Die Mauer fällt noch dieses Jahr (3)
Die Mauer fällt noch dieses Jahr (1)
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oxymoron:04.10.2005 um 16:36auch ich war noch recht jung, 10 Jahre alt, um genau zu sein und als Bewohnerin des Tales der Ahnungslosen (im südöstlichsten Zipfel der DDR) hatte ich auch am 10.11. noch nicht viel Ahnung davon, was da eigentlich genau passiert war (ein paar Jahre vorher hab ich mich noch gewundert, was denn an einer Mauer in Berlin so besonders ist, Mauern gab es auch in meiner Stadt! ;o) ). Aber ich erinnere mich gut an die Zeit davor, die Flüchtlinge, die über Polen und Tschechien in den Westen wollten. Da ich direkt an der Grenze zu beiden Staaten lebte, hab ich vor allem davon was mitbekommen. Durch die Grenzflüsse kann man bei uns in der Stadt durchwaten und so wurden wir 4. Klässler mit unseren Schulsporttaschen argwöhnisch vom Zöllner auf der Eisenbahnbrücke begutachtet, die Hand ging schon ans Gewehr, wenn wir nur an der Neiße zum Stadion liefen…
Keiner dachte wohl, dass es so schnell ging, meine Eltern kamen am 30.10. aus der BRD wieder und hatten sich von den dortigen Verwandten für unbestimmte Zeit verabschiedet. Sie hatten sogar in dieser Zeit einen Westbesuch bewilligt bekommen. Ich dachte allerdings, sie kommen nie wieder zu mir zurück…
Schon ein lustiges Datum, jeder hat seine eigene kleine “Wo ich damals war” Story zu erzählen. Ich stimme Johnny dabei zu, auch für mich ist der 9.11. wichtiger als der 3.10., selbst wenn ich Letzteren bewußter erlebt habe…
Thom Yorke bloggt
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oxymoron:24.08.2005 um 16:51ich muss antifreeze zustimmen, das Design ist ganz schön häßlich, hoffentlich bauen sie es noch im altbewährten Radiohead-Stil um… was den Inhalt angeht, so kann man doch von Thom nix anderes erwarten, oder? Er muss sich schon selbst treu bleiben ;o)
ich find es zumindest schön, dass sie wieder im Studio sind, egal wie sie dies dann nach außen kommunizieren…
Das Geheimnis
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oxymoron:13.07.2005 um 17:21@ michael,
ich hab ‘Lost in Translation’ in England gesehen und hab die Situation in Punkto Humor ähnlich erlebt wie Du. Meine Theorie dazu ist eher, dass diejenigen, die auch mal in der Fremde waren, sich in vielen Situationen wiederfinden und das dann oftmals komisch ist, während der Rest über andere Dinge oder eben gar nicht lacht. Ein Daheimgebliebener, mit dem ich in Punkto Humor eigentlich auf einer Wellenlänge liege, fand den Film nämlich auch nicht so besonders komisch.
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03
oxymoron:13.07.2005 um 16:21Danke Johnny,
jetzt versteh ich endlich, warum mein finnischer Brieffreund mir damals die langjährige (Brief-)Freundschaft aufgekündigt hat, nachdem ich mir ein paar augenzwinkernde Bemerkungen zur Ulkigkeit der finnischen Sprache nicht verkneifen konnte….
Go ahead, London
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02
oxymoron:10.07.2005 um 12:25Ich sollte an dieser Stelle vielleicht richtigstellen, dass der europäische Traum (leider! :o) ) nicht von mir ersonnen wurde. Jeremy Rifkin hat ein Buch unter diesem Titel geschrieben. Er ist Amerikaner und bekennender Fan des europäischen Gedankens. “Er träumt von Europa, als altem Kontinent mit seiner Kooperativität, mit seiner Polyperspektivität, mit seinem Gemisch aus Individualismus und Mehrfachidentitäten - europäisch, national, regional - gehört die Zukunft. ” (Zitat aus der Buchbesprechung unter:
http://www.migrationsrecht.net/modules.php?name=News&file=article&sid=236Ich hab es selbst noch nicht gelesen, aber schon ein Interview mit ihm fand ich sehr inspirierend. Zumindest hilft es, den sehr deutschen Pessimismus mal kurz abzulegen und ein paar Kategorien weiter zu denken. Vielleicht liegt die Antwort auf die Integrationsprobleme ja wirklich im Umgang mit den Identitäten verborgen.
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oxymoron:09.07.2005 um 11:10Ohne hier zu wissenschaftlich werden zu wollen, aber die Dynamik zwischen Minderheiten und Mehrheiten ist verdammt komplex und wenn man sich mal eine Weile damit beschäftigt hat, dann merkt man, dass wir in Deutschland momentan in die völlig falsche Richtung steuern, wie ich finde.
