Browser?

  1. 109

    Christian:

    Das T-Shirt lässt mich auch schmunzeln. Und trotzdem findet ich, dass man nicht gleich wieder “DIE Politiker!” schreien sollte, sondern sich ruhig weiterhin die Mühe machen darf zu differenzieren. Etwa zwischen der hier natürlich offen zutage getretenen IT-Inkompetenz von Brigitte Zypries und der dagegen durchaus vorhandenen Kompetenz bei ihrem Parteifreund Jörg Tauss.

Would you please explain Europe?

  1. 108

    Christian:

    Vor allem war, denke ich, die Sicherheitspolitik wohl nicht der Grund für die Ablehnung der Charta durch Großbritannien, sondern eher die darin enthaltenen erweiterten sozialen Rechte.

  2. 107

    Christian:

    @ “Musterknaben”: Magst Du nicht vielleicht noch sagen, wer Deiner Meinung nach “diejenigen” sind, die sich dem Plan eines zu “verstaatlichten Europas” (? - “zu verstaatlichenden” ?) angeblich geradezu “anbiedernd” anschließen bzw. “diejenigen”, die “zukunftssicher” ihre “nationale Identität” absichern wollen?

    Bei so vielen plakativen Schlagworten interessiert mich schon, was Du damit eigentlich meinst.

    @ Cosmo: Den Bezug zur Grundrechtscharta sehe ich wie Armin auch eher nicht, weder normal noch sarkastisch betrachtet.

  3. 106

    Christian:

    Frédéric: Danke für die Quelle - der taz-Artikel stellt Polens Verpflichtungen aus der EMRK ja auch dar.

  4. 105

    Christian:

    Übrigens: Wenn ich mich nicht irre, hat der EuGH (bzw. zumindest das Gericht erster Instanz?) die Grundrechtscharta inzwischen schon als Rechtserkenntnisquelle zur Bestimmung der von ihm entwickelten Gemeinschaftsgrundrechte herangezogen (ebenso wie schon vorher die « gemeinsamen Verfassungstraditionen der einzelnen Mitgliedstaaten »). Nach der betreffenden Entscheidung müsste ich aber noch einmal googlen …

  5. 104

    Christian:

    @ Frédéric: Davon hatte ich noch nicht gehört, hast Du da vielleicht eine Quelle? - Generell kann man aber sagen, dass sich für Polen die Rechtspflichten im Ergebnis dadurch wohl nicht sonderlich ändern werden: Wie jeder andere Mitgliedstaat auch ist das Land durch viele andere Rechtsquellen zur Einhaltung von Grundrechten verpflichtet, die mit dem Inhalt der Charta teilweise deckungsgleich sind:

    - Aus der EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention) des Europarats (auf die übrigens schon jetzt in Art. 6 EUV verwiesen wird)

    - aus den nationalen polnischen Grundrechten

    - aus den durch ständige Rechtsprechung des EuGH entwickelten Gemeinschaftsgrundrechten.

    Vieles davon ist deckungsgleich, nur die Rechtsquelle für das betreffende Recht würde dann eine andere sein. Gleiches gilt natürlich für Großbritannien

  6. 103

    Christian:

    Auch das lässt sich leicht beantworten: Das « Problem » mit der Grundrechtscharta war, dass sie für die Mitgliedstaaten bislang nicht rechtsverbindlich (d.h. bindend) war: Sie hatte nach ihrer Schaffung durch den Gipfel von Nizza im Dezember 2000 also eher den Charakter einer « Absichtserklärung », völkerrechtlich verpflichtet waren die Staaten zur Einhaltung aber strenggenommen nicht (um nicht gar von der Möglichkeit einer Individualbeschwerde zu reden …).

    Das sollte sich mit der Europäischen Verfassung in der Giscard-Fassung ändern, danach wäre die Grundrechtscharta für alle Mitgliedstaaten bindend geworden, natürliche und (soweit anwendbar) juristische Personen hätten sich vor dem EuGH und nationalen Gerichten auf sie berufen können. Das ist ja aber bekanntlich am « Nein » der Franzosen und Holländer gescheitert …

    Im jetzt erreichten Kompromiss ist nun vorgesehen, dass die Charta zwar nicht in den Vertrag inkorporiert wird, aber durch eine Fußnote Rechtsverbindlichkeit erlangt - außer in Großbritannien. Also, nochmal in Kürze: Charta bald bindend - außer in Großbritannien.

  7. 102

    Christian:

    @ Jan(TM): Gähn. Willst Du nicht noch ein paar weitere Allgemeinplätze über die Politiker, etc. loswerden?

  8. 101

    Christian:

    Frédéric: Ich finde die Grundlagen eigentlich nicht so kompliziert. Du musst das Drei-Säulen-Modell (2 x EG + GASP + PJZS) verstanden haben und ein paar Grundkenntnisse im allgemeinen Völkerrecht haben, dann ergibt sich das meiste. Sicher, man muss sich damit beschäftigen, verstehen kann man es aber eigentlich schon.

    Es ist auch nichts, was nun spezifisch mit der Europäischen Union zusammenhängt, ähnliche Probleme hat man sicherlich auch, wenn man beginnt, sich mit dem Europarat (der mit der Europäischen Union nichts zu tun hat) auseinanderzusetzen. Oder mit jeder anderen internationalen Organisation.

  9. 100

    Christian:

    Faustus, böse Zungen behaupten, dass es eher ein Gebot Rupert Murdochs ist, der mit « The Sun » und « News of the World » weite Teile des britischen Boulevardzeitungsmarkts beherrscht und seinen Zeitungen ganz offen seine anti-europäischen Überzeugungen diktiert.

  10. 99

    Christian:

    Nun, ob die Franzosen am 29. Mai tatsächlich ausgerechnet zur Grundrechtecharta « Nein » sagen wollten und nicht etwa zu der damals äußerst unbeliebten eigenen Regierung Raffarin, den vermeintlich wirtschaftsliberalen Artikeln der Verfassung oder vielleicht sogar zu den « plombiers polonais » (um auch einmal einen häßlichen Aspekt des französischen « Neins » anzusprechen!), darüber kann man mit Sicherheit streiten.

    Abgesehen davon habe ich den Eindruck, dass in der Blogosphäre ausgerechnet dann immer allen die Komplexität juristischer Texte auffällt, wenn es um Europa geht - sonst eher nicht. Allgemein gesagt (ohne, dass ich das Deinem Post vorwerfen möchte): Offenbar ist Euro-Bashing für Blogs ziemlich lohnend, man kann schön polemisieren, muss nicht allzu tief in die juristische Materie einsteigen (die anderen tun es ja auch nicht), und ist sich des schnellen Applauses trotzdem sicher …

    Deine drei Kritikpunkte sind berechtigt, allerdings weiß ich nicht, wie man sie derzeit besser regeln sollte: Das Ergebnis ist einfach ein Kompromiss, der zwischen 27 (!) Staaten zustande kommen muss. Das war in Europa in den letzten 50 Jahren schon so (abgesehen davon natürlich, dass sich in der EWG-6 Kompromisse natürlich leichter finden ließen).

    Deshalb meine Frage: Wenn, wie Du schreibst, das nicht Dein Europa ist, wie sieht denn dann Dein Europa aus?

Erregungsstörung

  1. 98

    Christian:

    Malte, Spiegel Online hat gerade eine hervorragende Glosse von Claus Christian Malzahn dazu veröffentlicht: Big Brother im Tiefflug. Lesen!

    Christian

Beinahe gleiches Recht für alle

  1. 97

    Christian:

    Full ACK, Jan2!

  2. 96

    Christian:

    Wer nach Rostock gefahren ist und dort mit Pflastersteinen auf andere Menschen wirft, dürfte das nicht ganz aus Versehen getan haben, sondern sie dabei auch verletzen wollen. Zehn Monate Haft ohne Bewährung scheinen mir als Strafmaß dafür nicht unangemessen (§ 224 I StGB hat übrigens aktuell einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen von drei Monaten bis zu fünf Jahren, das nur mal so als Anmerkung).

