Suchergebnis für 'piratenpartei'

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Content-Mafia

Vergleiche zwischen der digitalen und der analogen Welt werden im Netz regelmäßig und oft zurecht als unzureichend oder fehl am Platz kritisiert, besonders aber, wenn so genannte „alte“ Medien oder Unternehmen sie benutzen. Werden ähnliche Vergleiche hingegen innerhalb der diversen Netzgemeinden bemüht, gibt’s etwas mehr LIKE und RT und die Vergleiche hinken offenbar nicht mehr ganz so stark.

Beobachten kann man dieses Phänomen derzeit bei denjenigen Entrüsteten, welche die Vorwürfe gegen den Datenspeicher und -verteiler Megaupload bemängeln und dabei den Vergleich mit der Post heranziehen, die man ja schließlich auch nicht für den Inhalt ihrer Sendungen verantwortlich machen könne.
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39

Do you believe in the net world?

RÄUMUNGSVERKAUF! steht in großen Lettern am Schaufenster, ein zwar faktisch korrektes, für die bevorstehende Schließung eines Blumenladens dennoch irgendwie unpassendes Wort, finde ich. Doch immer mehr Läden in der kleinen, bürgerlichen Einkaufsstraße einer Wohngegend, in der von Gentrifizierung keine Rede sein kann, machen dicht. Die Mieten scheinen seit Jahren zu hoch zu sein, der Wegzug einzelner Händler und der daraus folgende Leerstand in der unmittelbaren Nachbarschaft hat außerdem eine gewisse Sogwirkung – wenn es nicht genügend Läden gibt, kommen die Leute auch nicht mehr zum Einkaufen in die Straße. Neue Händler scheuen die zu langfristigen Verträge, hört man, doch die Vermieter hoffen und vertrauen auf die Zeit, die ihnen vielleicht doch noch solvente Langzeit-Mieter bringen wird.
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Spreeklicks (Soundtrack: Los Campesinos!)

Obwohl ich mir einbilde, die Sprachlosigkeit der Redaktion von Technology Review ob einiger Gedankenausflüge von Julia Schramm im Gespräch mit Constanze Kurz zwischen den Zeilen beinahe hören zu können, hat das Interview mit dem harmlos wirkenden Zitat-Titel „Datenschutz greift nicht mehr“ mehr Unterhaltungswert als der Versuch von USA Today, die Geheimnisse von Facebooks Datenverfolgungsmechanismen aufzudecken. Letzterer Artikel ist dennoch informativer. Aber eben nicht leichter.

Währenddessen stilisiert die TAZ Marina Weisband, die Geschäftsführerin der Piratenpartei, zu einer Mischung aus Natalia Vodianova, Hello Kitty und Mutter Theresa und sollte froh sein, dass Sätze wie „Marina Weisband wirft einen Kontrollblick in den Spiegel, bevor sie sich malerisch langsam den Mantel aufknöpft“ nicht von einem Mann geschrieben wurden. Trotzdem finde ich den Artikel irgendwie dann auch wieder ganz nett.

Und obwohl wir für den Aktionstag zu spät dran sind, darf auch bei uns der Hinweis auf die tolle „Aktion Libero“ gegen gegen Homophobie im Fußball nicht fehlen, denn erstens zählen zu unseren Freunden mehr Schwule als Fußballspieler (was aber Zufall ist, wir haben nichts gegen Fußballspieler!), zweitens gibt es schließlich auch bei uns ab und zu Fußball (wer Freds Spielkommentare vermisst: Ab zum blonden Engel!) und drittens sowieso. Schlimm genug schließlich, dass man im Jahr 2011 noch immer Aktionen gegen Homophobie machen muss.

UPDATE Gerade noch via Tobias Schulze darauf gestoßen, dass die TAZ die Qualität der hier stattfindenden Urheberrechtsdebatte lobend erwähnt, was mich sehr freut.

Nach dem Klick dann noch das neue Video der Black Lips. Und allen Clash-Fans sei ein Klick hierhin sehr ans Herz gelegt.
Ich hab‘ euch fast alle übrigens sehr gern.
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Spreeklicks (Soundtrack: Kalle)

Während Kalle von Erobique die BOSS RC-30 Loopstation für euch testet (UPDATE: Das Video wurde leider entfernt. UPDATE: Neue Version gefunden, läuft wieder), gibt es von mir ein paar Klicktipps. Nach dem Klick.
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Wenn möglich: Bitte wenden

Wer hätte das gedacht? Es gab in den letzten Jahren so viele Zeitpunkte, an denen ich mir einen noch viel größeren gesellschaftlichen Aufschrei hätte vorstellen können, doch nicht die Debatten um die Netzsperren lösten diesen aus und auch nicht die Absichten im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung.

Stattdessen ist es die CCC-Analyse des so genannten Staatstrojaners und die derzeit zu beobachtenden Auswirkungen dieser Analyse, welche die Bundesrepublik Deutschland am Tipping Point haben ankommen lassen.

Endgültig vorbei sind die Zeiten, in denen man die „Netzwelt“ noch außerhalb der „echten“ betrachten konnte, und in denen man die Sorge um Datenmissbrauch oder digitale Überwachung sträflicherweise als Luxusproblem paranoider Technik-Freaks abstempeln konnte.

