Mit Maxim Biller und Joachim Lottmann durch Berlin - Liebe heute
Weltfrauentag!
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Religiös?
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Sigmar:05.03.2007 um 11:26@bongokarl
@markus
@cetera
Ich habe hier die ganze Zeit vom Bibellesen geredet und wie wichtig das ist usw. Aber leider habe ich dabei etwas verschwiegen, was am besten in diesem Zitat von Martin Luther zum Ausdruck kommt. Mit dieser Empfehlung verabschiede ich mich:“Es ist völlig gewiß, daß wir die Heilige Schrift nicht durch unser Studieren und unsern Verstand erfassen können. Darum kommt es zuerst darauf an, mit Gebet zu beginnen, und zwar mit einem solchen Gebet, Gott möge dir aus grundlosem Erbarmen den rechten Verstand seiner Worte schenken, falls es ihm gefalle, daß durch dich etwas zu seiner, nicht aber zu deiner oder irgend eines Menschen Ehre ausgerichtet werden solle. Denn es gibt keinen anderen Lehrer der göttlichen Worte, als den Urheber seines Wortes selbst, wie er sagt: “Sie werden alle von Gott gelehrt sein.” Darum mußt du an deinem Studieren und Verstande verzweifeln und einzig auf den Einfluß des Geistes vertrauen. Glaube es mir, der ich es erfahren habe!”
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Sigmar:04.03.2007 um 23:16Diese Diskussionen sind unendlich anstrengend, weil man sein Gegenüber meist gar nicht kennt. Und weil man gar nicht soviel schreiben kann, wie man sagen möchte. Und dann gibt man doch nur unverständliche Fragmente von sich.
Naja, vielleicht ergibt sich mit der Zeit ein größeres Bild daraus.
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Sigmar:02.03.2007 um 22:30@jan
Hä, wer hat denn von Konzilien gesprochen? Ich meine nur, dass das, was wir unter historisch-kritischer Bibelauslegung verstehen, oft nach zweifelhaften Methoden und vorgeht und deswegen bei der Lektüre oder Erklärung der Bibel nur bedingt weiterhilft.
Es wird Dir wahrscheinlich nicht weiterhelfen, wenn Du Dich bei jedem Text immer nur fragst, was an dem faul sein könnte und ihn deswegen nie wirklich liest und gar nicht verstehst, worum es eigentlich geht.
Das klingt wirklich merkwürdig, habe ich aber in der Theologie oft beobachtet. Die Professoren hielten sich mit oft unlösbaren Problemen des Textes auf. Aber nur sehr selten ging es darum, was der Text eigentlich sagt. Mir erscheint das alles wie eine große Ablenkung. Wenn Du selbst erforschen willst, was daran nun historisch stimmt oder nicht, wirst Du damit wahrscheinlich nicht zu Ende kommen.
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Sigmar:02.03.2007 um 19:33Ich habe eigentlich nicht den Eindruck, dass Du selber denkst. Bisher hast Du nur oberflächliche Argumente gebracht und bei Detailfragen den Schwanz eingezogen. Und ich finde es ein bißchen seltsam, dass Du auf nen Amazon-Store verlinkst. Willst Du was verkaufen?
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Sigmar:02.03.2007 um 19:11@jan
“Welche Texte zu den Evangelien und den anderen Texten aus diesem einen Stück wie dort reingekommen sind und wer das entschieden hat, dafür müsste man sich mit der Geschichte beschäftigen. Und man würde ernüchternd feststellen müssen, dass alles von irgendwelchen machtpolitisch gelenkten Personen abhing und gesteuert wurde.”Man würde auch ernüchternd feststellen, dass es dazu viele Theorien gibt, die oft auf falschen Hypothesen aufbauen. Und dass irgendwelche machtpolitisch gelenkten Personen diese Theorien machen, und zwar seit etwa vier Jahrhunderten (zumindest hier im Westen). Einer der ersten systematischen “Dekonstruierer” der Bibel war der französische Geistliche Richard Simon. Er war damit so erfolgreich, dass am Ende nicht mal mehr seine Auftraggeber in der katholischen Kirche zufrieden waren, die damit den Protestanten nur ein wichtiges Instrument im Kirchenkampf, nämlich die Bibel, aus der Hand schlagen wollten.