    Der Fall der von ihrer Behörde für Abschiebungen schlecht bis gar nicht ausgebildeten Bundesgrenzschutzbeamten lässt sich damit nicht wirklich vergleichen, finde ich (eignet sich aber natürlich hervorragend zum Polemisieren, wie die teilweise wirklich bizarren Kommentare hier zeigen).

    Recht hast Du allerdings mit der Kritik an der Aufarbeitung der Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen, Malte. Warum hast Du das nicht als Aufhänger genommen?

Videorätsel 1: France Gall

  1. 95

    Christian:

    P.S.: Bei der Gelegenheit sollte man natürlich auch noch den “Klassiker” unter den Skandalen der französischen Fernsehgeschichte erwähnen: Gainsbourg trifft Whitney Houston bei Michel Drucker … ;-)

  2. 94

    Christian:

    Ups, pardon! :-) - Also, deutsche Übersetzung:

    Serge [leicht hinterhältige Unschuldsmiene]: Ja, gut. Erklären Sie mir den Text der “Sucettes”.

    France Gall [naiv]: … da ist ein kleines Mädchen, das gerne Lutscher mag, die sie sich für ein paar Pennies im Drugstore kauft … äh … das ist doch alles, oder?

    Serge [kurzes, vielsagendes Schweigen]: … einverstanden!

  3. 93

    Christian:

    … aber das ist alles nur die halbe Geschichte. :-) Es gibt neben dem Clip nämlich tatsächlich noch französische Wochenschauaufnahmen aus den Sechzigern, in denen sich Serge von France Gall den Text von Les sucettes vor laufender Kamera “erklären” lässt:

    Serge [leicht hinterhältige Unschuldmiene]: Oui, bon. Expliquez-moi le texte des “sucettes” …
    France Gall [naiv]: … c’est une petite fille, qui aime bien les sucettes, qu’elle achète au drugstore pour quelque pennies … hein … et c’est tout, non?
    Serge: … d’accord.

Clinton got a blowjob

  1. 92

    Christian:

    @bildungsflüchtling:

    O.k., wenn man Dich so verstehen kann, gebe ich Dir wiederum Recht. :-)

  2. 91

    Christian:

    @ bildungsflüchtling (8)

    So einfach ist das nun aber auch nicht!

    Die Aussage, Clinton habe die meisten Länder bombardiert, die je ein Präsident in Friedenszeiten habe bombardieren lassen, sagt unabhängig davon, ob sie nun stimmt oder nicht, erst einmal wenig über die Militäraktionen im Einzelnen aus: Der US-Einsatz in Somalia wurde noch unter Bush senior beschlossen und fand im übrigen auf Bitten der Vereinten Nationen statt. Die Androhung militärischer Gewalt gegen Haiti hat geholfen, dort eine demokratisch gewählte Regierung wieder ins Amt zu bringen, die zuvor von putschenden Militärs aus dem Land gejagt worden war. Auch die Hintergründe des Kosovokriegs sind mit Bush juniors “WMD-Disaster” ja wohl kaum zu vergleichen. Insgesamt wird Clinton heute eher noch vorgeworfen, zu zögerlich mit Militäreinsätzen gewesen zu sein, etwa was Ruanda oder Bosnien (Srebrenica!) betrifft.

    Auch was die “social security” angeht, könnte man ja fairerweise mal erwähnen, dass Clinton ab 1994 mit einem von den Republikanern kontrollierten Senat und Repräsentantenhaus zu tun hatte, der so ziemlich alles verwarf, was Clinton sozialpolitisch ursprünglich einmal anvisiert hatte.

    Diese ganzen Probleme hatte George W. Bush nicht, er hatte über Jahre hinweg eine stabile Mehrheit im gesamten Kongress, und dennoch hat er es geschafft, so ziemlich alles an die Wand zu fahren. Eric Schwartz hat Recht!

StudiVZ: Jetzt ist aber Freierabend

  1. 90

    Christian:

    Der Verlinkung auf Spiegel Online nach zu urteilen scheint es, als ob der Autor dort die Pointe mit dem “Freierabend” gar nicht bemerkt hat …

Pressemitteilung: Spreeblick kauft Blocks

  1. 89

    Christian:

    Jil Sander?

Spaß mit SpOn

  1. 88

    Christian:

    Ist SpOn gerade gehackt worden oder ist das ein neues Ressort?

Let’s ask for peace in the Middle East

  1. 87

    Christian:

    Ein ziemlich guter Text des deutschen Schriftstellers Henryk M. Broder:

    http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,429217,00.html

  2. 86

    Christian:

    Du findest also, paraphrasiert, dass der Zweck die Mittel heiligt. Leider ist Israel aber hier nicht der eindeutige moralische Sieger, sonst würden wir nicht diskutieren.

    Nein, das habe ich nicht gesagt. Ich habe etwas zur Rechtmäßigkeit der Angriffe geschrieben, nicht zur Moral:

    Insofern gibt es diesmal bis jetzt aus rechtlicher Sicht am israelischen Vorgehen wenig auszusetzen. Das muss ich erstmal akzeptieren, ob es mir in den Kram passt oder nicht.

    Übrigens auch erst auf Deinen Vorwurf hin, ich läge da falsch (wozu ich jetzt leider nichts mehr von Dir gehört habe).

    Dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung hat, unbenommen.

    Schön.

    Allerdings definiere ich Selbstverteidigung anders.

    Ah ha. Wie denn?

  3. 85

    Christian:

    Noch etwas: Wenn Du den Maßstab von legaler oder illegaler Kriegsführung in diesem Krieg anwenden möchtest …

    Ja, natürlich, maloXP, Du etwa nicht?

    … dann tue das bitte für beiden Seiten.

    Das tue ich bereits. Einschlägig sind dabei die Artikel 48 ff. des ersten Zusatzprotokolls zu den Genfer Abkommen. Die verbieten bei der Selbstverteidigung aber nur sogenannte unterschiedslose Angriffe gegen zivile Ziele, das findest Du in Artikel 51 Absatz 4 ZP I. Im Völkerrecht werden originär zivile Ziele aber mit militärischer Nutzung durch eine Konfliktpartei auch zu militärischen, die angegriffen werden dürfen. Ob der Einsatz von „Streubomben“ schon zur Unterschiedslosigkeit des Angriffs im Sinne von Artikel 51 Absatz 4 und 5 ZP I führt, ist meines Wissens nach unter Völkerrechtlern noch ziemlich umstritten. Insofern gibt es diesmal bis jetzt aus rechtlicher Sicht am israelischen Vorgehen wenig auszusetzen. Das muss ich erstmal akzeptieren, ob es mir in den Kram passt oder nicht.

    Israels Regierung will Frieden.

    Warum machen sie dann keinen?

    Vielleicht schon mal auf die Idee gekommen, dass dazu zwei gehören?

    “Hey Libanesen, wir zerstören in zwei Stunden eure Häuser. Hoffentlich habt ihr Zelte und Schlafsäcke am Start, sonst geht ihr nämlich drauf. Sorry, ist halt notwendig weil bei euch im Viertel ein paar Hisbollahs abchillen. Nicht sauer sein.” Hast Du dich schonmal gefragt, wie “für die Aufrüstung und Kriegsführung der Hisbollah relevante Infrastruktur” aussieht? So? Oder so?

    Ja, habe ich, übrigens schon ein paar Posts vor Dir. Einfach mal oben lesen, Post 13.

