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Dieser Artikel ist ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion.

Quo vadis Goldpreis?

Was passiert derzeit am Goldmarkt? Diese Frage stellen sich aktuell wohl nicht mehr nur sogenannte Goldbugs und Investmentprofis, sondern auch viele, die das gelbe Edelmetall sonst nur an Hals oder Finger tragen.

Die Presse ist voll mit Meldungen über neue Rekordmarken und zählt gleichzeitig einen Krisenherd nach dem anderen als hierfür verantwortlich auf. Es scheint derzeit für den Goldpreis nach oben keine Grenze zu geben. Gestern kam es jedoch vorerst zu einer Kurskorrektur, welche den Aufwärtsmarsch stoppte, nachdem durch die Ergebnisse des Euro-Gipfels ein wenig Unsicherheit aus dem Markt genommen wurde. Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben sich auf weitere Hilfen für Griechenland geeinigt, um eine Staatspleite zu verhindern. Neben zusätzlichen Milliarden umfasst das aktuelle Paket auch eine Umschuldung mit verlängerten Laufzeiten sowie die Übernahme von Garantien.

Die Auswirkungen auf die Notierung des Goldpreises in US-Dollar fielen jedoch geringer aus als erwartet. Zwar wurde die Marke von 1.600 US-Dollar wieder nach unten durchbrochen, aber das Minus blieb moderat. Am heutigen Vormittag wurde in London ein Kurs von 1.588,00 USD erreicht. Die wirklich deutlichen Effekte der europäischen Entscheidung waren indes am Devisenmarkt zu beobachten. Der EUR/USD – Wechselkurs erlebte gestern eine für Währungen eher untypische Achterbahnfahrt und konnte am Ende deutlich zulegen. Hierdurch kam es insbesondere zu Verlusten der Goldpreisnotierung in der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Preis hat sich von der alten Rekordmarke des vergangenen Montags bei 1.336,70 Euro im Nachmittagsfixing in London auf heute 1.103,01 EUR nach unten bewegt.

Allerdings bleibt es auch nach der Entscheidung in Europa weiter spannend. Die USA haben ebenfalls ein Schuldenproblem zu lösen. Es ist wichtig schnell einen Plan zu entwickeln, wie das Defizit dauerhaft reduziert werden kann, um der drohenden Zahlungsunfähigkeit zu entgehen. Die beiden politischen Lager sind auf dem Weg dorthin aber in Ihren Positionen noch weit voneinander entfernt. Investoren am Goldmarkt werden die weitere Entwicklung daher mit Argusaugen beobachten.

Sollte auch hier eine effiziente Lösung gefunden werden, könnte sich die Lage der globalen Schuldenkrise weiter normalisieren. Allerdings werden dann die bekannten Probleme zurück in den Fokus gelangen. Hierzu zählt weiterhin an erster Stelle die Sorge um ein anziehen der Inflation. Gerade asiatische Staaten haben mit hohen Teuerungsraten zu kämpfen und die dortigen Anleger greifen zunehmend auf Gold als Instrument zur Inflationsabsicherung zurück. Auch in Zukunft wird man sich daher die Frage stellen: Was passiert am Goldmarkt?

Ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion von

Metzi

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