“Ich möchte aber gerne deutlich machen, dass meine Kritik sich hautsächlich gegen sie Organisierung gläubiger Menschen (in Form von Kirchen) richtet.”
Ich glaube, man kann überhaupt nicht alleine rausfinden, was es damit auf sich hat. Man kann auch nicht ohne Gemeinschaft im Glauben bleiben. Man braucht die Hilfe der anderen.
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Sigmar:02.03.2007 um 18:25@Markus
“Ich hab es überprüft und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Ganze nicht Gottes Wort(c) sein kann.”
Wie hast Du das denn überprüft? Wie lange hast Du gebraucht? Was hat Dich enttäuscht?
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Sigmar:02.03.2007 um 18:19@jan
Fein beobachtet: Ich wollte nicht, dass irgendwelche absurden Bibelstellen aus dem Zusammenhang gerissen werden, zu denen man dann Stellung nehmen soll. Das bringt nichts.
In den Evangelien oder in einigen Briefen findet man dagegen die christliche Lehre in einem Stück, auch wenn manches immer noch nicht so leicht zu verstehen ist. Prinzipiell ist die Geschichte des Volkes Israel in allen Facetten aber auch sehr wichtig und hilfreich. Schließlich orientiert sich ja auch die erste Gemeinde an Mose, David, Abraham usw. Habe ich oben aber auch schon gesagt.
Die Bibel ist eben kein Roman oder Sachbuch, sondern eine Sammlung von Texten, die sich über mehr als 1000 Jahre entwickelt hat.
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Sigmar:02.03.2007 um 17:39@heidrun
Mit der Hölle drohen ist nicht sehr rücksichtsvoll. allerdings ist es für jeden menschen wichtig zu wissen, dass da durchaus eine Gefahr besteht. vielleicht kann man aber besser mit seiner Schuld (was auch immer das sein mag) umgehen, wenn man weiß, dass der Tod Jesu am Kreuz wirklich für jeden geschehen ist und gilt. gerade mit homosexuellen könnte die kirche seelsorgerlicher umgehen. viele werden gar nicht wahrgenommen. aber homo-ehe oder segnung finde ich auch falsch und eigentlich auch unfair gegenüber den betroffenen, denn dann wird ihnen ja suggeriert, das sei von theologischer oder biblischer Seite schon alles in Ordnung so. eigentlich widerspricht die kirche in dieser sache sich selbst.
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Sigmar:02.03.2007 um 17:05@markus
die texte stehen da und du kannst das alles selbst überprüfen oder es lassen. ich wüßte nicht, wie ich da irgendetwas beweisen sollte.@heidrun
ja, das ist unglaublich und manchmal auch schwer zu verstehen. es gibt da aber auch unterschiede in der gewichtung. der Römerbrief oder die Evangelien sind zunächst einmal wichtiger als irgendwelche gemetzel im Alten Testament. Letztendlich gehören AT und NT aber zusammen und reden von demselben Gott.
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Sigmar:02.03.2007 um 16:21@kornecke: Wieso? Ich finde mich sehr entgegenkommend. Immerhin kann man so Positionen klären. Schließlich hat Malte doch über Religion geschrieben. Darf man jetzt nicht darauf eingehen? Darf man sich nicht streiten?
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Sollen wir jetzt mehr über Demut reden?
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Sigmar:02.03.2007 um 15:59@markus: viele von denen, die das nicht verstehen, kennen die bibel ja noch nicht mal. von daher ist das schon verständlich. ist ja auch nicht so leicht. viele kennen sie, verstehen sie aber nicht. vielleicht auch verständlich. schon die katholiken konnten damals luther nicht verstehen. warum weiß ich auch nicht genau. sie glaubten eben mehr an logik.
wichtig ist, sich die grundlage des eigenen denkens klarzumachen. dann kann man eventuell besser diskutieren.
so wie paulus sagt: in christus liegen verborgen alle schätze der weisheit und der erkenntnis.
oder: einen anderen grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist christus.
solche sätze zeigen die radikalität des denkens in der bibel. alles ist auf gott ausgerichtet. das ist der rote faden.
