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Dieser Artikel ist ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion.

Creative-Writing

Ein Gefühl der Entschleunigung; alles geht langsamer und wirkt behäbig, langweilig unbefriedigend – irgendetwas fehlt; ein Mangel. Das sind die besten Voraussetzungen ein Schriftsteller zu sein, was zu schreiben. Schlechte Laune! Übrigens auch um Musik zu machen, generell um kreativ zu sein. Wenn ich das jetzt einfach alles so behaupte, dann glauben mir manche und andere würden mir widersprechen. Egal. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass intelligente Leute öfter depressiv sind bzw. sich „zu“ viele Gedanken machen.

 

Daher sicherlich auch gut schreiben, der den Drang verspüren sich auf einem höheren Niveau mitzuteilen…

Meine Mutter liest gerade ein Buch, von der Exfrau von Martin Scorsese, die heißt wie die Exfrau von James Cameron heißen könnte, die aber wiederum Kathryn Bigelow heißt und ihm seine Oscars vor der Nase weggeschnappt hat;  Julia Cameron. Besagte Julia Cameron hat also nichts mit DEM Cameron zu tun, sondern ist Expertin in Creative-Writing, Autorin, Regisseurin und und und.  Eine von diesen künstlerisch-geschäftlich-kreativen Überfrauen. Naja, jedenfalls hat Sie in ihrem bekanntesten Werk: The Artist’s Way, geschrieben, dass jeder Mensch, egal ob talentiert oder nicht, morgens mindestens 3 Seiten zu Papier bringen sollte, egal ob der totale Bullshit oder nicht. Man würde sich von Ballast befreien, etc..

Was für eine Papierverschwendung. Man denke nur an all die glücklichen und zufriedenen Leute, welche ihre profanen Gedanken zwanghaft auf Papier bringen: „Heute ist ein schöner Tag. Ich freue mich auf die Arbeit. Hab Hasi Frühstück gemacht und freue mich auf den Spinning-Kurs heute Nachmittag. Vielleicht kommt ja auch Gita wieder mal. Hab sie lange nicht mehr gesehen. Vermisse sie“. So oder so ähnlich stellt sich Cameron dann den befreienden Schreibprozess vielleicht vor. Egal. Und ich?

Schreibe auch nie was. Hab nur mal schlechte Laune gehabt. Jetzt geht’s schon wieder besser. (Nicht wirklich!)

Text: automat

Ein Leserbeitrag im Rahmen der Open-Spreeblick-Aktion von

ntropy (Website)

7 Kommentare

  1. 01
    pell

    Ach, ich glaube, Intelligenz geht oft mit Überforderung einher. Man wächst hinaus. Sagte mir mal ein intelligenter Mensch.

  2. 02

    auch interessant

  3. 03

    Man könnte den Gedanken bezüglich der Depression evtl. noch weiterspinnen: wer intelligent ist, also wörtlich die Einsicht hat, dass zu viel Nachdenken depressiv macht, sollte vielleicht einfach auch mal „machen“ und nicht zu viel darüber theoretisieren und sich zu viele Gedanken machen. Kann bisweilen ganz hilfreich sein

  4. 04

    ntropy (klug gewähltes Pseudonym)

    „… geschrieben, dass jeder Mensch, egal ob talentiert oder nicht, morgens mindestens 3 Seiten zu Papier bringen sollte, egal ob der totale Bullshit oder nicht.“

    Am frühen Morgen schreiben?
    Jetzt mal im Ernst:
    Die frühen Diktate, die ich mit meinem Smartphone aufnehme,
    sind bereits am Mittag blamabel.
    Erst mit zunehmender Stundenanzahl erscheint die gelallte
    Sprachaufzeichnung sinnvoll (Hicks)

    Alles Gute

    http://www.youtube.com/watch?v=G5m41YVpBJ8

  5. 05

    Ich teile die Idee, dass man mit schlechter Laune häufiger kreativ ist. Bei mir ist es aber nicht unbedingt schlechte Laune im aggressiven oder genervten Sinne, sondern wirklich Niedergeschlagenheit und ähnliche Stimmungen.

    Zur Theorie, ob das bei intelligenten Menschen eher der Fall ist, würde ich behaupten, dass es tendenziell so ist, aber keine Kausalität herrscht. Eher eine strukturelle Kopplung vielleicht.

    Es gibt allerdings ein Buch, das in eine ähnliche Richtung geht: George Steiner – Warum denken traurig macht

  6. 06

    Nur kurz zur Erklärung: ntropy ist der Name unseres Blogs http://ntropy.de/, den ich (Phire) und automat, der diesen Text verfasst hat, zusammen betreiben.

  7. 07

    @addliss. Dem würde ich mich anschließen. Beziehungsweise: ich finde mich in deiner Elaboration wieder. Das Buch hört sich interessant an.
    LG, automat.

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