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Positionen mark von Malte Welding | 35

Symbol der Sinnlosigkeit

Im November spĂ€testens möchte Verteidigungsminister Jung den Grundstein legen fĂŒr ein Ehrenmal der im Dienst getöteten Bundeswehrsoldaten. Ehre kennen wir heute nur aus den Begriffen Ehrenmord und Ehrensenf, Kenner erinnern sich aber auch noch an den Klassiker soldatischen Bewusstseins: Blut und Ehre, von Neoklassizisten gern auch abgewandelt zu Ruhm und Ehre.

Beinahe nichts liegt mir ferner, als die Bundeswehr in die NĂ€he nationalsozialistischer Organisationen zu rĂŒcken. Allein: Mir scheint der Begriff der Ehre im Zusammenhang mit Soldatentum etwas aus der Zeit gefallen zu sein. Verteidigungsminister Jung, der sich durchaus auch auf die Offensive versteht, drĂ€ngt darauf, das Mal der Ehre per Verordnung auf Grund und Boden seines Ministeriums zu bauen, den Vorschlag, die Bundeswehr in der NĂ€he des Parlaments zu ehren, lehnt er ab. In diesem Fall wĂ€re zu wenig Jung in dieser altmodischen Idee.

Erstaunlicherweise hat es die Bundeswehr geschafft, in den Jahren ihres Bestehens mehr als 2600 Tote zu beklagen. Wie hat sie das gemacht, wo doch die KampfeinsÀtze Friedensinitiativen waren und die zu Befriedenden eben nicht mit Kanonen auf Spatzen sondern mit AK47s auf gepanzerte Leoparden schossen?

Nun, wer die Trinkgewohnheiten in der Bundeswehr kennt, der ahnt es schon. Die meisten kamen bei UnfĂ€llen ums Leben. Ob Soldaten, die die Syphilis dahin gerafft hat, hinzu gezĂ€hlt werden, steht noch nicht fest, daher die erstaunlich vage Angabe der Opferzahl: „Mehr als 2600″.

Es drĂ€ngt sich also die Frage auf: Wenn schon Ehrenmal, warum dann nicht Ehrenmal der Discototen? Und wem das zu prosaisch klingt: Ehrenmal der frĂŒhpensionierten Lehrer.

Mein persönlicher Favorit ist verstÀndlicherweise: Ehrenmal des freundlichen Vaters.

Denn mein freundlicher Vater hatte eine Kriegsverletzung, die noch vierzig Jahre spÀter eiterte. Als Ehrenmal hat er sie nicht bezeichnet.

Malte Welding 14.06.2007 um 15:37

Positionen

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35 Kommentare

  1. 01

    Locked:

    ahhhso - leoparden - komisch. auf patroullie sieht das geradezu immer danach aus als wĂ€ren die jungs nur im jeep (wolf) unterwegs - hab ich mich wohl verschaut und es war die xxs-variante vom leo. und mienen entschĂ€rfen geht natĂŒrlich auch einfacher wenn man einfach drĂŒberfĂ€hrt anstatt sie aufwĂ€ndig zu suchen …

    14.06.2007 um 16:46 | Antworten
    Alle Kommentare von Locked
  2. 02

    dummdidumm:

    Lieber Malte.

    militĂ€rische “Termini” wie Ehre, Kameradschaft etc darf man sich eben nicht von Neonazis und Rechtskonservativen Schwadronierern klauen lassen: ich habe Wehrdienst geleistet und zwar in einer Einheit die in Somilia, Bosnien, Kosovo und Afghanistan war. Dabei habe ich unterschiedliche GrĂŒnde und Motive erlebt, warum sich dazu bereit erklĂ€rt haben, an AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr teilzunehmen. Dazu gehörten vor allem finanzielle Anreize, Korpsgeist und Abenteuerlust ( fĂŒr freiwillig lĂ€ngerdienende Wehrdienstleistende ) und es gehört heute schlicht und einfach Beruf Soldat. Doch die Erlebnisse, die meine Kameraden aus diesen EinsĂ€tzen mitgebracht haben taugen oft nicht fĂŒr die großen Schlagzeilen. Gerade der derzeitige Auslandseinsatz steht exemplarisch dafĂŒr. Lest doch mal die zweitteilige Reportage der Zeit ( http://www.zeit.de/2006/45/Schulz / http://www.zeit.de/2007/21/Schulz )
    Vielleicht kann man danach verstehen, das der Begriff “Ehrenmal” seine Berechtigung haben darf. Oder ist es etwa keine ehrenvolle Arbeit, die der BĂŒrger in Uniform leistet, wenn er versucht durch seine Mission eine neue Zivilgesellschaft mitaufzubauen?
    Ein andere Streitpunkt wÀre sicherlich, warum man sich auf Soldaten konzentriert und Polizisten, Entwicklungshelfer etc aussen vor lÀsst.
    Aber den Begriff Ehre darf eben nicht nur mit Blut&Boden-Nationalismus und der scheinheiligen Verwendung zu Zeit des 3. Reiches verwendet werden sonder er umfasst eben eine Begrifflichkeit, die wichtig ist: (Frei nach Aristoteles ) “Denn dem Durchschnittsmenschen ist mehr um Vorteil als um Ehre zu tun.”

