Weihnachten 2001, es schneite, scheiß Natur. Es war der erste Weihnachtsfeiertag, und Pitt stand auf einer Holzterasse in der Kälte, um zu rauchen. Drinnen stand Frau Wempe und wünschte ihm einen schnellen, aber schmerzhaften Tod. Wann immer er das Wohnzimmer verließ, um draußen zu rauchen, schloss sie nonchalant die Terassentür hinter ihm ab, um ihn dann hämisch anzugrinsen, wenn er nach vollendeter Zigarette am Knauf rüttelte. Er vermied es, unter der Regenrinne zu stehen, denn Frau Wempe war es durchaus zuzutrauen, dass sie die von dort herunterhängenden Eiszapfen angesägt hatte in der Hoffnung, einer möge sich durch die Erschütterung seiner Schritte von der Rinne lösen und ihm den Schädel spalten.
Sie hatten kein sonderlich gutes Verhältnis. Denn er hatte ihr die Tochter geklaut.
Am Heiligabend vor 30 Jahren starb 


John Gray hat in diesem erstaunlichen Buch zweierlei gemacht: er hat die Politik des 20. Jahrhunderts als Religionsgeschichte aufgeschrieben. Und er hat ein Plädoyer für die Deeskalation verfasst. Interessant ist, wie Gray Frühchristentum, französische Revolution, Kommunismus, Nationalsozialismus und Neoliberalismus in eine Abfolge stellt. Allesamt sind westliche Gedankensysteme, die sich durch zweierlei auszeichnen: Erstens vermitteln sie alle eine teleologische Geschichtsauffassung, das heißt sie glauben an einen ideologischen, ideengeschichtlichen Fortschritt, der irgendwann in einem Paradies endet. Zweitens glauben sie, dass dieses Paradies bald kommt. Sie glauben alle ans Ende der Geschichte. Sie sind alle Millenaristen.





