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24.07.08
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von | 2

 

O Broder Where Art Thou?

  1. 15

    langweilig:

    doch noch ein Edit, ich kann’s nicht lassen:
    mittlerweile habe ich hier bei maloXP einen Comment (sind da nicht nummeriert, den vom 27 Mrz 2007 um 11:03 Uhr) von Che gefunden, wo er Broder ebenfalls vorwirft, mit (Zitat) “Querfrontnazis” gmeinsame Sache zu machen:

    Haarsträubend, dass jemand wie Broder hier mit Leuten zusammenarbeitet, die eigentlich nichts Anderes sind als Querfrontnazis, nur dass die den Juden im Feindbild durch den Musel ausgetauscht haben und sich deshalb proisraelisch geben können. Wahrscheinlich merkt er es nicht einmal.

    Interessante und komische Geschichte, dass wir da genau dasselbe kritisieren, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ich sehe die Berührungspunkte zu den (Zitat) “Querfrontnazis” allerdings bei der Jungen Freiheit doch etwas deutlicher als beim Spiegel.

    04.07.2007 um 14:24
  2. 14

    langweilig:

    Okay, dann doch noch ein letztes Mal:

    @Iris:
    Ich möchte auch nicht in jedwedem Kontext über Antisemitismus reden. Aber ich möchte auch nicht von Broder-Kritikern jedes Mal in die antideutsche Hardcore-Ecke gestellt werden, wenn ich die problematischen Aspekte ihrer Broder-Hasserei anspreche. Du / Ihr schießt Euch doch auch selbst ins Knie: Einerseits wollt Ihr Broders Hate-Speech angreifen, andererseits wollt Ihr zusammen mit Leuten wie Hoffmann, die eindeutig einen rechten Anti-PC-Diskurs bedienen (wie Broder übrigens auch) gemeinsame Sache machen…? Diskursfehler, second service, please, würde ich sagen.

    Warum Dich das alles interessieren sollte? (Was es ja offenbar ohnehin tut ;-) Weil, entweder Du willst die als irgendwie links-gesellschaftskritisch im weitesten Sinne sehen oder Du möchtest gerne auch mit ganz weit rechter Gesellschaftskritik zu tun haben, wie sie von der Jungen Freiheit kommt.

    Ich sehe Deinen / Euren (diskutiert außer Dir ja keiner mehr hier mit, evtl. wirfst Du maloXP noch mal ein Stöckchen zu… :-) Punkt mit der Islamophobie durchaus und ich sehe auch die Verquickung mit Leuten, die schon immer was gegen “Türken” o.ä. hatten. Ich finde auch, Broder fischt da in mächtig trüben Gewässern, aber wer kein Problem damit hat, seine Anti-PC-Kritik in der “Jungen Freiheit” zu verbraten, der fischt in noch trüberen Gewässern voller braunem Mist.

    Es gibt eben einen Unterschied zwischen völkisch-biologischem Rassismus und Kulturunterschieds-Rassismus ala Huntington, Broder, etc. Letzteres muss man ebenfalls angreifen und kritisieren, aber es hat keinen Massenmord zum Endziel, herrgott. Die andere Seite hingegen hat bereits bewiesen, wo Ihre “Gesellschaftskritik” endet. Punkt.

    03.07.2007 um 18:26
  3. 13

    langweilig:

    PPS
    AARRGGHHH, diese bescheuerten Wortungetüme: Der Arne Hoffmann ist natürlich kein Anti-Antisemit, sondern ein Anti-Anti-Antisemit, was ihn wiederum NICHT zum Antisemiten macht. Ein sonderbarer selbsternannter Libertärer, dessen Freiheit wohl auch die der “Jungen Freiheit” mitmeint, was mich wiederum ankotzt, ist er aber trotzdem.

    03.07.2007 um 00:51
  4. 12

    langweilig:

    PS
    Was Ihr alle leider verpasst, ist eine etwas differenziertere Sicht auf das Phänomen Broder, das nun wirklich recht viel mit deutscher Geschichte und der Geschichte der deutschen Linken nach ‘68 zu tun hat. Auch sind seine Positionen eben nicht so eindeutig rassistischer Mainstream wie hier (also in dem von mir kritisierten Teil der deutschen Blogwelt, siehe oben) immer wieder behauptet wird. Broder und den wertkonservativen (also ohne neo-) deutschen Mainstream plus schwarzbraunen Rand trennen immer noch Welten. Das ist ein wichtiger Teil seines Erfolges und auch eine tatsächlich wichtige Unterscheidung.