Ab jetzt gibt es nur noch eine Welt, nämlich die, in der wir leben. Ob digital oder analog spielt dabei keinerlei Rolle mehr, es gibt keinen Unterschied.
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30

Panorama: Ahnungslose Abgeordnete

Wir erinnern uns: Kurz vor den Wahlen machte Andreas Baum von der Piratenpartei mit Anlauf eine Arschbombe ins politische Fettnäpfchen, als er nicht wusste, wie hoch der Schuldenberg Berlins ist.

Gestern nun stimmten die Abgeordneten im Bundestag über den EU-Rettungsschirm ab, einige davon ohne einen Schimmer, wie hoch Deutschlands Bürgschaftsrisiko dadurch wird, an wen bisher Kredite vergeben wurden und ob auch Banken durch den Rettungsschirm abgesichert werden.

Die Piratenpartei reagierte auf das Info-Fiasko mit technischer Kreativität und einer kostenlosen iPhone-App, die den sekundenaktuellen Berliner Schuldenstand anzeigt. Womit die verschiedenen Bundestagsabgeordneten auf ihre Peinlichkeit reagieren werden, ist noch unklar.

[via Markus bei Facebook]

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Piraten entern Berliner Abgeordnetenhaus

Die Piratenpartei hat es nach aktuellen Hochrechnungen mit sensationellen 8,6% in das Berliner Abgeordnetenhaus geschafft. Im Ritter Butzke wird Sonntag Nacht wohl die Hölle los sein, Kamerateams dürften sich um die wenigen Plätze prügeln und garantiert sind auch schon Boulevard-Reporter vor Ort, um in den kommenden Tagen erste „Enthüllungsgeschichten“ präsentieren zu können (für politische Äußerungen gilt ja das Gleiche wie fürs Bloggen, Coden und Autofahren: Don’t do it drunk).

Es werden interessante Wochen und Monate nicht nur in Berlin, denn jetzt wird es ernst für die Piraten auf hoher See, wo ihnen der Wind heftig ins Gesicht blasen wird. Ich bin sehr gespannt auf das, was kommt, und wünsche der Piratenpartei Standfestigkeit ebenso wie Gelassenheit und Ruhe, um einen guten Job machen zu können.

Die Segel sind gesetzt. Herzlichen Glückwunsch!

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Meine Wahl für Berlin

Am kommenden Sonntag steht die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Seit Wochen schon tobt der Straßenkampf der Plakate und Plattitüden, ich konnte mich aber trotzdem für eine Partei entscheiden, die meine Stimme bekommen wird.
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Götz Werner gibt einen aus

Götz Werner und Adrienne Goehler haben ein Buch geschrieben. Es heißt „1000 Euro für jeden“ und es handelt davon, 1000 Euro für jeden zu organisieren. Wie das genau gehen soll, das wird mir nach dem Lesen allerdings immer noch nicht ganz klar.

Zum Beispiel Erika W., das Zimmermädchen von Seite 52. Erika W. lebt von Hartz IV, aber sie arbeitet, und zwar „fast egal was“. Sie hofft, demnächst so viel zu verdienen, um auf staatliche Unterstützung verzichten zu können. Sie will nichts geschenkt bekommen, sie will etwas leisten. Hätte sie ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Verfügung, natürlich würde sie weiterarbeiten (antwortet sie „wie aus der Pistole geschossen“).

Ich mag die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, weil es auf den ersten Blick meine Situation verbessern würde. Ich mag den menschenfreundlichen Gedanken dahinter, jedem ein würdiges Leben ohne Existenz- und Zukunftsangst zu gewährleisten. Ich sehe, wie Markt und Staat Arbeit momentan organisieren, und ich sehe die Schwierigkeiten: Vollbeschäftigung ist ein Mythos, Altersarmut, Zeitarbeit, wachsender Niedriglohnsektor, die Schwäche der Arbeitnehmerposition, der enorme gesellschaftliche Druck, der auf Arbeitslosen lastet. Alles Probleme, die nach einer Lösung rufen, da bin ich bei den Autoren.

Ich zweifle nur daran, dass das bedingungslose Grundeinkommen diese Lösung ist.
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Italien – Neuseeland 1:1

Italien kann immer noch niemand leiden. Italienischen Fußball finden alle doof. Außer ein paar italienischen Fans, die unter jedem Artikel, in dem steht, italienischer Fußball sei doof, schreiben, man kenne die Mutter des Verfassers und habe schon einiges Unanständiges mit ihr angestellt. Masochisten schreiben gerne kritisches über italienischen Fußball, die Piratenpartei und Shakira, denn das garantiert Lustgewinn durch erniedrigende Kommentare auf Jahrzehnte. Read on my dear…

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Gallo-Report: Eine gewonnene Schlacht für den Urheberrechts-Dogmatismus

Gestern hat der Justiz-Ausschuss (JURI) des Europaparlaments den umstrittenen Report der Konservativen Marielle Gallo angenommen, die schärfere Maßnahmen zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte fordert. Kritiker sehen in dem Papier eine Vermischung von Schmuggel Produktfälschung und nicht-kommerziellen illegalen Downloads und fürchten nun eine Kriminalisierung von Filesharern.
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„Sexy Datensammlungen“: Politiker-Talk über den Datenausverkauf

Sind Datensammlungen sexy? Am Donnerstag unterhielten sich im Berliner newthinking store Netzpolitiker von vier verschiedenen Parteien über den „Datenausverkauf“. Es ging um die Frage, was privat sein sollte, was die Politik tun kann, um Datenschutz zu gewährleisten – und wo sie an ihre Grenzen stößt.
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