechten Ecke in ihren Reihen wie die SED/Linke, aus der DDR und jetzt den Stalinisten aus dem Westen, sie würde zu Recht als Nazipartei gebrandmarkt.

    Nicht so bei der SED/Linken. Die ist ALTRENATIV - weil sie ein paar Leute mit bunten Haaren in ihren Reihen hat.

    Das das das Gros der Partei aus Leuten zusammengesetzt ist, die rein gar nix mit alternativ zu tun hat, sondern sich vielmehr aus der Nomenklatura der DDR zusammensetzt, scheinen viele Leute offenen Auges zu übersehen. Gysi alternativ? Progressiv? Der letzte Vorsitzenden der SED, der statt diese abzuwickeln und einen klaren Schlussstrich zu ziehen, sie in die BRD getrettet hat und uns immer noch eine Antwort schuldig ist, wo die Millarden der SED abgeblieben sind -aber sich heute über Steuertrickser echauffieren(sic!)- und auch sonst ein paar Leichen im Keller hat.

    Oder Modorow, der ohne dass sich auch nur ein Fünkchen Protest in den Reihen der menschenrechtsbewegten utopischen Pazifisten regt auf dem Gründungsparteitag der Linken den weißrussischen Präsidenten grüßte und heute, dem Vernehmen nach, den Bruder und Nachfolger Castros berät. Ein Diktaturversteher erster Güte!

    Oder mein persönlicher Liebling, Frau Wagenknecht, die allen Ernstes die These vertritt, mit der DDR sei es nur bergab gegangen, weil man den stalinistischen Weg verlassen hat, also zu soft geworden sei.

    Das ist keine alternative, progressive Partei, sondern ein Trupp Ewiggestriger, die es geschafft haben sich einen bunten Anstrich zu geben.

    Wenn diese Partei für Visionen steht, dann bin ich mit Helmut Schmidt einer Meinung:
    Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen.

    PS.:Man kann wohl mittlerweile sagen, wo die Mehrheit früher auf dem Rechten Auge blind war, ist sie das heute auf dem linken.

    Mahlzeit!

  7. 95

    fpk:

    @Frédéric
    Ich finde deine These brandgefährlich.

    Wer Erwartungen weckt, die er nicht erfüllen kann, enttäuscht die Leute. Das führt zu Politikverdrossenheit, stärkt das Lager der Nichtwähler und delegitiemiert die Demokratie.

    So stärkst du die Leute, die schon immer gesagt haben:
    Die Quasllbude namens Parlament brauchen wir nicht.
    Ob rot oder braun, was wir brauchen ist einer, der die Sache mal in die Hand nimmt.

Wer spricht für den Islam?

  1. 94

    fpk:

    Einen hab ich noch:
    In Berlin Moabit gibts grad ne Ausstellung in ner Galerie.

    Drei Bilder der Ausstellung setzten sich kritisch mit drei Religionen auseinander, provozieren.
    Preisfrage:
    Welches der drei Bilder musste umgedreht werden, weil sich Anhänger der Religion beleidigt fühlten und mit Gewalt drohten?

  2. 93

    fpk:

    @Frédéric
    Meistkommentierte Kategorie? Bei 17 Kommentaren?

    Aber auch wenn es so wäre. Ist halt ein wichtiges Thema, das viele Gemüter bewegt.
    Wenn du nicht wills, dass Leute dazu Kommentieren, dann schalt halt die Kommentarfunktion aus, oder schreib gar nix drüber. Was mich darauf bringt, dass das Theema Islam dich ja anscheinend auch ganz schön umtreibt, so oft wie du drüber postest, was soll also die Kommentatorenschelte?

    @alle Äquidistanzler und Relativisten,
    die bei jedweder Kritik am Islam oder jeder kritischen Nachfrage wie es Muslime mir Grundrechten, Tolernanz und Gewalt halten nach Europa oder die USA und aufs Christentum zeigen und dort gleich duzendweise Belege finden, wie heuchlerisch solche Fragen sind, weil es bei uns ja eigentlich gar nicht anders läuft. Die mit bombensicherer Gewissheit wissen, dass islamischer Terrorismus und Unfreiheit in islamischen Ländern aber auch rein gar nix mit der Religion selbst zu tun haben:

    Ich werde eure Vergleiche als ernstzunehmende Argumente in Erwägung ziehen, wenn in einem muslimischen Land ein Regisseur mit muslimischem Hintergrund mit einer Crew und Schauspielern mit muslischen Hintergrund einen Film wie Life of Brian (Handlungsort natürlich Mekka) oder The last Temptation of Mohammed gedreht hat - und alle Beteiligten fünf Jahre nach der Permiere noch am Leben sind.

    Das sind viele Wenns, ich weiß, aber so hoch hat die Aufklärung die Latte gehängt.

  3. 92

    fpk:

    @Johnny
    na wenn du die Mohammed_Karrikatu mit dem Turban und der Bombe nich lustig findest bist du wohl auch kein kroßer Titanic -Leser.
    Du must aber doch zugeben, dass die, wo Mohamed den schlangestehenden, noch leicht qualmenden Selbstmordattentätern an der Himmelspforte sagt: “Sorry, we ran out of Virgins” echt was hat.
    By the way, was is denn da bei euch in Berlin los? Bekommt iher jetzt auch euren Islam vs. Karrikaturen-Streit. Scheint ja ungemütlich zu sein in Moabit in ner Galerie zu arbeiten.

    BTW. Der Vergleich mit Saudi-Arabien ist ziemlich daneben. Seit wann wird man in Kärtnen ins Kittchen gesteckt, wenn man n Kopftuch trägt? In SA kann dir das und noch schlimmeres passieren wenn du n Kreuzlein bei dir hast.
    Und nur damit es hier zu keinen Miißverständnissen kommt: Vor mir aus kann jeder alle möglichen Gotteshäuser bauen. Und mit dem Kärtner hab ich auch nix am Hut.

Kurze Geschichte der Globalisierung

  1. 91

    fpk:

    @heidrun
    und wieso sollte mehr Wissen Krankheiten verursachen?

    2008
    In der westlichen Welt grassiert die Apokalyspsis, eine hochansteckende geistige Verwirrung, die nicht zum Tod führt, jedoch zu einem ausgesprochenen Pessimissmus bei den Infizierten.

    Trotz weltweit steigenden Wohlstandes, zurückgehender Kindersterblichkeit und eines rasanten medizinischen Fortschritts, der im Dekadentakt vormalige Menscheitsschrecken zu unangenhemen Ärgernissen reduziert; trotz eines Rückgangs der Zahl der bewaffneten Konflikte weltweit und fantastischer neuer Möglichkeiten des weltweiten friedlichen Austauschs und Dialogs durch neue Kommunikationstechniken sehen Infizierte alles durch eine schwarze Brille, überall nur Krieg, Krankheit und Armut, ja die gesamte Welt am Rande des Untergangs.

    Heilung ist nicht in Sicht.

  2. 90

    fpk:

    1847
    Ein Typ aus Trier mit Aversionen vor Rasiermessern schreibt ein erstes Manifest über die Schrecken der Globalisierung und das Paradies auf Erden, dass noch mehr als hundert Jahre später ansonsten aufgeweckten deutsch Bloggern (die keine Blogger sind) in ökonomischen Fragen das Hirn vernebelt und zu halblustigen Glossen inspiriert.

Die Lose-Lose-Situation

  1. 89

    fpk:

    PS: eigentiich ging’s mir ja darum auf einige Fehlkonzeptionen bezüglich des Marktes hinzuweisen. Ein bisschen mehr wirtschaftliches Grundwissen würde so einigen Diskussionen gut tun. Vielleicht würde dann weniger mit solchen Schlagworten wie Neoliberalismus um sich geworfen.
    Auch diesen merkwürdigen Spagat, den viele schaffen, indem sie dem Staat auf der einen Seite immer das Schlimmste zutrauen, in ihm aber auf der anderen Seite auch immer den Retter der Entrechteten sehen und sofort nach ihm rufen, wenn ihnen was nicht passt , finde ich bemerkenswert. Irgendwass passt da doch nicht zusammen.

  2. 88

    fpk:

    @mspro
    ich finds viel. Besonders weil ich Leuten die das Geld selbst verdient haben zutraue es sinnvoller auszugeben, als Leute die das mit anderer Leute Geld tun.