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Sigmar:02.03.2007 um 15:48natürlich ist das zwecklos. mein gegenüber müßte sich schon halbwegs darauf einlassen. aber ich hab nunmal nichts anderes.
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Sigmar:02.03.2007 um 15:39@Markus
Yeah. Da hast Du recht. Deswegen argumentiere ich auch nur auf Grundlage der Bibel. Die Bezeichnung “Bibelfundie” trifft daher die Sache ziemlich gut. Leider werden einem dann auch oft Dinge um die Ohren gehauen, die gar nicht in der Bibel stehen und die man gar nicht gesagt hat. Das ist echt anstrengend.
Also: Wenn ich an den Gott glaube, der in der Bibel bezeugt wird, hätte ich doch Dir erstmal nichts mehr zu beweisen, oder?
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Sigmar:02.03.2007 um 15:30@heidrun: ja, sehr hübsch, das kannte ich schon. aber Du meintest ja zum Glück Sven.
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Sigmar:02.03.2007 um 15:14@sam
ich nicht.
ich sage eher, logik ist ein menschliches konstrukt.
hat nietzsche, glaube ich, auch gesagt.
logik ist so ne art krückstock, mit dem sich aber manchmal ganz gut zuschlagen läßt.
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Sigmar:02.03.2007 um 15:10@heidrun: mir kam das früher auch so vor und ich war genervt von dem hinweis, ich solle doch gefälligst mal die bibel lesen. das hatte so was entmündigendes. allerdings finde ich mehr und mehr, dass es da doch einen roten faden gibt und das man den auch sehen kann, zumindest verstandesmäßig, von der fiesen logik her sozusagen.
jesus ist natürlich schon ein vorbild. aber viel wichtiger ist das, was wir ihm nicht nachmachen können.
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Sigmar:02.03.2007 um 14:36@kornecke: es würde schon helfen, wenn man die bibel nicht nur dekonstruierend liest. wir haben ja oft schon solche schablonen im kopf, dass wir manche interessanten zusammenhänge gar nicht mehr sehen.
das mit den beiden sich angeblich widersprechenden schöpfungsberichten ist so ein beispiel. es könnte doch sein, dass jemand gerade diese beiden berichte zusammengefügt hat, weil sie zusammen passen. der erste ist ein lied mit wiederholungen und refrain. der zweite geht nochmal ins detail. da bringt es überhaupt nichts, über widersprüche zu diskutieren. ich könnte genauso goethe auseinandernehmen und lauter ungereimheiten entdecken und irgendwann ausschliessen, dass es ihn überhaupt gegeben hat naja, vielleicht ein schlechtes beispiel).
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Sigmar:02.03.2007 um 14:09Also, ich freu mich immer, wenn Leute mal die Bibel richtig lesen und sich wundern. Und das mit dem Tanz um das goldene Kalb ist wirklich zum Wundern. Zunächst. Wenn man dann ein paar Verse früher schaut, wird es aber doch halbwegs nachvollziehbar: Da steht in 2. Mose 19, Vers 18: “Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr.”
Mir scheint, die Israeliten sind nicht zu blöd für die ganze Sache, sondern finden sie zweischneidig. Mit einem Gott, an dem man sich so die Finger verbrennen kann, ist nicht zu spaßen. Und vielleicht waren sie ganz zufrieden, dass Mose nicht zurückkam und Aaron ihnen dieses Kalb gemacht hat, das man anfassen konnte und das ganz und gar kühl und berechenbar war. Das mit Mose und dieser ganzen Tour war ja ganz nett. Aber es ist auch gut, dass wir das jetzt wieder vergessen können und machen, was wir wollen. Die ganze Sache war einfach zu anspruchsvoll für uns usw.
Im Prinzip sind wir auch so. Wir tanzen ganz gerne ums goldene Kalb. Das andere wäre ja auch viel zu gefährlich.
