Diskutieren in Berlin
Selbstregulierung?
-
01
Sarah:05.07.2006 um 18:14Hier gabs neulich auch etwas WM-Kritik:
http://synthesen.blogspot.com/2006/06/freud-und-leid-der-wm.html
Und hier auch:
http://www.readers-edition.de/2006/07/03/euphorie-verdraengt-kritik-an-der-wm/
Beste Grüße!
02
Die Diskussion am Freitag war interessant, und es war schön, den fleissig postenden Johnny und andere mal ungefiltert zu erleben.
Für mich wurde ein Graben sichtbar zwischen eher idealistischen Menschen, die erstaunlich viel Hoffnung haben, wieviel einzelne Politikerinnen und Politiker bewegen könnten, und solchen, die aus Erfahrung schon um einiges abgeklärter sind und eigentlich am liebsten einfach in Ruhe gelassen werden wollen.
Grundsätzlich ist es schön, dass es Bemühungen gibt, solche Gespräche zu veranstalten und einen Dialog herzustellen - das ist bestimmt nicht sinnlos. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass die Mechanismen in der Kulturszene und jene in der Politik grundsätzlich so unterschiedlich funktionieren, dass sie nur schwer überhaupt ineinander zu greifen vermögen. Kultursenatoren haben dabei eine Art Sandwich-Position inne: Im politischen Umfeld gilt es mit allen Mitteln Budgetkürzungen zu vermeiden für den angeblich wirtschaftlich uninteressanten Kulturbereich und gleichzeitig müssen sie die teilweise allzu hohen Erwartungen von Kulturschaffenden befriedigen. Dabei haben es neue, dynamische kulturelle Felder wie die selbsternannte “digitale Bohème” leider nun mal weniger einfach als bereits seit Jahrzehnten in Budgets eingeplante Institutionen wie Opernhäuser.
Sascha Lobos Vorschlag mit einem konkreten Forderungskatalog ist m. E. ein konstruktiver Beitrag, der auf jeden Fall in die richtige Richtung geht. Bis zu welchem Grad - und ob überhaupt - das umgesetzt werden kann, wird wiederum stark von aktuellen Machtverhältnissen, sonstigen Themen und der Phase der Legislaturperiode abhängig sein.