    14.06.2007 um 17:10 | Antworten
    Alle Kommentare von dummdidumm
  3. 03

    Armin:

    Nun, wer die Trinkgewohnheiten in der Bundeswehr kennt, der ahnt es schon. Die meisten kamen bei UnfÀllen ums Leben.

    Aehm, und wo nimmst Du jetzt die Gewissheit her dass ein Grossteil dieser Unfaelle durch Trunkenheit verursacht wurde? Koennen das nicht ganz “normale” Verkehrsunfaelle oder verschiedene andere Unfaelle gewesen sein?

    Ich hoere hier mit schoener Regelmaessigkeit ueber Soldaten die im Irak sterben, das ist hier eigentlich schon Normalbestandteil der Nachrichten. Ein grosser Teil davon kommt bei Verkehrsunfaellen (die Strassen im Irak duerften nicht unbedingt unseren Standards entsprechen), Flugzeugunfaellen und was auch immer ums Leben. Durch echte “Kampfhandlungen” sind es inzwischen gar nicht mehr so viele.

    Ein Unterschied wird dabei in der Berichterstattung praktisch nicht gemacht. Warum auch, sie sind bei Erfuellung ihrer Aufgabe gestorben.

    Die Todesursachen duerften da bei den Deutschen Soldaten nicht so furchtbar viel anders sein. Sicher, direkt in Krisengebieten waren es vielleicht nur ein geringer Anteil. Aber war die Verteidigung des eigenen Landes weniger wichtig und richtig? War es weniger ehrenhaft bei einem Unfall waehrend eines Manoevers oder waehrend eines Wachdienstes zu sterben? Diese Toten mit Anspielungen auf Trinkgewohnheiten zu entwuerdigen halte ich doch fuer arg zweifelhaft.

    Ja, ich habe gedient. Nicht gerne, aber ich habe Wehrdienst gemacht. Und ich stehe dazu.

    14.06.2007 um 17:45 | Antworten
    Alle Kommentare von Armin
  4. 04

    dussel:

    so, das wird jetzt die veranstaltung der ex-wehrdienstleistenden. ich hab’s auch gemacht, und zwar weil ich wissen wollte, wie es bei der bundeswehr eigentlich zugeht. ich bin nicht stolz drauf, aber ich kann jetzt wenigstens mitreden. wer nicht da war sollte mit bestimmten aussagen eher vorsichtig sein.

    dummdidumm hat in allem recht, und mehr gibt es nicht zu sagen.

    14.06.2007 um 17:52 | Antworten
    Alle Kommentare von dussel
  5. 05

    MC BASTARD:

    ich wohne direkt neben einem der grĂ¶ĂŸten truppenĂŒbungsplĂ€tze deutschlands, schon in der grundschule wurden wir aufgeklĂ€rt, wie wir uns zu verhalten haben, wenn wir einen blindgĂ€nger im wald finden, das ist in soweit beunruhigend, da der TruppenĂŒbungsplatz keine 300m von unserem Haus anfĂ€ngt. zwar ist alle eingezĂ€unt, dennoch kommt es immer wieder vor, dass auch jugendliche und kinder eindringen und dann bei unfĂ€llen ums leben kommen, ebenso oft kommt es auch vor, dass soldaten bei der ĂŒbung sterben, weil sie einfach vorschriften nicht beachten, oder andere unfĂ€lle passieren… wenn ich es zusammenrechne sind in den 12 Jahren, die ich jetzt hier wohne, bestimmt schon 6 soldaten und 3 jugendliche/kinder/waldarbeiter ums leben gekommen, wenn man das auf die zeit seit dem die bundeswehr besteht und jeden truppenĂŒbungsplatz deutschlands hochrechnet, kommt man relativ schnell auf eine nicht unerhebliche zahl an opfern, die nicht bei auslandseinsĂ€tzen gestorben sind…