Kinder: Nicht jetzt
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Sigmar:16.11.2006 um 17:52Ich bin auch schon äääh… älter und in einer gewissen Unreife vielleicht wirklich repräsentativ für die “Mannschaft” in Deutschland. Irgendwie wurde ich durch Bildungssystem, Erziehung und einiges Gequatsche in den Medien doch ziemlich erfolgreich von der Wirklichkeit ferngehalten. Ich wollte zwar immer Kinder. Komischerweise ist mir aber erst vor drei Jahren oder so beim Anblick meines Patensohnes klar geworden, daß das Verantwortung bedeutet. Ich war entsetzt. Zum Glück gibt sich das mit Zeit. Zum Beispiel arbeiten hilft gegen solche unangenehmen Gefühle sehr.
Abgesehen davon glaube ich überall heiratswillige Frauen zu sehen, die sehr kompetent und anmutig, aber auch schon über 35 sind und habe manchmal das Gefühl, daß nicht alle von uns das noch hinkriegen werden. Irgendwie ist das ein Trauerspiel. Nicht nur die ungeborenen Kinder, auch dieses ungelebte Leben erinnert mich an die “Lost Generation”. Dabei hatten wir gar keinen Krieg. Höchstens im Kopf.
Ich bin der Deutscheste
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Sigmar:03.09.2006 um 21:42@holzauge666
Aufklärung war vielleicht auch ein schlechtgewählter Begriff. es geht mir nur darum, daß Romane oft Alternativen zur herrschenden Weltsicht anbieten oder neue Ideologien konstruieren und transportieren.
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Sigmar:03.09.2006 um 20:45@holzauge666
Also “How to be good” fand ich sehr lesenswert. Und da gibt es auch fast keine Listen zu lesen, nur das interessante Porträt einer Ehe.
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Sigmar:03.09.2006 um 20:41Vielleicht gibt es auch gar nicht soviel Literatur nach unserem Verständnis in Asien, Afrika oder Südamerika? Nicht überall haben Romane etc. denselben Stellenwert. Sind Romane nicht auch ein typisches Kennzeichen “aufgeklärter” Gesellschaften? Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, daß in muslimischen Ländern Romane dieselbe Wertschätzung erfahren wie bei uns. Außerdem haben viele Menschen gar nicht die Zeit für manche Selbstbespiegelungen, die man in der “westlichen” Literatur so nachlesen kann.
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Sigmar:03.09.2006 um 14:36Ach ja, für einen Überblick ist auch
Joachim Sartorius “Atlas der neuen Poesie” hilfreich
oder Enzensbergers “Museum der modernen Poesie”
oder Harald Hartungs “Luftfracht”
oder Raoul Schrotts “Die Erfindung der Poesie”.
Allesamt ohne Rücksicht auf Nationalität ausgewählt
und dazu da, einen Überblick über die Weltpoesie zu verschaffen.Die Bibel ist übrigens auch nicht besonders deutsch
und verschafft trotzdem einen geradezu globalen Überblick.
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Sigmar:02.09.2006 um 02:46Hier mal meine Liste von gut lesbaren Büchern, meist von Ausländern, aber manchmal mit sehr deutschen Themen, die ich mir in den letzten zwanzig Jahren zusammengesammelt habe. Meist lesbar und spannend:
Mo Yan: Das rote Kornfeld - spielt im China ca. 1930-1950 in Kriegs- und Revolutionswirren
Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges - handelt von einem Juden, der sich im Krieg in Polen versteckt, stark autobiographisch
Louis Begley: Wie Max es sah - Ein Mann berichtet von die seltsame Geschichte einer Homosexuellen-Liebe
Begley war mit John Updike zusammen einer der besten Absolventen an irgendeiner US-Elite-Uni. Alle dachten, er würde Schriftsteller werden wie Updike. Dann wurde er Anwalt und fing erst im Alter an zu schreiben. Durch die lange Karriere hat er einen sehr eleganten und leserfreundlichen StilJorge Semprun: Die große Reise - Bericht von einer Zugfahrt ins KZ. Man liest es in zwei Stunden weg.
Semprun war in Buchenwald im KZ und kennt beide Seiten der “deutschen Seele”- Buchenwald und Weimar. Das macht ihn so interessant.Fred Ullmann: Der wiedergefundene Freund- Ein Jude und ein deutscher Adliger freunden sich an. Ihre Freundschaft zerbricht an Adolf Hitler. Prägnant geschrieben, mit einer geilen Pointe! Dafür allein lohnt es sich, das Buch zu lesen.