  4. 84

    Christian:

    Um auch noch einen Link in die nun doch entflammte Diskussion zu werfen: ;)

    Spiegel Online: Warum Israel richtig reagiert

  5. 83

    Christian:

    Das habe ich auch schon ‘gehört’. Weiss leider nicht mehr wo. War es auf CNN, n-tv oder Tagesschau. Keine Ahnung. Meinst Du weil es in mehreren freien Medien zu hören /lesen war ist es wahr?
    Ein Krieg ist immer schmutzig und nie gerecht. Es gibt in keinem Krieg richtig und falsche Taktiken.

    Doch, Georg, es gibt sehr wohl legale und illegale Kriegsführung. Kämpfer und Waffen bewusst in (libanesischen) Wohngebieten zu plazieren ist ein krasser Verstoß gegen geltendes Völkerrecht, nämlich gegen Artikel 51 Absatz 7 ZP 1 Genfer Abkommen über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (für die, die es genauer wissen wollen).

    Glaube nicht, dass die Informationen, welche die (westlichen) Medien Dir vorsetzten Dir wirklich helfen, den Konflikt zu verstehen.

    [Ironie]Ja, ja, die westlichen Medien … eine einzige dekadente Verschwörung! Aber zum Glück gibt es da ja die aufrechten Tageszeitungen Arabiens, jede einzelne von ihnen unabhängig und frei von Einflüssen der Obrigkeit, die in schon jahrzehntelanger Tradition die überbordernde Pressefreiheit ihrer Heimat nutzen, um investigativen Journalismus zu zelebrieren …[/Ironie] - Bei allem Respekt, aber auf solche Allgemeinplätze erwartest Du doch wohl selbst keine ernsthafte Antwort, oder?

    Oder schaust und verstehst Du auch Al-JasiraTV? Zur Meinungsbildung gehört immer sich beide Seiten anzuhören!

    Zum ersten: Ich schaue gelegentlich mal auf die englischsprachige Website von الجزيرة, ja. Und entdecke da allerdings nichts, wodurch sich mir der Sender als besonders glaubwürdige Quelle aufdrängt. Ansehen lässt es sich natürlich trotzdem.
    Zum zweiten: Ich glaube kaum, dass ich mir wirklich stundenlang Sendungen des nordkoreanischen Staatsfernsehens ansehen muss, um den Atomkonflikt mit Nordkorea zu verstehen. Sich aus möglichst vielen Quellen zu informieren ist das eine, danach anhand der Qualität der Quellen sinnvoll zu gewichten das andere …

  6. 82

    Christian:

    So, jetzt habe ich das gleiche wie (zwischenzeitlich) Matthias geschrieben, nur viermal so viel Platz dafür gebraucht, pardon … „Kommentar wartet auf Freigabe“!

    @Malte: Sorry, sollte keinesfalls oberlehrerhaft klingen, fiel mir nur auf. - Schöne Analogie zur deutsch-französischen Freundschaft übrigens, da habe ich durchaus auch Sinn für ein bischen Pathos. :)

  7. 81

    Christian:

    Aber eigentlich ging es ja um das individuelle Leid und die persönlichen Zeugnisse einzelner abseits der großen Politik und deshalb will auch ich nicht weiter an der „Konfliktfalle“ buddeln. ;) Natürlich ist es gut, dass sich heutzutage auch in Krisengebieten eine kleine Elite per Internet artikulieren kann - und sei es „nur“ über YouTube (nebenbei bemerkt: Im Nahen Osten hat im Durchschnitt auch bis heute nur etwa jeder Zehnte überhaupt Zugang zum Netz, auch darüber sollte man sich keine Illusionen machen).

    Die eigentlich interessante Frage aber ist doch: Was folgt daraus? - Für mich persönlich sicherlich, dass ich mich ständig dazu zwinge, mich daran zu erinnern, dass Krieg nie „sauber“ sein oder es irgendwann einmal werden kann. Aber darüber hinaus? Etwa die Antwort darauf, ob ein Krieg im Einzelfall noch gerechtfertigt ist oder nicht? - Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich muss dabei immer an die Passage mit der trauernden Soldatenmutter in „Fahrenheit 911“ denken und an das schlechte Gefühl, dass ich dabei mit der Machart des Films hatte. Während Michael Moore die Bilder der trauernden Mutter dazu benutze, sein Publikum davon zu überzeugen, dass der Irakkrieg falsch war, wurde mir eigentlich immer klarer, dass sie den Krieg nicht etwa deshalb ablehnte, weil er falsch war (… Langfassung: … weil er mit Gründen gerechtfertigt wurde, die letztendlich nicht existierten und weil er ohne eine ausdrückliche Ermächtigung des UN-Sicherheitsrates wohl völkerrechtswidrig war), sondern einzig und allein deshalb, weil sie dadurch ihren Sohn verloren hatte; wäre er noch am Leben, wäre sie wahrscheinlich immer noch eine glühende Befürworterin des Krieges.

    Was die amerikanische Soldatenmutter mit den Teenagern im Nahen Osten und ihren YouTube-Videos gemein hat: Persönliche Zeugnisse individuellen Leids wird man praktisch mit jedem bewaffneten Konflikt finden. Hätte Moore 60 Jahre früher gelebt, er hätte wohl ähnliche Bilder von amerikanischen Soldatenwitwen drehen können, deren Männer ihr Leben an den Stränden der Normandie ließen. Änderte sich dadurch etwas an der Legitimität des Krieges gegen Hitler? - Wohl kaum. Deshalb habe ich bei den YouTube-Videos auch eher gemischte Gefühle: Natürlich vermitteln sie eindrucksvoll persönliche Schicksale (zumindest die, die tatsächlich von Teenagern aus der Region stammen); aber manche benutzen sie auch in einem Kontext, in dem sie sie unausgesprochen mit Forderungen verbinden.

    Natürlich ist man, wie Ihr schreibt, kein Zyniker, wenn man akzeptiert, dass diesen Leuten, egal auf welcher „Seite“ sie leben, die wahren Hintergründe ziemlich egal sind, solange ihre Wohnungen zerstört und ihre Freunde getötet werden. Aber wird man andererseits zwangsläufig dadurch zum Zyniker, dass man einen Krieg selbst dann noch befürwortet, obwohl man solche Zeugnisse schon gesehen hat - weil man ihn trotzdem für richtig und unvermeidbar hält (sicherlich, wenn man als Pazifist militärische Gewalt auch als ultima ratio ablehnt, stellen sich solche Fragen überhaupt nicht)? - Ich finde nicht.

    Ich weiß gar nicht, ob Euer Text einen solchen Umkehrschluss überhaupt zulässt; vermutlich nicht. ;) Aber sollte das vielleicht noch jemand in den Kommentaren schreiben, soll das hier meine Antwort sein.

  8. 80

    Christian:

    Ach ja, Zahlen:
    Israel hat knapp sieben Millionen Einwohner, der Iran, Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien beinahe 200 Millionen. Um nur ein paar Staaten dieser Region zu nennen, die das Existenzrecht Israels bestreiten.

    Ägypten bestreitet Israels Existenzrecht?! - Aber hallo, das Gegenteil ist der Fall! Mit dem israelisch-ägyptischen Friedensvertrag vom 26. März 1979 haben sich beide Staaten gegenseitig offiziell anerkannt. Ebenso Israel und Jordanien im israelisch-jordanischen Friedensvertrag vom 25. Juli 1994. Nur um ein paar Staaten in dieser Region zu nennen, in denen gemäßigte Regierungen das Sagen haben. ;)

    Was Renes Opferzahlengrafiken angeht, muss man natürlich sagen, dass diese auf libanesischer Seite unter anderem auch deshalb höher ausfallen, weil die Hisbollah grundlegende Regeln der Kriegsführung missachtet und Kämpfer und Waffen bewusst in libanesischen Wohngebieten plaziert. Mit diesem Spiel werden gleich zwei Ziele verfolgt, einerseits natürlich, sich selbst vor militärischen Angriffen abzuschirmen und andererseits, sollte der Gegner sein Recht auf Selbstverteidigung wider Erwarten doch wahrnehmen, nach einem Angriff möglichst gut auszuschlachtendes Fernsehmaterial mit vielen zivilen Toten in Trümmerwüsten zu haben. Das nur, weil gerade von Zynismus die Rede war …

Richtmikrofon

  1. 79

    Christian:

    marx,

    selbst wenn der fragliche Schiedsrichter den Kopfstoß nicht per Video, sondern mit eigenen Augen gesehen haben sollte, ist meinem Wissen nach der eigentlich strittige Punkt der, dass der vierte Schiedsrichter überhaupt nicht hätte gefragt werden dürfen.