    Ganz offen gesagt: Mir ist Broder trotz seiner gelegentlichen Ausfälle immer noch lieber als ein vom Spiegelfechter empfohlener, männerbewegter Anti-Feminist, Anti-Antisemit und prominenter Broder-”Kritiker” wie Arne Hoffmann, der gar keine Probleme hat, ausgerechnet der “Jungen Freiheit” im Interview zu erklären, warum die Angeklagten von Potsdam und Hohmann in Wirklichkeit Medienopfer sind. Da schließt sich der Kreis zu alten und neuen Nazis dann nämlich doch schneller als einem lieb sein kann und dafür muss man weder “antideutsch” sein, noch eine “Antisemitismuskeule” im Schrank stehen haben.

    So, nuff said, mehr gibt’s von mir zum Thema nicht. Getting on with my life.

    03.07.2007 um 00:17
  5. 11

    langweilig:

    @Frédéric:
    Was den Unterschied zwischen Massenmeiden und Blogs angeht, gebe ich Dir Recht. Ich bezog mich allerdings auch nur auf die Mehrheit der deutschen Blogwelt, präziser dann vielleicht nochmal auf diejenigen deutschen Blogs, die man im weitesten Sinne als “kritisch-links” oder so bezeichnen kann. Da ist dieser Anti-Broder-Trend schon sehr auffällig und er kommt praktisch IMMER mit dem entsprechenden Gestus daher.

    Was Du mit Punkt zwei und drei meinst, versthe ich leider nicht wirklich. Dass Broder selbst eine solche Position einnimmt, kann ja nun kaum als Begründung ausgerechnet für seine Kritiker herhalten, dies auch zu tun, oder? Und zu drittens habe ich ja auch gar nicht behauptet, das das irgendwas per se inhaltlich entwertet, sondern, dass ich es - analog dazu, wie es Dir mit Broder geht - eben bemerkenswert (um nicht zu sagen sehr merkwürdig) finde, wenn in diesem Gestus vorgetragen wird, was aus meiner Sicht eh viele (oder sogar die meisten) denken.

    @Iris:
    Naja, also in Deinem Post #49 sagst Du in den ersten sechs Absätzen oder so auf jeweils unterschiedliche Art und Weise immer dasselbe, nämlich dass Du Dir “nicht vorschreiben” lassen willst “welches Blog-Posting ich in den Weblogs anderer so interessant finde”, dass ich es Dir überlassen soll, “die Themen zu bloggen oder zu kommentieren, die mich interessieren/amüsieren/aufregen/nerven” und dass es doch “Einfacher wäre”, wenn ich mich “nicht mehr an Blog-Diskussionen” beteiligen würde, dich ich “langweilig oder irrelevant” finde.

    Wie Du selber feststellst, richtete sich mein ursprünglicher Einwand ja nun aber keinesfalls gegen Dich oder Dein Blog. Von daher frage ich mich schon, wo diese Art von erregter Zensur- bzw. Verbotspanik herkommt? Ich bestimme doch nicht, wer hier auf Spreeblick was schreibt, ich bin doch lediglich Leser, der von seiner Kommentarfunktion Gebrauch macht.

    Leider muss ich aber außerdem sagen, dass es tatsächlich so ist, dass Du wirklich nicht versuchst, auf irgendeinen meiner inhaltlichen Punkte argumentativ einzugehen. Weder konntest Du mir deutlich machen, was an Broder nun so wichtig ist, noch möchtest Du Dich offenbar zu der - jenseits Deiner Person! - tatsächlich vorhandenen eindeutig antisemitischen Variante der Broder-Kritik äußern, auch zu der selbstgerechten “Minderheitenposition” kommt offenbar nichts, Du möchtest Dich eben lediglich aufregen, worüber Du willst und dabei nicht mit Thematiken konfrontiert werden, auf die Du keinen Bock hast. Okay, point taken, kannst Du alles gerne machen, aber von mir aus war es das dann auch, inhaltliche Auseinandersetzung sieht anders aus.

