Man kann es ja gar nicht oft genug sagen: Ich bin kein Anti-Amerikaner, einige meiner besten Freunde sind Fleischbrötchen. Der Dokumentar-Film „Die KriegsgeschĂ€fte der USA“ (via) ist ganz abseits der Klischees pro/anti-amerikanisch ein interessantes StĂŒck Geschichte. Ein Land der Kriegskultur, das mit dem ehemaligen Vier-Sterne-General Eisenhower einen PrĂ€sidenten hervorbringt, der eindringlich vor den Gefahren des militĂ€risch-industriellen Komplexes warnt, wĂ€hrend ein DrĂŒckeberger wie G.W. Bush die Interessen dieses Komplexes bedient wie kaum ein PrĂ€sident vor ihm.
Ein Land, das zu widersprĂŒchlich ist, um einfach dafĂŒr oder dagegen zu sein.
Archiv
Wem der Krieg dient
Der Rand des LĂ€chelns
Es ist kein neues PhĂ€nomen, aber zuletzt ist es mir verstĂ€rkt bewusst geworden: Leser regen sich darĂŒber auf, dass andere Leute hochgenommen werden. Das ist ein netter Zug, zeigt es doch etwas Un-Raabiges an unseren Lesern, das ich sehr schĂ€tze. Aber ich denke natĂŒrlich auch: Seid ihr denn jetzt völlig mit dem falschen Hirn aufgestanden?
Wenn Zellen leise weinen
Nicht jede Zelle meines Körpers ist momentan glĂŒcklich.
Es gibt Zellen, die Angst haben.
Parken
Jeder, der Berlin kennt, wird bestĂ€tigen, dass man in Berlin verglichen mit anderen Metropolen unfassbar gut Auto fahren kann. In Ankara ist die Teilnahme am StraĂenverkehr eine Mutprobe, in Paris etwas fĂŒr Menschen, die gut in zwölf Richtungen gleichzeitig schauen können, in London mĂŒsste man vorher seine GehirnhĂ€lften auswechseln und in New York gibt es keinen privaten Autoverkehr.
Erdbeben in China: Video aus Peking
In Bonn bin ich einmal von einem Erdbeben der StĂ€rke 3,7 geweckt worden. Mein Gedankengang war: „Ein Erdbeben!“ Dann: „Die spinnen, die Nachbarn.“ Es war Ă€uĂerst bizarr, dass ich zuerst an ein Erdbeben gedacht habe, schlieĂlich hatte ich noch nie eines erlebt, ich schlief noch zu 75% und die ErschĂŒtterung war nicht heftiger als sonst durch die Nachbarn. Es muss geradezu einen Erdbeben-Instinkt in uns geben. Der allerdings zu gar nichts gut ist, weglaufen hilft ja nicht.
Wozu KameraĂŒberwachung gut sein kann
In England geschieht nichts unbeobachtet. Das ganze Land hat eine dermaĂen hohe Ăberwachungskameradichte (die unter Sicherheitsaspekten nichts bringt und deshalb erhöht werden soll), dass - so erzĂ€hlt man sich in Berlin - Wolfgang SchĂ€uble nachts von Laterne zu Laterne fĂ€hrt und Polaroidkameras installiert, wobei er „God save the Queen“ singt und lauwarmes Bier trinkt. The Get out Clause, eine Band aus Manchester, die keinen Plattenvertrag hat, machte sich nun die vielen Kameras zunutze (nicht die Polaroids von SchĂ€uble, die echten) und hat sich erst aufzeichnen lassen, dann die Aufnahmen unter Berufung auf den Freedom of Information Act zurĂŒck gefordert, bearbeitet und ein Video daraus produziert.
Berverly Hills Chihuahua
Die Produktion von Trailern ist eine Kunst fĂŒr sich. HĂ€ufig genug ist es die Kunst des stilvollen BescheiĂens, weil Trailer den Mund wĂ€ssrig machen auf Filme, die gegen den Speedball Trailer wirken wie Weinbergschnecken auf Baldrian. Disney aber macht es mit dem Trailer zu Beverly Hills Chihuahua anders. Der hat augenblicklich Waterboarding von der Liste der gerade noch erlaubten Verhörmethoden verdrĂ€ngt. Man ist ja schnell bei der Hand mit dem Etikett „Schlechtester Film aller Zeiten“ - aber selbst wenn Beverly Hills Chihuahua der schlechteste Film aller Zeiten ist, wird er im Vergleich zum Trailer noch eine erfreuliche Ăberraschung sein.
