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Spreeblick

I live by the river!
24.07.08
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von | 2

 

Mein rechter rechter Platz ist frei

  1. 11

    bioadapter:

    @Lothar

    Klischees und Scherze mal beiseite.

    Ich gehe davon aus, dass an dieser Stelle auf die bereits erwähnte Geschichte mit der Verteilungs- bzw. Leistungsgerechtigkeit anspielst. Ich glaube, dass die Gefahr der von dir so genannten “Friedrichshain-Kreuzberg-Mentalität” für den Durchschnittsdeutschen gering ist, da er ohnehin entweder links- oder rechtsrum mit einem paternalistischem Staat rechnet. Das treibt man ihm auch nicht ohne Weiteres aus.

    Bevor aber Leistungsgerechtigkeit greifen kann muß ein Mindestmaß an Bildungskapital gegeben sein, und dafür ist nicht zuletzt auch der Staat verantwortlich - er will es allerdings nicht sein, wie in den letzen Jahren immer deutlicher wurde. Lieber züchtet man Jahrgänge von Hartz-IV-Empfängern heran, die man in sinnlose Beschäftigungsmaßnahmen steckt, um öffentlichkeitswirksam die Arbeitslosenstatistik aufzuhübschen.

    Wenn dann irgendwelche Wirtschaftsbonzen kommen, die als Vertreter der fünften Geldadel-Generation mit einem silbernen Löffel im Munde zur Welt gekommen sind und dann “Leistungsgerechtigkeit” predigen - ist es dann nicht ein wenig albern?

    —

    Um auf Kapitalismus und Demokratie zurückzukommen - ich formuliere das mal so. Kapitalismus ohne Demokratie ist in meinen Augen wesentlich wahrscheinlicher als Demokratie ohne Kapitalismus.

    27.05.2008 um 17:21
  2. 10

    bioadapter:

    @Lothar, findest du nicht, dass du ein wenig voreilig bist mit Raummetaphern? Ich verstehe natürlich, wenn man in der unmittelbaren Umgebung deiner wohlverdienten gated-community-Warte meint, alles Divergierende käme als Friedrichshain-Kreuzberg. Dann wäre Friedrichshain-Kreuzberg aber auf eine beängstigende Größe herangewachsen, die nicht nur einem überzeugten Audifahrer Angst macht. Ups, ist das eine Häufung von ad hominems? ich wasche meine Hände in Unschuld. Eine kleine Stilübung à la Lothar Eckstein.

    Letzer Zwischenruf: dieser Friedrichshain-Kreuzberg-Moloch bedroht die Grundpfeiler unserer demokratischen 68er-Bashing-Kultur! Wehret den Anfängen!

    Außerdem - ist es nicht ein wenig heuchlerisch von dir, den augenscheinlichen Abfall der Diskursqualität mit aller Kraft zu befördern: mit mutwilligen Mißinterpretationen, weltmännischer Kreuzberg- und Brasilien-Metaphorik, Unterstellungen von extremistischen Positionen - um ihn Minuten später auch noch zu beklagen? Wenn ich sage, das käme mir bekannt vor ist es bestimmt wieder ein ad hominem.

    27.05.2008 um 15:36
  3. 09

    bioadapter:

    @Lothar

    Ich merk’s, die Argumentation wird dünner, aber es ist ja nur das Internet, es muß niemandem leid tun. Und überhaupt - wie kämpft es sich so gegen Windmühlen? Überall lauern pöse pöse Postmodernler und Neo-Adornianer, nicht wahr? Die versauen einem die Neue Mitte. Viel lieber fühlt man sich als Teil einer selbsternannten pragmatischen Avantgarde, man hat es begriffen, die anderen sind halt doof und kommen aus einem vergangenen Jahrhundert.

    Für Demokratie muß man eintreten. Wer blind darauf vertraut, dass Kapitalismus eine “Demokratie” produziert… Nun ja. Wer Augen hat, der ist ja nicht blind.

