Suchergebnis für 'terror'

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Ein Weihnachtsmärchen

Weihnachten 2001, es schneite, scheiß Natur. Es war der erste Weihnachtsfeiertag, und Pitt stand auf einer Holzterasse in der Kälte, um zu rauchen. Drinnen stand Frau Wempe und wünschte ihm einen schnellen, aber schmerzhaften Tod. Wann immer er das Wohnzimmer verließ, um draußen zu rauchen, schloss sie nonchalant die Terassentür hinter ihm ab, um ihn dann hämisch anzugrinsen, wenn er nach vollendeter Zigarette am Knauf rüttelte. Er vermied es, unter der Regenrinne zu stehen, denn Frau Wempe war es durchaus zuzutrauen, dass sie die von dort herunterhängenden Eiszapfen angesägt hatte in der Hoffnung, einer möge sich durch die Erschütterung seiner Schritte von der Rinne lösen und ihm den Schädel spalten.

Sie hatten kein sonderlich gutes Verhältnis. Denn er hatte ihr die Tochter geklaut.

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Am Heiligabend vor 30 Jahren starb Rudi Dutschke

Am Heiligabend vor 30 Jahren starb Rudi Dutschke nach einem epileptischen Anfall in seiner Badewanne. Er starb 39-jährig an den Folgen der Schüsse, die Joseph Bachmann am 11. April 1968 auf ihn abgab.

Rudi Dutschke taugt nicht so recht zum Idol. Es gibt keine einfachen und kämpferischen Parolen, die ihm zugeschrieben werden, dafür jede Menge furchtbar verschachtelte und theorielastige Reden. Er wollte mit seinen revolutionären Ideen die einfachen Menschen erreichen und sprach dabei immer wie im Soziologieseminar.

Sein nachlässiger Kleidungsstil mit Strickpullis und abgewetzten Jacken war nicht cool, er war nur nachlässig. Dabei hätte er das Zeug dazu gehabt, wie sein sympathisches Lächeln, die warmen Augen oder auch das berühmte Kapital-Portrait von Charles Wilp für das Wirtschaftsmagazin „žCapital“ zeigt. Aber Dutschke hat das offenbar nicht interessiert. So entsteht keine Ikone.
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Ein Jahrzehnt zog an mir vorbei — die 00er-Jahre

1999 war ein beliebter wie blöder Abi-Spruch „žNach uns die Nullen.“ Arrogant gegenüber jüngeren Mitschülern, aber irgendwie passend für die dann folgenden zehn Jahre. Denn mal ehrlich: War was? Also im Sinne eines erhebenden kulturellen Mythos. Goldene Zwanziger und so?
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Tonight: Klub Mahoni! Mit Spendierticket!

Unser alter Kollege Toni Mahoni schläft nicht. Heute nicht.
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Modern Warfare 2, oder: Die Geister, die wir riefen

Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, wie ich das erste Mal Quake gespielt habe, der erste Shooter mit wirklich dreidimensionaler Grafik, ein Quantensprung gegenüber allem, was man bisher so kannte. Durch das neuartige Spielgefühl ist mir ziemlich schlecht geworden und ich habe nach 10 Minuten den Computer ausgemacht.
Das war 1996.
Der technische Fortschritt ist seitdem bemerkenswert, grafisch haben wir Dimensionen erreicht, die teilweise von der Realität nicht mehr zu unterscheiden sind. Gleichzeitig haben die Inhalte zugelegt, angefangen mit stumpfem Abknallen, was nicht bei drei auf dem Baum ist, sind wir bei komplexen und spannend erzählten Stories angekommen, die in punkto Atmosphäre neue Maßstäbe setzen konnten – ich erinnere da nur an Half-Life. Es gab und gibt zudem immer Rufe nach mehr Realismus, die auch erfüllt wurden, trotzdem gab es immer noch eine Abstraktionsebene, die wir uns als Fans von Shootern zunutze machen konnten, wenn Kritiker wegen zu offensichtlicher Gewaltdarstellung ankamen: wir befinden uns immer noch in einem Spiel, es ist stilisiert, die Realität sieht so nicht aus. Jetzt haben wir 2009, und der Realismus in Computerspielen hat eine Realismusgrenze überschritten. Willkommen bei Modern Warfare 2.
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Der 9. November in Deutschland

Es gibt ja so Tage, die einfach Tage sind und an denen nichts passiert, was uns nachhaltig in Erinnerung bleibt.
Am 9. Februar zum Beispiel wird der erste Fernsehauftritt der Beatles 46 Jahre her sein und die DDR hätte dann 37 Jahre diplomatische Beziehungen mit Großbritannien und Frankreich, aber ist das deshalb ein besonders besonderer Tag?

