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Dieser Artikel ist ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion.

Die Wiki-Wundertüte

Hilfreiche Seiten wie die Wikipedia sind inzwischen für viele so simpel und selbstverständlich wie Suchmaschinen, E-Mail und all die anderen Vorzüge des Internets. Ein paar Klicks und schon kann man sich in so wunderbare „Artikel des Tages” wie Anführungszeichen, Glücksklee oder dem Big-Mac-Index versenken, gerne auch in gesprochener Version. Eine Menge fleißiger Hände überall lassen regelmäßig die Tasten glühen, um die Welt mit ihrem Wissen zu beglücken. Dass der Alltag in einem Wiki jedoch nicht nur aus Schreiben besteht, erfährt man schnell, wenn man mal in einem solchen selbst mitarbeitet: Image und Qualitätsansprüche vs. Spam und geistigen Tiefflug; Freiheit und Mitbestimmung vs. Notwendigkeit und Sinn. Zoff ist da manchmal unausweichlich, der regelmäßige Fail der üblichen Verdächtigen auch irgendwie unterhaltsam und letztlich macht es doch Spaß. Ansonsten würde man es ja auch nicht tun, Geld gibt es dafür schließlich nicht.
Neben dem wohl bekanntesten und größten Vertreter der Gattung „Wiki” gibt es davon inzwischen einen regelrechten Zoo – betrieben von Firmen, NGOs, Medienprojekten oder auch Fans. Von Fans von so ziemlich allem: „Memory Alpha” für die Trekkies, das „Lexicanum” für die Warhammer-Begeisterten, sogar für Perry Rhodan ist gesorgt. Auch die Star Wars-Fans kommen selbstverständlich bei Jedipedia.net auf ihre Kosten, wo ein Haufen anderer Nerds und ich regelmäßig beweisen, dass wir zu viel Zeit haben.

Stöbert doch einfach mal ein bisschen ‘rum! Woran ihr auch denkt, es gibt garantiert irgendwo dort draußen ein Wiki dazu. Und wer von euch auf Star Wars steht, muss nicht lange suchen, um Han Solos Leben oder den Aufbau eines Lichtschwerts nachzulesen – ihr wisst, wo ihr uns findet.

Ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion von

kyle (Website)

7 Kommentare

  1. 01

    Wikis sind die neuen Foren :-)

    Wobei ich ja Seiten wie StackOverflow.com für die höchste bisherige Evolutionsstufe halte.

  2. 02
    Andreas

    Woran ihr auch denkt, es gibt garantiert irgendwo dort draußen ein Wiki dazu.

    Ja, zum Beispiel die englische Wikipedia. Da findet man wirklich alles, woran man im entferntesten nur denken kann. In der deutschen Wikipedia fehlen 99% wegen „mangelnder Relevanz“, weshalb ich da erst gar nicht erst suche. Sehr schade, aber hier wird die Einstellung ja auch deutlich: Zu „irrelevanten“ Themen gibt es „da draußen“ sicher irgendwo ein eigenständiges Wiki, warum also die Wikipedia damit zumüllen…

  3. 03

    @Uwe: Zu Foren sollten Wissens-Communities wie Wiki nicht werden. Diskutieren und möglichst handfestes Wissen zur Verfügung stellen sind zwei paar Schuhe.

    @Andreas: Ich finde gut, dass in der deutschen Wikipedia man sich einen Kopf um Relevanz macht. Die in kyles Artikel erwähnten zusätzlichen Wikis liefern schließlich Infos über Wikipedia hinaus. Für Disney- und Entenhausenfans gibt es außerdem eine http://www.duckipedia.de Für Idioten eine http://www.stupidedia.org Keine Ahnung, was für welche es noch gibt!

    kyle, entnehme ich deinem Artikel richtig, du bist Wikipedianer, ein Teil der Community?

  4. 04
    Andreas

    @Veit: Aber wen stört es denn, wenn „irrelevante“ Sachen in der deutschen Wikipedia sind? es ist ja kein Buch, das unnötig Platz im Regal wegnimmt. Wer nicht danach sucht, der findet die irrelevanten Sachen nicht und wer doch danach sucht, wird sie nicht für irrelevant halten.
    Und wie irrelevant können die Sachen sein, wenn es ganze Wikis gibt, die sich nur mit dem einen Thema beschäftigen? Ist das nicht ein Zeichen für Relevanz?
    Aber egal, da wird sich eh nichts dran ändern und für Leute wie mich gibt es ja glücklicherweise die englische Wikipedia…

  5. 05

    @Veit: Nein, ich bin nicht bei Wikipedia registriert. Wer die Abläufe hinter den Kulissen in verschiedenen Wikis etwas verfolgt wird aber feststellen, dass sich vieles gar nicht so sehr unterscheidet. Die Wikipedia ist freilich in sofern anders, als dass sie vom Personal und Umfang her um einige Nummern größer ist als die meisten anderen Projekte. Fan-Wikis sind außerdem nichts wirklich weltbewegendes, es ist weniger äußerer Druck und öffentliche Rezeption im Spiel. Über steigende Bekanntheit will man sich grundsätzlich natürlich nicht beschweren… ;-)

    @Andreas: Richtig, jedem das seine. Aber ich sehe das gerne auch positiv: Was nicht in die Wikipedia „darf“ kann in kleineren, spezialisierten Projekten oft viel besser behandelt werden.

  6. 06
    Harry

    Ja, http://www.jedipedia.de habe ich schonmal benutzt. Zwar deutlich kleiner als http://www.wookieepedia.com und in vielen Dingen rückständig, aber immerhin auf Deutsch. Leider sind solche Freizeitprojekte neben der Sache, dass die Benutzer dort mitunter Lebenszeit verschwenden, meist nur über einige Jahre erhaltbar, weil das Interesse nicht besonders hoch einzuschätzen ist und meist die nötige Qualifikation fehlt. Daher scheitert es meist an Selbstverständlichkeiten oder Hochmut.

  7. 07

    Ja, das mag bei vielen Projekten durchaus vorkommen. Ich möchte allerdings anmerken, dass wir mit Jedipedia.de nichts (mehr) zu tun haben. Nur um Verwirrungen zu vermeiden…

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