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Spreeblick-Adventskalender Tag 7: Schluss mit der Monotonie des Yeahyeahyeah

FDJ

Der 2. Advent ist ein guter Moment um sich mal an diesen anderen, vergangenen deutschen Staat zu erinnern, der sich so säkular gab und dann so orthodox agierte.

Interessante Musik gab es dort aber immer, und zwar nicht nur im adaptierten monotonen „Yeahyeahyeah“, wie Genosse Walter Ulbricht feststellte, nein, man hatte dort auch ein ganz eigenes Liedgut.

Aus dieser Rubrik hören wir heute „Du hast ja ein Ziel vor den Augen“.

Geschrieben hat das bahnbrechende Werk Louis Fürnberg, von dem auch die offizielle Hymne der SED, das „Lied der Partei“ (die ja immer Recht hat) stammt. Fürnberg ist mit nur 48 Jahren 1957 an einem Herzinfarkt gestorben, die flott orchestrierte Version seines FDJ Klassikers, die wir heute hier hören, hat er also leider nicht mehr erleben dürfen.

Die ist 1973 auf dem Sampler „Wir singen zu den X. Weltfestspielen“ (wirklich in dieser unfreiwillig komischen Ziffernschreibweise…) erschienen, zusammen mit vielen anderen aufrüttelnden Titel, z.B. „Wir Treffen Uns Auf Jeden Fall“, „Es Geht Um Die Erde Ein Rotes Band“ und „Ketten Werden Knapper“.

„Ketten werden knapper“ (und brechen wie junger Rhabarber und trockenes Stroh) von der Renft Combo wurde bei Youtube verbannt (offenbar zu aufrührerisch!), aber glücklicherweise gibt es ja Moskva FM, wo solche Perlen des sozialistischen Liedguts noch hochgehalten werden.

Und wie schön die Welt für die jungen Pioniere wirklich war, das hat IFA WARTBURG auf schmissige Art in Noten gefasst:

Euch allen einen schönen und erholsamen Adventssonntag, morgen geht es weiter mit unserer musikalischen Erkundungsfahrt durch den wilden Osten! Johannes.

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