    27.05.2008 um 14:43
  4. 08

    bioadapter:

    @Lothar

    “Jede kapitalistische Gesellschaft ist bisher früher oder später demokratisch geworden”

    Oder sie hat sich in eine faschistische Diktatur verwandelt, oder sie transformiert sich allmählich in einen Polizeistaat, oder, oder, oder. Wenn man der stolzen Selbstbezeichnung “Demokratie” glaubt, dann hast du wohl recht. Eher ist “Demokratie” aber ein Deckmantel für gewisse ganz und gar undemokratische nicht-westliche Regime. Und auch im Westen findet zunehmend eine radikale Umwertung des Begriffs statt - ganz ohne public outrage.

    Was ist denn das “Grundsätzliche”? Man benützt einen schönen Begriff, um alle Vorwürfe von sich zu weisen? Südafrika hielt sich für eine Demokratie, was bis zu einem gewissen Zeitpunkt im Westen als unproblematisch angesehen wurde; die USA fühlten sich in ihrem Sendungsbewusstsein nicht beeinträchtigt zu einer Zeit, als kaum ein Schwarzer in den Südstaaten bei der Wahl seine Stimme abgeben konnte. Anschließend machte man - sich “demokratisch” brüstend - Geschäfte mit Pinochet, den man in Chile installierte, weil das Votum der Chilenen für unpässlich erachtet wurde.

    Aber was rede ich da, das sind doch nur geringfügige “Defizite”, die sind ja kaum der Beachtung wert. Der mühlselige Prozess des Widerstreits wird schon einen glücklichen Ausgang haben. Bestimmt. Kapitalismus führt zwangsläufig zur Demokratie, wenn wir alle feste daran glauben.

    27.05.2008 um 13:35
  5. 07

    bioadapter:

    @Lothar Eckstein

    “Erstmals ist China dabei zu zeigen, dass es womöglich Kapitalismus ohne Demokratie geben kann.”

    Och Lothar, und was ist mit einer beliebigen westlichen Demokratie vor der Einführung des Frauenwahlrechts? USA ohne faktisches Wahlrecht für Afroamerikaner? Was ist mit Südafrika vor 1994? Kapitalismus ohne Demokratie scheint außerordentlich gut zu funktionieren

    27.05.2008 um 12:16
  6. 06

    bioadapter:

    Ich halte diese Einteilung in links und rechts für bedenklich. Gerade die Debatten im Internet zeigen ganz schnell - die eigentliche Grenze verläuft nicht zwischen rechts und links. sondern zwischen zivilisierten menschen, die bereit sind zu argumentieren und entgültig durchgeknallten verschwörungstheoretikern, die keine bereitschaft zeigen, sich dem gegenstandpunkt auch nur gedankenexperimentell anzunähern. sie rekrutieren dann bloß für ihre sache, und wer sich nicht rekrutieren lässt ist teil der verschwörung.

    vertreter der beiden sorten gibt es an den enden des konventionellen spektrums und auch dazwischen. es gibt “nazis”, mit denen kann man ganz nett plaudern, ebenso mit einigen “kommunisten”. die politische oder generell intellektuelle selbstverortung sagt erstmal gar nichts darüber aus, ob man ein vollidiot ist oder nicht. dass im netz die vollidioten am lautesten schreien, nun ja, das gehört halt einfach dazu (und senkt die diskursqualität)

    ein gutes beispiel ist z.b. die debatte um dr. randy olson, einen biologen und dokumentarfilmer, der in der anti-kreationismusbewegung ein wenig unter die räder gekommen ist, als er es wagte, die shortcomings der wissenschaftscommunity in sachen PR zu kritisieren. er kriegt inzwischen mehr hass-mails von möchtegern-”evolutionisten” als von bibeltreuen christen. soviel zum thema korrelation zwischen gefühlt richtiger einstellung und diskussionsfähigkeit

    26.05.2008 um 22:15

Interview: Andi Abbas, Sehitlik-Moschee Berlin

  1. 05

    bioadapter:

    “Wir bieten den Migranten keine Bildung, ne is klar.”