    14.06.2007 um 19:06 | Antworten
    Alle Kommentare von MC BASTARD
  6. 06

    AAA:

    da patriotismus sowas wie dummheit mit p ist gibt es doch garkeine ehrbaren motive in der bundeswehr?

    nagut, vieleicht fĂŒr die die einen unfall hatten weil sie einen wildtier ausgewichen sind.

    die 3 können von mir aus ihr ehrenmal bekommen!

    14.06.2007 um 19:20 | Antworten
    Alle Kommentare von AAA
  7. 07

    winfried aus chemnitz:

    Ich bin zweimal nicht zur Armee gegangen weil ich dies wollte.

    Wer dies aber anders will - der soll auch Sterben wenn seine Zeit ist aber mit Patriotismus hat dieser Unsinn nichts zu tun!

    Wenn unser Land Überfallen wĂŒrde und die Leute kĂ€mpfen sich ihre Freiheit wieder frei dann hĂ€tte dies einen Wert.

    Wir haben nichts in fremden Landen zu tun - im Bösen nicht und auch im Guten nicht. Wir haben eine Verteidigungsarmee - eine Landesverteidigung!

    Das Land ist aber immer “Hier” - nie Dort!

    Hier Land - dort nicht unser Land!

    Nicht von der Maas bis an die Memel - auch nicht Hindukusch - Gaza - Libanon - Afrika - Land seien Hier!

    14.06.2007 um 19:28 | Antworten
    Alle Kommentare von winfried aus chemnitz
  8. 08

    MC BASTARD:

    @AAA: versteh mich nicht falsch, ich war noch nicht bei der bundeswehr und heiße es die wehpflicht auch nicht gut, aber wer zur bundeswehr geht um menschen zu helfen, der hat meiner meinung nach schon ein ehrbares motiv… auch wenn es nicht viele sind, dennoch sollte man nicht alle ĂŒber einen kamm scheren. ich wĂŒrde lieber zivi machen, aber wenn ich zur bundewehr mĂŒsste, dann als sanitĂ€ter…

    PS: bin mal gespannt wann se sich wieder melden, erfasst bin ich schon seit 2 jahren

    14.06.2007 um 19:29 | Antworten
    Alle Kommentare von MC BASTARD
  9. 09

    Flusskiesel:

    Ich dachte bei “Ehrenmahl” geht es nicht um “Ehre”, sondern um jemanden zu Ehren, was nicht dasselbe ist.

    Warum sollten die Soldaten nicht die eigenen Kollegen (im Fachjargon “Kameraden” genannt) ehren, die im Dienst gestorben sind?

    Andere Berufsgruppen könnten das doch auch machen.

    14.06.2007 um 19:33 | Antworten
    Alle Kommentare von Flusskiesel
  10. 10

    nomzamo aus karl-marx-stadt:

    @winfried aus chemnitz (7)

    Aber wenn Land seien hier warum du schreiben wie von Land anderes? ;-)

    Aber ich gebe dir ausnahmsweise mal vollkommen Recht.

    14.06.2007 um 19:51 | Antworten
    Alle Kommentare von nomzamo aus karl-marx-stadt
  11. 11

    Malte:

    winfried spricht da ein großes wort gelassen aus.