    @jochen
    hast ganz recht. die Welt ist kompliziert. Und es gibt natürlich Ungerechtigkeiten. Eine Marktwirtschaft ist kein Utopia. Mancher hat mehr Chancen und Möglichkeiten als ein anderer.
    Was ich nur bezweifle ist, ob der Staat und die Politiker wirklich die beste Adresse sind, an die sich der “kleine Mann” wenden kann. In einem System, in dem vom Staat etwas verteilt wird, steigt mit dem Kuchen, den es zu verteilen gibt, der Lobbyismus. Und es waren noch nie die Schwächsten der Gesellschaft, die die beste Lobby hatten. Weniger Staat ist mehr Geld in den Taschen derjenigen, die es wirklich verdient haben, statt in den Taschen derjenigen mit den besten Lobbyisten.

    @Nanuk
    solang ich das Geld selbst verdient habe kann ich damit als “wirtschaftlichher Akteur” machen was ich will. Das hat schon wieder nix mit Religion zu tun. Aber du scheinst an dem Religionsargument ja wirklich zu hängen.
    An Leute, die mit dem Geld anderer Leute umgehen, wie unsere Politiker, sollte man etwas andere Kriterien anlegen, findest du nicht?
    Schau dir mal unsere Staatsverschuldung an - so als rationalen Grund. Wenn das das richtige Maß ist, dann will ich nicht erleben wenn du prasst: 500 Mrd. in den ersten 40 Jahren, für die andere Billionen ham wir nur noch 20 gebraucht. 1,5 Billionen Schulden, pro Kopf ca 18.000 EU. Und das sind nur die des Bundes. Die Länder und Kommunen … Halleluja!

  3. 87

    fpk:

    Lieber Nanuk,
    ich hab von Märkten im allgemeinen gesprochen, nicht von unserem speziellen und durchaus kritikwürdigen Finanzsystem. In ihm zeigt sich nämlich wunderschön was passiert, wenn Leute, die sich für allzu gescheit halten versuchen den Uhrwerker zu spielen und Preise festlegen, statt sie vom Markt bestimmen zu lassen. Subprime-Krise ist da ein Stichwort. Jahrtzehntelang billigen Kredit zu geben, kann Leute zu ökonomisch ziemlich dämlichen Investitionen verleiten.

    Der “Wahn der Globalisierung” hat hunderten Millionen Menschen ein besseres Leben ermöglicht. Damit einhergehend auch ein Stück persönliche Freiheit mehr. Das hat nix mit Religion zu tun, sondern ist in fast allen Gesellschaften Ost- und Südostasiens zu beobachten. Ich rede nicht von paradiesischen Zuständen, sondern von einer Verbesserung gegenüber der wenig rosigen Vergangenheit.
    Süd-Korea etwa war in den 50ern das Armenhaus Asiens. Heute ist es ein High-Tech-Nation. Das Gegenbeispiel kannst du nördlich davon bewundern.

    @mspro
    Mach dir keine Sorgen. Kannst ruhig weiterschlafen. Bei einer Staatsquote von annähernd 45% in Deutschland (fast jeder zweite Euro wird hier also nicht von dem ausgegeben, der ihn verdient, sondern von unseren weisen Politikern, die ihn dann nach absolut rationalen Kriterien, zum Nutzen der Allgemeinheit einsetzen, statt ihn zu verprassen, wie dies der nicht ganz so mündige Bürger machen würde), sieht’s um den bösen Neoliberalismus in Deutschland noch auf einige Zeit schlecht aus.

  4. 86

    fpk:

    Lieber Johnny,
    keine Ahnung, wieso du vor den Märkten resignieren musst. Die globale Marktwirtschaft hat in den letzten 20 Jahren dazu beigetragen hunderte Millionen Menschen aus der Armut zu heben. Satt vom jeweiligen Staat vorgeschrieben zu bekommen was sie zu tun und zu lassen haben konnten auf einmal Menschen weltweit miteinander Handel treiben und friedlich kooperieren.
    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass die Märkte als DIE Gefahr angesehen werden und der Staat als DIE schützende Kraft, wo in der Geschichte doch immer Staaten die Freiheit bedroht haben und Verbrechen begangen. Handel, freie Märkte und offene Grenzen hingegen haben den Einzelnen die Möglichkeit gegeben über ihr Leben selbst zu entscheiden. Wo ist die sonst so große Staatsskepsis?

    Freie Märkte sind im Gegenteil zur anscheinend vorherrschenden Meinung keine hierarchische Systeme, die von irgendjemand bestimmt und gelenkt werden, sondern ergeben sich aus den Milliarden Entscheidungen der einzelnen Menschen, die daran beteiligt sind. Sie sind Buttom up Prozesse.
    Die Formel Märkte seinen Menschen gemacht und könnten darum auch von Menschen verändert werden ist daher so wahr wie missverständlich, weil sie für viele impliziert, man könne Märkte wie ein großes Uhrwerk manipulieren.
    Dass das immer nach hinten losgeht ist eine Lehre der Geschichte mit den sozialistischen Ländern (aber auch NS-Deutschland) als abschreckenden Beispielen.

    Und noch eins: Da wo ökonomische Freiheit eingeschränkt wird, der Staat mir also vorschreibt mit wem ich wie Verträge schließen darf und wie, ist auch immer die politische Freiheit bedroht.
    Wer immer nach den Politikern ruft, wenn er einen ökonomischen oder sozialen Missstand wahrzunehmen meint, darf sich nicht wundern, wenn sie auch auf anderen Feldern ungerufen und willkommen anfangen freudig los zu regulieren und zu gesetzten.
    Zu glauben, man könne wirtschaftlich alles schön regulieren oder sogar verstaatlichen und gleichzeitig politische und persönliche Freiheit erhalten, ist ein Trugschluss. Politische und ökonomische Freiheit sind zwei Seiten einer Medaille.

Thema Nummer Eins

  1. 85

    fpk:

    “Naja, ich find’ schon, dass wenn es Gesetze gibt, jeder sich dran halten muss.”

    Schon richtig, aber brauch es für so was ein Gesetz?
    Gibts nix wichtigeres, für das man den Staatsanwalt bemühen könnte?
    Ein Freund von mir z.B. wartet immer noch auf die Verhandlung gegen den Tyen, der ihn vor zwei Jahren zusammengeschlagen hat.

    PS.: Schätze wenn man den Prototypen des postmodernen deutschan Spießers sucht, wird man mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei der Wiesbadener Initative fündig werden.

Jürgen Rüttgers und Nokia

  1. 84

    fpk:

    Halt ein klassischer Fall für das liberale Argument, dass der Staat nicht Chancengerechtigketit schafft, sondern im Gegenteil die Starken noch stärker macht, indem er am meisten denen zu Gute kommt, die am nächsten an den Töpfen dran sitzen. Und das sind halt nie die Kleinen. Weniger Statt ist mehr weniger rausgeschmissenes Geld.
    Freie Menschen, freie Märkte!

Was 2008 noch nicht verboten ist

  1. 83

    fpk:

    Aprops Verbote: Legalize It!

  2. 82

    fpk:

    @Marco
    Befürchte nur, dass das nicht viele so sehen. : (

  3. 81

    fpk:

    Man müsste in Anlehnung an den Handel mit CO2 Emissionspapieren einen mit Gesetzesvorschlagspapieren einführen. Politiker, die in einer Legislaturperiode zu viele Gesetzesvorschläge machen, müssen sich von anderen, weniger umtriebigen und kamerageilen Kollegen Gesetzesvorschlagpapiere kaufen. Vielleicht könnte man damit das Anschwellen des Volumens an Gesetzen und Verordnungen etwas eindämmen.

    Oder in D. kommen, wie beim Vorratsdatengesetzt, langsam etwas mehr Leute auf den Trichter, dass mehr Sicherheit oft auf Kosten der Freiheit geht, ökonomische und politische Freiheit zwei Seiten einer Medallie sind, und hören auf bei jedem empfundenen Missstand nach Papa Staat und noch ner Regulierung zu rufen.

Neuköllner Moscheen(be)suche: Keine Reportage.

  1. 80

    fpk:

    @Achmed
    Nach der Konversation mit dir werd ich sicherlich weniger dickfellig Massenurteile fällen. Das Blumen hinrichten lass ich mir aber nicht verbieten!

    Auch die vielen Ausrufezeichen waren überzeugend und haben mich zum nachdenken gebracht - nur das Fragezeichen schien mir etwas verloren und irritierend.

