Web Side Story: Das Musical
Ein Gütesiegel für den Journalismus?
-
02
Jan:21.12.2007 um 17:02@#621346: Genau. Und wenn Du dann noch den Lesern die Gelegenheit gibst, (potenzielle) Verstöße auf Deiner Seite direkt und öffentlich zu benennen, bist Du ganz vorn dabei. Deshalb halte ich es auch für falsch, das Internet immer als rechtsfreien Raum darzustellen. Hier setzt man sich mit den Inhalten des Mediums wesentlich intensiver auseinander. Man stelle sich vor, die BILD müsste jeden Tag auch alle Kommentare aller Leser zu ihren Beiträgen abdrucken oder in jeder dieser Boulevard-Sendungen im TV würden die Zuschauer alles kommentieren, beleuchten und korrigieren können. Unvorstellbar. Im Internet hingegen nur eine Frage des Wollens.
-
01
Jan:21.12.2007 um 16:23Mit dem Pressekodex gibt es ein sehr schönes Regelwerk, an das man sich einfach mal wieder halten könnte. Und bevor das Geschrei wieder losgeht (wie eigentlich jedes Mal, wenn ich den Pressekodex auch nur erwähne): Einfach mal durchlesen. Als ich ihn mir nach langer Zeit mal wieder angesehen habe, war ich erstaunt, dass er eigentlich alles das enthält, was sich viele Menschen wieder vom Journalismus wünschen würden - Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit bspw.
Eine Diskussion um einen solchen Kodex gab es vor gut einem Jahr das letzte Mal im größeren Stil in der Blogosphäre. Das Problem an einem Siegel, wie es hier kurz andiskutiert wird, ist jedoch: Wer soll die Einhaltung der Kriterien überwachen? Schnell ist man da bei irgendeiner Insitution mit weiteren Unter-Institutionen und hat das Thema totgeredet.
Meine Meinung: Man braucht ein Regelwerk, wie bspw. den Pressekodex, dann verkündet man öffentlich, sich daran halten zu wollen und die Leser und anderen Blogs haben die Möglichkeit, mich daran zu erinnern oder meine Berichterstattung anhand dieser selbst auferlegten Regeln zu prüfen.
Keine Institutionen und keine Gremien. Regeln und ein klares Bekenntnis. Den Rest erledigt das Web. Da bin ich mir sicher.
03
Herrlich! Vielen Dank dafür!