Wer hat Angst vor der ARD?
Zwei Kirchen in Nordneukölln
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Frank:22.07.2008 um 22:49Erst einmal danke für den Artikel, der ist gut. Berechtigte Kritik an der Institution Kirche sollte nicht mit der Kritik an einem Artikel durcheinander geworfen werden, der die karitative Aufgabe der Gemeinden beschreibt. Am Artikel finde ich nichts auszusetzen.
Mal ein anderer Gedanke: Wenn an dieser Stelle schon Kritik geübt wird, dann zunächst einmal an einem Staat, der die sozialen Errungenschaften abbaut und sich sukzessiv aus dem sozialen Bereich zurückzieht.
Ich arbeite als Altenpflegekraft bei einem der beiden großen Wohlfahrtsverbände der Kirchen. Dort kann ich seit Jahren beobachten, wie die kirchlichen Sozialeinrichtungen immer mehr Leute auffangen müssen, die durch das von den Neoliberalen (und der neoliberal gewendeten SPD) durchlöcherte soziale Netz fallen.
Das soll kein Plädoyer für mehr kirchliche Sozialarbeit sein. Eigentlich müsste der (Sozial)Staat diese Aufgaben leisten. Aber der Artikel beschreibt treffend eine Entwicklung, die ihr Ende noch lange nicht erreicht hat. Hier wäre massenhafter politischer Widerstand gegen weiteren Sozialabbau dringend geboten.
Übrigens - und hier ist dann Kirchenkritik angebracht - nutzen die beiden großen Kirchen ihren durchaus vorhandenen politischen Einfluss nicht, um effektiv Druck gegen Sozialabbau zu machen. Stattdessen sind sie in den Kampf um die budgetierten Gelder der Pflegekassen (und anderer Kostenträger) eingestiegen. Auch Lohndumping und Outsorcing sind bei den Kirchen - höflich formuliert -keine Fremdworte.
Grüße,
Frank
One more time: Du bist Deutschland
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Genosse TaBu:24.11.2005 um 18:51“Werte statt Wohlstand” - bei allen gravierenden Unterschieden ist dieses das gemeinsame des “social marketings” der Medienkonzerne heute und der perfiden propaganda Hitlers damals. Ich gebe meinem vorigen Kommentator Recht, wenn er sagt, dass ein neuer Patriotismus verbreitet wird, um die Wut über und den Widerstand gegen neoliberale Politik zu schwächen.
Wolfgang Schäuble hat ähnliches am 15.04.1994 in einer Rede vor der Konrad-Adenauer-Stiftung formuliert. Er sagte: “Ohne das Selbstverständnis einer Gesellschaft als Wertegemeinschaft bleibt nur das nackte Gestein der Verteilungskämpfe übrig.” Das trifft den Kern der Sache.
Es geht um den Inhalt der “Du bis Deutschland”-Kampagne, nicht um die Ähnlichkeit zu einer Propaganda-Phrase aus der Zeit des Faschismus.
Es ist richtig, die Unterschiede zu betonen, aber man darf auch Ähnlichkeiten nicht übersehen.
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Simon hat Recht, wenn er feststellt, dass der Sinngehalt des Interviews durch die Kürzungen entstellt worden ist. Thomas Roth hat offenbar sein Weltbild nicht zurückhalten und der journalistischen Sorgfaltspflicht genügen können. Niemand hat verlangt, dass jedes starke Wort Putins, jede seiner Übertreibungen (Genozid) und jede seiner Unterstellungen publiziert werden soll. Aber wenn sich die ARD entscheidet, Putin zu interviewen, dann ist doch von vorneherein klar, dass der die russische Position inklusive Kritik an der NATO darstellt. Wenn man das nicht haben will, soll man Putin gar nicht erst zum Gespräch bitten. Zensur ist durchaus die treffende Bezeichnung, auch wenn diese selbstverständlich nicht staatlich verordnet wurde.
Geradezu erholsam finde ich angesichts der “Berichterstattung” beider Seiten die Position von Boris Kagarlitzky, Direktor des Instituts für Globalisierungsforschung in Moskau:
“Es gibt keine Seite, mit der wir sympathisieren könnten (…) Wir halten diesen Krieg für einen ungerechten Krieg - einen imperialistischen Krieg - von Seiten aller Beteiligten. Wir können nur mit der auf beiden Seiten der Grenze ins Kreuzfeuer geratenen Zivilbevölkerung sympathisieren, in Georgien wie in Südossetien.”
Er beschreibt einerseits den Krieg als ein Zeichen der “Krise der neokonservativen Strategie des imperialen Vordringens der USA.” Andererseits weist er auch darauf hin, dass die Versuche des russischen Regimes, “ein antigeorgisches oder nationalistisches Gefühl in Russland zu schüren” gescheitert sind.
Das Statement von Kagarlitzky in voller Länge:
http://marx21.de/content/view/529/32/