    Erschreckend zu hören, dass was mit meinem Content da oben nicht stimmt. Und ich vielleicht sogar Deutscher bin. Aber auch sehr beruhigend zu wissen, dass das nicht bei allen so ist. Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung für Deutschland.

    Dir auch ein frohes Neues.

  2. 79

    fpk:

    Stimm ich dir zu.

  3. 78

    fpk:

    Schade den Artikel gibt’s nicht mehr kostenlos. Die Englische Version steht aber hier:
    “The Radical Loser”. Sehr lesenswert!
    http://www.signandsight.com/features/493.html

  4. 77

    fpk:

    @Frederic
    klar, das Thema kann von allen möglich Leuten missbraucht werden. Das sollte einen aber nicht daran hindern zu sagen wie es ist. Politische Korrektheit kann auch den Blick für die wirklichen Probleme verstellen.

    @Achmed
    Tja der GRUND. Vielleicht sollte man die Leute einfach beim Wort nehmen: Sie lieben den Tod mehr als das Leben. Sind die totalen Nihilisten.

    Es ist sicherlich unbedingt notwendig beim Kampf gegen Diktatur (als wären das alles auffrechte Demokraten), Korruption (na wies in nem Gottesstaat wird sieht man dann ja im Iran), und Besatzung (oh ja, schlimm diese Touristen auf Bali, (Disco-)Besatzer allesamt) neben den Ungläubigen reihenweise auch die eigenen Landsleute, Glaubensbrüder und schwestern abzumurksen.

    Zum Thema kann ich auch Enzensbergers Essay “Der radikale Verlierer” empfehlen:
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,383464,00.html

    Guten Rutsch Allerseits

  5. 76

    fpk:

    sorry , dass es etwas lang geworden ist.

  6. 75

    fpk:

    @Frederic

    zu2.: Was genau meinst du denn mit eurozentrisch?
    Die europäische Aufklärung hat nun einmal vieles, was wir heute als selbstverständlich ansehen, erst möglich gemacht. Von den wissenschaftlichen Erkenntnissen und moderner Medizin über Trennung von Kirche und Staat, Gleichberechtigung der Frau bis zu allgemeinen Menschenrechten. Ich weise auch gern darauf hin, dass die Chinesen den Kompass und das Schwarzpulver erfunden haben, dort schon Bücher gedruckt wurden, als die Könige Europas Könige noch durchgängig Analphabeten waren und dass Peking Ente eine höhere kulinarische Errungenschaft ist als Currywurst oder Buletten. Wenn es eurozentrisch ist, darauf hinzuweisen, dann bin ich halt Eurozentriker.

    Ich finde es gibt bessere und schlechtere Kulturen, wenn es um den Aspekt der Wahrung der Rechte des Individuums geht. Es ist nun mal ein gewisser Unterschied, wenn der eine Staat Homosexuellen die Heirat ermöglicht, während der andere eine Frau auspeitschen lässt, die in der Anwesenheit eines mit ihr nicht verwandten Mannes angetroffen wurde. Dass es auch in unseren Gesellschaften genug zu kritisieren und zu verbessern gibt stimmt, dass zwischen den beiden Zuständen aber ein Unterschied von mehr als drei Metern besteht ebenso.

    Und wie du darauf kommst, es gäbe keine Selbstkritik in und durch die Aufklärung ist mir schleierhaft - schon mal von Buch “Dialektik der Aufklärung” gehört?
    Genau das ist doch die Stärke der Ideen der Aufklärung, dass sie dazu animieren, ständig zu hinterfragen.
    Die gesamte 68er-Bewegung war ein Teil dieses Prozesses, was immer man von ihr im Einzelnen halten mag. Genau das findet und fand doch in den westlichen Gesellschaften ständig statt: Die extreme Nabelschau. Der ständige Zweifel, das in Frage stellen lieb gewonnener Gewissheiten, von Traditionen und Autoritäten.

    Und genau das findet doch in der islamischen Welt zu wenig statt. Wo sind die Intellektuellen aus und besonders im muslimischen Kulturraum, die ihre Gesellschaften mit der Schonungslosigkeit analysieren und kritisieren, wie dies westliche Intellektuelle seit der Aufklärung tun. Die wenigen, von denen ich gehört habe, laufen Gefahr einen Kopf kürzer gemacht zu werden. Siehe Rushdie, oder Hirsi Ali.

    zu 3.: Wieso darf man diesen Hinweis nicht machen? Natürlich ist das Thema damit nicht gegessen. Aber wenn man es noch nicht mal ansprechen darf, ohne Gefahr zu laufen als böser Islamophobiker, also quasi Rassist, bezeichnet zu werden, wird sich sicherlich nie was ändern.

    zu 4.: Was ist denn das für eine merkwürdige Verdrehung von Ursache und Wirkung?
    Die Verbindung wurde doch nicht von ständig moralisierenden, eurozentrischen Islamophobikern erfunden, sondern wird mit jedem Selbstmordanschlag von fanatischen Muslimen hergestellt.

    Natürlich muss man über den politischen und fundamentalistischen Islam reden, wenn man vom Islam sprich. Das schließt ja nicht aus auch über fundamentalistische Christen und andere Bekloppte zu reden.
    Der Spruch “Islam ist Friede” ist genauso blödsinning, wie der “Christentum ist Friede”.
    Aber damit sollte die Diskussion anfangen und nicht enden.

    Wo Evangelikale die Schöpfungsgeschichte in den Bio-Unterricht schmuggeln wollen ist höchste Wachsamkeit gefragt.
    Aber wie gesagt: Zur Zeit geht von den Bomben fundamentaler Moslems mehr Gefahr aus als von denen irgendwelcher Evangelikaler. Verzeih mir also, dass mich das etwas mehr umtreibt. Die Bomben sind leider keine hübsche Theorie, sondern traurige Realität.

  7. 74

    fpk:

    Broder hetzt auch nicht, er polemisiert. Ich finde der Ruf nach einem Redeverbot kommt hierzulande erschreckend schnell auf.

    Broder hetzt nicht gegen Muslime, sondern kritisiert den Islam, Muslime, die ihn fundamentalistisch auslegen und Westler, die jede Kritik am Islam mit dem blöden Schlagwort Islamophobie abkanzeln.
    In etwa so, als würde jede Kritik am Pabst und der katholischen Kirche als Katholophobie und inhärent rassistisch gebrandmarkt - immerhin ist der Pabst ja Bayer, somit eine Minderheit mit teils befremdlichen Gewohnheiten (wo sonst in Deutschland werden Blumen hingerichtet) und merkwürdigem Akzent.

    Religionsfreiheit ist in den meisten muslimischen Ländern ein Fremdwort. Frauen Bürger zweiter Klasse. Anschläge fundamentalistischer Muslime, bei denen hauptsächlich Muslime umkommen, führen weltweit die Terror-Hitlisten an. Das alles nur auf ökonomische und soziale Umstände zurück zu führen ist blauäugig.

    Natürlich ist dieser Terror ein Problem des Islam. Das dann immer wieder gebrachte Argument auch andere Religionen hätten problematisches Potential und dies in der Vergangenheit schon zur Genüge unter Beweis gestellt ist so wahr wie irrelevant.
    Es sind im Moment nun mal keine von Evangelikalen im Bible-Belt der USA ausgebildete Terroristen, die sich weltweit in die Luft jagen, sondern fundamentalistische Muslime.

    Wie viele Katholiken, die den Pabst in der Kirche lassen, haben auch die meisten Muslime kein Problem mit einer pragmatischen Herangehensweise an ihre Religion. Leider haben aber muslimische Autoritäten in den Ländern, aus denen die Zuwanderer kommen, oft weniger tolerante Einstellungen. Und das beeinflusst auch den Islam in Deutschland.

    In Europa haben Aufklärer vor uns das Christentum einiger Maßen gebändigt. Dieser Schritt steht in der islamischen Welt noch aus.

Ein bisschen Hass muss sein

  1. 73

    fpk:

    @Kopf

    Etwas einfache Weltsicht. Und viele Plattitüden.
    Krieg ist also keine Lösung? Was soll das heißen? War der Krieg gegen Nazi-Deutschland “keine Lösung?” War der Krieg gegen die Franco-Faschisten “keine Lösung?”

    Und zu deiner Information: Die Leute, “denen dieser Anschlag gegolten hat”, sind tot.
    Aber halt dich nicht zurück. Was sollten sie sich denn bezüglich Ursache und Symptomen und dem, was “die Medizin” dazu gesagt hätte, überlegen, könnten sie das noch.