    Nach den FIFA-Regeln unterstützen die beiden Schiedsrichterassistenten (umgangssprachlich “zweiter” und “dritter” Schiedsrichter) den Hauptschiedsrichter bei der Spielleitung, also bei allem, was auf dem Feld passiert. Der vierte Schiedsrichter soll lediglich Auswechslungen kontrollieren und das Umfeld überwachen (Verhalten der Fußballtrainer, der Auswechselspieler und der Offiziellen und Platzordner), ist aber nicht für das Geschehen auf dem Spielfeld zuständig. Siehe auch Wikipedia zum Thema. Aber korrigiert mich, wenn Ihr Euch kompetenter glaubt …

    Zizou wird sich heute abend übrigens laut Équipe auf Canal Plus erklären …

Felicitazione!

  1. 78

    Christian:

    Oh ha! Jetzt müssen schon Töchter von Bekannten und ihre Mütter dafür herhalten, die sich anbahnende Stildiskussion im Keim zu ersticken … :-)

Bei Geburt getrennt?

  1. 77

    Christian:

    Willy Brandt und Gainsbourg also. Glücklich ist der, den die Musen so küssen! :)

Felicitazione!

  1. 76

    Christian:

    P.S.: Wenigstens hatten die Italiener gestern abend di Canio nicht auf dem Platz, der wäre warscheinlich bei der Siegesfeier abgeführt worden … ;-)

  2. 75

    Christian:

    Allez les Bleus, vous êtes les meilleurs, vous restez toujours les meilleurs! Nach den Spielen gegen die USA, gegen Australien und nun gegen Frankreich gibt es eigentlich nur eine Mannschaft, der ich den Titel nicht gönne: Italien! :-) Diese Unfairness, dieser Chauvinismus …

    Es ist ja alles “nur Fussball”, aber trotzdem: Dieser fragwürdige italienische Sieg ist irgendwie symbolisch für den durch und durch unsympathischen Weg, den dieses an sich großartige Land seit der zweiten Regierung Berlusconi eingeschlagen hat: In Sachen Pressefreiheit belegt Italien heute im internationalen Vergleich Platz 77 (”teilweise frei”) - zusammen mit der Mongolei. Und wer (wie ich) gehofft hatte, Romano Prodis “Ulivo” würde gegen Berlusconi wenigstens einen deutlichen Sieg davontragen … Pustekuchen! Stattdessen haben auch nach vier Jahren beinahe noch die Hälfte aller wählenden Italiener für einen Premier gestimmt, dessen Verachtung für den Rechtsstaat in Europa wirklich einmalig ist. Ich würde mich nicht wundern, wenn schon morgen unter dem Eindruck des Weltmeistertitels der Fussball-Skandal der italienischen Liga unter den Tisch gekehrt ist. Die Zeit von “mane pulite” und Staatsanwälten, die bereit waren, für Recht und Gerechtigkeit ihr Leben unter Autobahnbrücken auszuhauchen, scheint fürs Erste vorbei zu sein …

Go-Areas

  1. 74

    Christian:

    Ein bischen vergeßlich, was Erwin?

    Grüße nach Mölln,

    Christian

Für das Wochenende

  1. 73

    Christian:

    Vielen Dank für den Link! Einfach grandios. Besonders empfehlenswert bisher seine Interpretation der Sarabande aus Bachs zweiter Cellosuite, 3. Folge des Podcasts!

    Wie wär’s eigentlich mal mit Sätzen aus Bach-Suiten im Musik-Rätsel des Spreeblick-Podcasts? Dein Pop-Publikum wird sich bestimmt nicht beschweren, dass es wieder zu einfach war, und ich könnte auch mal eine Lösung einschicken … ;)

Mac-Profis gesucht

  1. 72

    Christian:

    Ich hatte ein möglicherweise vergleichbares Problem mit einem (marginal älteren) Canon S750: Während er direkt an einem iBook angeschlossen ohne Probleme mit den Canon-eigenen Treibern funktioniert, ist er an einem LevelOne FPS-3002USB Print-Server von diesen nicht zu finden. Mit dem Apple-eigenen CUPS-Treiber für Canon-Drucker wird er problemlos gefunden, allerdings gibt es keinen speziellen S750-Treiber, so dass die Ausdrucke trotzdem streifig-unbrauchbar bleiben.

    Quintessenz nach einem Monat Recherche inklusive Usenet: Canons eigene Treiber unterstützen offenbar nur USB-Kabel und noch Bonjour (ehemals Rendezvous). Hat Canon da an CUPS “vorbeiprogrammiert”!? Am Print-Server einer Apple Airport Extreme-Basisstation klappt es, wenn man auf den Drucker über Bonjour zugreift (bereits oben erwähnt).

    Keine Ahnung, ob das auch für einen i965 gilt, es klingt allerdings fast danach …

The Beastles

  1. 71

    Christian:

    Wenn schon von Mashups die Rede ist, darf eigentlich George W. Bushs Cover-Version von U2s “Sunday Bloody Sunday” nicht fehlen. :-)

Haftung für Foreneinträge

  1. 70

    Christian:

    Danke, Sanníe!

  2. 69

    Christian:

    Ich habe gerade einmal die entsprechende Richtlinie (2000/31/EG) überflogen: Sie bestimmt meines Erachtens nach eindeutig, dass die Mitgliedstaaten in ihren Umsetzungen in nationales Recht den Dienstbetreibern keine Überwachungspflicht aufbürden, Art. 15 Abs. 1 RL 2000/31/EG. Ablauf der Umsetzungsfrist war übrigens der 17. Januar 2002, Art. 22 Abs. 1.

    Weiß zufällig jemand, wie und wo der deutsche Gesetzgeber das umgesetzt hat?

MP3Tunes

  1. 68

    Christian:

    @Acid: Sorry, aber ich vermag den Bezug zu meinem Kommentar immer noch nicht zu erkennen. Du tust hier so, als seiest Du bei der normalen MP3tunes-Nutzung als Backup-Medium (Stichwort “iDisk”) in Deutschland sofortiger Strafverfolgung ausgesetzt (… andere Auffassung: Das Gesetz!, siehe oben. Aber egal … ;-)), wobei Deine sämtlichen Heise-Links auf Fälle verweisen, in denen Leute ihre Kopien mit einem (potentiellen) Millionenpublikum geshared haben. Das ist in etwa so, als würde ich hier behaupten, Autofahren sei jetzt strafbar und das mit einem Fall belegen, in dem ein Autofahrer einen anderen vorsätzlich überfahren hat … ;-)

    Eine Novelle des Urheberrechts ist in der Tat geplant, sie rührt das Recht auf die Privatkopie in § 53 I UrhG aber nicht an und ändert an unserem Beispiel mit den CDs folglich rein gar nichts. Das alles läßt sich leicht nachlesen im Entwurf des Bundesministeriums der Justiz, der hier erhältlich ist bzw. übersichtlicher kurzkommentiert hier.

