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Kirsten Fuchs zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Es ist nicht sehr schwer, lobende Worte für (die hier bereits mehrfach erwähnte) Kirsten Fuchs zu finden: Man hat sie schon die „Königin der Berliner Lesebühnen“ genannt, und ihr zu Ehren ist einer der lustigsten Sätze in einer FAZ-Rezension gedruckt worden: „“Jeder Satz knallt und bumst und brennt,“ schreibt da Martin Halter, und ihr Debüt ‚Die Titanic und Herr Berg‚, um das es geht, sei „ein extravagantes Gemisch aus unverblümter Drastik, trockenem Witz und rasender Zärtlichkeit.“
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Sarah Schmidt und Frédéric Valin zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Dass Sarah Schmidt Humor hat, daran kann kein Zweifel bestehen: denn Sarah Schmidt ist Hertha-Fan. Es ist ausgeschlossen, ohne Humor und Selbstironie, also vollen Ernstes Fan von Hertha BSC zu sein, ein Verein, der sich schon seit Jahren bemüht, dem Olympiastadion eine Existenzberechtigung zu verschaffen und dazu jedes Wochenende ein paar Hanseln in Matrosenanzügen versammelt, um in einer Art Happening so viel Rasen kaputtzutreten wie irgend geht.

Hertha-Fan, das ist ein mathematischer Nachweis von Humor.
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Jochen Reinecke und Anselm Neft zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Sie sind Delling und Netzer, sie sind Statler und Waldorf, die beiden Alten aus der Muppet Show. Ein Abend mit Anselm Neft und Jochen Reinecke hat etwas von einem sarkastischen Kurzfilmfestival; eleganter Zynismus wechselt mit höflicher Verachtung, die Welt als Freudenhaus, wenn man pleite ist, und insgesamt ist sie seltsam genug, die Welt, als dass man sich kaum mehr wundern darf, ohne gewöhnlich zu sein.

Jochen Reinecke liest „Geschichten, die möglicherweise lustig sein könnten“, was, wenn man ix glaubt, ein understatement erster Güte ist: „und ich bin mittlerweile bereit, jochen reinecke zum witzigsten menschen den ich kenne zu erklären „” und das obwohl er aussieht wie ein jurastudent mit leichtem hang zur adipositas, frisch aus dem verbindungshaus.“ Kürzlich hat er Geister abschütteln veröffentlicht, ein Buch über eine Bahnfahrt, die… lange dauert. Sehr lange.

Anselm Neft wird nächstens ein Buch veröffentlichen voller kleiner Geschichten darüber, wie es ist, zwischen Kuhglockengeläut und Kirmesschiffsschaukeln aufzuwachsen, um dann in den Irrsinn entlassen zu werden, den eine Großstadt so mit sich bringt: Auftragskiller, Flaschensammler, Arbeitslosigkeit, Gott, die große Liebe. Die Lebern der anderen erscheint im Februar bei Ullstein.

Jochen Reinecke und Anselm Neft zu Gast bei Read on, my dear
27.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Hermann Bräuer und René Hamann zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

München in den Achtzigern, es ist die Zeit von Kiss, Mötley Crüe und Van Halen. Holzingers Andi hat die Haare schön und obendrein einen Bass bekommen, seinem kometenhaften Aufstieg als Rockstar in einer Hair-Metal-Band steht also nichts mehr im Weg. Unter Tonnen von Schminke und begleitet von funkensprühenden Pyroshows arbeit sich Llord Nakcor ganz nach vorne, bis hin zum Plattenvertrag, und als endgültig der Durchbruch winkt, kommen ein paar versiffte Gestalten mit Akkustikgitarren und übernehmen die musikalische Weltherrschaft. Sie heißen Nirvana, und sie beenden die ruhmreiche Ära des Hair-Metal, ein Einschnitt, an den sich die Friseurinnen-Innung noch heute tränenreich erinnert. Und Hermann Bräuer. Read on my dear…

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Thilo Bock und Matthias Oborski zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Thilo Bock ist ein wahres Bühnenphänomen, eine Rampensau, nein: Rampenwildsau. Niemand kann so schön Lieder schlecht vorsingen wie er, niemand fuchtelt so mit den Armen, er ist der Rock’n’Roll der Lesebühnenprotagonisten Berlins. Das gilt auch für seine Texte, beispielsweise für seinen letztes Jahr erschienenen Erstling„Die geladene Knarre des Andreas Baader“: Da geht es, wie häufig in Thilo Bocks Geschichten, um Menschen beiderlei Geschlechts, die miteinander in Schwierigkeiten leben. Um Beziehungen, die kaum stattfinden, vergebliche Mühen und den ganzen anderen Kram, den der Herrgott uns mit der bescheuerten Zweigeschlechtigkeit eingebrockt hat.