  2. 72

    fpk:

    @Head
    Dass Krieg nicht “gut” ist eine etwas triviale Aussage. Und dass der Krieg gar nichts gebracht hat, da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Sähe doch etwas anders aus, wenn die Jungs da noch so ungestört wie früher Bomben bauen lernen könnten. Und ein paar Mädchen weniger würden wohl auch in die Schule gehen.
    Ne andere Frage ist es, ob der Einmarsch eine langfristige Entwicklung zum Besseren eingeleitet hat. Da bin ich mir auch nicht so sicher.
    Aber was wäre dann deine konkrete Reaktion auf den 11.9. gewesen, außer darauf hinzuweisen, dass Krieg keine Lösung ist?

  3. 71

    fpk:

    Na ja. Ohne F16 und Tornados hätte es das Bild erst gar nicht gegeben. Die Taliban hatten’s nicht so mit Bildern.
    Krieg als Lösung von Entwicklungsproblemen? Wohl eher nicht. Bestandsaufnahme aus Afganisthan sieht dann doch eher schlecht aus. Aber ohne den Krieg hätte sich’s Mr. Bin Laden dort weiterhin gut gehen lassen und uns noch ein paar Flugzeuge rüber geschickt.
    Das Problem war ja nicht die Unterentwicklung, sondern der unbändige Hass auf uns Westler seitens Osama, Taliban und Co.
    Manchmal gibt’s halt wirklich nur die Entscheidung zwischen Schlimm und Schlimmer. Ob das Abenteuer Afganisthan irgenwie gut ausgehen kann, darüber hab ich auch so meine Zweifel. Aber was wäre denn nach dem 11.9. die Alternative zum Einmarsch gewesen? Den Taliban-Botschafter einzubestellen und aufs schärfste zu protestieren?

Scheinheiligkeit, die:

  1. 70

    fpk:

    Hm. Hier gab’s doch vor kurzem auch ne Diskussion zu Religion und Totalitarismus. Der Spruch Meiners illustriert diese Nähe doch wunderbar.
    Es ist die Ausschließlichkeit, die klare Trennung zwischen uns und denen, Gläubigem und Heide, Gottesverehrung und Entartung. Hier in der katholischen Variante: Extra ecclesiam nulla salus.
    Und niemand kann mir erzählen, dass der Mann hier nicht die Lust am Tabubruch zelebriert hat. Der wusste schon ganz genau was er sagt und wie das ankommen würde. Und genau deshalb hat er’s gesagt.

Das Kreuz mit Mohammed

  1. 69

    fpk:

    @nilz
    schöne Analogie, nur leider kein Argument. nochmal: wieso kann man der Religion nicht die Schuld dran geben.
    Ist es deiner Meinung nach so, dass wenn jemand im Namen der Religion Gutes tut, Leben rettet, sich sogar opfert, man das der Religion zuschreiben kann, wenn er aber im Namen der Religion mordet und unterdrückt, er die Religion missraucht?

    @helge
    wir drehen uns im Kreis. Keinen Bock auf so Endloskommentare zu antworten. Und wenn du anfängst demokratische Parteien mit Religionen zu vergleichen, weis ich auch nicht mehr was ich sagen soll. Und aus meiner Argumentation sollte hervorgegangen sein, dass ich nicht aus einem “diffusen Bauchgefühl” heraus argumentiere.

    Nur eins noch. Klar ist die Situation heute anders als im 17. Jh. Wir ham es in Europa geschafft das Christentum zu zähmen. Die Zutaten sind aber noch da. Die Ausschließlichkeit der Religion und die Natur des Menschen, der zu oft den falschen Propheten hinterherläuft. Deshalb wird auch gern an den Holocaust erinnert, statt ihn zu den Akten zu legen. Wehret den Anfängen.

  2. 68

    fpk:

    Und wieso kannst du der Religion keine Schuld geben, Nilz?

  3. 67

    fpk:

    @ Helge
    Ich hab nirgends jeden Religiösen totalitär genannt. Ich hab gesagt, jede Religion habe totalitäres Potenzial. Kommunismus und ist für mich ne sekuläre Religion, Faschismus hat auch was davon. Man schau sich nur mal den Personenkult an. Wenn das nichts religiöses ist.

    Religionen haben totalitäres Potenzial, weil sie für sich in Anspruch nehmen die einzige Wahrheit zu besitzen, die nicht angezweifelt werden darf und auch nicht angezweifelt werden kann, ist ja Glaube und nicht Wissen. Sie teilen die Welt klar in Gläubige und Nichtgläubige und diese Zweiteilung gekoppelt mit dem Patent auf die Wahrheit kann böse ausgehen. Das ist das Potenzial von dem ich rede. Daher wachsam bleiben.

    Und es sind eben nicht immer nur kleine Splittergruppen, die die Religion “missbrauchen”. Religiöse Kriege wie der dreißigjährige wurden nicht von Splittergruppen geführt, die Kreuzzüge aucch nicht. Und die Taliban sind auch keine Splittergruppe.

    Zu den Kreationisten:
    Ich werd hellhörig wenn hessiche Ministerinnen laut über die Schöpfungslehre als Teil des Biounterrichts nachdenken. Das ist kein Spass mehr, und sowas find ich nicht lustig.

  4. 66

    fpk:

    @ corax

    Ich seh schon was du meinst. Beim zweiten lesen des Zitats kann ich ihm schon etwas mehr zustimmen. Es ist wohl wirklich etwas zu viel verlangt, den Glauben und das Denken zu trennen.
    Aber, meine Toleranz gegenüber der Intoleranz kann nur so weit gehen, wie diese Intoleranz auf die Privatsphäre beschränkt bleibt und niemand dadurch zu schaden kommt. Sobald diese in die Gesellschaft getragen wird, Religion Definitionshoheit oder Führungsanspruch anmeldet, hört der Spaß auf. Und dann wird Toleranz auch zusehends gefährlich. Und ist, sorry, dämlich.

  5. 65

    fpk:

    @corax
    von mir aus kann jeder glauben was er will. das ist privatsache und grundrecht. Wenn er aber anfängt zu predigen, zu missionieren, und mir seinen glauben unter die nase reibt, dann hab ich doch wohl das Recht ihn darauf hinzuweisen, was für einen Stuss er meiner Meinung nach redet. Wieso darf er für seinen Gott werben und ich keine Gegenrede halten?

    Ich habe nirgends gesagt, dass du dämlich bist.

    Mir geht’s darum, dass Religion nicht im stillen Kämmerlein paasiert, sondern dass es Leute gibt die sehr offensiv damit umgehen, dafür werben, oder ihre religiösen Vorstellungen sogar im Bio-Untericht repräsentiert haben wollen. Ersteres ist ok, aber ich nehm mir genau so das Recht raus diese Mission zu kritisieren und vielleicht sogar lächerlich zu machen.
    Bei Letzerem ist die Granze klar überschritten.
    Ich kenn auch Leute die gläubig sind. Keine Probleme mit denen. Man diskutiert gelegentlich und das wars. Mir gehts um die missionarischen, politischen Religiösen.

    @Helge

    “Ich akzeptiere Deine radikalatheistische Haltung, sehe aber nicht ein, dass Du jeden Gläubigen a priori als “dämlich” stigmatisierst. Das ist extrem intolerant, destruktiv und gefährlich, was Du da treibst”

    siehe meinen obigen Kommentar. Ich bin kein Christenfresser, reagiere aber auf missionierungsversuche allergisch.

    Um tolerant zu sein muss ich also akzeptieren und gut heißen?

    Zum Buddhismus solltest du vielleicht noch mal ein bisschen was lesen. Der Konflikt auf Sri Lanka ist von radikalen Buddhisten losgetreten worden. Und der tibetanische Buddhismus ist auch nicht die tolerante nette Religion, wie sie uns der Dalai Lama darstellt.

    “wenn aus bestimmten religiösen Orientierungen heraus radikale Splittergruppen entstehen, die die Welt mit allen Mitteln zu ihrer Sache bekehren wollen, ist das eine andere Sache. Mit Religion an sich hat so eine Haltung aber auch nichts zu tun”

    Jede Religion trägt totalitäres Potential in sich. Das hat sehr viel mit Religion zu tun. Die Inquisition war kein Ausrutscher einer Splittergruppe, sondern ne ganze Zeit Kirchenpolitik.
    Dass die Sharia im Iran Gesetz ist und dort Revolutionswächer (sprich: Religionswächter) über die Menschen wachen ist auch nicht so marginal. Da wurde ein Staat von einer Religion gekidnapt.