    Abseits davon: Nic und Johnny haben ja schon darauf hingewiesen, dass es im Moment noch nicht wirklich praktisch ist, seine Musiksammlung im Netz zu speichern. Aber es ist wohl nicht unwahrscheinlich, dass sich die Bandbreiten, die uns Privatmenschen zur Verfügung stehen, sich massiv erweitern und es dadurch in den kommenden Jahren technisch durchaus realistisch wird, seine Festplatten komplett ins Netz zu verbannen. Irgendwie wäre es schon ein Treppenwitz der Geschichte, wenn sich der schon bei Geburt toterklärte Netz-PC so doch noch durchsetzen würde … ;-)

    Das viel größere Problem sehe ich eigentlich darin, dass ich mit so einem Dienst wie Mp3tunes einem privaten Anbieter ein komplettes Data-Mining darüber ermögliche, was ich so an Musik höre. Das ist natürlich nichts, was nur MP3tunes betrifft, sondern ein generelles Problem, was man auch bei Gmail oder den diversen iDisk-Varianten hat. Aber ich will es nicht, und das ist mein ganz persönlicher Grund, so etwas wie MP3tunes nicht zu benutzen.

  2. 67

    Christian:

    @Acid: Schön und gut, aber irgendwie sehe ich den Bezug zu meinem Kommentar nicht. Dass Du Deine eigenen ungeschützten Audio-CDs nach wie vor legal rippen darfst, ist kein Gespinst meiner ausufernenden Phantasie, sondern schlichtweg Wortlaut von § 53 UrhG. Insofern überhaupt kein Problem mit MP3tunes, solange Du nicht sharest.

    Dein Heise-Link beschreibt einen juristisch völlig anderen Sachverhalt, nämlich die Umgehung des “Kopierschutzes” (in Anführungszeichen, da technisch natürlich nicht Red Book-konform) einer Audio CD, legaldefiniert in $ 95 a II UrhG. - Einfach nachlesen, absolutely no need to get paranoid! :-)

  3. 66

    Christian:

    @Acid (Nr. 3): Das Rippen eigener CDs ist auch nach der Urheberrechtsnovelle legal, solange diese nicht kopiergeschützt sind.

Auch anderswo diskutiert man gerne

  1. 65

    Christian:

    @hugo: Um es noch diplomatisch zu sagen: Sartre war abseits seines Werkes für viele nicht die integerste, angenehmste Persönlichkeit. Sowohl charakterlich wie auch in seinem Weltbild. Nach dem Krieg produzierte er sich trotz eher bescheidenen Beitrags als großer Widerstandskämpfer der résistance. Wobei übrigens das erste, was er nach der Entlassung aus deutscher Kriegsgefangenschaft unternahm, eine ausgedehnte Fahrradtour an die Côte d’Azur gewesen sein soll (während andere wie etwa Albert Camus in Paris den Kopf hinhielten).

    Noch bis in die fünfziger Jahre hinein war Sartre völlig unkritisch gegenüber dem Stalinismus, was letztendlich auch zum Bruch mit Camus nach dessen “L’homme revolté” führte, den er danach regelrecht “mobbte”. Später idealisierte er Fidel Castro und in den siebziger Jahren dann den Terror der deutschen RAF.

    Über Sartres Charakter berichtet die Philosophin Bianca Lamblin sehr offenherzig in ihren Memoiren, etwa wie er sich von Simone de Beauvoir reihenweise seine eigenen Schülerinnen zuführen ließ (Bianca Lamblin: Memoiren eines getäuschten Mädchens, Rowoht 1994, sehr empfehlenswerte Lektüre!).

    Keine Ahnung, inwieweit sich die V.i.S.d.P.-Leute mit Sartres Biographie auskennen, ich würde es aber nicht unbedingt als Schmeichelei verstehen … ;-)

Ohne Gewähr

  1. 64

    Christian:

    Könnte ja immerhin sein, dass da ein Vetter bei Infratest-Dimap sitzt. ;)

  2. 63

    Christian:

    Quelle?

Kreuzberger Fernseher gesucht

  1. 62

    Christian:

    Habe selbst zwar nicht mal einen Fernseher, allerdings noch eine Ausgabe der Macwelt mit einem Test Mac-tauglicher DVB-T-Empfänger, der speziell auf die Empfangsbedingungen in der Berliner Innenstadt eingeht. Formac hat ihn wegen einer positiven Besprechung eines Formac-Produkts noch online.

    Quintessenz: Durchaus nicht immer unproblematisch, genaue Antennenausrichtung ist wichtig:

    Auch im digitalen Zeitalter gehören Verrenkungen des Zuschauers zur optimalen Ausrichtung der Antenne nicht der Vergangenheit an. Dazu ein kurzer Ausflug in die Hochfrequenztechnik: Radio- und Fernsehsignale werden horizontal oder vertikal polarisiert ausgestrahlt, auf Empfängerseite bedeutet dies, die Antenne entweder waagerecht oder senkrecht auszurichten, die Verkürzung einer Teleskopantenne durch einfaches Einschieben bewirkt eine optimale Anpassung an die Wellenlänge.

Mobcast, anyone?

  1. 61

    Christian:

    Nicht ausprobiert, aber: iPod (falls schon vorhanden) + iPodLinux + Micro?

Podcast 7.9.2005

  1. 60

    Christian:

    Woher kommt denn das “A Hard Day’s Night” in Stereo?!

Bildtitel gesucht

  1. 59

    Christian:

    Die Neue Mitte.

Nicht genug Autos

  1. 58

    Christian:

    @Tor: Was mir an dem verlinkten Kommentar mißfällt, ist, dass er sich offenbar überhaupt nicht einmal vorstellen kann, es könne Menschen geben, die es sich schlichtweg nicht leisten können, mal eben in ihr (nicht vorhandenes) Auto zu steigen und 400 Kilometer ins Landesinnere zu fahren:

    The guy who runs this building I’m in. Emergency management. He’s responsible for everything. His mother was trapped in St. Bernard nursing home and every day she called him and said. Are you coming. Son? Is somebody coming? And he said yeah. Mama. Somebody’s coming to get you.. Somebody’s coming to get you on Tuesday. Somebody’s coming to get you on Wednesday. Somebody’s coming to get you on Thursday. Somebody’s coming to get you on Friday. And she drowned Friday night. — Aaron Broussard

    Gesehen auf onegoodmove.org (QuickTime, 6,7 MB), die auch sonst sehr interessante Clips zum Thema zeigen.

Speaking up

  1. 57

  2. 56

    Christian:

    Don, gab es da nicht schon einmal etwas? - Habe den Link gerade nicht parat, aber ich glaube, es stand hier auf Spreeblick.

Nicht genug Autos

  1. 55

    Christian:

    @Johnny: Deine Probleme mit Anti-Amerikanismus-Vorwürfen in allen Ehren, aber als was würdest Du denn diesen qwertzirgendwas-Text da oben (lange übrigens keinen so schlecht geschriebenen Text mehr gelesen!) bezeichnen?

    Etwas anderes als ausländerfeindlicher Scheiß!, von der NPD abgeschrieben, fällt mir dazu einfach nicht ein (wo der Herr sich politisch selbst einordnet, weiß ich nicht, ist mir aber auch egal).

Speaking up

  1. 54

    Christian:

    Glückwunsch - das nenne ich Investigativ-Journalismus. Jetzt dem Artikel noch die Domain http://www.spiegel-online-lies.com/ spendieren und die Lautgeben-Macher werden die wahren Nachfolger von Günter Wallraff! :-)

Nicht genug Autos

  1. 53

    Christian:

    Übrigens: Diesen Leserbrief hat Spiegel Online gerade veröffentlicht:

    I’ve seldom been as upset about an article as I was about your reporting on Trittin. If anyone is doing something to damage German-American relations, it’s Spiegel Online. According to the Frankfurter Rundschau, the article was published at a time on Monday when “Katrina” was already starting to slow down and it looked like it hadn’t done as much damage as people thought it might. Nobody had any clue there would be deaths in the three digits. The only way to conclude that this was tasteless is to look at it in retrospect. To put a picture of Jürgen Trittin smiling to accompany the English version of Claus Christian Malzahn’s polemic is especially dastardly and will certainly produce the harsh reactions from the USA that you are seeking.

