Darf ich das bloggen?
Das Kollektiv als grausamer Idiot
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Musikdieb:24.06.2006 um 13:48@ Boogie: Deinen Artikel über Billy Bragg und MySpace hatte ich im Hinterkopf, als ich das geschrieben hab, der hat mich ein wenig kritischer gegenüber MySpace gemacht. Aber gut dass Du das nochmal ansprichst. Das mit dem “finanziellen Vorteil” kam mir im Nachhinein auch ein wenig einseitig vor, das kann man sicher noch um einen “ideellen Vorteil” ergänzen.
Eigentlich ist MySpace ja nur eine Abbildung des Internets in klein. Mit Internetseiten oder Blogs kann man sich genauso verlinken, Freunde sammeln usw. Ich bin mal gespannt, wie sich das weiterentwickelt.
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Musikdieb:24.06.2006 um 09:43@ alecks: “was nützt web 2.0 wenn ein drittel der weltbevölkerung daran nicht teilnehmen kann”
Es können auch nicht alle Menschen lesen. Oder noch besser: als die Buchdruckkunst erfunden wurde - hättest du sie abgelehnt, weil damals nur die Oberschicht die Möglichkeit hatte, lesen zu lernen?@ sunny3d: “ICH BIN NICHT MEHR BEBREIT ZU SCHENKEN.”
Das ist dann wohl Deine Reaktion darauf, dass die Nutzer die Inhalte bereitstellen sollen. Es gibt aber viele Menschen, die gerne ein wenig von ihrem Wissen ab- bzw. weitergeben. Um die geht es hier.Bei der Frage “Kollektiv oder Individuum” geht es Lanier dann wohl auch um die Frage, wie bzw. von wem z.B. ein Kollektiv wie Wikipedia verwaltet wird. Genauso wie in Internet-foren muss es ein paar Individuen geben, die sich darum kümmern, dass kein grober Unfug gepostet wird. Bei einer Suchmaschine ist der Such-Algorithmus entscheidend, auf den aber auch wieder einige wenige Menschen Einfluß haben.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, das als demokratischen Prozess zu verstehen und mitzumachen. D.h. bei Wikipedia: Anmelden und auch mal was beitragen (Ich muss gestehen, noch habe ich das auch nicht gemacht. Hab’ mich aber mal bei einem anderen Wiki angemeldet und was hochgeladen, das war ganz einfach.).
Und bei kommerziellen Anbietern wie Suchmaschinen: Verschiedene Alternativen nutzen und die Ergebnisse kritisch hinterfragen.
Bei MySpace z.B., die ja auch ein kommerzielles Angebot sind, würde ich persönlich mich nur anmelden, wenn ich einen klaren (finanziellen) Vorteil (für mich selber) darin sehen würde.
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Musikdieb:23.06.2006 um 20:44Na wenn das Jahr schon mal stimmt, habe ich ja wieder eine Ausrede, mich erstmal nicht in den Wiki-Prozess einzuarbeiten. Aber irgendwann mache ich’s bestimmt, dann wird auch der Tag korrigiert ;-)
Musizierende Blogger? Bloggende Musikanten?
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Musikdieb:23.06.2006 um 20:28Ich hab’ erst einen Song veröffentlicht, aber immerhin: http://www.musikdieb.de/?p=115 ;-)
Ansonsten spontan hier noch Blogs, die ich lese, und deren Macher (auch) Musik veröffentlichen:
http://www.nicorola.de/ (macht entspanntere Elektro-Mukke, sehr schön. Fleissig am Bloggen)
http://www.ax11.de/wordpress/ (macht Techno, eher Dance-mäßig, rockt jedenfalls. Bloggt nicht ganz so viel, aber interessant)
http://thebigeasy-band.de/system-cgi/blog/ (haben ‘ne Rock, Rhythm ‘n’ Blues & Funk Cover-Musik-Band)
Sorry, falls ich jemanden vergessen habe, Boogies http://blog.slidetone.net/ lese ich natürlich auch, aber der hat sich ja schon selbst vorgestellt…
Das Kollektiv als grausamer Idiot
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Musikdieb:23.06.2006 um 19:39Ich finde den Artikel absolut lesenswert. Ein wenig polarisiert Lanier schon, wie ich finde, aber unterm Strich gebe ich ihm größtenteils völlig recht. Die Kritik am “Kollektivgedanken” z.B. von Wikipedia verstehe ich eher als Kritik an den Individuen, die es auswerten. D.h., es ist nicht automatisch alles richtig oder wichtig was von Wikipedia oder Popurls kommt. Aber wenn das mit gesundem Menschenverstand ausgewertet wird (und evtl. nochmal überprüft), sind diese “Tools” schon ‘ne Menge wert.
