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Dieser Artikel ist ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion.

Wenn ich alt bin

Wenn ich alt bin, dann wünsche ich mir

Ein Hörgerät das funzt
Und Dritte, die nicht am Gaumen kratzen
Ich wünsche mir Augen die mich lesen lassen
Und ganz viele Katzen

Ich wünsche mir Nachbarn
Die meinen Starrsinn ertragen und mich ein bisschen mögen
Und schmerzfreies Kacken

Wenn ich alt bin, dann wünsche ich mir
Gesellschaft. Aber nur wann ich will
Ich wünsch mir große Fenster
Zum rausgucken und Licht reinlassen

Laufen zu können
Und weiche Kissen

Ich wünsche mir junge Menschen
Die mich besuchen und hin und wieder
Hochheben und drücken und
Dumme Scherze darüber machen

Wie klein ich doch geworden bin

Ich wünsche mir einen Garten den jemand pflegt
Und ein, zwei Briefe im Jahr
Ich wünsche mir offene Ohren für meine Geschichten
Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht
Und Hände ohne Gicht

Wenn ich alt bin
Dann wünsche ich mir einen leisen Tod

Der niemandem weh tut

Ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion von

stoertebeker (Website) (Twitter)

4 Kommentare

  1. 01
    Lars

    Das wird in Deutschland schwierig, schon mit deiner Poesie bist du für Merkel und ihrem Traum vom produzierenden Ameisenstaat nutzlos.

    Aber du könntest nach Spanien ziehen, ist halt zur Zeit eher schlecht mit Arbeit hier.

  2. 02
    Skeeve

    Keine Sorge! So schnell wirst Du nicht alt – oder ich bin es schon. „Funzt“ verstehe ich nicht. So alt bin ich oder so jung bist Du ;)

    Ich kenne nur „Funzeln“, aber ich denke, die sind heute schon ausgestorben.

  3. 03

    Funzen = funktionieren. Zugegebenermaßen ein etwas spezieller Begriff, aber ich dachte, er sei weit genug verbreitet um verstanden zu werden. Eventuell wird das Wort nur in bestimmten Regionen verwendet oder ist einfach noch zu jung ;)

  4. 04

    Ein netter Text, etwas rumpelig noch. Es könnte etwas mehr Rhythmus vertragen, aber vielleicht lese ich einfach nur mit Schluckauf… :)

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