    “No pledges of aid money, no announcements of immediate help — although finally, two days later, the German interior minister did manage to come out with a hesitant offer of assistance,” the editorialist writes, barely one day after the scope of the catastrophe became apparent. The Americans themselves aren’t even sure what to do yet. So what do Germans even have to offer at this point in time other than their sympathy? Busses to help in evacuation? The German Army to stop the looting? Did the Americans send an especially high volume of donations to Germany during the 2002 floods on the Elbe River? No. Why? Because it wasn’t needed - and the same holds true today. And drawing World War II into this is totally absurd. The effects of this hurricane are catastrophic and horrifying. Nevertheless, it’s not the entire country that’s in a state of emergency.

    It goes without saying to anyone that Germans and the German government are ready to help — so far as it makes sense to do so.

    I get the feeling here that a journalist is just trying to raise his own profile - at the cost of Jürgen Tritten and, above all, German-American relations. He obviously succeeded, as the volume of e-mails shows. If I were his boss, I’d fire him.

    - Jörg Fischer, Berlin

  2. 52

    Christian:

    Guter lautgeben.de-Artikel, aber solange ihn niemand ins Englische übersetzt und dort verlinkt, wo auf das fragwürdige Trittin-Dossier verwiesen wird, wird er wohl folgenlos verhallen … und trotzdem: Trittins Artikel war in diesem Zusammenhang saudumm, geschmacklos und einfach nur peinlich. Egal ob Dienstag oder Mittwoch abend.

    Was Gerhard Schröders Hilfsangebot mit “Bush in den Arsch” kriechen zu tun hat, kann ich absolut nicht nachvollziehen - so ein Blödsinn! - Es war das beste und einzig richtige, was er in dieser Situation tun konnte. So.

Wahl-OS

  1. 51

    Christian:

    - SPD = BeOS? (In vielen Dingen besser, aber im Moment leider trotzdem geringe Erfolgsaussichten).

    - Was Lautstärke, mangelnde Sachlichkeit und Militanz des Auftretens angeht passt der Vergleich Linkspartei = Amigauser ziemlich gut. (duck!) ;-) Oder vielleicht Linkspartei = Vaporware?

    - IBM hat übrigens die Weiterentwicklung von OS/2 nun endgültig begraben. Das lässt darauf hoffen, dass es auch mit der FDP rasant bergab gehen wird …

Ich möchte Teil einer Liste sein

  1. 50

    Christian:

    @Jochen: Sieh an, so schnell kann’s gehen. Vor zwei Stunden stand dort noch: “erledigt, bleibt”.

  2. 49

    Christian:

    Johnny Haeusler ist erledigt. ;)

  3. 48

    Christian:

    Beeindruckend, sogar noch fünf Plätze vor dem fliegenden Spaghettimonster … ;)

Christlicher Rat

  1. 47

    Christian:

    Um zum Schluss noch einmal zum eigentlichen Robertson-Statement zurückzukommen: Für den wohl besten Kommentar haben wieder einmal Jon Stewart & The Daily Show gesorgt (WindowsMedia, sorry!). :-)

  2. 46

    Christian:

    @Alexander (Zielpublikum): Ich habe Dich nicht in die “Benedict-Schublade” (was immer das sein soll) gesteckt, sondern die Kritik an den Standpunkten des neuen Papstes verteidigt, die Johnny hier geäußert hat, worauf Du ja selbsterklärterweise (und mich wegen des falschen Kontextes noch völlig zu Recht korrigierend ;)) nun einmal geantwortet hast.

    Im übrigen hat hier niemand verlangt, Benedict (oder eine andere der bisher hier genannten Persönlichkeiten) solle so handeln, “das ihn die Leute mögen”, wie Du es formulierst. Mir ist es ganz egal, ob “ihn die Leute mögen”. Das einzige, was ich von ihm fordere: Er soll christlich handeln. Das tut er aber nicht. Und nur DAS ist der Punkt, nichts anderes.

    Schönen Gruß,

    Christian

  3. 45

    Christian:

    @Zielpublikum: O.k.. … Wir brauchen threaded comments. ;)

    Wobei ich Deine Aussage deshalb nicht richtiger finde. Was bitte hat die Forderung, die katholische Kirche solle ihre Haltung zur Rolle der Frauen, zu Geburtenkontrolle und Abtreibung ändern, mit “jemandem nach dem Munde reden”, wie Du es (Zitat jetzt im korrekten Kontext!) bezeichnest, zu tun?!

    Ich finde, andere vor tödlichen Krankheiten, in diesem Fall AIDS, zu schützen und die Menschheit insgesamt vor einer Epedemie zu bewahren, die mittlerweile beginnt, den Bestand ganzer afrikanischer Staaten in Frage zu stellen, gebieten die Auslegung der Bibel und das Gebot christlicher Nächstenliebe geradezu (vom gesunden Menschenverstand einmal ganz abgesehen!). Die Verbote der katholischen Kirche dagegen sind allesamt klerikale Erfindungen der folgenden Jahrhunderte und der Bibel nirgendwo entnehmbar.

    Und deshalb - entschuldige die Deutlichkeit - kann ich in diesem Zusammenhang solche Floskeln wie “jemandem nach dem Munde reden” oder “den christlichen Glauben in Beliebigkeit verwässen” langsam nicht mehr hören. Liebe Benedict XVI.-Fans: Bevor Ihr Kritikern immer vorhaltet, sie verwässerten: Verschweigt doch bitteschön nicht, was sie angeblich so “verwässern” und werdet Euch einmal über dessen Menschenfeindlichkeit bewußt!

  4. 44

    Christian:

    @Zielpublikum: Wenn ich mich meine Lesefähigkeit nicht komplett verlassen hat, hast Du den Eintrag hier mit den Worten “Also du rätst der Kirche, dem Volk nach dem Munde zu reden, damit sie beliebter wird …” kommentiert. Das ist aber eine Aussage, die der Spreeblick-Eintrag schlichtweg nicht tätigt. Insofern so “mißverstanden”, wie man einen Artikel nur mißverstehen kann.

  5. 43

    Christian:

    @Johnny: Danke, alles klar. :-)

    @Zielpublikum: Ich bin selbst (evangelischer) Christ, aber ich frage mich, wie man einen so kurzen Blog-Eintrag so mißverstehen kann.

    Robertson bezeichnet sich selbst als “Christ” (welcher Konfession auch immer) und vertritt damit, wie schon jemand vor mir richtig festellte, eine nicht unerhebliche Anzahl seiner Anhänger, die sich ebenfalls als “Christen” bezeichnen. Gleichzeitig sind sein Auftreten und seine Ansichten nach (unserem) europäischen Verständnis zutiefst unchristlich - dieser Fernsehauftritt ist nur ein Beispiel aus vielen (… anderen, wie etwa: “Pat Robertson’s contradictory theology: God won’t stop a tsunami — but might respond to Gay Days with an earthquake”).

    Nur auf diesen himmelschreienden Widerspruch weist der Eintrag hin, indem er den als zutiefst unchristlich empfundenen Inhalt bewußt unter die Überschrift “Christlicher Rat” stellt. Nicht mehr und nicht weniger. Dass Robertson damit nur eine der vielen Spielarten christlicher Sekten/Kirchen in den USA repräsentiert und nichts mit katholischer oder evangelischer Kirche in Europa zu tun hat, ist ebenso klar. Und was den Irak-Berichterstattung angeht: Auch in den deutschen Medien war, wann immer es um Widerstand gegen den Krieg ging, oft zu erfahren, dass dieser auch (oder gerade?) von christlichen Glaubensgemeinschaften ausging, amerikanische Christen eine sehr heterogene Gruppe sind und es die Christen insofern nicht gibt.