Erinnert mich außerdem an mein schlechtes Gewissen, dass ich einen kleinen Fehler, den ich letztens auf Wikipedia entdeckt habe, noch nicht verbessert habe…
The Amen Break
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Musikdieb:13.06.2006 um 13:09Naja, zur Gema gibt’s sind die Meinungen recht gespalten. Ich habe den Eindruck, es heisst meist “Top oder Flop”, d.h. ein Urheber, der nicht wirklich groß rauskommt, hat schlechte(re) Karten.
Wäre ja schön, wenn’s funktionieren würde, aber ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass man mit “geistigem Eigentum” nur dann Geld verdienen kann, wenn man große Firmen bzw. Geld und Macht im Rücken hat.
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Musikdieb:13.06.2006 um 12:16Da hast du sicher recht, dass es hier eher um größere Komplexe ging. Aber genau darum ging es mir dann auch wieder. Denn wenn die Basis dieser Komplexe nicht (allgemeinverständlich) definiert ist, kann diese Diskussion bald nur noch von studierten Soziologen nachvollzogen werden, und das finde ich nicht gut, denn Kultur geht uns alle an.
Die Aussage von Stefan: “Das ist das Fatale der ganzen Copyright-Diskussionen: wenn ihr eine freie Kultur haben wollt mit uneingeschränktem Zugang zur wirklichen Public Domain, dann müsst ihr auch Gesellschaftskritik üben. Ohne die landet man nämlich ganz schnell dort, wo man auf keinen Fall landen möchte.”
finde ich sehr gut, denn auch ich bin für freie(re) Kultur, sehe aber das Problem, dass man tatsächlich Gesellschaftskritik üben muss und die allgemeine Eigenverantwortung fördern muss, um mit dieser Haltung nicht der als neoliberale Globalisierung bezeichneten Strömung in die Hand zu spielen.
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Musikdieb:13.06.2006 um 11:07@Flo:
>>”Das heißt aber auch, dass die Entstehung von neuen Kulturgütern durch >>Wiederverwertung älterer ein Ideal ist, dass man anstreben sollte und genau darum geht >>es diesem Film.”Sehe ich auch so, dass man das anstreben sollte. Allerdings ist Kultur genauso entstanden. Wenn wir die Kultur der Menschheit mit der Kultur der Affen vergleichen sehen wir, dass gerade das, worauf wir uns so viel einbilden, auf der Basis von etwas vorhandenem entstanden ist. Hätten Beethoven oder Bach tolle Sachen komponieren können, wenn sie erst die Instrumente und Tonleitern erfinden müssen und noch nie eine Melodie gehört hätten? Hätte Goethe tolle Texte schreiben können, wenn er erst die Schrift hätte erfinden müssen und noch nie ein Gedicht gelesen hätte?
Meiner Ansicht nach ist schon die Idee vom “Eigentum” an z.B. einer Komposition problematisch. Genau die “Schöpfungshöhe”, mit der immer argumentiert wird, ist dabei der Casus Knacktus. Sicher können Werke ab einer gewissen Komplexität mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht genau so nochmal erfunden werden. Aber die Grenze dafür festzulegen, ist immer willkürlich. Und ob bewusst oder unbewusst: man bezieht sich IMMER auf etwas schon dagewesenes. Im Sampling-Zeitalter erreicht das natürlich neue Dimensionen.
Meiner Meinung nach könnte etwas mehr Freiheit beim Sampeln, Remixen, Covern, Zitieren u.s.w. nicht schaden, denn man kann und sollte dem Publikum selber etwas mehr Urteilsvermögen zutrauen. Letztens ging z.B. durch die Nachrichten, dass die Red Hot Chilli Peppers angeblich evtl. einen Song von Tom Petty “geklaut” haben (Ich habe mir die Samples ausgiebig angehört und bin der Meinung, die Sache könnte tatsächlich zufällig entstanden sein - man weiss es wirklich nicht). Wie dem auch sei: Ich denke, es war eine gute Werbung für Tom Petty.
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“Auch Katzen wehren sich selten gegen die Veröffentlichung ihrer Fotos, was einiges erklärt.”
*g*
“Einige der bekannteren Musik-Blogger haben in den USA kleinere Deals mit Plattenfirmen, die ihnen die Nutzung des ein oder anderen MP3 erlauben,…”
DAS erklärt einiges ;-)
“Achja, ich hab selbst schon oft genug unter Alkohol-Einfluss getippt. Hier gilt mein Rat aus eigener Erfahrung: Vor dem Klicken des „Absenden“-Buttons lieber nochmal drüber schlafen…”
Oder den “Drunken Post” Button verwenden… http://www.eayz.net/blog/2005/08/the_cult_of_the.shtml