Suchergebnis für 'terror'

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Video-Interview mit Eleanor Saitta: Vor der Überwachungskamera sind manche Menschen gleicher

Eleanor Saitta

Überwachung trifft nicht alle Menschen mit der gleichen Härte, sagt die amerikanische Künstlerin, Hackerin und Forscherin Eleanor Saitta im Interview mit Spreeblick. Im Gegenteil: Während für einige Videokameras eine Stadt zu einem feindseligen Ort machen, profitieren andere von privilegierten Formen der Überwachung. Video-Interview mit Untertiteln und Transkript nach dem Klick.
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LOST – The Final Episode

WARNUNG Der folgende Text enthält minimale Spoiler.

Am Sonntag Abend kommt die vielleicht beste TV-Serie nach Twin Peaks in den USA zu ihrem Ende – morgen, am Montag, dann auch für iTunes-Benutzer und anders Verdrahtete hierzulande. Mit der zweieinhalbstündigen Doppel-Episode 17/18 schließt die sechste und letzte Staffel des Meisterwerks LOST und beantwortet sicher nicht alle, aber einige der vielen Fragen, welche die Show in den letzten sechs Jahren gestellt hat.
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Nur Mut, EU: SWIFT geht weiter

Das Europäische Parlament als gallisches Dorf, das den Datenschutz der EU-Bürger verteidigt? So schien es, nachdem die Abgeordneten das SWIFT-Abkommen abgelehnt hatten. Durchgefallen wegen Datenschutzmängeln. Am Mittwoch muss das Parlament über seine Resolution zur Neuauflage des Finanztransaktionsdaten-Austausches mit den USA entscheiden. Bleiben die Volksvertreter ihrer Linie treu?
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Sebastian Lehmann und Maik Martschinkowsky zu Gast bei Read on, my dear

Zusammen mit Marc-Uwe Kling und Kolja Reichert sind sie die Lesedüne, der ersten Lesebühne mit systemrelevanten Humor. Deswegen schreiben sie über Hausdurchsuchungen, Terrorverdacht, Behörden im allgemeinen, System und Politik: Wenn Maik Martschinskowsky sozusagen der Andreas Baader der Lesebühnenszene ist – aber ohne Sonnenbrille – dann ist Sebastian Lehmann Gudrun Ensslin. Kurzum: Zusammen sind sie die perfekte Vorbereitung auf unsere vielgeliebten Maifeierlichkeiten in Berlin.

Sebastian Lehmann und Maik Martschinkowsky zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick
28.04.2010 Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma Bar Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Steven T. Wax – Kafka in Amerika

Nach den Anschlägen in Madrid taucht auf einem Beweisstück ein Fingerabdruck auf. Das FBI ist sich sicher, dass der Abdruck Brandon Mayfield gehört. Brandon Mayfield ist Anwalt, Inhaber einer kleinen Kanzlei in irgendeinem Kaff der Vereinigten Staaten. Bislang ist er ein unbescholtener Bürger. Eines Morgens wird ihm die Tür von einem Spezialkommando eingetreten. Er wird inhaftiert; selbst, nachdem spanische Behörden angeben, es müsse sich um eine Verwechslung handeln und Brandon Mayfield sei unschuldig, bleibt er in Haft.

Adel Hamad ist Sudanese, er arbeitet für eine humanitäre Organisation in Pakistan. Eines Tages, er ist gerade von einem Heimaturlaub nach Peschawar zurückgekehrt, verhaften ihn pakistanische Sicherheitsleute. Da er über gültige Papiere verfügt, sichern ihm die Behörden immer wieder zu, er werde bald entlassen. Stattdessen wird er aber nach Guantanamo überführt. Dort bleibt er volle 3 Jahre, bis er einen Anwalt zu Gesicht bekommt. Ohne zu wissen, was ihm vorgeworfen wird. Ohne Möglichkeit, seine Familie zu kontaktieren. Ohne Gelegenheit, sich zu verteidigen.

