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Positionen von Johnny Haeusler | 10

Jeriko One vs. Universal: Alles gut!

Gehtdochgehtdochgehtdoch! Es ist also doch sinnvoll, zu kommunizieren und nachzuhaken: Die Abmahnung gegen Jeriko One wurde zurückgezogen, Universal hat sich entschuldigt und packt noch ein bisschen was drauf.

Was wäre ich froh, wenn es in eindeutig irrtümlichen Abmahnfällen immer so gut ausginge, wenn Missverständnisse und Kommunikationsprobleme immer zügig aus dem Weg geräumt werden könnten und wenn das Eingestehen von Fehlern sowie Entschuldigungen öfter möglich wären.

Schöne Nachricht!

Weniger schön: Maingold wurde erneut und damit zum dritten Mal von der gleichen Website abgemahnt, diesmal geht es um ein fünfstellige Summe, die gezahlt werden soll. Über die Hintergründe will ich mit Rücksicht auf das Verfahren nicht schreiben, aber sie erscheinen, mal wieder, lächerlich und lassen mich erneut sowohl am Geisteszustand als auch an der Kommunikationsfähigkeit einiger Menschen zweifeln.

Was sind das für Leute?

Es wird wirklich Zeit für Gegenklagen, doch damit steckt man mittendrin im Dilemma, das sich „Abzocke durch Abmahnungen“ nennt: Die Zeit, die Energie, die Arbeit und das Geld, die investiert werden müssten um sich effektiv zur Wehr zu setzen, dürften den meisten Menschen fehlen, es sei denn, man hat einen ansonsten unbeschäftigten und bauernschlauen Anwalt im Bekanntenkreis. Und wer begibt sich neben diesen Faktoren auch noch mental freiwillig in den Strudel eines Rechtsstreits, der an Schmutzigkeit, Dumpfheit, Belanglosigkeit und Kleingeistigkeit kaum zu unterbieten ist? Wer möchte dieses alberne Spiel gerne aktiv mitspielen?

Eben.

Und dennoch muss sich etwas tun, und das können keine Spendeaktionen sein, diese rufen eher noch mehr findige Anwälte auf den Plan, denn leichter kann man’s nicht haben: Einfach Blogs abmahnen, die anderen sammeln dann schon.

Nee, das muss donnern. Da müssen Profis ran. Bloggende Anwälte vielleicht?

Johnny Haeusler 20.03.2007 um 14:56

Positionen

Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deinem Blog aus setzen.


10 Kommentare

  1. 01

    René (der aus Kiel):

    “Nee, das muss donnern. Da müssen Profis ran. Bloggende Anwälte vielleicht?”

    Wie war das nochmal mit den Krähen, die sich gegenseitig keine Augen auspicken?

    20.03.2007 um 15:29 | Antworten
  2. 02

    alx:

    jawohl ein Nestbeschmutzer muss her!

    21.03.2007 um 00:03 | Antworten
  3. 03

    macsepp:

    Ist doch eine ganz nette Geschäftsidee. Ein Team von Anwälten mit einem eigenen Weblog auf dem diese Abmahnfälle veröffentlicht und vor allem besprochen und durchleuchtet werden. Die machen nichts anderes als die Gegenseiten ebenfalls pausenlos abzumahnen und kriegen ihre Anteile. Funktioniert doch auch auf der Gegenseite. Müsste sich ja also genauso rechnen. Spannend wirds, wer mehr Abmahnungen organisiert bekommt. :)

    Neue Maßeinheit: Abmahnungen per Second
    “Mein Blog schafft 5 Abmahnungen per Second und deiner?” ;)

    21.03.2007 um 12:08 | Antworten
  4. 04

    TK:

    Ich könnte mir vorstellen, dass in Sachen Maingold ein ganzer Stab bloggender Anwälte bereit wäre, zu helfen. Einige wahrscheinlich sogar pro bono. Die Anwälte haben dabei allerdings ein Problem mit dem Standesrecht. Sie dürfen nicht gezielt um ein Mandant werben, das heißt, sie dürfen einem potentiellen Mandanten ihre Dienste nicht von sich aus anbieten. Doppelt unzulässig wäre es, falls Marius schon einen Anwalt hat. Wenn Marius Hilfe braucht, sollte er also ganz einfach ein paar Anwälten eine E-Mail schicken.

    Übrigens finde ich das mit den Krähen und den Nestbeschmutzern kein bisschen lustig. Ein großer Teil der Anwaltschaft distanziert sich von Leuten, die das Internet durchwühlen und Textbausteine verschicken.

    21.03.2007 um 13:33 | Antworten
  5. 05

    René (der aus Kiel):

    “Übrigens finde ich das mit den Krähen und den Nestbeschmutzern kein bisschen lustig.”

    Das war auch überhaupt nicht lustig gemeint, sondern todernst.

    “Ein großer Teil der Anwaltschaft distanziert sich von Leuten, die das Internet durchwühlen und Textbausteine verschicken.”

    Ein großer Teil? Eine verschwindend kleine Minderheit im Promillebereich wäre wohl genauer. Mir ist jedenfalls noch kein Anwalt begegnet, der das Wort “Ehre” verdient hätte.

    21.03.2007 um 17:50 | Antworten
  6. 06

    Uwe (muss sein):

    Ebenso, Rene, leider :-(

    21.03.2007 um 19:08 | Antworten
  7. 07

    nrq:

    Was sind das denn für plumpe Vorurteile?

    21.03.2007 um 20:31 | Antworten
  8. 08

    TK:

    @ René
    Das Prinzip mit den Krähen funktioniert bei Anwälten nicht. War mir schon klar, dass das ernst gemeint war, es ist aber Quatsch. Was meinst du denn, wer Leute vertritt, die Streit mit Anwälten haben?

    21.03.2007 um 20:37 | Antworten
  9. 09

    René (der aus Kiel):

    “War mir schon klar, dass das ernst gemeint war, es ist aber Quatsch.”

    Nein.

    “Was meinst du denn, wer Leute vertritt, die Streit mit Anwälten haben?”

    Was hat das mit dem Thema zu tun? Es geht um Anwälte, die sich öffentlich gegen die miesen Abzockemethoden ihrer “Kollegen” wenden. Die gibt es nämlich NICHT. Im Gegenteil, es wird auf “das Recht” verwiesen, so etwas zu tun. Moral und Anstand zählen für Anwälte nicht, diese Wörter existieren in deren Wortschatz nicht. Wenn also $mandant zu $anwalt kommt, weil $blogger seinen Vornamen im Impressum nicht ausgeschrieben hat, dann wird $anwalt natürlich NICHT davon abraten, $blogger eine x-tausend Euro-Abmahnung reinzuwürgen, weil er an so einem Rat nicht verdienen würde. Obwohl es das moralisch richtige wäre.

    21.03.2007 um 22:57 | Antworten
  10. 10

    nrq:

    Und, ähm, so mal als zwischenfrage: pauschalisieren und generalisieren ist moralisch integer und ehrenhaft?

    22.03.2007 um 11:00 | Antworten

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