    BTW. Die fundamentalitischen Christen in den USA wollen die Erde nur 6000 J. alt sein lassen. Die ham sogar ein Musem gebaut, wo Dinos und Menschlein fröhlich nebeneinander leben. Wenn das mal nicht dämlich ist.

    Gefährlich sind Leute die Religion und Politik vermischen und davon gibt’t meiner Meinung nach einige zu viel.

  6. 64

    fpk:

    @Corax
    Es geht nicht darum, dass ich anderer Meinung bin. Es geht darum, dass Religion sich absolut setzten. Und wenn das aus dem Privaten raus geht, ins Politische, dann wirds gefährlich. Siehe Islamischer Terror, oder Kreationisten in den USA.
    Und dann fahr ich auch gern mal größere Geschütze auf.
    Toleranz kommt von tolerieren, nicht von akzeptieren oder gut Heißen.

    Und wie kann man den Glauben an die unbefelckte Empfängnis, dass die Sonne um die Erde kreist, die Erde nur 6000 Jahre alt, alles was in der Bibel steht wörtlich zu nehmen ist, oder etwa, dass der Pabst unfehlbar ist, anders bezeichnen, als dämlich?

  7. 63

    fpk:

    Der Spruch von Feuerbach ist ja ziemlich dämlich. Gegen Unfreiheit tolerant sein. Toll. Der Vordenker des Relativismus.
    Sorry, aber wieso sollte ich Dummheit nicht Dummheit nennen dürfen? Nur weil sie im Gewand der Religion daherkommt? Ein Persilschein für Relativismus und Dogmatik.

    @Frederic
    Du fragst, wieso sich Religionskritiker an religiösen Symbolen abarbeiten? Ist das nicht offensichtlich?
    Weil das halt die Dinge sind, mit denen einem die ganze Zeit vor der Nase rumgewedelt wird.
    Was ist denn fundamentalistisch daran die Bibel oder den Koran auseinander zunehmen? Wenn es Menschen gibt, die diese Bücher für die absolute Wahrheit halten, dann ist doch klar, dass Kritik auch da ansetzen muss.
    Was ist fundamentalistisch daran, Mohamed zu kritisieren und zu persiflieren? Wenn das die Lichtgestalt der Religion ist, der, der alles richtige gemacht hat, der von Gott auserwählte, dann is doch klar, dass Kritik an seiner Person ansetzten sollte (seine jüngste “Frau” war neun, und der Mann soll ein Vorbild sein?).

    Bin ich ein Fundamentalist, weil ich Kritik übe und Fragen stelle?

Linker Neoliberalismus - mal was anderes

  1. 62

    fpk:

    und noch ein toller Text: Das Gespenst des Neoliberalismus
    Ein paar klärende Worte zum Buzzwort Neoliberalismus.

  2. 61

    fpk:

    Gut Nacht aus Peking.

  3. 60

    fpk:

    @Frederic
    zu Chavez: war mir schon klar. Mit Die Linke meinte ich DIE LINKE (die Partei, die aus der Verschmetzung von SED und dem äußersten linken Rand des Westens hervorgegangen ist).

    Und vorsichtiger Umgang mit Medien ist immer angesagt. Man kann nie genug Positionen lesen.

    Nur dass Verstaatlichung und Preiskontrollen, wie sie derzeit in Venezuela eingeführt werden, schlimm enden, das ist ein Fakt. Unzählige Male in den verschiedensten Teilen der Welt durchexerziert. Daher ist das auch so tragisch, was da passiert. Man müsste es eigentlich besser wissen.

    zum Rest: was sagst du denn dann zu den Statistiken des HDR? Da gibt’s doch ein Aufholen. Nicht in Afrika, aber in Asien. Da wo mehr Freihandel stattfindet, die Staaten einigermaßen intakt sind und keine Kleptokratie herrscht. Da kommen Leute aus der Armut.

  4. 59

    fpk:

    Apropos. Alle von Euch, die im Kampf gegen den den NEOLIBERALISMUS ideologisch noch nicht ganz gefestigt sind, oder vielleicht noch Mitstreiter suchen, sollten mal hier vorbeischauen:http://neo.liberalismus.at/

  5. 58

    fpk:

    @Frederic
    Ich hatte die Aussage so verstanden, dass DU nicht weißt, was DU von Mr. Chavez zu halten hast. Dass Die Linke Chavez toll findet (sie hat ja sonst nur noch Amadinedingsbums als antiimperialistische Lichtgestalt auf der internationalen Bühne - Posterboy Castro bringts nicht mehr) is klar. War ne Verwirrung meinerseits.

    Venezuela sollte aber jeder, im Auge behalten, der sich für den Soz. des 21. Jh. interessiert.
    Mein Tip: Die Wirtschaft wird immer mehr den Bach runter gehen. Chavez wird durch die Öleinnahmen seine Klientel bedienen können, es wird aber unruhig werden, weil immer weitere Teile der Bevölkerung von der Misswirtschaft betroffen sind. Das Land wird immer autoritärer werden. Schuld sind natürlich die Klassenfeinde, die man durch Zensur, Geheimpolizei usw. bekämpfen muss. …

    Ich weiß nicht ganz, was du mit der Verschiebung zugunsten von Märkten meinst. Kannst du das erklären?
    Schön, dass du die historische Perspektive hast. Die Globalisierung ist schon ganz schön alt. Stimmt. Aber: Ab den 10er Jahren begann es wieder eine Tendenz hin zum Protektionismus (vom Markt zum Staat, meinst du das?). Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf hab wurde erst in den 60er oder 70er Jahren das Volumen an internationalem Handel erreicht, das es um die Jahrhundertwende gab (nagel mich nicht auf die genauen Daten fest, hab grad keine Referenzen bei der Hand).
    Und seit den 70er Jahren gibt es den Prozess, dass die Peripherie langsam aufholt. Zumindest ein Teil davon, nämlich, wie in den Statitiken von HDR deutlich wird, die asiatischen Staaten. Und das sind eben gerade die Teile der Welt, die sich dem internationalen Handel geöffnet haben und begannen mit den westlichen Industriestaaten, zu konkurrieren - zuerst mit Plastikspielzeug, jetzt mit Computerchips und Flachbildschirmen (schlimm dieser Wettbewerb, so unmenschlich). Das hat dort Wohlstand geschaffen. Nicht die zahlreichen sozialistischen Experimente zuvor.

    Du hast Recht. Die Schere zwischen Arm und Reich geht international immer mehr auseinander. Die Industriestaaten bleiben nicht stehen, sondern entwickeln sich weiter (wär ja auch scheiße wenn nicht) und einigen Teile der Welt entwickeln sich gar nicht.
    Aber die Armut in der Welt geht auch zurück, weil andere Staaten angefangen haben aufzuholen. Und das sind die Staaten, in denen nach marktwirtschaftlichen Prinzipien gearbeitet wird und die sich der internationalen Arbeitsteilung geöffnet haben.

  6. 57

  7. 56

    fpk:

    Und wie grandios Chavez grad am Scheitern ist. Kann man HIER nachlesen. Und jetzt sag bitte keiner daran seinen die USA schuld. Es ist das alte Elend. Wenn der Staat anfängt Preise festzulegen, schmiert die Wirtschaft ab und der Schwarzmarkt boomt. Willkommen im SOZIALISMUS DES 21. JH.

  8. 55

    fpk:

    Pardon? Man weiß noch nicht so genau was man von ihm halten soll, dem Chavez? Der man ist grad dabei eine sozialistische Autokratie zu installieren.

  9. 54

    fpk:

    Weil’s hier ja um den KAPITALISMUS, GLOBALISIERUNG, GERECHIGKEIT und ähnliches geht, ein paar Daten und Fakten. Der Human Development Report (HDR) versucht weltweite Trends zu Armut, Gesundheit und ähnlichem statistisch zu erfassen. Das Gesamtbild sieht - im Gegensatz zu dem was man immer wieder hört - gar nicht so schlecht aus. Es gibt zumindest Anlass zur Zuversicht. Schuld daran ist nicht der Sozialismus, oder irgend eine andere Utopie, sondern der viel gescholtene Kapitalismus und die weltweite Öffnung der Märkte, genannt Globalisierung. Gucks du HIER

Der linke Neoliberalismus - Versuch einer Konkretisierung

  1. 53

    fpk:

    @michael
    wieso?