Der 9. November ist da anders drauf. Er ist nicht nur einmalig bedeutungsvoll wie der 14. oder der 4. Juli, der 9. November ist der Tag in der deutschen Geschichte.
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CIA beobachtet Blogs, Foren, Twitter

WIRED berichtet, dass In-Q-Tel, das Beteiligungsunternehmen der CIA, in Visible Technologies investiert hat. Visible beobachtet auf rund einer halben Million Websites sogenannte „Open Source Information“, also jene Information im Netz, die frei zugänglich ist. Geschlossene Netzwerke wie Facebook bleiben derzeit verschont, aktuell überwacht Visible Blogs, Foren, Flickr, YouTube, Twitter und Amazon-Kommentare und sortiert und wertet die Ergebnisse bisher in erster Linie für Unternehmen aus.
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John Gray – Politik der Apokalypse

John Gray hat in diesem erstaunlichen Buch zweierlei gemacht: er hat die Politik des 20. Jahrhunderts als Religionsgeschichte aufgeschrieben. Und er hat ein Plädoyer für die Deeskalation verfasst. Interessant ist, wie Gray Frühchristentum, französische Revolution, Kommunismus, Nationalsozialismus und Neoliberalismus in eine Abfolge stellt. Allesamt sind westliche Gedankensysteme, die sich durch zweierlei auszeichnen: Erstens vermitteln sie alle eine teleologische Geschichtsauffassung, das heißt sie glauben an einen ideologischen, ideengeschichtlichen Fortschritt, der irgendwann in einem Paradies endet. Zweitens glauben sie, dass dieses Paradies bald kommt. Sie glauben alle ans Ende der Geschichte. Sie sind alle Millenaristen.

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Das Guardian Live-Blogging von der UN-Vollversammlung


Es soll Gegenden an Englands felsiger Südwestküste geben, deren Zipfel karg und schlicht Land’s End genannt wird, in denen sie gar nicht so traurig sind, dass der Premier mal nicht schnell auf einen Blitzbesuch zur Dorfschuleröffnung vorbei kommen kann, dass Länderspiele der Three Lions im Tele über Antenne praktisch gar nicht und über Satellit nur krisselig empfangen werden können, solange nur die Leitung an den Regent’s Canal in der Hauptstadt steht. Denn dort befindet sich der Hauptsitz des Guardian und in dem gläsernen Trutzbau wird jeden Tag auf’s Neue bewiesen, dass Qualitätsjournalismus vom Internet keine Pickel bekommt. Read on my dear…

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Rette deine Freiheit

Alexander Lehmann hat nach „Du bist Terrorist“ ein neues Video veröffentlicht. „Rette deine Freiheit“ gefällt mir dabei wesentlich besser als der Vorgänger. Der Clip bleibt zwar hier und da vermutlich absichtlich unscharf, aber manchmal braucht es eben Polemik, um auf ebensolche zu reagieren. Video nach dem Klick. Read on my dear…

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Live-Gezwitscher von der Freiheit statt Angst 2009 Demonstration

14:35 Uhr: Die Piraten haben dick aufgefahren – im wahrsten Sinne des Wortes.
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„žGegenüber dem Staat darf ein Bürger sich nicht schützen müssen“ — Interview mit Juli Zeh und Ilija Trojanow

Während die letzten Vorbereitungen zur großen „žFreiheit statt Angst“-Demo am Samstag in Berlin laufen (Spreeblick ruft sich und alle, die hier lesen, herzlichst auf, teilzunehmen!), haben Fred und ich Juli Zeh und Ilija Trojanow, den Autoren des Buchs „žAngriff auf die Freiheit — Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte“, einige Fragen zu ebendiesen Themen gestellt.
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