    14.06.2007 um 19:53 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  12. 12

    AAA:

    @MC BASTARD: sicher gibs das, dass problem ist nur das du nicht darauf schwörst anderen zu helfen sondern dein supergut vaterland zu verteidigen und dann ist es egal ob du helfen wolltest oder nicht
    man verbaut sich quasie selbst die chance was gutes zu tun wenn es in deutschland gerade mies lĂ€uft, da stehst dann mitn panzer auf der brĂŒcke und fotografierst arme autofahrer.
    genau aus diesen grund kann man die auch einfach ĂŒber einen kamm scheren, genauso wie die polizisten und die beamten, mĂŒndiger mensch adĂ©

    14.06.2007 um 19:54 | Antworten
    Alle Kommentare von AAA
  13. 13

    heidrun:

    als ich hier das alles gerade so las, lief passenderweise “ich war mal cowboy” von peterlicht…
    http://lyrix.at/de/text_show/609d9784e4babf447763b5037d15dc68_-_Peter+Licht-Ich+war+mal+Cowboy

    14.06.2007 um 20:28 | Antworten
    Alle Kommentare von heidrun
  14. 14

    Stefan:

    Wer in seiner Wehrdienstzeit menschen helfen will, geht bestimmt nicht zur BW. es gibt da auch ein paar andere organisationen, wo man die Zeit besser verbringen kann. Ich habe in meinem bekanntenkreise viele die gedient haben und menschen hat kaum einer geholfen. im gegensatz dazu die zivis im altersheim oder wie ich im Katastrophenschutz/Feuerwehr. ach ja, ein ehrenmal fĂŒr die verweigerer brauchen wir nicht. mir hat bisher immer der dank der menschen gereicht.

    14.06.2007 um 23:06 | Antworten
    Alle Kommentare von Stefan
  15. 15

    ex-bundi:

    Hmm, eigentlich hatte ich die Bundeswehrzeit schon innerlich abgehakt und dort sieht man ja nun wirklich viele seltsame Dinge und Menschen. Insofern lÀstere ich eigentlich auch immer gern mit.

    Aber dieser Artikel ist schon Àrgerlich unreflektiert, wenn er Unfalltote mit Discototen gleichsetzt. Es gibt auch eine Menge Soldaten, die jeden Tag im friedlichen Deutschland ihr Leben riskieren, zum Beispiel Piloten oder Personal auf Schiessbahnen. Diese Unfalltoten (ab und zu durch BILD mit Aufmerksamkeit bedacht) haben ein kleines bisschen mehr Respekt verdient, gerade weil es in der Ausbildung eher die Regel als die Ausnahme ist, dass auch mal was schiefgeht. Diese hochqualifizierten Leute in eine trottelige Bundi-Sauf-Ecke zu stellen ist m.E. nicht ok.

    Beispielsweise hat ein gewisser Oberst Thomas Reiter bisher RoutineflĂŒge immer gut ĂŒberstanden, seine Kollegen aber leider nicht und sind unfreiwillig zu Unfalltoten geworden. Von den aus diesen FlĂŒgen gewonnenen Erkenntnissen profitiert er, die deutsche Raumfahrt und damit wir alle aber gerne.

    Mein Gott, dass ich nochmal sowas schreiben muss..naja. Ich denke halt, dass Teile dieser Truppe einen besonderen Beitrag leisten. Ob dieser soweit herausragt, dass es ein Ehrenmal rechtfertigt, ist eine andere Frage. Aber ernst nehmen sollte man die Menschen(!) dort schon.

    15.06.2007 um 04:34 | Antworten
    Alle Kommentare von ex-bundi
  16. 16

    Lars Strojny:

    @dummdidumm: Ehre und Kameradschaft sind schlichtweg originĂ€r rechte Termini, da kommt man nicht raus. Kameradschaft bleibt immer die Verschiebung individuellen Interesses hinter das Interesse der Gruppe. Egal ob bei den Pfadfindern oder bei der Bundeswehr. Ohne Ehre ist solch eine Konstruktion wie “unehrenhaft” nicht denkbar, die hĂ€ufig genug ihre schockierenden BlĂŒten treibt. Es gibt Begriffe, die sich nicht fortschrittlich besetzen lassen. Meist sind es jene, die Kollektives, also Familie, Dorfgemeinschaft, Staat, etc. pp., ĂŒberbetonen und das Individuum in seiner Wichtigkeit verkleinern.

    15.06.2007 um 07:36 | Antworten
    Alle Kommentare von Lars Strojny
  17. 17

    Jochen Hoff:

    Erstaunlich. Meiner hatte auch so einen offenen Fuß aus dem Krieg mitgebracht. Der roch auch nicht besonders gut, wenn er nicht stĂ€ndig behandelt wurde.

