Ich habe Mitte bis Ende der 80er an einer Langzeitstudie über die Hörfähigkeit von Studenten mitgewerkelt (Messungen gemacht, Statistiken ausgewertet, etc.). Die Studie lief damals schon über 15 Jahre oder 20 Jahre und dürfte heute noch laufen.
Was wir da Ende der 80ern gesehen haben, war erschreckend. Jugendliche zeigten schon Hörschäden, die man Jahrzehnte früher nur bei Arbeitern nach 40 Jahren im Presswerk feststellen konnte. Gerade tiefe Töne waren häufig schon völlig platt. Heute kann man das als Massenphänomen schon ohne Meßgeräte beobachten. Die Penner, die aus dem Auto heraus die ganze Umwelt mit beschallen, der Nachbar mit der lauten Stereoanlage, die MP3-Player-Nerver im Bus, die “Hintergrund”musik in der Kneipe, die angeblich “leiser scheiße Klingt” bekommen häufig nicht mal mehr selber mit, was Sie da tun. Die sind schon im Teufelskreis drin. Ist das Gehör erst mal geschädigt, “knallt” Musik bei normaler Lautstärke nicht mehr, also wird weiter aufgedreht - was dann das Gehör weiter schädigt.
Leider sind die Leute häufig auf einer rationalen Ebene nicht mehr erreichbar, der Gehörverlust ist schleichend und wird daher als normal empfunden. Auch möchte man als junger Mensch “sowas” einfach nicht haben, was nicht sein darf, das nicht sein kann. Wenn jemand sich beschwert, daß der MP3-Player nicht genug Dampf macht, dann sollte man ihm mal einen Gehörtest and Herz legen, nicht eine Bastelanleitung zur Lautstärkeerhöhung.
Vollends pervers wird es, wenn Musiker sich über mangelnde Lautstärke mokieren. Die Amps voll aufdrehen, weil “nur dann klingen die gut” und “der Drummer kann nicht leiser”, ha, ha, ha. So bitter das klingt, aber viele der Jungs sind an der Grenze zur Taubheit und Tinitus gehört zum guten Ton - das ist dann so wie mit Blinden und Farbe …
Oh, bezüglich U-Bahn-Geräusche: Die U-Bahn alleine schädigt weniger, da man sie nach einer gewissen Zeit verläßt. Der Player wird nach Verlassen der U-Bahn jedoch nicht leiser gedreht, auch weil der Hörer sich an den Lautstärkepegel gewöhnt hat. Der Player hämmert dann den ganzen Tag mit der hohen Lautstärke weiter. Das Überdröhnen von U-Bahn-Geräuschen mit dem MP3-Player ist eine sagenhaft blöde Idee.
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Ich habe Mitte bis Ende der 80er an einer Langzeitstudie über die Hörfähigkeit von Studenten mitgewerkelt (Messungen gemacht, Statistiken ausgewertet, etc.). Die Studie lief damals schon über 15 Jahre oder 20 Jahre und dürfte heute noch laufen.
Was wir da Ende der 80ern gesehen haben, war erschreckend. Jugendliche zeigten schon Hörschäden, die man Jahrzehnte früher nur bei Arbeitern nach 40 Jahren im Presswerk feststellen konnte. Gerade tiefe Töne waren häufig schon völlig platt. Heute kann man das als Massenphänomen schon ohne Meßgeräte beobachten. Die Penner, die aus dem Auto heraus die ganze Umwelt mit beschallen, der Nachbar mit der lauten Stereoanlage, die MP3-Player-Nerver im Bus, die “Hintergrund”musik in der Kneipe, die angeblich “leiser scheiße Klingt” bekommen häufig nicht mal mehr selber mit, was Sie da tun. Die sind schon im Teufelskreis drin. Ist das Gehör erst mal geschädigt, “knallt” Musik bei normaler Lautstärke nicht mehr, also wird weiter aufgedreht - was dann das Gehör weiter schädigt.
Leider sind die Leute häufig auf einer rationalen Ebene nicht mehr erreichbar, der Gehörverlust ist schleichend und wird daher als normal empfunden. Auch möchte man als junger Mensch “sowas” einfach nicht haben, was nicht sein darf, das nicht sein kann. Wenn jemand sich beschwert, daß der MP3-Player nicht genug Dampf macht, dann sollte man ihm mal einen Gehörtest and Herz legen, nicht eine Bastelanleitung zur Lautstärkeerhöhung.
Vollends pervers wird es, wenn Musiker sich über mangelnde Lautstärke mokieren. Die Amps voll aufdrehen, weil “nur dann klingen die gut” und “der Drummer kann nicht leiser”, ha, ha, ha. So bitter das klingt, aber viele der Jungs sind an der Grenze zur Taubheit und Tinitus gehört zum guten Ton - das ist dann so wie mit Blinden und Farbe …
Oh, bezüglich U-Bahn-Geräusche: Die U-Bahn alleine schädigt weniger, da man sie nach einer gewissen Zeit verläßt. Der Player wird nach Verlassen der U-Bahn jedoch nicht leiser gedreht, auch weil der Hörer sich an den Lautstärkepegel gewöhnt hat. Der Player hämmert dann den ganzen Tag mit der hohen Lautstärke weiter. Das Überdröhnen von U-Bahn-Geräuschen mit dem MP3-Player ist eine sagenhaft blöde Idee.