Tschingis Aitmatov: Dschamilja - Laut Louis Aragon “die schönste Liebesgeschichte der Welt”. Er hat nicht ganz unrecht.
Michael Ondaatje: Es liegt in der Familie - Seine familiengeschichte. Alle ein bißchen irre und sehr liebenswert. viel besser als “der englische patient”. allerdings steh ich sehr auf familiengeschichten.
Ruth Klüger: weiter leben - völlig unkonventionell und wenig “betroffen” erzählt sie von ihren Odysee durch KZs.
Leo Perutz: von dem sollte man alles lesen. gehörte zum Kreis um Kafka und Kisch. Schreibt historische Romane, die meist sehr knapp gehalten sind und konstruiert geschichten mit der präzision eines uhrwerks. war ja auch versicherungsmathematiker. zum einstieg empfiehlt sich “der schwedische reiter”
john grisham: hinter seinen romanen steckt ein system. die firma - die schuld - das testament - der richter - die begnadigung. ich weiß nur noch nicht, was für ein system.
frederik forsythe: die akte odessa - wehrmacht vs. ss. so nähern sich ausländer unserer vergangenheit.
kurt vonnegut: schlachthaus 5. ein irrer roman über dresden. kurz und eindrucksvoll.
gert ledig: vergeltung. 70 minuten eines bombenangriffs. nachher möchte man nichts mehr davon wissen. der abgrund. zum schluß ein vater unser.
thornton wilder: die brücke von san louis rey. warum gerade ich, und nicht er?
sören kierkegaard: entweder-oder. eigentlich unlesbar. ich habe in der mitte angefangen, beim “tagebuch der verführers”. man braucht zeit. man braucht geduld. neben nietzsche der wichtigste philosoph der gegenwart. aber er kann helfen.
walter nigg: sören kierkegaard. spannende, sehr lesbare biographie. starker tobak. geht an die substanz.
johannes gillhoff: Jürnjakob Swehn - der Amerikafahrer. Mecklenburgischer Bauer wandert aus in die USA und schreibt Briefe an seinen alten Lehrer zuhause. “Wir grüßen dich mit unserer Seele”. Sauwitzig und warmherzig.
tolstoi: krieg und frieden. ich bin pierre, aber wo ist meine Natascha? die “zauberhafteste frauengestalt der weltliteratur”, sagte irgendwer. Dazu die russische verfilmung von sergej bondartschuk sehen.
Helmuth James Graf von Moltke: Letzte Briefe. -Der allerletzte Brief ist Pflicht. man kommt aus dem Heulen nicht mehr heraus. Keine Literatur, sondern Leben.
alles in allem auch recht germanozentrisch, diese auswahl.
Lieber Gott
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Sigmar:28.07.2006 um 19:00Wieso ist cashs brüchige stimme eigentlich — schön? Ist das nicht nur eine Umschreibung, mit der man verhindert, zuzugeben, daß einen irgendetwas besonders getroffen hat? Ich meine, rein ästhetisch gehört ist in der Musik eine brüchige Stimme irgendwie kontraproduktiv. Andererseits paßt das natürlich gut zu dem Lied. Aber ich würde es nicht schön nennen, sondern sinnvoll, passend. Das klingt allerdings nicht mehr so aufregend.
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Sigmar:28.07.2006 um 18:14Also, ich hatte vorhin einen Kloß im Hals, als ich einen alten “Lassie”-Film sah. Aber noch nicht bei Johnny Cash. Ich habe es auch ausprobiert. Aber das mit der brüchigen Stimme ist schon beeindruckend. Seltsam, daß sich in Deutschland kaum jemand so öffentlich mit dem Christentum auseinander- oder auch zusammensetzt. In den USA gibt es dagegen Bob Dylan, Johnny Cash und viele andere mehr. Bei uns ist das nicht in Mode. Dabei könnten wir es brauchen. Zumindest, daß jemand in klaren Worten erklären kann, worum es geht. So wie Johnny - Cash.
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Sehr schön. Könnt Ihr nicht noch mehr Schriftsteller vor die Camorra bekommen?
Und vielleicht ein bißchen länger draufhalten?