    Ob offene KriegstfĂŒsse bei VĂ€tern zu einer völlig anderen Heldenbetrachtung fĂŒhren? Von mir wurde Herr Jung auf jeden Fall auch nicht gelobt. Aber wann lobe ich schon mal Politiker?

    15.06.2007 um 08:05 | Antworten
    Alle Kommentare von Jochen Hoff
  18. 18

    Georg:

    @Lars: Das das Wort “Kameradschaft” ein “originĂ€r rechte Termini” ist finde ich doch schon ein wenig weit hergeholt.
    Ich genieße die “Kameradschaft” jedes Wochenende, wenn ich mit meinen Kumpels eine Rennradrunde fahre und mir z.B. einer Windschatten gibt, mir bei einer Panne hilft oder mir durch kluge RatschlĂ€ge ĂŒber eine Durststrecke hilft.

    Man sollte sehr vorsichtig sein, Begrifflichkeiten nur mit Links-/Rechts-Denke zu besetzen.

    Zum Ehrenmahl: Finde es nicht weiter tragisch das sowas gebaut werden soll. Is sogar recht billig nur 30 Mio. glaube ich und unmittelbar davon betroffen bin ich auch nicht da es ja im Innenhof des Verteidigungsmin. stehen soll.

    Man kann sich auch ĂŒber alles aufregen….

    15.06.2007 um 08:36 | Antworten
    Alle Kommentare von Georg
  19. 19

    MC Winkel:

    Auch uns Ex-Zivis sollte man ehren, Malte.
    Eine Platin-Pferdelunge i.d.N. der Zivildienstschule Buchholz hielt ich fĂŒr angebracht.

    15.06.2007 um 10:17 | Antworten
    Alle Kommentare von MC Winkel
  20. 20

    tigger:

    “Ehre und Kameradschaft sind schlichtweg originĂ€r rechte Termini, da kommt man nicht raus. Kameradschaft bleibt immer die Verschiebung individuellen Interesses hinter das Interesse der Gruppe.”

    Genauso wie die Begriffe “sozial” und “solidarisch” das Individuum dem Interesse der Gruppe unterordnen. Ohne diese Begriffe wĂ€ren solche Konstruktionen wie “unsolidarisch” oder gar “asozial” nicht denkbar, die hĂ€ufig sogar noch im Wahlkampf und der parlamentarischen Debatte ihre schockierenden BlĂŒten treiben. Es gibt Begriffe, die sich nicht fortschrittlich besetzen lassen. Meist sind es jene, die Kollektives, also Familie, Dorfgemeinschaft, Staat, etc. pp., ĂŒberbetonen und das Individuum in seiner Wichtigkeit verkleinern.

    15.06.2007 um 10:30 | Antworten
    Alle Kommentare von tigger
  21. 21

    heidrun:

    mann! es gibt auch zivis, die als krankenwagenfahrer “tĂ€glich ihr leben riskieren”, um “leuten zu helfen”. relationen, sag ich da nur, und plĂ€diere in diesem zusammenhang fĂŒr ein ehrenmal fĂŒr _alle_!

    15.06.2007 um 10:57 | Antworten
    Alle Kommentare von heidrun
  22. 22

    kornecke:

    Malte, warum schreibst Du erst so schlau ĂŒber den Willen zu Mob und dann derartig zynisch ĂŒber tote Soldaten, Menschen?

    Man kann ja von der Bundeswehr und von dem ‘Ehrenmal’ halten, was man will - aber Deine Wortwahl, die fast schon nach ’selber schuld’ klingt, ist der Diskussion IMHO nicht unbedingt zutrĂ€glich…

    15.06.2007 um 12:57 | Antworten
    Alle Kommentare von kornecke
  23. 23

    AAA:

    ja, ich denke “selber schuld” trifft die sache ziemlich genau …

    15.06.2007 um 14:10 | Antworten
    Alle Kommentare von AAA
  24. 24

    Simon:

    Ziemlich viele Vorurteile und viel Ignoranz fĂŒr 46 Zeilen, Hut ab.

    “Beinahe nichts liegt mir ferner, ..” ist ja wohl die allerĂ€lteste Floskel um genau das dann trotzdem im hinteren Satzteil zu tun.