    Genau, “wir” - mal wieder dieses “wir, sprichst du so gerne von deinem Spiegelbild? muß wohl recht ansprechend sein - “wir” lassen sie lieber die Hauptschule besuchen, ein hundertprozentiger Weg zu Hartz IV gleich nach Schulabschluß.

    “Wir DISKRIMINIEREN Migrantenkinder, wenn sie auf´s Gymnasium wollen…”

    Weiß nicht ob ihr, euere Exzellenz, die Mitgrantenkinder diskriminiert, aber der Staat tut es. Exzellenz, guckt in die Statistiken und schaut, wie groß der Anteil von “Ausländern” an Gymnasien und weiterführenden Schulen ist - man vergleiche den mit ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Die Absolventenquoten sehen noch düsterer aus. Daran sind bestimmt wieder Allah und sein Scherge Mohammed schuld, jede Wette!

    So, ich denke, mit vereinten Kräften ist der Kommentarbereich von Spreeblick ein wenig rehabilitiert worden. Nicht, dass hier jeder man-wird-wohl-noch-Wirrkopf unerwidert stänkern darf.

    Schalömchen an alle und für ein weiterhin starkes Wir-Gefühl

    20.05.2008 um 19:55
  2. 04

    bioadapter:

    “Wir” - du und dein Spiegelbild, oder wer sind “wir” - müssen nichts behaupten. Wir - damit meine ich mich - haben besseres zu tun. Für die Behauptung der langweiligen Mittelschichtsexistenz ist die Ökonomie verantwortlich. Für die Ausbildung aller in Deutschland lebenden Menschen - damit sie überhaupt in dieser Ökonomie ankommen - hat sich aber der Staat zu verantworten. Und während die Institution Hauptschule noch existiert und gepflegt wird willst du mir was von der Selbstverschuldung des “bösen Ali” erzählen? Wer hat jahrzehntelang auf die Bildung der Einwandererkinder geschissen und tut es heute noch? Die Imame? Osama bin Laden? Wer drängt tausende Kinder in die Marginalität und entlässt sie in die Hauptschule, wobei ihre Beschäftigungschancen von 5% auf -5% fallen? Wer diskriminiert Migrantenkinder, wenn sie auf’s Gymnasium gehen wollen? Der Prophet Mohammed? Das kann man gar nicht oft genug erwähnen - er tut’s nicht.

    20.05.2008 um 17:37
  3. 03

    bioadapter:

    @Viva Hammonia

    Was wäre verkehrt an einer “muslimischen Bevölkerungsmehrheit”? Deinem krypto-Sozialdarwinismus zu Folge gewinnt halt der Stärkere. Das “deutsche Volk” will sich nicht nationalistischen Parolen pimpen lassen und zieht trotzdem nicht an mit der Geburtenrate

    Wahrscheinlicher als das Erwachen des “deutschen Michels” hingegen ist das Entschlummern des “bösen Alis” in eine langweilig-säkulare Mittelschichtexistenz

    Schalom und weiterhin schönen Tag

    20.05.2008 um 15:31

Fallada

  1. 02

    bioadapter:

    Hübsch, aber einige Passagen lösen geradezu Brechreiz aus. Nicht, weil Prock so wiederwärtig ist. Eher sind die Tricks, die du anwendest um ihn zu beschreiben ein wenig billig

    05.05.2008 um 14:41

Alltagsrassismus - ein Interview

  1. 01

    bioadapter:

    Wie es wirklich mit dem Rassismus in Deutschland steht zeigen einige Kommentare zu diesem Beitrag auf eine ganz eindeutige Weise. Ich hatte die Leserschaft von Spreeblick ein bisschen un-betonköpfiger in Erinnerung

    02.03.2008 um 18:01

26.02.2008 um 14:53

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