
Am heutigen 25.9.2014 ist Ossi Urchs nach schwerer Krankheit verstorben.
Nur sporadisch habe ich Ossi in den letzten zwei Jahrzehnten gesehen und gesprochen, hier und da gab es noch ein paar kurze Mails oder Facebook-Nachrichten, unsere letzte Online-Unterhaltung ist ein Jahr her. Doch ich erinnere mich gut an die Zeit Mitte der Neunziger, als ich ihn zuerst aus der Ferne als „Minister for Tomorrow“ im Auftrag eines Zigarettenherstellers ziemlich albern fand, um dann beim ersten persönlichen Treffen festzustellen, dass der Mann einiges auf dem Kasten hatte und zudem einer der wenigen Hippies in Deutschland war, die sich schon sehr, sehr früh für das digitale Netz begeistern konnten.
Wenn es hierzulande jemals einen friedfertigen, spirituellen, aber dennoch kritischen und realistischen Dreadlock-Kopf gegeben hat, den man eher in der frühen US-Westküsten-Online-Tradition von The WELL oder auch der EFF als in der von turbokapitalistischen Startup-Irren sehen konnte, dann war es wohl Ossi Urchs.
Seinen Weg durch die Krankheit in seinem Facebook-Stream dokumentiert zu sehen, löste Bewunderung für seine Offenheit und seinen Mut und Optimismus bei mir aus. Dass er sich genau dort vor etwa zwei Stunden persönlich mit den Worten „Und danke für den Fisch. Und für Eure Freundschaft und Liebe. Ossi Urchs 16.8.1954 – 25.9.2014“ verabschiedet hat, sorgte für ein paar Tränen.
Mein herzliches Beileid geht an seine Familie und Freunde.