  2. 52

    fpk:

    @DieterK
    dass die Marktwirtschaft schlecht ausgebildet ist im Deuschländle, da bin ich ganz eins mit dir. Die Monopolisierung und Kartellisierung liegt aber nicht am bösen Kapitalismus, sondern am Interventionismus unseres Staates. Weil es eben immer die Stärkeren sind, die es eher schaffen an die Politiker und damit Staatskohle ranzukommen und Protektionismus zu ihren Gunsten durch zusetzten. Daher ist die Antwort nicht mehr Staat sondern weniger. Das schafft Chancengleichheit, weil Vitamin B und Interessengruppen dann unwichtiger werden.

    “- in der nicht alle Waren mit Gütern gleichgesetzt werden.,”
    kannst du das mal erläutern. Mir scheint hier, aber da kann ich mich irren, der alte Trugschluss der Sozialisten vorzuliegen, man könne einen objektiven Preis für etwas ermitteln, unabhängig von einem Markt.

  3. 51

    fpk:

    Irgendwie hab ich das Gefühl, dass du noch nicht wirklich viel von den Liberalen Denkern gelesen hast, Malte. Sonst würde dir die Aussage über “hire and fire” und über Westerwelle nicht so leicht über die Lippen kommen.
    Wirtschaftlicher Liberalität und politische lassen sich nicht einfach trennen. Das Eine braucht das Andere.

Reporters sans frontières

  1. 50

    fpk:

    Und wenn ihr mal was richtig beängstigendes lesen wollt, hier ist der Artikel zum gruseln: http://www.thenewstribune.com/news/nationworld/story/131145.html

    Motto: wie westliche Firmen halfen einen Überwachungsstaat zu basteln.

  2. 49

    fpk:

    Tach Johnny,
    wenn du von den ROG etwas enttäuscht warst, dann versuch’s doch mal bei Rebecca MacKinnon. Die ist über China und das Internet bestens informiert und ist was Blogs angeht auch absolut im 21. Jh. angekommen. Sie hat selbst ein Blog und schreibt regelmäßig auch über den Yahoo Fall. Hier ist ihr Post über die neuste Entwicklung: http://rconversation.blogs.com/rconversation/2007/07/shi-taos-case-y.html

    Könnte mir auch vorstellen, dass sie keine Probleme mit einem Skype Interview hätte. Einfach mal nachfragen.

    Cheers
    fpk

Man lernt nie aus

  1. 48

    fpk:

    Hm weiß nicht ob man das so stehen lassen kann, Frederic. Bei den Saudis hab ich auch meine Bauchschmerzen (nur die hätte man auch wenn dann mal iranische Raketen die saudischen Ölhäfen plattgemacht hätten. Dann gibt’s die ganze Woche autofreie Sonntage).
    Aber der Iran rüstet die ganze Zeit munter weiter und teilt auch gern mit den Kumpels von der Hizballah und Hamas, wie wir letzten Sommer feststellen durften.
    Außerdem wollte der Präsident des Irans Israel nicht von der Landkarte streichen?
    Glaub nicht das es die Region stabilisieren würde den Israelis keine Waffen zu liefern.

  2. 47

    fpk:

    Aber worum geht’s dir eigentlich, Frederic? Hast du irgend eine These, einen Kommentar dazu?
    Was hast du denn jetzt genau gelernt?

Die lieben Nachbarn

  1. 46

    fpk:

    Jaja. Das werden interessante Jahre, die da auf uns zukommen. Mit Chinas Aufstieg wird auch dessen internationales Gewicht zunehmen und die westliche Entwicklungshifepolitik vor Herausforderungen aber auch einige Offenbarungseide gestellen werden.

    Chinas Engagement, etwa in Afrika, ist nämlich nicht nur negativ zu bewerten. Klar Mugabe und Sudan sind die absoluten Negativbeispiele, aber in anderen Ländern, wie z.B. Angola, helfen die Chinesen entscheidend beim Aufbau moderner Infrastrukturen. Das ist natürlich kein Altrusimus, sondern auch mit eignenen Interessen verbunden (Zugang zu Rohstoffen meist). Leider waren westliche Regierungen und Firmen an so was oft überhaupt nicht interessiert.

    Das enorme angolanische Wirtschaftswachstum der letzten Jahre, ich glaube es waren bis zu 9%, hängt auch damit zusammen. Ohne Straßen und Elektrizität bringen einem die grössten Rohstoffvorkommen nix.

    Auf Phönix gab’s während des G8 ne interessante Reportage dazu. Weiß aber den Namen nicht mehr.

  2. 45

    fpk:

    Das Standartgegenargument von chinesischer Seite wäre, kehrt doch bitte zu erst mal vor der eignen Haustüre. Mit welchen miesen Diktatoren und Menschenrechtsverletzern machen denn westliche Staaten seit Jahr und Tag Geschäfte.

    China agiert, wie alle anderen Staaten auch, realpolitisch. Myanmar ist zuallererst ein wichtiger Flottenstützpunkt für China, das damit direkten Zugang zum indischen Ozean und, ganz wichtig, der Strasse von Malaka hat, über die alle so dringend benötigten Öltransporte kommen.

    Was ich chinesischen Gesprächspartern dann immer sage, ist, dass im Westen durch die Möglichkeit des Protests und der freien Presse, Mißstände und Fehlentwicklungen zumindest publik gemacht werden können und, wenn ausreichender öffentlicher Druck da ist, sich vielleicht auch etwas ändert.
    Das wird es in China so schnell nicht geben.

Die Olympischen Spiele 2008 in Peking

  1. 44

    fpk:

    War klar, dass der Vergleiich mit 1936 kommen musste, so deplaziert er auch sein mag.
    Die Olympiade wird spannend werden. Spannend zu sehen, wie die chinesischen Regierenden den Spagat hinbekommt, sich auf der einen Seite als modernes, offenes Land zu präsentieren und auf der anderen Seite die Kontrolle auszuüben ohne die sie anscheinend nicht ruhig schlafen können. Auch spannend wird es sein zu sehen, wie die Sportpresse mit der Situation umgeht.

    Für viele normale Chinesen ist das einfach ein großes Ding. Die ganze Welt schaut auf ihr Land, das nach langer Zeit wieder den ihm in ihren Augen angestammten Platz einnimmt.
    Nach den hundert Jahren des halbkolonialen Dahinsiechens bis 1949 und der darauffolgenden maokommunistischen Selbstzerfleischung ist ihr Land wieder auf dem Weg an die Weltspitze, wo es Jahrhunderte war, bevor die Moderne es auff dem falschen Fuß erwischte.
    Ein anderer Vergleich, der mir einfällt, ist der mit der WM 1954. Das Wir sind wieder wer auf Chinesisch.

Mar(azz)ia

  1. 43

    fpk:

    @wonko et al.
    Dass die Polizei nie da ist, wenn Nazis aktiv werden, stimmt so nicht. Gerade in Berlin gibt es einen Poizeidirektor, der den Faschos gern und oft auf die Füsse (und auch mal woandershin) tritt: http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_1901038.html

    Ich find die Art und Weise wie die Razzia abgehalten wurde auch total daneben. War auch selbst schon betroffen. Das lief damals nach dem gleichen Schema ab. Auf dem Boden sitzten, Hände hoch und warten bis man durchsucht wird. Hatte auch die Freude an einen jungschen Typen, mit schlechten Manieren und sehr viel Vorurteilen zu geraten. Dem schien das einen Heidenspaß zu machen.

    Aber jetzt wieder mit dem Bulllenbashing zu beginnen, nach dem Motto, wir sind schon ein Polizeistaat, die Bullen stecken doch sowieso mit den Faschos unter einer Decke und alle Berliner Clubs werden in naher Zukunft zu Gunatanamos umfunktieniert ist auch vollkommen daneben.

    Was da abläuft nennt man in der Psychologie Bestätigungstendenz. Es werden nur Beweise für die einmal gefasste Meinung wahrgenommen. Alles andere, wie etwa das Engagement der Berliner Polizei gegen Faschos, fällt unter debn Tisch. Auch total Banane, das.

O Broder Where Art Thou?

  1. 42

    fpk:

    @Frederic,
    das Wort Wahrheit hast du in die Diskussion gebracht. Übertreibung macht anschaulich. Das ist das Wesen der Polemik. Dass dabei Nuancen verlohren gehen liegt in der Natur der Sache. Niemand sagt, dass das gut recherierte Artikel ersetzt.