Die Theorie der Sozialen Identität erklärt die Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen (auf kleinster Ebene bis hin zu den großen Gruppierungen nach Religion, Nation, Ideologie usw.) relativ gut. Jeder Mensch verfügt über verschiedene soziale Identitäten oder ausgeprägte Zugehörigkeitsgefühle zu einer Gruppe. Für mich ist bspw. meine deutsche Identität nicht als besonders bedeutsam, aber nachdem ich in den USA und London gelebt hab und selbst mit Vorurteilen kämpfen musste, war sie plötzlich sehr präsent, ob ich wollte oder nicht und ich habe auch angefangen, sie zu verteidigen, inklusive derer, für die ich sonst kein gutes Wörtchen übrig habe. Daher ist es verständlich, dass unpolitische Deutsche nach Naziübergriffen auf die Strasse gehen, immerhin zerrt es die eigene Identität in ein schlechtes Licht. Um das aber mal auf die muslimische Gemeinde in Deutschland zu beziehen: Je größer der Anpassungsdruck der Mehrheit auf die Minderheit wird, desto bewusster wird der Minderheit zunächst die eigene Identität (in dem Falle also hinsichtlich der religiösen Kategorie bzw. der Abstammung). Der Anpassungsdruck stellt zudem zusätzlich eine reale Bedrohung der Identität dar und die natürliche Reaktion darauf ist es, die Identität zu schützen. Bspw. wird man sich in Werten, Einstellungen und Verhalten mehr dem stereotypen Idealbild der Identität anpassen und vor allem die Mitglieder der eigenen Gruppe deutlich positiver und unkritischer bewerten. Salopp gesagt, rücken alle enger zusammen.
Das kann man bei Deutsch-Türken häufig (wobei ich hier nicht generalisieren will!) beobachten, denn in unserer Wahrnehmung scheinen sie deutlich traditioneller in ihren islamischen Werten zu sein, als die Muslime in ihrer alten Heimat. Immerhin hatte die Türkei schon einmal eine MinisterpräsidentIN. Dabei haben wir Deutsche bislang gerade mal eine KanzlerkanditatIN (die zu allem Überfluss die Frauenfeindlichkeit in der Türkei öffentlich anprangert). Ich stecke auch nicht tief in der Materie über die muslimische Welt drin, aber mir erscheint der lautstarke Ruf nach mehr Integrationswillen unserer muslimischen Mitbürger übertrieben aktionistisch und etwas kontraproduktiv. Aus theoretischer Sicht kann man solche Konflikte zwischen verschiedenen Identitäten am besten durch eine verbindende übergeordnete Identiät verringern. Die USA ist da (trotz sicher oft berechtigter, wenn auch europäisch stark überzogener Kritik - wieder so ein Identitätsproblem) ein Beispiel, denn der ‘Amerikanische Traum’ des kulturellen Schmelztiegels hat eigene Werte, die jeder kulturellen Gruppe einen Bezugspunkt liefert, ohne dass sie ihre Identität verleugnen muss. Deutschland aber kehrt häufig nationale oder christliche Werte hervor. Wir sollten anfangen, einen europäischen Traum zu haben, in dem auch Platz für Muslime ist, die schon längst ein Bestandteil der europäsichen Gesellschaft sind. Es wäre daher abgesehen von ökonomischen Argumenten wahrscheinlich sinnvoll, die Türkei in die EU aufzunehmen, zumindest sollte es nicht an ihren Werten scheitern.
Ich bin allerdings auch kein Träumer, a la “Multikulti ist toll, wir sollten nichts ändern”. Aber nicht nur die Minderheit muss sich ändern, es gilt ebenso für die Mehrheit. Bisher geben wir anderen kulturellen Gruppen meist das Gefühl anders zu sein und nur halb dazuzugehören.
Das sollte jetzt auch eigentlich nicht der moralische Vortrag werden, nachdem er klingt, eigentlich wollte ich mal ein paar Denkanstöße geben. Immerhin schafft es eine türkisch-stämmige Freundin aus Köln, mich ob meiner ‘Zonen-Identität’ zu diskriminieren, so unwestlich war das gar nicht ;o)PS: ich bin auch kein Mitglied einer Partei und weiß auch nicht wen ich wählen soll, falls jemand hier Wahlkampf riechen sollte
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@ Johnny - Danke für die Story über die Entstehung der Übergabesendung. Ich hab sie oft und gern gehört, natürlich nach dem Soundgarden! :o) Meine Schwester hat mir sogar mal ein Tape mit einigen dieser Sendungen in die USA geschickt, als ich gerade ziemliches Heimweh hatte!