    @natschpo:
    Sorry, aber was Du willst, weiß ich leider wirklich auch nicht. Dich ebenfalls genauso selbstgerecht und recht hübsch einrichten in Deiner alle-außer-mir-und-Gremliza-und-meine-12-Freunde-sind-Antisemiten-Welt?

    03.07.2007 um 00:16
  6. 10

    langweilig:

    @Iris:
    Zur “heiklen Minderheitenposition”: Das ist der Gestus Eurer Sprecherposition. So tritt Eure Broder-Kritik auf. Im Sinne von jetzt-muss-endlich-mal-einer-mutig-die-Wahrheit-sagen. Eine aufklärerische Performance par excellence gewissermaßen: Gegen die Masse. Gegen den Strom der geballten Medienmacht. Gegen die Mehrheit der vermeintlich von Broder inspiriertern rassistischen Anti-Islamisten.

    Ansonsten:
    Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst, irgendwer könne oder wolle Dir den Mund verbieten (”Aber tu mir bitte einen Gefallen und überlass’ es mir…” / “…dann würd’ ich das bloggen - und zwar ohne mich darum zu scheren, ob Du das langweilig findest. So! ;o)”).

    Hallo? Wann und wo hab ich denn geschrieben, Du darfst das nicht bloggen? Was Du in Deinem Blog treibst, dass ich gar nicht kenne, ist mir sowas von egal, dass ich echt überhaupt nicht weiß, warum Du mir jetzt in extremer Lautstärke [Zitat: So! ;o)")] kindisch-trotzig-patzig erklären musst, dass Du bloggst, was Du willst.

    ABER: Selbstverständlich habe ich als Spreeblick-Leser das Recht, meinem Wunsch Ausdruck zu verleihen, Spreeblick möge von dieser aus meiner Sicht blöden Anti-Broder-Nummer freibleiben. Also, natürlich kannst Du bloggen, worüber Du willst, aber so lange ich Spreeblick lese und hier kommentieren darf, kann ich auch sagen, dass ich etwas langweilig finde, dass es mich nervt oder sonstwas.

    Du hingegen “empfiehlst” mir doch die ganze Zeit, mich besser rauszuhalten und das auf reichlich aggressive Art und Weise. (”Einfacher wäre doch wohl, wenn Du Dich nicht mehr an Blog-Diskussionen beteiligst, die Du langweilig oder irrelevant findest…” / usw.). Wer von uns beiden will daher eigentlich wem den Mund verbieten, wenn ich mir diese Frage erlauben darf?

    Zu Deiner letzte Frage: Nein, da ich Dich überhaupt nicht kenne und jenseits unserer Auseinandersetzung hier weder was von Dir gelesen oder gehört habe, halte ich Dich selbstredend auch nicht für eine Antisemitin!

    Aber, was den allgemeinen Teil (”mich/uns/Broder-Kritiker”) Deiner Frage angeht: Dass ein Teil der Broder-”Kritiker” mit ganz großer Sicherheit sogar ziemlich offene und bewusste Antisemiten sind, kann man hier zur Genüge nachlesen: (http://www.henryk-broder.de/das_meint_der_leser/).

    02.07.2007 um 15:49
  7. 09

    langweilig:

    @natschpo:

    Naja, ganz so einfach funktioniert Antisemitismus dann doch nicht, wobei ich nicht abstreiten will, dass es auch eindeutig antisemitische Reaktionen auf Broder gibt, wie man auf seiner Seite nachlesen kann.

    Aber jetzt wieder diese Postkoloniale-Linke-vs-Antideutsche-Neocons-Debatte aufzuwärmen, das ist mir ehrlich gesagt auch zu langweilig. Wenn alle Broder-Kritiker für Dich nur aus antisemitischer Motivation handeln, dann weiß ich nicht, worüber Du noch reden willst?

    Denn unbewusste Antisemiten davon zu überzeugen, dass sie welche sind, erscheint mir ungefähr so sinnvoll, wie die katholische Kirche davon zu überzeugen, dass es keinen Gott gibt.

