Mathemat-Ich
Wal-Tons Moun-Tain Hongkong
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timh:04.11.2006 um 12:59mal ausnahmsweise grobe eigenwerbung, aber das bild hat mich so daran erinnert:
http://www.daytar.de/art/Mahrzipanien/
Tim
Update
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tim h.:24.09.2006 um 19:38myspace + youtube + kuenstlerfairbehandelt + bessere grafik = ich bin dabei
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@albert
Ja. In letzter Zeit wird Perelman bei Diskussionen über dieses Thema immer wieder hervorgezogen. Das Problem ist, das der Medienrummel der da aufgewühlt wurde sich leider sehr wenig mit der Vermutung, die er wohl bewiesen hat (inzwischen ist sich die Community auch recht sicher, das seine Arbeit keine essenziellen Luecken enthaelt), sondern meist mit der Person von Grigori Perelman beschäftigt. Und ich fuerchte, vorallem desshalb, weil er scheinbar so prima alle Vorurteile und Stereotypen erfuellt, die man so über verrückte Wissenschaftler hat. Ja, er hat die Fieldsmedallie abgelehnt (das ist so in etwa der Nobelpeis der Mathematik) und gesagt, die Vermutung bewiesen zu haben sei für ihn Ehre genug. Das er die Millionen abgelehnt hat, wie immer wieder zu lesen war, stimmt einfach nicht, denn er hat sie bisher garnicht angeboten bekommen.
Einschub: die Poincare Vermutung ist eines der 7 Millenium-probleme auf deren Lösung das Clay institute jeweils 1 Millionen Dollar ausgeschreiben hat. Voraussetzung ist aber, das die Arbeit in einer begutachteten Fachzeitschrift erschienen ist, was für Perelmans Arbeiten noch (?) nicht zutrifft: Er hat sie nur als preprints ins Netz gestellt.
Aber das alles ist ja nicht so wichtig, wenn man schreiben kann: Er will 1 Millionen nicht haben.
Tim
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@simon
Danke. Besser kann man es wohl nicht schreiben.
Man sollte evtl nur noch erwähnen das Mathematiker eigentlich extrem günstig sind. Nix Labor oder mehrere Kilometer Teilchenbescheuniger oder klinische Großstudie. Tafel und Kreide und einen Laptop und sie sind im großen und ganzen zufrieden. Nur: damit kann man im interdisziplinären Gerangel un die knappen Uniresourcen eben auch nicht auftreten… :-)
Tim
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Malte, der Artikel ist wie üblich sehr schön geschrieben und das hier (und ich nehme an die meisten anderen kritischen Kommentare der “akademiker” hier auch) ist keine Kritik an dem Text selbst oder an Deinem Lebensentwurf oder ähnlichem. Das Problem das Du hier triffst ist ein gesellschaftliches (und es wundert mich, Johnny, das dir das offenbar entgeht): Allein schon der erste Satz
Wenn ich es richtig verstanden habe, basiert das alles hier auf Mathematik. Grund genug, bei mir den Angstschweiß fließen zu lassen.
bedient das Klischee des “ich habe Mathe auch nie verstanden”-Menschen und auch wenn Du nirgens sagst das es doch ganz o.k. sei das Zeug nicht zu verstehen (doch: das bemerkt man:-) ), so zementiert der Text eben doch das Bild der Mathematik als etwas komplizertes, unverständliches.
Und eben dieses Bild ist es gegen das man sich wehren muss. Wir leben einer Gesellschaft, die einerseits auf ein Mindestmass an wissenschaftlicher Bildung angewiesen ist, diese aber kulturell zu gering schätzt.
Die Mathematik (und insbesondere der Mathematikunterricht) sind daran zu einem wesentlichen Teil selbst schuld: Die Mathematik hat sich zu lange nicht um ihre Geselschaftliche Wahrnehmung gekümmert und der Mathematikunterricht ist leider zu oft ein trainieren von Rechentechnik, von teilweise indiskutabel schlechten Lehrbüchern einmal abgesehen. Alle Pisa Hysterie, alle Eliteförderung an den Universitäten, all das wird verpuffen, wenn sich nicht die Wahrnehmung ändert. Viellecht überreagieren wir, aber es sind vorallem Artikel wie der hier (http://www.randform.org/blog/?p=340) besprochene (mit dem ich deinen in keiner weise vergleichen möchte :-) ), die zeigen das generell Handlungsbedarf besteht.
Am Ende noch ein Hinweis:
Hier findet sich eine sehr lesenswerte Auseinandersetzung zu dem Thema von Hans Magnus Enzensberger:
http://www.mathe.tu-freiberg.de/~hebisch/cafe/zugbruecke.html
Das ist eigentlich ein Vortrag zum Internationalen Mathematiker-Kongress 98 in Berlin gewesen.
und ja: Ich bin auch Mathematiker