
Ich könnte diese Band hassen. Nicht etwa, weil sie aus Österreich stammt und mir gerade außer Falco und Opus, die ich beide nicht ertragen kann, keine weiteren Popmusiker aus Österreich einfallen. Das wäre Musiknationalismus, damit habe ich nichts am Hut.
Ich könnte diese Band hassen für ihren blöden Namen, ich möchte keine Band gut finden, die Bilderbuch heißt. Ich könnte sie hassen für ihre Theatralik, den exaltierten Gesang, das Zerhackte in ihrer Musik, alles Faktoren, die mich normalweise dazu veranlassen, die Nadel vom Vinyl zu heben, den Eject-Knopf am CD-Player zu drücken oder das MP3 mit Command-Backspace zu löschen (auf ’nem Mac).
Ich könnte diese Band hassen. Doch der einzige wirkliche Grund dafür wäre Neid auf die Großartigkeit ihrer neueren Songs. Und daher hasse ich Bilderbuch nicht, sondern verneige mich vor den vier jungen Herren, die der deutschsprachigen Popmusik zur Zeit so viel mehr hinzufügen, als sich das jede weitere Ich-bezogene Heulsusenhipsterkombo erträumen könnte.
Read on my dear…