    01.07.2007 um 16:46
  8. 08

    langweilig:

    @Frédéric: Da sind wir in vielem ganz d’accord. Auch ich halte das Abarbeiten an den Medien für eine Aufgabe der Blogwelt und auch ich finde, dass man Multikulturalismus-Debatten auch auf einem höheren Niveau führen kann, als bspw. Broder dies zum Teil tut. Wenn es Dir allerdings darum ging, dann frage ich mich, warum Du nicht darüber schreibst, sondern stattdessen (mal wieder) über Broder.

    Meine Antwort: Weil - wie Du auch an den meisten der Kommentare hier sehen kannst - Deine Leser nicht diese Debatten auf höherem Niveau führen wollen, sondern sich lieber über Broder auskotzen möchten. Dein Bruckner-Buruma-Ash-Stöckchen hat hier jedenfalls NIEMAND aufgegriffen, wenn ich das beim Überfliegen richtig gesehen habe.

    Was mich an dieser Broder-Fixierung gewaltig langweilt bzw. nervt (je nachdem), ist, dass ich da aus meiner Sicht tatsächlich noch andere Motivationen eine Rolle spielen, die den Beteiligten ähnlich unbewusst zu sein scheinen, wie Deinen Spon-lesenden Freunden die ungefilterte Übernahme bestimmter Meinungen.

    Wäre Broder nämlich nur ein weiterer Horx, Sinn oder Schirmacher (also ein x-beliebiger deutscher Neocon) hätte er in der Blogwelt genau die Bedeutung, die die Genannten auch haben, nämlich ungefähr gar keine. Daher meine Frage, warum immer wieder Broder?

    Meine These dazu ist wie gesagt, dass dies damit zu tun hat, dass Broder eben eine spezifische (deutsch-jüdisch-israelisch-neokonservative) Position aggressiv für sich reklamiert. Das berührt gerade in Deutschland automatisch emotional hoch aufgeladene Themenkomplexe und führt zu dieser teilweise hysterischen Reaktion auf Broder (oder auch Giordano), die Broder viel mehr schenkt als man eigentlich intendiert.

    01.07.2007 um 15:39
  9. 07

    langweilig:

    @Iris / maloXP: Man kann Dinge durchaus langweilig finden und sie können einem trotzdem so auf die Nerven gehen, dass man sich mal auskotzen muss. Und wenn ich schreibe, “ca. 1500 führende deutsche Blogs” sollte die ironische Übertreibung bzgl. der Zahl wohl von selber deutlich werden.

    Jedenfalls ist es so, dass es in diversen Blogs von Broder-Kritik nur so wimmelt, erst war es der Online-Journalist-des-Jahres-Preis (oder wie immer der richtig heißt), jetzt der Börne-Preis, über den sich aufgeregt wird. Allein Ihr verlinkt in Euren Blogs doch weiß Gott wie viele kritische Stimmen, ich kann Euch auch noch gut zwei Dutzend dazu schicken von Niggemeier bis zu Don Alphonso usw.etc.pp.

    Angesichts dessen ernshaft zu behaupten, Broder scheiße zu finden sei eine heikle Minderheitenposition, die man deswegen engagiert vertreten müsse, leuchtet mir nach wie vor nicht ein. Und ja, ich finde, da wird ein pseudokritisches Bewusstsein am falschen (weil vergleichsweise unbedeutenden) Subjekt durchexerzoiert, obwohl es wesentlich schlimmere Gestalten gibt, die man jeden Tag aus weitaus triftigeren Gründen mit derselben Heftigkeit kritisieren könnte.

    Genau darin besteht aus meiner Sicht die Achillesferse Eurer ganzen Anti-Broder-Rhetorik. Nicht ich bin nämlich derjenige, der Broder in eine Reihe mit den genannten “Hassobjekten” stellt, sondern Ihr ver(sch)wendet Eure Energie darauf, Euch an Broder abzuarbeiten, STATT an diesen. Das war mein Argument, was an Dir, Iris, leider völlig vorbeigegangen zu sein scheint. Was ich sagen wollte, war, dass mich jeder zweite FAZ-Leitartikel zu bestimmten Themen immer noch wesentlich mehr nervt als Broder.

    Euch geht es offenbar anders, okay, aber die Frage nach dem Warum stelle ich deshalb genau Euch und nicht der FAZ. Von daher, wie wäre es mit einer Antwort statt mit einem ausweichenden Frag-doch-die-anderen?