    Ich gehöre auch nicht zu denen, die den Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorstehen sehen. Und ich sehe auch, dass gerade im Karikaturenstreit viele Medien nicht eingeknickt sind. Es gibt aber leider viele Leute, die die Gefahr des radikalen Islam unterschätzen und aus falsch verstandener Tolleranz, oder weil sie die politischen Ansichten der Warner nicht teilen, abwiegeln.

    Broder übertreibts ab und an, aber er hat Recht, dass z.B. so etwas wie dieser Artikel in der taz einfach vollkommen daneben ist:

    Es ist müßig, im gegenwärtigen Kulturkampfklima die Frage zu stellen, ob es denn tatsächlich nötig war, Rushdie den Adelstitel anzubieten (und ob es klug von ihm war, ihn anzunehmen)

    Auf den Mann wurde ein Kopfgeld ausgesetzt, weil er ein Buch geschrieben hat! Solidarität mit ihm sollte selbstverständlich sein, auch wenn man seine politischen Ansichten nicht teilt. Natürlich ist das ein Kulturkampf, wenn Künstler mit dem Tod bedroht werden. Und es ist wichtig klar Stellung zu beziehen. Das hat die britische Krone getan. Bravo!

  2. 41

    fpk:

    Ich find Broder toll. Klar, er schießt mal übers Ziel hinaus, aber er schreibt ja auch keine Reportagen, sondern Polemiken. Da ist Vereinfachung, Überspitzung ein legitimes Stilmittel.

    Seine Kritik an der Verharmlosung und Unterschätzung der Gefahr durch Islmisten in manchen Kreisen ist absolut berechtigt.
    Die Reaktion auf die dänischen Karikaturen ist beispielhaft.
    Da fordern Leute Respekt vor den religiösen Gefühlen von Muslimen, die beim Pabstbashing immer in der ersten Rehie standen. Falsch verstandene Rücksichtnahme, meiner Meinung nach. Beide, der Pabst und Mohamed, gehören ins Fadenkreutz der Satire.

    Und lieber Frederic, Verhandlungen im Nahen Osten wären natürlich toll. Nur mögen weder Hisballah noch Hamas verhandeln. Die wollen Israel vernichten. Da gibts leider nur die Alrentaive zwischen schlecht und nocht schlechter.
    Wie Broder, so wahr, schrieb: Wenn die Palästinenser die Waffen niederlegen gibt es Frieden, wenn die Israelis dies tun gibt es kein Israel mehr.

Kauf’ dir Greenpeace?

  1. 40

    fpk:

    Kritisieren könnte man aktuell auch die Behandlung des Themas grüne Gentechnik durch Greenpeace. Da wird nicht aufgeklärt, sondern Panik gemacht.

  2. 39

    fpk:

    Na ja, seit der Brent Spar-Kampange sollte klar sein, dass man Greenpeace nicht alles glauben muß. Die arbeiten auch mal gern nach dem Motto, der Zweck heiligt die Mittel.
    Was ist das bisschen Altpapier, wenn man mit der Kohle wieder ein paar Waale retten kann, oder vielleicht sogar ne Bootsfahrt nach Heiligendamm finanzieren.

China und das Internet

  1. 38

    fpk:

    @johnny
    war mir ein Vergnügen.

  2. 37

    fpk:

    @johnny
    wenn du einen Einblick bekommen willst, über was im chineschen Netz und in der chinesichen Presse so diskutiert und geschrieben wird, empfehl ich dir ESWN und Danwei. Das erstere ist das Blog eines Hongkongers, der Vieles aus der chinesischen Blogsphäre und der Medienwelt ins Englische übersetzt. Zweiteres ist das Blog eines Südafrikaners, der schon lange in Peking lebt. Auch da findest du öfters Übersetzungen von Kommentaren aus chineschen Zeitungen und vieles über Meinungsfreiheit und Medien in China.

  3. 36

    fpk:

    Liebe Iris,
    ohne die westlichen Firmen gäbs kein Internet in China. Somit auch nicht die Freiheiten, die es bietet. Ich weiß nicht mit wie vielen Chinesen du dich schon darüber unterhalten hast, aber die die ich kenne finden es toll Internet zu haben.
    Ganz klar, dass das Engagemant in China ethische Fragen aufwirft. Oben hab ich auch schon mal klar gemacht, dass ich Yahoos Verhalten für inakzeptabel halte.

    Es gibt aber eben keine einfache Lösung, wie die, die du vorschlägst, nämlich gar keine Geschäfte mit dem Land zu machen.
    Was dabei herauskäme kannst du in Nordkorea besichtigen, wie oben auch schon erwähnt.

    Daher ist Fundamentalkritik zwar schön einfach, man fühlt sich dann voll toll meschenrechtlich und sie kostet auch nix, realistisch ist sie nicht und besonders macht sie China keinen Deit besser oder freier. Das wurde durch die wirtschaftliche Öffnung und das Engagemant westlicher Firmen dort bewirkt.

    Dass dabei auch scheiß gebaut wurde und man den Firmen auf die Finger schauen muß stimmt und ist wichtig. China zu ner no go area zu erklähren so lang dort nur eine Partei regiert halte ich für falsch.

    Gute Nacht

  4. 35

    fpk:

    @Iris
    was eine Arroganz. Die 100 Mio. dertzeitigen Internetnutzer in China würden sich sicher bei dir bedanken, dass du dafür plädierst ihnen das Internet vorzuenthalten, bis vielleicht irgendwann keine Kommunistische Partei mehr in China herrscht.

    Hier wird im luftleeren Raum diskutiert, ohne jede Bodenhaftung. Wer sich nur ein bisschen mit China beschäftigt hat, der weiß, dass das Internet Freiheiten geschaffen hat, die sich vor 20 Jahren niemand vorzustellen wagte.

  5. 34

    fpk:

    Bei aller berechtigten Kritik an der Politik manch einer Firma (Yahoo hat eindeutig die Grenze überschritten und ihre Begründung stinkt, da der Journalist seinen Account in Hong Kong hatte, wo nicht volksrepublikanisches Recht gilt) sollte man immer bedenken, dass es ohne Cisco, Microsoft und co. gar kein Internet in China gäbe und damit auch nicht die phänomenalen Möglichkeiten, die es für die Meinungsfreiheit in China eröffnet hat.

    Es gibt trotz Zensur heute unvergleichlich mehr Möglichkeiten sich zu informieren als früher und mit anonymous oder anderen Proxies kann man sich auch jede geblockte Seite anschaun. Journalisten bietet das Netz die Möglickhkeit Text, die keine Zeitung drucken will, auf ihren Blogs zu veröffentlichen. Es gibt mittlerweile investigative Journalisten, die nur im Netz veröffentlichen und die Zensur so unterlaufen.

    Haben sich die Radikalkitiker der westlichen Internetfirmen mal drüber Gedanken gemacht was die Chinesen davon hielten, wenn sich die Firmen ganz aus dem Geschäft dort zurückzögen?

    Kritik ja, aber bitte mit Augenmaß, und vielleicht auch ab und an schaun was chinesiche Blogger wie Isaac Mao dazu zu sagen haben:
    http://www.isaacmao.com/meta/2007/02/open-letter-to-google-founders-to-save.html

Mehr Fotos aus Heiligendamm

  1. 33

    fpk:

    @Acid
    Der Einsatz der Spürpanzer der Bundeswehr ist, so weit ich weiß, nicht gesetzwidrig, wie in dem Video behauptet. Das ist Amtshilfe, wie sie auch bei Katastropheneinsätzen üblich ist.
    Und geheim ist der Einsatz auch nicht. Im Focus wurde schon vorher darüber berichtet.

    Fehlinformationen durch Das Gipfel-TV.

Spree8 - Nachrichten vom Zaun

  1. 32

    fpk:

    Neben der Polemik hab ich auch Argumente gebracht. Du brauchts mir nix zu gönnen, sondern könntest ja vielleicht mal auf mein Argument eingehen. Nämlich dass Autonome einfach gern Steine werfen und dazu keine Polizisten brauchen.

  2. 31

    fpk:

    Für mich ist das ne Verschwörungstheorie. Mit allen klassischen Elementen. Die einfachste Erklärung ist meist auch die richtige.

    Du handelst nach dem Motto: Die Frage ist nicht ob du paranoid bist, die Frage lautet, bist du paranoid genug.
    Remember: 23 is just a number!

