Man. Kommt. Zu. Nix. Anderem.
Peter Alexa - Ein ehemaliger Unterstützer der RAF
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gorillaschnitzel:19.03.2007 um 07:03173: Und wenn Sie uns nun noch erzählen, was dieser gänzlich überflüssige “Beitrag” mit dem Thema zu tun hat, kriegen Sie von mir einen Lolly. Ansonsten wird der “Beitrag” hoffentlich denselben Weg in den virtuellen Orkus gehen wie diser hier.
PS: Wenn das die wirkungsvoll formulierte Stimme des schweigenden Normalmenschen sein soll, will ich nicht dazugehören.
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gorillaschnitzel:18.03.2007 um 16:26@120/ Streifzug: Es dürfte dem durchschnittlich aufmerksamen Leser kaum entgangen sein, welche Intention der von Ihnen zitierte Satz hat. Knapp 20 Jahre nach Auschwitz selektierten Deutsche wieder Juden. Und das halte ich schlicht für faschistoid.
Entebbe ist der Gipfel eines -auch innerhalb der Linken- teils verbreiteten Antisemitismus. Ein Wilfried Böse hätte sich auch in Auschwitz gut gemacht. Insofern stimmt natürlich ihre Argumentation einer “Normalgesinnung”.
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gorillaschnitzel:18.03.2007 um 15:19@Thomas/ 109: Zustimmung. Aber ich versuche mich einmal in ein klein wenig Polemik: 1968 und alles folgende kam nicht aus dem Nirvana. Die Bewegung in der Gesellschaft gabs bereits Ende der 50er und die ganzen 60er über. Ganz platt gesagt: Elvis, James Dean etc. (Achtung, jetzt richtig polemisch) Erst als sich die “intellektuelle Avantgarde” der Thematik angenommen hat, ists eskaliert. Zugegeben: Sehr zugespitzt (und historisch sicher nur bedingt haltbar), aber dennoch mit einem Funken Wahrheit.
Dann @114: Da fühle ich mich von Herrn Alexa ebenfalls angesprochen. Ich bin zwar einer derjenigen, die keine (falsche?) Reue oder eine Entschuldigung erwarten. Zumindest solange nicht, so dies nicht mit einem ehrlichen Gesinnungswandel einhergeht. Eben dieses Gesinnung aber dürfen sie haben, solange sie wollen, wenngleich ich sie für falsch halte.
Allerdings, Herr Alexa, haben sich einige Menschen der linksradikalen Szene als “Herrenmenschen” aufgeführt und sehr wohl darüber entschieden, ob ein Mensch leben darf oder nicht. Wird die Tat dadurch besser/ anders, indem vermeintlich eine andere Ideologie dahintersteckt?
Bitte erklären Sie mir den Unterschied zwischen der Selektion an der Rampe von Auschwitz durch Mengele und der Selektion von Wilfried Böse im Flughafen von Entebbe. Erklären Sie mir bitte den Unterschied zwischen einer Geiselerschießung in Italien durch die Nazis und den Morden an Edward Pimental oder Roland Pieler. Was bitteschön hatte das denn noch mit Vietnam oder einem vermeintlich legitimen Widerstandskampf zu tun?Es mag ja auch sein, dass in der Zeit so einiges im Argen gelegen hat und sich breite Schichten die Gewaltfrage gestellt haben. Nur hat die überwältigende Mehrheit diese recht eindeutig beantwortet und wird sich vermutlich heute nicht von der Ex-RAF vereinnahmen lassen wollen.
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gorillaschnitzel:17.03.2007 um 17:42Nun muss man dem Herrn Alexa zugestehen, dass er wohl nie RAF-Mitglied war und solange man ihm nichts anderes nachweist, muss eben die Unschuldsvermutung gelten. Selbst wenn der Mann Sympathisant, Unterstützer oder sonstwas war, so ist der Mann nicht verantwortlich für irgendwelche Taten, wenngleich er einige davon m.M.n. rechtfertigt. Wenn Anschläge gegen amerikanische Einrichtungen legitim gewesen sein sollen, dann frage ich mich an der Stelle, ob die Ermordung von Edward Pimental so eine Art Kollateralschaden war oder ob man das im RAF-Jargon “Ausschaltung eines gegnerischen Kämpfers” nennt…
Störend in Herrns Alexas Argumentation finde auch ich den Versuch, die Existenz der RAF quasi nachträglich dadurch zu legitimieren, indem er (und zig andere Apologeten ebenso) auf diverse Altnazis hinzuweisen.
Gut, diese Argumentation ist so alt wie die RAF selbst, aber sie wird dadurch nicht richtiger.
Letzten Endes unterscheidet sich die Grundhaltung eines RAF-Mörders nicht sonderlich von der eines SS-Totenköpflers. Geiselerschießungen gabs bei beiden. Und wenn wir schon von Auschwitz reden, darf man als “Höhepunkt” doch bitte auch die Flugzeugentführung nach Entebbe erwähnen: Dort haben die 2.Juni-Mitlgieder Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann die Passagiere selektiert. In Juden und Nichtjuden. Gerademal 21 Jahre nach Auschwitz.Wurden die RAFler (und Kollegen) dadurch nicht genau dem ähnlich, das sie bekämpfen wollten?
Kaum einer hat das treffender beschrieben als Heinrich Böll mit seinem Satz des “Kriegs der 6 gegen die 60 Millionen”.Zuletzt: Die RAF ist auch mitverantwortlich dafür, dass erst durch sie eine ganze Palette Sicherheitsvorkehrungen und Gesetze erlassen wurden, die es zuvor nicht gab.
Was mir aber bei der ganzen RAF-Debatte doch immer wieder aufstößt, ist die “Reue-Debatte”. Zum einen legt man an die (noch inhaftierten) RAF-Mitglieder eine andere Meßlatte an. Erst dadurch macht man sie -nachträglich- zu dem, was sie immer sein wollten: Politische Häftlinge. Christian Klar aber sitzt nicht wegen seiner Gesinnung hinter Gittern sondern weil er ein Mörder ist. Von einem ideologischen Täter nun Reue zu erwarten ist so sinnlos wie überflüssig. Dadurch wird nicht eine einzige Tat wieder gut. Abgesehen davon hat niemand was von einer unehrlichen Reuebekundung, die nur durch öffentlichen Druck zustandekommt. Es erscheint mir ein bißchen nach “sag, dass es dir Leid tut und dann vertragen wir uns wieder”. Das funktioniert vielleicht bei einer Sandkastenkeilerei, aber nicht in diesem Fall.
Ein demokratischer Staat zeigt dann Größe (und erweist sich als stark und demokratisch), wenn er mit seinen Gegnern irgendwann Frieden schließt. Es wäre gut 30 Jahre nach dem deutschen Herbst wahrlich an der Zeit.
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Ich könnte Francis Hopkinson bieten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Hopkinson