    Dazu nebenbei bemerkt, denn den Punkt verpasst Du, Iris, leider ebenfalls: Mir geht es genausowenig wie Dir darum, ob Broder Jude ist, auch wenn ich es interessant finde, dass Du Dich fragst, ob Du anders reagieren würdest, wenn Du Jüdin wärst (hoffentlich nicht, ehrlich gesagt).

    Mir ging es darum, dass er eine bestimmte Position vertritt, die ich jetzt mal als eine Spielart (sagen wir eine noekonservative) von möglichen jüdisch-israelischen Positionen gekennzeichnet habe, zumal Broder diese Sprecherposition ja auch für sich reklamiert.

    Meiner Ansicht nach trägt genau die Reklamierung dieser Sprecherposition durch Broder in der Tat einiges zu der diesbezgl. Aufgeregtheit in der deutschen Blogwelt bei, wobei seine reale Bedeutung maßlos überschätzt wird. Mal im Ernst, ich weiß ja nicht, wo Ihr Euch so bewegt, aber bei mir auf Arbeit oder im Bus oder privat, redet doch keiner über Broder.

    Von daher halte ich Thesen ala Broder hätte eine rassisitsche Anti-Islam-Haltung in Deutschland hoffähig gemacht, für so derartig übertrieben, dass ich gar nicht mehr weiß, was man darauf noch antworten soll. An einer solchen Haltung (mit wechselndem Begründungszusammenhang, erst seit 09/11 ist es Islamismus) strickt doch die halbe Union seit Jahrzehnten mit, vom deutschen Alltagsrassismus ganz abgesehem, von den diversen rechten, christlichen Kulturwert-Leitkultur-Theoretikern-Leiartiklern ganz zu schweigen und so weiter und so fort.

    Aber Broder? Ohne Broder wäre diese Position nicht vorhanden / bzw. hoffähig? Sorry, aber wenn Du, MaloXP, das ernsthaft glaubst, dann werden wir zwischen Deiner Wahrnehmung der Realität (bzw. der wirkungsmächtigen Diskurse) und meiner leider keine Übereinstimmung mehr herstellen können, oder einfacher: Dann lebst Du in einer anderen Welt als ich.

    30.06.2007 um 23:56
  10. 06

    Langweilig:

    Und ich finde diese ganzen Anti-Broder-Weblog-Beiträge in ca. 1500 führenden deutschen Blogs nur noch langweilig. Genauso wie die Leser, die dann immer wieder kommentieren, wie wichtig es ihnen bei all der vermeintlichen Broder-Lobhudelei ist, dass jetzt endlich mal einer Kritik übt…

    Haaaloo, schon mal bemerkt, dass es in allen möglichen Blogs nur so von “Ich find Broder scheiße, weil…”-Artikeln nur so wimmelt? Während mehr als die halbe Blogwelt Broder scheiße findet und es auch schon 1000 Mal aufgeschrieben hat, kommt Ihr auch noch zum 1001. Mal wie aus dem Mußtopf und haltet ein “Man wird doch noch mal sagen dürfen…”-Schild hoch.

    Hallo Frédéric, malo XP, etc.pp.: Kann es sein, dass Ihr längst in der Mehrheit seid? Kann es weiterhin sein, dass Euer Abfeiern Eurer vermeintlichen Minderheitenrolle der unterdrückten moralischen Korrekteheit von derjenigen Broders nicht gerade weit entfernt ist?

    Kann es außerdem sein, dass es echt wesentlich größere und mächtigere und schlimmere Hassobjekte (Nazis und NPD bspw.? / den BdV bspw.? / den G8-Polizeistaat bspw.? / islamistische und sonstige gewaltbereite Fundamentalisten bspw.?) gibt / geben sollte als einen einzigen SPIEGEL-Autor? Jetzt mal ehrlich, selbst wenn wir auf der Ebene der Medien bleiben wollen: Wie viele Anti-Markwort / Anti-Dieckmann / Anti-RTL / Anti-Aust-Artikel habt Ihr so verfasst und wie viele Anti-Broder?