    Ich glaube auch nicht, dass meine TĂ€tigkeit als Rettungsdienst-Zivi im entferntesten so gefĂ€hrlich war wie ein Auslandseinsatz im Kosovo oder in Afghanistan. Abgesehen davon ist es dem Innenminister oder sonstigen unbenommen auch fĂŒr Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei o.Ă€. ein Ehrenmal zu errichten.

    15.06.2007 um 20:48 | Antworten
    Alle Kommentare von Simon
  25. 25

    Jordanus:

    @winfried
    @malte

    deutschland ist von jeher abhĂ€ngig von Rohstoff-Importen. Vielleicht verteidigen Bundeswehrsoldaten irgendwo da unten nicht direkt unsere Freiheit. Aber sie sorgen dafĂŒr, dass Ihr hier noch bequem leben könnt und genug Benzin zum Autofahren habt usw.
    wenn die sicherheit der transporrtwege nicht gewÀhrleistet ist, ist hier bald schluss mit dem Luxus.
    Das trifft vielleicht nicht auf alle einsatzorte der bundeswehr zu. aber bei allen ist diese frage teil des gesamtkonzepts.

    16.06.2007 um 11:19 | Antworten
    Alle Kommentare von Jordanus
  26. 26

    Bernd:

    “deutschland ist von jeher abhĂ€ngig von Rohstoff-Importen. Vielleicht verteidigen Bundeswehrsoldaten irgendwo da unten nicht direkt unsere Freiheit. Aber sie sorgen dafĂŒr, dass Ihr hier noch bequem leben könnt und genug Benzin zum Autofahren habt usw.”

    Na, wenn das nicht ehrenhaft ist.

    16.06.2007 um 12:27 | Antworten
    Alle Kommentare von Bernd
  27. 27

    heidrun:

    hups, ich habe mich auf #16 bezogen, das vergaß ich zu erwĂ€hnen - nicht auf auslandseinsĂ€tze.
    @ simon: wohl war, nur denkt da leider niemand drĂŒber nach. ehre, wem ehre gebĂŒhrt, aber dann auch allen.

    16.06.2007 um 14:41 | Antworten
    Alle Kommentare von heidrun
  28. 28

    Simon:

    @29:
    Wie gesagt, blos weil der Jung fĂŒr die getöteten Soldaten ein Ehrenmal aufstellen wird, heisst das ja nicht, dass nicht irgendein anderes Ministerium oder sonstwer fĂŒr andere Berufsgruppen etc. eins aufstellen darf.

    17.06.2007 um 09:42 | Antworten
    Alle Kommentare von Simon
  29. 29

    Sascha Stoltenow:

    Ich bin schon ein bisschen erstaunt, das in einem Blog, dessen Verleger auch international vernetzt ist, und vor allem durch konstruktiv-kritische BeitrĂ€ge positiv auffĂ€llt, auf einmal solch pubertĂ€res GeschwĂ€tz auftaucht. Nicht, dass ich das verbieten wollte. Im Gegenteil, wir brauchen noch mehr solcher Äußerungen, um zu erkennen, wo es an Geistes- und Herzensbildung fehlt. In Bezug auf ein mögliches Ehrenmal brauchen wir aber vor allem eine grundsĂ€tzliche Diskussion ĂŒber die Rolle Deutschlands in der Welt und weder einseitige Dekrete eines Ministers noch Ekelfantasien eines unreifen Bloggers.

    17.06.2007 um 12:48 | Antworten
    Alle Kommentare von Sascha Stoltenow
  30. 30

    Malte:

    Möglicherweise solltest du - bevor du mir Unreife unterstellst - erst einmal die Fakten auf deinem Blog ordnen.

    Nach dem die Diskussion um ein Ehrenmal fĂŒr die im Ausland ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldatinnen und - soldaten [...]

    Es geht schon auch um die vom Hochsitz Gefallenen. Oder wie erklÀrst du dir die Opferzahlen?

    Warum glaubt eigentlich jeder, der einmal uniformiert Ringelpietz gespielt hat, er könne mich darĂŒber belehren, wie ehrenhaft es ist, sein Blut fĂŒrs Vaterland zu verlieren?