Matthias Oborski ist Blogleseveteranen sicherlich ein Begriff: früher auf Fooligan, ntropie und d-frag aktiv, hat er sich irgendwann von der ganzen Internetschreiberei zurückgezogen; plant inzwischen aber Gerüchten zufolge ein Comeback. In seinen Texten geht es um Pop, Kommerz und die Mythen der Moderne, die so altbacken ist wie die Reklametafeln eines Tante Emma-Ladens. Skeptiker aus Überzeugung, Pessimist aus Erfahrung, ist in seinen Texten Ironie nicht nur eine Frage des Stils, sondern des Überlebens.

Thilo Bock und Matthias Oborski zu Gast bei Read on, my dear — Die Lesebühne mit Spreeblick
13.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Uli Hannemann zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Mit „Neulich in Neukölln“ hat Uli Hannemann das Standardwerk zum neuen In-Bezirk verfasst, lange bevor es ein In-Bezirk wurde; mit „Neulich im Taxi“ hat er das gleiche mit dem Berliner Nachtleben und all seinen Licht- und vor allem Dunkelgestalten getan. Die Titelfindung des Nachfolgebandes hat übrigens nach seinen Angaben „Wochen, wenn nicht Jahre“ in Anspruch genommen.

Hannemanns Erzähluniversum ist bevölkert von absurden Gestalten, seltsamen Situationen und kleinen Momenten skuriller Peinlichkeiten. Dabei sind seine Geschichten zwar immer skurril, aber auch liebenswert; immer ein wenig melancholisch, aber pointiert; ein wenig abwegig zwar, aber durch und durch nachvollziehbar, beinah beiläufig erzählt. Und vor allem: sehr, sehr komisch.

Und sehr berlinerisch.

„Unprätentiösen Charme versprühen auch Hannemanns Neukölln-Miniaturen, in denen er die sattsam bekannten Vorurteile über den Bezirk so weit ins Groteske steigert, bis sie in ihrer Schrulligkeit schon wieder liebenswert wirken.“ (Jens Mühling, Der Tagesspiegel)

Uli Hannemann zu Gast bei Read on, my dear — Die Lesebühne mit Spreeblick
06.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Videos und Fotos zur Ausdruck-Lesung


Das fantastische (unter vielem anderen) an Lesungen, die im weitesten Sinn mit Blogs zu tun haben, ist, dass sie so gut dokumentiert werden. Von der Ausdruck-Lesung vergangene Woche zum Beispiel hat Philip zwei Videos gemacht. Und bei Christoph sind alle Lesenden porträtiert. Toll. Toll!

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„Ausdruck“ zu Gast bei Read on, my dear – Der Lesebühne mit Spreeblick

Seit Tagen* erzähle ich Christoph von meinem Wunsch, alle die Autoren aus seinem „Ausdruck – Ausgewählte Beiträge der deutschen Blogosphäre“ zusammenzutrommeln und eine Lesung zu organisieren. Ich so: „Das wird bestimmt sehr schön und lustig!“ Und er so: „Jaja“. Und ich so: „Soll ich mal alle Beteiligten fragen?“ Und er so: „Jaja.“

Und ich so in der Rundmail: „Wie wärs mit einer Ausdruck-Lesung?“ Und alle so im Mailverteiler: „Ja, klar!“

Und so kam es, dass wir den „Read on, my dear“-Jahresabschluss mit lauter Blogtexten fast der gesamten Berlin-Fraktion des Heftes, also namentlich von und mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde, bestreiten werden.

Das Heft hat übrigens reißend Absatz gefunden und ist inzwischen ausverkauft. Aaaaaaber: Am Mittwoch gibts noch fünf Exemplare zu erstehen. Das wird also eine Release- und Ausverkaufsparty in einem.

„Ausdruck“ zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde
16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

„Seit Tagen“ stimmt streng genommen nicht, musste aber sein, wegen der Form.