    Wieso also die ganze Aufregung?

    Im übrigen finde ich es absolut bizarr, jemandem, der bei einem Aufruf zum Mord (!) wie diesem leise Zweifel ob dessen Vereinbarkeit mit den Grundsätzen des Christentums anmeldet, vorzuwerfen, er nötige die Kirche, “dem Volk nach dem Munde zu reden, damit sie beliebter wird”. Come on, das kann doch nicht Dein Ernst sein!

  6. 42

    Christian:

    P.S.: Wieso “meine” ich eigentlich laut Spreeblick “Your comment is awaiting moderation”?!

  7. 41

    Christian:

    Wer den fraglichen Fernseh-Auftritt in Gänze sehen will, kann das hier tun (QuickTime, 4 MB).

    Solche Auftritte sind für Pat Robertson übrigens nichts neues. Schon im Präsidentschaftswahlkampf 1992 hat er unfreiwillig Schlagzeilen gemacht, als nämlich der Filmemacher (und Hacker (?)) Brian Springer ungeschnittene “Off Air”-Satelliten-Feeds von Robertsons TV-Auftritten, in denen dieser im Glauben unbeobachtet zu sein richtig “vom Leder” zog, abfing und in seiner Dokumentation SPIN verarbeitete (seinerzeit gelangte das ungeschnittene Material noch unverschlüsselt und deshalb für jeden technisch Versierten empfangbar über die Satelliten zu den Networks).

    SPIN fand später keinen Verleiher, ist aber glücklicherweise seit einiger Zeit legal im Internet herunterladbar: http://illegal-art.org/video/popups/spin.html. Übrigens einer der ersten Filme, an denen Michael Moore beteiligt war - und wirklich empfehlenswert!

Schnauze

  1. 40

    Christian:

    Selbst wenn es sich bei dem fraglichen Zitat um ein Streibl-Zitat handelt: Kein Problem - es wäre ja auch noch eines der harmloseren Stoiberschen gewesen.

    Edmund Stoibers Entgleisungen werden deswegen nicht weniger zahlreich. Weitere Kostproben gefällig? - Bitteschön, wenn man auch nur ein bisschen recherchiert, wird man schnell fündig:

    Oskar Lafontaine will eine multinationale Gesellschaft auf deutschem Boden, durchmischt und durchrasst.

    dpa, 3. November 1988

    Wenn ich über steuer- und erbrechtliche Anerkennung von homosexuellen Paaren diskutiere, dann kann ich gleich über Teufelsanbetung diskutieren.

    dpa, 8. August 1991

    Wir wollen nicht, dass sich hier Lebensformen etablieren, die nicht deutsch sind - wo man nicht unsere Bräuche pflegt.

    Stern 2/1999

    … und das Beste zum Schluss:

    Wir müssen den Ausländern richtiges Deutsch lernen. (sic)

    taz, 8. Dezember 2004

Ich bin zu blöd für Diederichsen

  1. 39

    Christian:

    Ich empfehle eine ähnliche Lektüre, nämlich Martin Heideggers Sein und Zeit (Kostprobe: “Das Wesen west und das Nichts nichtet”).

    Wenn man damit nicht weiterkommt, anschließend einfach bei Puh der Bär nachlesen. Das hilft immer, wahrscheinlich auch bei Diederichsen.

Greenpeace wird deutlich

  1. 38

    Christian:

    Scheint mir auch eher wieder ein Fall des “Commercials ohne Auftrag” zu sein, siehe VW Polo Selbstmord-Attentäter-Spot & Vorgänger. - Egal, trotzdem gut. :)

Raider heißt jetzt Twix

  1. 37

    Christian:

    Bei der Zwangsvereinigung von KPD und SPD von einer “Zusammenlegung” zu sprechen ist ziemlich euphemistisch. Die Sozialdemokraten, die es wagten, sich dem in der sowjetischen Besatzungszone entgegenzustellen und dafür die nächsten zehn Jahre ihres Lebens in sibirischen Arbeitslagern verbrachten, würden sich im Grabe umdrehen …

Wenig sp8ter

  1. 36

    Christian:

    @DichterNebel: Wenn die Qualität nicht zu gut sein muss: Nimm’ einfach einen der London-Rebroadcasts von AOL auf (Windows Media @ 460 Kbps). VLC sollte das können.

  2. 35

    Christian:

    @Stefan_K: You beat me to it! :-) - Aber in der Tat, der Artikel ist wirklich brilliant.

  3. 34

    Christian:

    Was immer man von Henryk M. Broder hält, eines muss man ihm lassen: Schreiben kann er.

    Wer etwas “Vernünftig-Kritisches” zu Live 8 lesen möchte, sollte sich unbedingt David Rieffs Seite 3-Tagesspiegel-Artikel vom letzten Sonntag zu Gemüte führen. Hintergründig, sehr durchdacht und vor allem dabei gerecht.

Fotokonserve

  1. 33

    Christian:

    Bin gerade ein wenig verwirrt: Hieß es nicht auch im Englischen “Center” und nicht “Centre”?

Neue Spreeblick Webcam

  1. 32

    Christian:

    Beim weiteren Herumspielen gefunden: Der Flughafen Toulouse-Blagnac mit einer Concorde am Hangar. Das Kartenmaterial scheint wirklich schon etwas älter zu sein …

  2. 31

CDU-Song

  1. 30

    Christian:

    Ein wenig Radio-Historie: Rocko Schamonis CDU-Song mit Johnny Haeusler-Ansage (QuickTime MPEG4-AAC). Und einem ziemlich perplexen Helmut Lehnert … :)

Kurzes Update

  1. 29

    Christian:

    Schon viel lebensbejahender. :-) Auf einem niegelnagelneuen Windows XP-betriebenen Sony SDM-HS94B könnte es aber noch einen Touch heller sein …

Nein = Ja

  1. 28

    Christian:

    Wollte es auch nicht unnötig in die Länge ziehen und danke rmstar schon einmal für die engagierte Diskussion! Fest steht: Immerhin wird jetzt diskutiert. Was schon einmal besser ist als komplette Gleichgültigkeit.

  2. 27

    Christian:

    Dass die Verfassung so voller Unklarheiten sein soll, ist zunächst nur eine Behauptung - wie wäre es denn einmal mit einem Beleg?

    D’accord was die Handlungsfähigkeit angeht. Noch geht die Ratifizierungsrunde ja weiter. Ob es bei einem Scheitern allerdings so schnell einen neuen Entwurf geben wird, wage ich zu bezweifeln. Ebenso, dass er zwangsläufig besser ausfallen wird. Schon der jetzige ist ein Kompromiss, um den über zwei Jahre lang gestritten worden ist. Auf Sozialgesetzgebung von französischer Tragweite werden sich britische Regierungen, egal ob nun New Labour oder Tory, auch bei einem neuen Anlauf nicht einlassen. Da kann die französische Wählerschaft noch so oft mit “non” stimmen.

  3. 26

    Christian:

    @rmstar: Doch. ;-) Im Ernst, Juristen streiten über so ziemlich jeden juristischen Text, übrigens auch über das deutsche Grundgesetz. Frag’ doch aus Spaß mal einen “Experten”, ob Art. 1 Abs. 1 GG Folter in allen Fällen ausschließt. Fast alle sagen “ja”, Herdegen in Maunz-Dürig neuerdings “nein”. Dass in Fachkreisen über Details der Verfassung gestritten wird, ist nur natürlich und war zu erwarten. IMHO ein ziemlich schwaches Argument gegen die Verfassung.

    Bei der Ausbaufähigkeit der Rechte des Europäischen Parlaments gebe ich Dir recht. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man mit der Ablehnung der Verfassung am Ende mit noch weniger Demokratie dasteht. Das Ganze kann bei 25 verschiedenen Mitgliedstaaten nur ein KOMPROMISS auf einem langen Weg sein.