    Und warum nur messt Ihr Broder diese Bedeutung bei, die er gar nicht hat? Kann es schließlich doch sein, dass Euer Redebedürfnis ziemlich wenig mit der realen Bedeutung Broders und ziemlich viel damit zu tun hat, dass Ihr Euch durch Broders aggressive Vertretung einer bestimmten (bei weitem nicht der einzig-möglichen) jüdisch-israelischen Position doch sehr herausgefordert fühlt?

    Un wenn dem nicht so sein sollte, warum dann? Was ist Bedeutung von dies ? (Zitat: “Eine Leiche zum Dessert”)? Warum immer und immer wieder Broder?

    Get it over with, I’m bored!

    28.06.2007 um 16:13

Polizeipsychologie

  1. 05

    Gewaltbegriff:

    Freut mich, dass Euch mein zugegeben etwas launiger Einwurf von gestern Nacht doch noch gefallen hat. Das Problem ist nur: Diese Kritik geht medial völlig unter. Ich habe mal versucht, das in meiner Redaktion zu thematisieren (ohne, dass ich hier Ross und Reiter nennen kann, aber keine Springer-Publikation), ohne jeden Erfolg. Da gehen sofort die Scheuklappen runter, an gewalttätigen Demonstrationen ist eben per se “der schwarze Block” schuld und das war’s.

    Wörtliches Zitat meines Chefs: “Das ist nicht unsere Aufgabe, hier nach Entschuldigungen für die Chaoten zu suchen!” Obwohl es sich ja immerhin um ein renommiertes Medium wie das D-Radio handelt, das einen echten Experten interviewt. Auch eine Art von Schere im Kopf, sad but true.

    05.06.2007 um 13:14

Was nun, Attac?

  1. 04

    Gewaltbegriff:

    Also, dann auch nochmal hier:

    Ich möchte nur mal auf ein Deutschlandradio-Interview mit einem Münchner(!) Polizeipsycholgen(!!) hinweisen, der erstaunlicherweise (oder auch glücklicherweise) über einen viel differenzierteren Gewalt- und Eskalationsbegriff verfügt als ca. 90% der hier Diskutierenden (und auch als Malte neulich und Johnny jetzt. ;-)

    Ich halte aus persönlichen und politischen Gründen auch nicht eben viel davon, Steine zu schmeißen, beteilige mich auch ohnehin nicht an diesem Anti-G8-Ding, weil mir das offen gestanden eh alles zu blöd ist (vor allem Gestalten wie der neue bundesweite Redaktionswitz, das “Huhn aus Kamerun”).

    ABER: So billig sind Gewalt und Staatsgewalt nicht zu trennen und das ist mehr als ein Kalauer. Eine “gewaltfreie” Gesellschaft existiert schlichtweg nicht, zumindest noch nicht, und dass Ihr am Wochenende in Ruhe spazieren gehen könnt, ist zunächst mal nur die Abwesenheit von Gewalt als unmittelbarem Zwang.

    Sorry für die Arroganz, aber soweit sollte man seinen (insert your favorite cultural critic here) dann schon mal gelesen haben (zumindest vielleicht mal den mittlerweile klassichen Foucault oder Stuart Hall oder Agamben), um da wenigstens mal gewisse historisch-kontingente Zusammenhänge parat zu haben.

    Wenn schwer gepanzerte mit Schlag- und Schusswaffen ausgestattete Polizisten mit martialischem Outfit, Pfefferspray, Panzern und Wasserwerfern im Rücken für Euch “friedlich” bzw. “gewaltfrei” sind, na ja… Böswillig zu Ende gedacht könnte man bei solch einer eindimensionelen Analyse (=nämlich, dass Gewalt vor allem und eigentlich ausschließlich gewalttätige Demonstranten meint), selbst einen Polizeistaat südamerikanischer Prägung als “friedlich” beschreiben.

    Also, genug gelabert, hier ist das Interview mit Polizeipsychologe Georg Sieber. Nur mal so als Anregung.

    05.06.2007 um 00:50

Ich war’s nicht

  1. 03

    Gewaltbegriff:

    Ich möchte nur mal auf ein Deutschlandradio-Interview mit einem Münchner(!) Polizeipsycholgen(!!) hinweisen, der erstaunlicherweise (oder auch glücklicherweise) über einen viel differenzierteren Gewalt- und Eskalationsbegriff verfügt als ca. 90% der hier Diskutierenden.