    Du hast “Einsatzerfahrung” gesammelt, mein Vater Kugeln und du hast die Chuzpe, mir irgendetwas von Reife zu erzĂ€hlen? Ich kann beschleunigtes Erwachsenwerden nur empfehlen. Oder aber: Du lernst von den Alten.

    Aus einer Maischberger-Sendung mit Helmut Schmidt und Richard von WeizsÀcker:

    Was beide besorgt: Heute sei eine Politikergeneration am Ruder, die keine persönliche Kriegserfahrung habe, fĂŒr die Krieg aber wieder zum politischen Mittel geworden sei. “Es ist leichter, in einen Krieg zu gehen, als anstĂ€ndig wieder herauszugehen”, sagt Schmidt.

    17.06.2007 um 14:36 | Antworten
    Alle Kommentare von Malte
  31. 31

    Sascha Stoltenow:

    Die Unreife, die ich Dir wegen der Art Deiner Äußerungen unterstelle, hat relativ wenig mit meiner nicht detaillierten Darstellung zu den mehr als 2.600, davon 69 seit 1990 im Auslandseinsatz, im Dienst ums Leben gekommenen Soldatinnen und Soldaten zu tun. Und wenn Du genau hinliest, siehst Du, dass ich gerade wegen der unprĂ€zisen Kommunikation der BundeswehrfĂŒhrung hoffe, dass nun eine umfassende Diskussion in Gang kommt, bevor quasi handstreichartig ein Denkmal errichtet wird, das nicht zum Denken anregt, sondern der Affirmation dient. Mein PlĂ€doyer ist deshalb auch fĂŒr einen Standort am Parlament, um die politischen EntscheidungstrĂ€ger daran zu erinnern, das ihre Entscheidungen weitreichender sind als die staubigen Schuhe in Afghanistan, die sie vom Truppenbesuch mitbringen.

    Inwiefern die Verletzungen Deines Vaters ein Argument im Hinblick auf die QualitÀt unserer Aussagen sein sollen, bleibt mir jedoch verborgen. Vor allem, weil ich gerade wegen meiner Einsatzerfahrung mit Sorge sehe, wie militÀrische Laien leichtfertig ihre verfehlte Politik durch militÀrische Gewalt fortsetzen wollen.

    Und so vordergrĂŒndig amĂŒsant Dein Text auch ist: er bedient Klischees, verbreitet ein klein bisschen Ekel und Polemik. Zu einer nötigen, tiefergehenden Diskussion leistet er nur einen minimalen Beitrag.

    17.06.2007 um 20:21 | Antworten
    Alle Kommentare von Sascha Stoltenow
  32. 32

    Simon:

    Wie bereits irgendwo in den Kommentaren geschrieben wurde, bedeutet Ehrenmal ja wohl eher die Toten zu ehren und nicht deren Ehre in Stein zu meißeln.

    Abgesehen davon gibt es mit Sicherheit gute GrĂŒnde fĂŒr oder gegen ein Ehrenmal fĂŒr Soldaten zu sein, da du hier aber nur Vorurteile und Klischees aufzĂ€hlt, disqualifierst du dich IMHO völlig fĂŒr diese Diskussion.

    17.06.2007 um 20:47 | Antworten
    Alle Kommentare von Simon
  33. 33

    Ansgar:

    Und so vordergrĂŒndig amĂŒsant Dein Text auch ist: er bedient Klischees, verbreitet ein klein bisschen Ekel und Polemik. Zu einer nötigen, tiefergehenden Diskussion leistet er nur einen minimalen Beitrag.

    Und das von einem, alten Informationskrieger. Da wird mir richtig warm ums Herz.

    17.06.2007 um 20:53 | Antworten
    Alle Kommentare von Ansgar
  34. 34

    Simon:

    @Ansgar:
    Mag sein, aber ernsthafte Argumente gibt’s im Spreeblick-Beitrag auch nicht, außer das die Bundeswehr ein versoffener Haufen von irgendwelchen komischen Typen mit Vorliebe fĂŒr angebliche Nazi-Tugenden ist.

    17.06.2007 um 21:05 | Antworten
    Alle Kommentare von Simon
  35. 35

    corax:

    Was ist eigentlich mit den im Dienst getöteten Angehörigen der NVA?

    Pax

    17.06.2007 um 21:32 | Antworten
    Alle Kommentare von corax

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