  3. 30

    fpk:

    OK acid. Ich halt von Schäubles Überwachungswut auch nichts.
    Aber deine Vereinfachung ist ganau das was Verschwörungstheorien oder der Glaube an UFOs und so nen Kram ausmacht:
    Alles was die eigene These stützt, ob eingebildet oder real, ob es nun zusammengehört oder vielleicht gar nix miteinander zu tun hat, wird in einen Topf geworfen, umgerührt und fertig ist die schönste Paranoia.

    Dass es eine viel einfachere Erklärung gibt, nämlich, die, dass Autonome es toll finden mit Steinen auf Polizisten zu schmeißen und dafür noch nicht mal nen Grund brauchen, weil das ja “Schergen” (deine Worte) sind, also eigentlich gar keine echten Menschen, wird ob der mannigfaltigen “Beweise” für die eigene These gar nicht mehr in Betracht gezogen, oder als naiv abgetan.

  4. 29

    fpk:

    Genau, Acid!
    Ich fühl mich auch jeden Morgen komplett und total kriminalisiert, und auch schickaniert sobald ich aus der Haustür gehe.
    Und ausgehorcht, natürlich. Immer kommen so Typen zu mir und wollen was von mir wissen oder rufen mich an und ich glaub mein Nachbar gehört auch zu denen.
    Schlimm, und eigentlich schwer vorstellbar!
    Aber es ist so und ich kann nix dagegen tun. Und Gestern ist mir auch noch Elvis begegnet obwohl ich den gar nicht mag. Ist doch nur so ein Scherge des Sytems. Ich hätt mir das vorher nicht vorstellen können, aber jetzt glaub ich auch an den Mann im Mond. Der Elvis hat mich überzeugt.

  5. 28

    fpk:

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es Leute gibt, die denken, es bräuchte ein paar agent provocateur, um auf so ner Demo die Bambule zu starten. Wer sich jemals mit nem Autonomen unterhalten oder sich mal deren Manifetste durchgelesen hat, der weiß, dass es gar keine verkleideten Polizisten braucht, damit diese Leute anfangen Steine zu werfen.

    Die Leute warten doch nur auf etwas was sie dann später entschuldigend als Provokation angeben können. Nach dem Motto: Eh was gucks du!

    Gewalt ist für die legitime Mittel der politischen Auseinandersetzung und mithin die einzige Sprache, die der “Bullenstaat” und seine “Schergen” verstehen. Also hört doch bitte mit diesem Blödsinn über als Autonome verkleidete Politzisten auf.

Seehofer droht

  1. 27

    fpk:

    ja! funny van dannen hatte schon Recht als er sang:

    No, no, no, ich will kein Bonobo…
    Ich will kein Bonobo sein, nein, nein, nein.

    Es gibt Leute, die schwärmen für Bonobos,
    die wollten wir wären wie sie.
    Also entweder sind die nymphoman
    oder die haben keine Phantasie.

    Falls Sie nicht wissen, was Bonobos sind:
    Das sind diese friedlichen Affen.
    Denen gelingt es ihre Probleme
    mit Sex aus der Welt zu schaffen.

    Also mir wäre das zu langweilig
    immer nur rumzuficken.
    Ich find’s interessanter, wenn Schalke und Dortmund
    gegeneinander kicken.

    Und ich fände es auch geschmacklos,
    jetzt mal rein ästhetisch geseh’n:
    Angela Merkel und Franz Müntefering
    oder fänden Sie das schön?

Schweinefleisch, Knoblauch und andere Reizauslöser

  1. 26

    fpk:

    Ganz genau heidrun. Es geht nicht darum keine Vorurteile zu haben, sondern darum offen dafür zu sein, sich seine Vorurteile widerlegen zu lassen.

    Ich stehe dem Vorschlag einer Hatcrime-Regelung positiv gagenüber, denke aber, dass dieser Vorschlag nicht das eigentliche Problem erfasst.

    Ein großes Problem bei Gewalttaten ist die Überlastung der Gerichte. Ein Freund von mir wurde übelst zusammengeschlagen. Der Prozess fand erst ein Jahr später statt.
    Gerade bei Jugendlichen ist es wichtig, dass die Sanktion dirakt nach der Tat erfolgt. Wenn die Monate ohne Strafe bleiben, stellt sich der Eindruck ein es gäbe gar keine Strafe.

Politically Incorrect - Die etwas andere Sicht der Dinge

  1. 25

    fpk:

    Vielleicht ist ja die Radikalisierung die Reaktion auf die Reformation des Islam, ein zunehmende Eindringen der Moderne in formals streng nach Glaubensregeln geordnete Gemeinschaften und Hierarchien. So ne Art Gegenreformation auf islamisch.

  2. 24

    fpk:

    Goldene Regel?

  3. 23

    fpk:

    @FreeSpeech
    das ist doch Blödsinn. Es gibt auch moderate Ausformungen des Islam. Er ist genau so reformierbar, wie das Christentum.

  4. 22

    fpk:

    @Simon Columbus
    dass die Islamische Republik Iran als Reaktion auf die Herrschaft des Schahs entstand, der von den USA unterstützt wurde ist schön und gut. Das macht die Leute, die dort gerade die Mcht haben nicht weniger gefährlich.

    Und überall in der Islamischen Welt werden “Ungläubige” dikriminiert oder verfolgt. In Ägypten sind die Kopten zunehmend Verfolgung ausgesetzt. Im Iran wurden und werden die Bahai verfolgt. Überall wird der der Übertritt in eine ander Religion sanktionier usw.

    Die Sache mit der Religion der Liebe ist nicht ganz richtig.

  5. 21

    fpk:

    Wir wärs denn mal damit, dieses Aufwiegen sein zu lassen. Alle Religionen haben Potenzial zum Totalitarismus.

    Gegenwärtig ist der Islam ganz vorne. Die Evangelikalen in Amerika sind auch nicht zu verachten, die fliegen aber keine Flugzeuge in Hochhäuser und rufen zum Mord an Ungläubigen auf.

    Es ist Blödsinn alle Jugendlichen Gewalttäter, wenn sie aus nem muslimischen Elternhaus kommen, als Islamisten hinzustellen. Denen bedeutet 50 Cent wahrscheinlich mehr als Mohamed.

    Aber es ist auch dumm die Gefahr und das totalitäre Potenzial des politischen Islam zu verharmlosen.
    Es muß ganz klar sein, dass hier das Grundgesetzt gilt. Wenn ich Ärger kriege weil ich ne Mohamedkarikatur veröffentliche, dann ist das ein Problem und zwar ein ernstzunehmendes.

    Die selben Leute die von Respekt und Sensilibität gegenüber islamischen Befindlichkeiten reden haben meist keine Probleme mit der ein oder anderen derben Bemerkung über den Pabst. Es stimmt schon es wird teils zu viel falsche Rücksicht genommen. Wenn der Islam Teil der deutschen Gesellschaft ist oder sein will, dann muß er auch das gleiche aushalten, was die anderen Religionen schon hinter sich haben und imkmer wieder erfahren müssen - iher Hinterfragung und auch mal radikale Kritik.

  6. 20

    fpk:

    Stimmt, wollte nur mal klarstellen, wovon geredet wird

  7. 19

    fpk:

    @Simon Columbus
    das ist die gute alte youth-buldge These, die auch nicht unumstritten ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Youth_Bulge

  8. 18

  9. 17

    fpk:

    @shuang dao
    du kannst aber nicht GB mit Deutschland vergleichen. Da gibt es enorme Unterschiede in der Herkunft und Konfessionszugehörigkeit der muslimischen Immigranten. Außerdem gibt’s da noch viele Nicklichkeiten aus der Kolonialzeit. Wenns um Deutschland geht bitte auch mit Deutschen Zahlen arbeiten.

    Und Panikmache mit Prognosen über gesellschaftliche Entwicklungen für einen so langen Zeitraum sind sowieso Blödsinn. Man stelle sich nur mal die Prognose eines Sozialogen im Jahr 1900 über die gesllschaftlichen Zustände im Deutschland des Jahres 2000 vor. Wie weit würde er wohl danebenliegen?

  10. 16

    fpk:

    Man kann den Eindruck bekommen PI sei eigentlich ein von der Muslimbruderschaft initiiertes Projekt, um jedwede Islamkritik als rassistische Hetzte zu diskreditieren.

    Leider wird auch berechtigte und