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von | 2

 

Popgun! 14 interviewt Bernd Begemann

  1. 02

    Hufi:

    Stimme ich zu. Ein sehr schönes Interview.

    30.03.2008 um 20:56

Scheinheiligkeit, die:

  1. 01

    hufi:

    Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Reflexe stellten sich augenblicklich wieder ein. War nicht anders zu erwarten und ist in den Formulierungen wie bei den fixmbrlern geradezu vorhersagbar. Was Meisner da sagte, will ja gar niemand erst noch interpretieren. Natürlich ist es Blödsinn. Aber das liegt nicht am Wort sondern am Gehalt. Ich könnte einige (dutzend) Beispiele aus der deutschen Geschichte zitieren, bei denen im geschichtlichen oder philosophischen Sinn das Wort “entartet” verwendet wird. Vielleicht am Unverdächtigsten, Adorno, an einer sehr prominenten Stelle:

    Noch das äußerste Bewußtsein vom Verhängnis droht zum Geschwätz zu entarten. Kulturkritik findet sich der letzten Stufe der Dialektik von Kultur und Barbarei gegenüber: nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch, und das frißt auch die Erkenntnis an, die ausspricht, warum es unmöglich ward, heute Gedichte zu schreiben.” [Band 10: Kulturkritik und Gesellschaft I/II: Kulturkritik und Gesellschaft. Theoder W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 7420, (vgl. GS 10.1, S. 30)]

    Geradezu wie in einem unbequemen Federschlag reagierte Adorno hier, eben diese Hohlheit der Reaktion, sehend. Im gleichen Aufsatz, nicht weniger verständlich:

    Daß die europäische Kultur in ihrer Breite, dem, was zum Konsum gelangte und heute von Managern und Psychotechnikern den Bevölkerungen verordnet wird, zur bloßen Ideologie entartete, rührt vom Wechsel ihrer Funktion der materiellen Praxis gegenüber, dem Verzicht auf den Eingriff, her.

    Aber wahrscheinlich muss Adorno auch ein Nazi gewesen sein, anders kann man sich das nicht erklären. ;-)
    Statt nach Geschichtsbüchern zu rufen, sollte man sich die Geschichte wachrufen und das ganz bestimmt nicht in der Form eines “kalten Reflexes”.

    17.09.2007 um 22:57

17.09.2007 um 11:53

MedienPolitik

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