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Petra Zeigler und Julian Gretschel zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Damals, irgendwann in den Zwanzigern, da war Berlin noch mondän und verrucht und wild und exotisch; inzwischen ist es ja eher hip und alternativ und angesagt. Die 20er kommen nicht wieder, aber ein wenig von deren Geist wird am nächsten Mittwoch durch die Yuma wehen, wenn Petra Zeigler aus ihrem Programm Le premier Metro [myspace] singt. Mondän: Von Serge Gainsbourg bis zu brasilianischen Balladen, von Jacques Brel bis zu argentinischen Tangos, von Léo Ferré bis zu italienischen Liedern wird Petra Zeigler mit ihrer rauchigen, tiefen Stimme so ziemlich alles singen, was Gänsehaut macht.
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Der Taubenvergraemer und silenttiffy zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick

Anlass und Idee zu dieser Ausgabe unserer Lesung war die Veröffentlichung des Stijlroyal-Magazins zum Thema Heimat; ein Heft übrigens, das es an diesem Abend auch zu kaufen geben wird.

Silenttiffy alias Alexandra Tobor [Blog/ Twitter] schreibt einen „autobiografisch inspirierten Roman darüber, wie es ist, mit einem Migrationshintergrund als Klotapete in Deutschland aufzuwachsen.“ Wenn es nicht so abgedroschen klingen würde, würde ich sagen, dass ich an ihren Geschichten vor allem den charmanten, sehr verspielten Witz mag und ihren Sinn für kleine, absurde Details.

Am Taubenvergraemer Jan-Uwe Fitz [Blog/ Twitter] hingegen ist so gut wie nichts und deswegen alles liebenswert: eingesperrt in einem Universum voller Misanthropie und Selbsthass, ist für ihn der Begriff Mensch zum Synonym von Arschloch geworden. Nichts kommt seiner Vorstellung des Paradieses näher als ein Atomkrieg. Trotzdem hasst er die Menschen nicht, denn das ist ihm viel zu anstrengend; dazu fehlt ihm die Kraft. Ein Glück, dass er sich pro Woche ein oder zweimal aufraffen kann, um mit müder Stimme seine Plädoyers für mehr Totschlag von einer Bühne zu flüstern.

Mit etwas Glück werden wir außerdem Zeuge einer Vorpremiere: Nicolas Rocher singt ein oder zwei Stücke von Serge Gainsbourg, bevor es am sechsten Dezember im Babylon zur Uraufführung des „Interviews mit S.G.“ kommt. Und ich sitze zwischendrin und werde auch irgendwas vorlesen.

Alexandra Tobor, Jan-Uwe Fitz und Frédéric Valin zu Gast bei
Read on, my dear
02.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

Dass silenttiffy und ich am Montag beim Vergraemer zu Gast sind, erklärt sich übrigens entweder gar nicht oder eben doch, aber ich weiß nicht so recht, wie und warum.

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Ahne zu Gast bei ‚Read on my dear — Die Lesebühne mit Spreeblick‘


Ahne ist ein wenig verrückt: denn Gott spricht mit ihm. Häufig. Gott hat häufig ganz schlechte Laune, und erklärt Ahne, warum er keiner Partei beitreten wolle, während Ahne ihm erklärt, was in der ganzen Welt so vorgeht, die der Herrgott verbrochen hat dankenswerterweise. Read on my dear…

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18. November 2009: Stefan Petermann, Steffen Roye, Xochil A. Schütz

Schau gen Horizont und lausche ist die erste Veröffentlichung des taujungen Hamburger Verlags asphalt&anders: In der Anthologie finden sich absurde, lustige, nachdenkliche und abgefahrene Geschichten über unter anderem Kalkutta, New York, Ravensburg und — natürlich — Berlin, all over the world.

Drei der dort versammelten Autoren sind diesen Mittwoch zu Gast bei Read on, my dear. Xochil A. Schütz hat schon an die 400 Bühnen von hinten gesehen und macht manchmal hintersinnige, manchmal sehr derbe Geschichten; das Hamburger Abendblatt hat sie mal eine Poesiegöttin genannt. Besonders schön und elegant formuliert hat das in unnachahmlicher Art Radio Fritz: „Sie schreibt sehr toll.“

Read on my dear…