9

Berlin Graffiti-City

Die New York Times empfielt Berlin als Reiseziel für Streetart-Touristen, begleitet Ali auf Sprühtour und handelt dabei gleich noch eine Runde Graffiti-Geschichte mit ab:

“It”™s a great feeling doing a piece at night and coming back the day after to look at it,” said Ali, 31, an industrial designer who was dressed in baggy pants and a black hoodie and didn”™t want his surname used to avoid prosecution. “I also see it as reclaiming the city and shaping my urban environment.”

Apparently, many Berliners feel the same. The city”™s skyline might be defined by a Sputnik-era TV tower, bombed-out churches and the ghost of a certain wall that once split the German capital. But its streetscape is largely molded by graffiti.

[…]

The roots of graffiti culture can be traced back to West Berlin in the early 1980s, when the American-occupied sector was the reluctant melting pot of anarchist punks, Turkish immigrants and West German draft resisters. Kreuzberg, a neighborhood surrounded on three sides by the Berlin Wall, blossomed particularly well, with miles of wall space and little police scrutiny.

The first so-called writers were heavily influenced by the New York City scene. Works about the time, like the 1983 film “Style Wars” by Tony Silver and Henry Chalfant, and the 1984 book “Subway Art” by Mr. Chalfant and Martha Cooper, enjoyed a cult following.

Was der Tagesspiegel wohl nicht so toll fand und antwortete, sowohl per Print als auch Online:

Gesprühte Bilder und Schriftzüge als Standortvorteil, vielleicht sogar als Touristenmagnet? Das ist ein Trugschluss, sagt Dieter Hüsgen vom Berliner Anti- Sprayer-Verein “žNofitti”. Denn abgesehen davon, dass die meisten Graffiti illegal sind, könne man sie auch nur sehr selten als Kunst bezeichnen. “žDie meisten Sprühereien in der Stadt sind riesige, aggressiv wirkende Tags.” Das sieht die New York Times völlig anders: Sie zählt in ihrem Artikel Sprayer auf, die extra nach Berlin gekommen sind, um hier ihre Werke an Häuserwänden zu hinterlassen. Allen voran der britische Straßenkünstler Banksy.

Ich halte ja Graffiti und Tagging für kalligraphische Kunst im öffentlichen Raum, muss aber zugeben: als Landei, wo einem doch eher selten die Hauswand angemalt wird, hab ich leicht reden. Dennoch finde ich vollgesprühte Autobahnbrücken und Mauern immer noch schöner als die tristen Betonklötze, die sie ohne Graffiti wären. Im Zweifel für die Kunst. Immer.

[via]

I live by the river!- Werbung in eigener Sache -
Es gibt das Spreeblick-eBook "I live by the river!" mit 15 Krachern der Unterhaltungsliteratur für lächerliche 99 Cent bei Amazon, Beam und als iBook in iTunes! Infos dazu gibt es auch hier.
- Ende der Werbung in eigener Sache -

Mitmachen! Wir verlosen Tickets!

9 Kommentare

  1. 01

    Zustimmung!
    An der Stelle auch der Hinweis auf den ja mittlerweile zu einiger Berühmtheit gelangten Zezao aus Sao Poalo:
    http://www.flickr.com/photos/zezao/

  2. 02

    Nofitti??
    Da haben wohl wieder einige Leute zuviel Zeit … Willkommen im 21. Jhdt., Vereinsmeier! Vielleicht sollten sie geschlossen mal einen StreetArt Kurs besuchen … ;).

  3. 03
    Knaller

    Nofitti, der Name sagt ja mal alles :D

  4. 04
    RamBam

    Mir gefallen Grafittis eigentlich selten – eben weil viele davon für mich nichtssagende verzerrte Buchstaben sind, die nur die Eier des Sprayers in Hauswandgröße erscheinen lassen sollen. Aber Banksy ist echt geil. http://www.banksy.co.uk/

  5. 05

    Stencils, Grafitti & Co. sind für mich die Poesie der Stadt. Die grauen Mauern beginnen zu sprechen und erzählen eine Geschichte. Ich grenze natürlich ein, dass es einige “Schmierereien” gibt. Aber Späne gehören zum Handwerk. oder so ähnlich;)

  6. 06
    ber

    Ich find Nofitti toll. Als Jugendlicher braucht man Reibung und Feindbilder. Wenn einem alle nur verständnissvoll auf die Schulter klopfen wärs ja langweilig.

    Aber Graff in Berlin? Stilistisch passiert hier doch kaum noch was interessantes. Die einen halten dogmatisch am NYC geprägten Stil fest und andere stellen beschmierten Krempel in Ausstellungsräume. Irgendwo dazwischen ist die Fraktion, die sich nur noch mit Farbrolle und Teerfarbe ausdrücken kann.

    An einer Stelle im NYT Videocast zum Thema musste ich allerdings schmunzeln: “… as Germanys capital becomes wealthier …”

  7. 07
    Toni

    bin vor nem Monat in den Friedrichshain gezogen und echt von der hier absolut krass vertretenen Streetart überwältigt worden***finds echt gut was da passiert
    i LOvE StrEEt ArT——->gibts sowas auch im Big Appel?

  8. 08
    old77

    … ich vermisse die gute alte zeit…

  9. 09

Diesen Artikel kommentieren