    Ich halte aus persönlichen und politischen Gründen auch nicht eben viel davon, Steine zu schmeißen, beteilige mich auch ohnehin nicht an diesem Anti-G8-Ding, weil mir das offen gestanden eh alles zu blöd ist (vor allem Gestalten wie der neue bundesweite Redaktionswitz, das “Huhn aus Kamerun”).

    ABER: So billig sind Gewalt und Staatsgewalt nicht zu trennen und das ist mehr als ein Kalauer. Eine “gewaltfreie” Gesellschaft existiert schlichtweg nicht, zumindest noch nicht, und dass Ihr am Wochenende in Ruhe spazieren gehen könnt, ist zunächst mal nur die Abwesenheit von Gewalt als unmittelbarem Zwang.

    Sorry für die Arroganz, aber soweit sollte man seinen (insert your favorite cultural critic here) dann schon mal gelesen haben (zumindest vielleicht mal den mittlerweile klassichen Foucault oder Stuart Hall oder Agamben), um da wenigstens mal gewisse historisch-kontingente Zusammenhänge parat zu haben.

    Wenn schwer gepanzerte mit Schlag- und Schusswaffen ausgestattete Polizisten mit martialischem Outfit, Pfefferspray, Panzern und Wasserwerfern im Rücken für Euch “friedlich” bzw. “gewaltfrei” sind, na ja… Böswillig zu Ende gedacht könnte man bei solch einer eindimensionelen Analyse (=nämlich, dass Gewalt vor allem und eigentlich ausschließlich gewalttätige Demonstranten meint), selbst einen Polizeistaat südamerikanischer Prägung als “friedlich” beschreiben.

    Also, genug gelabert, hier ist das Interview mit Polizeipsychologe Georg Sieber. Nur mal so als Anregung.

    05.06.2007 um 00:45

So down under

  1. 02

    Andrea:

    Ja, genau, immer raus mit dem Italien-Hass. Nur:
    1. Italien war mit elf Mann eine Halbzeit lang deutlich überlegen. Allein Luca Toni kann zweimal treffen, muss mindestens einmal.
    2. Die Rote Karte war ein Witz. (sieht die FIFA wohl auch so, denn ein Spiel Sperre für Materazzi ist die niedrigst mögliche Sperre)
    3. Australien hat in 45 Minuten Überzahl nicht eine einzige 100%-ige Torchance herausgespielt, teilweise haben sie 20 Minuten lang nicht mal aufs Tor geschossen.
    4. Welcher Spieler in einer Mannschaft in Unterzahl in der letzten Minute hätte nicht versucht, diesen Elfer zu holen? Wie oft habe ich das in der vergagenen Buli-Saison gesehen? Hätte der ever-so-falling Neuville den für D-Land geholt, würdet Ihr Euch jetzt alle auf die teutonischen Schultern klopfen.
    5. Und (sowieso klar): Immer für jeden Außenseiter sein (die lieben Kleinen), es sei denn D-Land spielt. Und am Ende bloß nicht über Paraguay-USA-Südkorea-Finale reden.
    6. Diesmal aber kommt es anders: Wir sehen uns im Halbfinale (wenn Ihr Argentinien schlagt… :-)

    28.06.2006 um 02:14

In Erinnerung an Karsten Hoffmann

  1. 01

    ralph:

    Ähh, ja, absurd und schockierend ist das schon, diese Fieberstandsmeldungen zu lesen und dann auf einmal einen Todeseintrag. Mein herzliches Beileid an die Famile.

    Ich weiß, es geht mich im Grunde nicht das geringste an, nur weil ich ab und an mal in sein Blog geschaut habe, aber trotzdem fände ich es schon erhellend, zu wissen, woran Karsten denn nun gestorben ist?

    Irgendwie macht mir diese Plötzlichkeit Angst… Warum war er denn nicht im Krankenhaus? Man stirbt doch nicht einfach an einer (Zitat) “starken Erkältung”. Daran stirbt man doch nicht mitten in Berlin, oder? Etwa doch?

    16.04.2006 um 04:48

13.04.2006 um 14:30

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