  4. 25

    Christian:

    Das Problem, das ich mit ATTAC habe, ist, dass sie offenbar glauben, auch in einer Demokratie könnten sie ihre eigenen Vorstellungen immer zu 100 % durchsetzen. Und deshalb alles ablehnen, was nicht hundertprozentig ihren Forderungen entspricht. An der Verfassung ist zwei Jahre lang im Konvent gearbeitet worden, und eben nicht nur von Politikern, sondern auch von anderen gesellschaftlichen Kreisen wie Künstlern, Gewerkschaften, ja sogar Sportvereine hat man befragt. Es ist schade, dass die ATTAC-Leute ihre Bedenken nicht schon dort präsentiert haben, das wäre sicherlich der passendere Zeitpunkt gewesen, als jetzt mit einem simplen “Ich bin dagegen!” die Arbeit von drei Jahren vom Tisch zu wischen.

    Mit dem “Nein” zementieren sie doch nur den Stand von Nizza, nach dem die Europäische Union immer noch keine (!) geschriebenen Grundrechte hat (die Verfassung hätte sie gebracht), wenig Rechte für das Europäische Parlament (die Verfassung hätte sie erweitert), keine Sozialklauseln (in der Verfassung enthalten). Danke, ATTAC!

Bilderrätsel

  1. 24

    Christian:

    Zwar ist das Rätsel jetzt gelöst, spontan hätte ich - so, wie Du auf dem Foto getroffen bist - aber auf folgendes getippt:

    Ein Peter-Lustig-Look-Alike-Contest!

    Wirklich, eine gewisse Ähnlichkeit ist doch unbestreitbar … :-)

Nein = Ja

  1. 23

    Christian:

    Johnny, mit genau diesem Gedanken (Nein = noch viel überzeugtere Europäer!) habe ich mich am Sonntag abend auch zu trösten versucht. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, sagt mir mein Realitätssinn, dass es diesmal leider nicht so ist. Im Gegenteil: Nein bedeutet (wohl leider wirklich nein. :-(

    Deine Bedenken über biometrische Pässe, (und wahrscheinlich auch, großzügig frei von mir hinzugefügt: ;-)) Software-Patente und Flugpassagierdaten teile ich vollkommen. Das alles sind aber Dinge, die nicht von der Verfassung selbst geregelt werden, sondern von dem, was Juristen als das “Gemeinschafts-” bzw. “Unionssekundärrecht” bezeichnen. Also zum größten Teil durch Verordnungen (in der Verfassung fortan in Teil I - Artikel 32 Absatz 1 als “Europäische Gesetze” bezeichnet) und Richtlinien (in der Verfassung (Teil I - Artikel 32 Absatz 1) “Europäische Rahmengesetze”).

    Will sagen: Als überzeugter Europäer kann ich der Verfassung guten Gewissens zustimmen, sie hat mit weder mit biometrischen Personalausweisen noch mit Software-Patenten etwas zu tun. Und noch besser ist es natürlich, wenn ich danach von meinen demokratischen Rechten auch einmal Gebrauch mache, indem ich mich tatsächlich in den Linienbus nach Brüssel setze, um dort gegen die Software-Patente-Richtlinie zu demonstrieren. Habe ich noch nie getan, sollte ich vielleicht aber einmal tun. Ich meine, DAS wäre doch mal richtiges Engagement für Europa, nicht dieses kleingeistig-provinzielle “Nein zur Verfassung!” …

    P.S.: Wir wär’s mit einer Spreeblick-Busexkursion nach Brüssel, wenn die Entscheidung über Software-Patente naht? :-)

  2. 22

    Christian:

    P.S.: Letzteres sollte natürlich keine Schmähung Holger Kleins, dessen Radiosendungen ich sonst sehr schätze, darstellen. :-) Ich werde ihm noch etwas direkt ins “Stackenblochen” schreiben …

  3. 21

    Christian:

    Ich habe die Verfassung gelesen und finde sie wesentlich verständlicher als den augenblicklich geltenden EU- und EG-Vertrag in seiner konsolidierten Fassung. Wirklich, ein echter Fortschritt gegenüber dem jetzt geltenden Recht! Das wahrscheinlich aber ebenfalls keiner der mit “Nein” Stimmenden jemals gelesen hat …

    Johnny, könnte es nicht einfach sein, dass man einen juristischen Text, wie es eine Verfassung - egal welche! - nun einmal ist, ab einem bestimmten Punkt nicht beliebig weiter vereinfachen, nicht so unendlich “lesbarer” machen kann, dass sie wirklich alle verstehen? Und man sich deshalb von dem Ziel, es mit der Lesbarkeit wirklich allen rechtmachen zu wollen, einfach verabschieden muss? - Selbst in der Öffentlichkeit “beliebtere” juristische Texte wie etwa die Europäische Menschenrechtskonvention sind als kurzweilige Freitagabend-Lektüre à la “Per Anhalter durch die Galaxis” eher ungeeignet. Aber so ist nunmal das Leben, nicht immer unterhaltsam …

    Worin im “Nein” der Franzosen und Holländer ein “Ja” zu Europa liegen soll, kann ich offen gesagt überhaupt nicht erkennen. Nachdem ich in den letzten Wochen zumindest die französische Diskussion in Le Monde und Le Figaro aufmerksam verfolgt habe, finde ich, eher das Gegenteil ist der Fall: Dass die Rechtsradikalen um den Front National von Jean Marie Le Pen dagegen sein würden, war zu erwarten (deren “Argumente” sind ja bekannt). Dass aber auch die französischen Kommunisten und Teile des Parti Socialiste mit den gleichen, teilweise offen ausländerfeindlichen (!) Parolen werben, unter anderem dem Feindbild vom “plombier polonais” (”polnischer Klempner”), der mit der “neo-liberalen” Verfassung nach Frankreich kommen und den Franzosen die Arbeit wegnehmen werde, finde ich (Outing: als deutscher Sozialdemokrat wohlgemerkt!) schlichtweg ekelerregend. Worin liegt darin bitteschön das “Ja” zu Europa?

    Zum Kommentar von Holger Klein fällt mir nichts ein. Ich finde ihn absolut nicht erwähnenswert, es sei denn für seine “Leistung”, soviel inhaltlich Falsches in einen einzigen Satz zu verpacken.

Puh!

  1. 20

    Christian:

    Die Titanic hat bereits mit dem passenden Kleidungsstück reagiert: “Darf das Kanzler werden?”

Delicious Library

  1. 19

    Christian:

    Bleibt allein die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Wozu anderthalb Minuten lang den Mac booten, wenn ein Blick ins Regal völlig ausreicht …

  2. 18

    Christian:

    (IGITTIGITT)

  3. 17

    Christian:

    @ neffs: Ah, ok. Verstehe. Danke! :-)

    O.k., zweite und letzte blasphemische Bemerkung für heute: Das ganze gibt es - natürlich ohne Spotlight, aber dafür kostenlos - auch für Windows! :->>

  4. 16

    Christian:

    Die Zeiten haben sich offenbar geändert: Früher erlaubten die Delicious Library-Leute Windows-Usern nicht mal, ihre Site auch nur anzuschauen … ;-)

    Abgesehen davon: Ich möchte nicht Querulant sein, aber irgendwie finde ich das nur “begrenzt” nützlich. Wer begrenzt seinen “Kulturkonsum” denn freiwillig auf das, was auf Amazon a) gerade aktuell erhältlich und b) mit Foto abgebildet ist?

    Ich bin mit Mitte 20 wohl noch nicht sooo alt, aber trotzdem habe auch ich noch nicht wenige Schallplatten, die ich, wenn ich die Delicious-Website nicht mißverstehe, nicht in die köstliche Bibliothek bekomme. Genauso wenig wie antiquarische Literatur, genauso wenig wie … hmm.