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Stell dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin

Im Metronom von Berlin nach Budapest teile ich mir ein Abteil mit einer jungen Ungarin. Sie studiert dank des Erasmus-Programmes für einige Monate Wirtschaft in Berlin. In ihr Heimatland fährt sie wegen der Parlamentswahlen am Sonntag. „Ich möchte die Mitte unterstützen“, erklärt meine Mitreisende, denn in ihrem Land würden nur die Radikalen von links und rechts gehört. Read on my dear…

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„Solche Leute“ aus Guantanamo

Die Union gibt sich kategorisch: Eine Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen findet nicht statt. Stanislav Tillich fühlt sich nicht zuständig, schließlich habe Deutschland die Uiguren auch nicht gefangen genommen. Und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat gesagt: „žNach Bayern kommt mir keiner rein.“ Damit stimmt er mit Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) überein, der 2009 auch einmal kategorisch wurde: „Solche Leute möchte ich nicht in Deutschland haben.“ Was denn für „žLeute“? Was ist denn das für ein Vorwurf, den keiner direkt vorzubringen wagt? CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt spricht es laut aus: „So blauäugig kann doch keiner sein, dass wir uns potentielle El-Kaida-Helfer ins Land holen.“

Potentielle El-Kaida-Helfer? Woher hat Dobrindt das denn?

Erinnern wir uns zurück an das Schicksal der 17 Uiguren aus Guantanamo, die Deutschland 2009 nicht hatte aufnehmen wollen, obwohl selbst die US-Behörden sie als unschuldig ansehen. Und schauen konkret, was das für „solche Leute“ wohl sind, die Herrmann da meint.
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Happiness is a warm gun


Früher waren Kriege zwischenstaatliche Konflikte; inzwischen ist das die Ausnahme. Die Mehrzahl der Kriege sind Bürgerkriege. Ein Bürgerkrieg dauert im allgemeinen länger als ein zwischenstaatlicher Konflikt. Und die Mehrzahl seiner Opfer sind Zivilisten. Bis zu 90 Prozent, sagt die UNICEF, darunter 40 Prozent Minderjährige. Sie sterben durch Antipersonenminen und Kleinwaffen, durch russische AK47, amerikanische M16 oder deutsche G3. Das sind die Massenvernichtungswaffen von heute. Eine halbe Million Opfer jährlich kommen durch Kleinwaffen um.

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Extremismus extrahieren

Es ist so eine Sache mit dem Extremismus. Das Wort will eigentlich nicht viel heißen, außer: fernab der Mitte. Die Mitte ist immer eine Frage der Perspektive, die Mitte ist eine Kunstfigur. Die Mitte ist beliebig.
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Foto verboten

Man hat es ja nicht leicht als Gelegenheitsknipser in London. Wenn man nämlich zum Beispiel am Südufer der Themse steht, um vielleicht die Houses of Parliament oder die schöne St. Paul’s Kathedrale mit seiner Knipskiste digital oder auch analog zu verewigen, so kann es durchaus passieren, dass einem dies von einem zufällig herbeigedackelten Bobby verboten wird. Ernsthaft. Allerdings kann das auch an einem Londoner Busbahnhof passieren.

Ich mache gerne Fotos, ganz besonders in London. Immer wenn ich in der Stadt bin, habe eine Kamera dabei. Allerdings habe ich jetzt auch vorsichtshalber immer ein kleines Kärtchen dabei, auf der „meine Rechte“ aufgelistet sind, sollte einer dieser übereifrigen Beamten (die wohl noch nie etwas von Google Streetview gehört haben) auf die Idee kommen, ich würde gerade mit meiner Kamera einen Terroranschlag vorbereiten.
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Was es heißt, Frankreich zu sein


Sarkozy hat den Franzosen vor zwei Monaten die Frage gestellt, was es heißt, Franzose zu sein. Seither diskutiert Frankreich unter dem wachsamen Auge des Ministers für Immigration, Integration und Nationale Identität, Eric Besson, darüber, was es ist oder sein will. Inzwischen profitiert von der Fragestellung vor allem: der rechte Rand. Und daran hat die Regierung entscheidende Mitschuld.

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Back to life, back to reality

Der Selbstbetrug der Feiertage, der Glaube, die Welt wäre für ein paar Momente zur Ruhe gekommen und Zwietracht hätte sich auf die eigene Verwandtschaft beschränkt. Nur ein Gefühl, nur eine Hoffnung. Natürlich.

Unfassbare elf Jahre Haft für einen Bürgerrechtler unter den Augen der Weltöffentlichkeit, erneut Straßenkämpfe und Tote in Teheran, ein glücklicherweise nicht explodiertes Flugzeug.

Yves Rocher ist gestorben und Vic Chesnutt hat sich das Leben genommen.

Nicht zynisch, sondern ehrfürchtig gemeint:
Es geht mir gut. Ich hoffe, euch auch.