Nargis
Der Zyklon Nargis wirft wenige Monate nach der brutalen Niederwerfung der Mönchs-AufstĂ€nde in Myanmar erneut ein grelles Licht auf die Skrupellosigkeit der MilitĂ€r-Despoten. Im Jura-Studium wurde im Strafrecht anhand der Zeugen Jehovas, die Bluttransfusionen aus religiösen GrĂŒnden ablehnen, geprĂŒft, ob der Arzt - wenn zum Beispiel ein Kind eine Transfusion benötigt - ohne Einwilligung der Eltern das Nötige tun darf.
Der ganze 11. September
Auf archive.org ist der 11. September 2001 medial vollstÀndig abgebildet. Schon wenn man nur kurz reinschaut, fallen interessante Details auf.
Staatsgewalt
Ein Video, das 15 Polizisten zeigt, die drei VerdĂ€chtige zusammenschlagen (in der Ăberschrift des YouTube-Videos heiĂt es „Unschuldige“, hier gibt es inzwischen ein paar Hintergrund-Infos), geht zur Zeit durch die Blogs. Die BrutalitĂ€t amerikanischer Polizisten gehört lĂ€ngst zur Popkultur (Copland, Bad Lieutenant), im HipHop gelten sie als eine Gang unter vielen, vielleicht nicht die am besten bewaffnete, aber gut vernetzt.
Nachbarn
Schlimmer als Chartsmusik ist fĂŒr die Charts konzipierte Musik, die keiner kaufen wollte. AuĂer meinen Nachbarn.
Das Prinzip Nachbarschaft ist den Ălteren ja vielleicht noch in Erinnerung aus der LindenstraĂe: Man kennt sich, man zieht beieinander ein, man hat mit allen Geschlechtsverkehr und am Ende gibt es gar kein Ende, denn es geht immer weiter.
Realexistierende Nachbarn sind dagegen zuallererst GerÀuschkulisse.
Privater Monolog um Ăffentlich-Rechtliches
Ich: Hast du Quoten, Klicks & Kohle gesehen?
Das andere Ich: Wir beide werden von demselben Sehapparat versorgt.
Ich: Ach ja. Vergesse ich immer. Ich hĂ€tte nicht gedacht, dass ich dem Focus einmal recht geben wĂŒrde - aber diese Sendung war wirklich peinlich.
Das andere Ich: Ich hĂ€tte nicht gedacht, dass ich dir einmal recht geben wĂŒrde. Peinlich war die. Zumindest bis ich eingeschlafen bin. Kannst du nochmal zusammenfassen, um was es ging?
Ich: Du bist so ein Penner. Ok: Ein ARD-Reporter hat einen Beitrag zusammen gestrickt, der belegen soll, dass die Verleger-Lobby die legitime Ausweitung des Sendeauftrags der Ăffentlich-Rechtlichen ins Internet verhindert und damit aus dem Netz eine einzige Castingshow macht.
Das andere Ich: Dann war die Sendung zwar peinlich - eine Dauerwerbesendung halt: Aber in der Aussage hatte sie recht.
Volks-Freud: Du bist Ăsterreich
Allerorten ergehen sich die Schreiber ĂŒber den Volkscharaker der Ăsterreicher. Volk ist ja ĂŒberall. Mal schauen, was in anderen LĂ€ndern so los ist.
Wehrdienstverweigerer im Generationenkrieg
Als GĂŒnther Jauch noch nicht omniprĂ€sent war, sondern nur an einem Tag der Woche ein Drittel der KanĂ€le besetzte, da moderierte er eine Sendung mit dem Titel âSo ein Zoffâ.
WĂ€hrend âSo ein Zoffâ fiel mir zum ersten Mal etwas auf, das spĂ€ter zum Prinzip aller Sendungen werden sollte, die dem Genre âTalkshow mit dem Anstrich gesellschaftlicher Relevanzâ zugerechnet werden: Menschen werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich dann möglichst sinnbefreit befehden mĂŒssen. Das Jauch-Prinzip. Read on, my dear…
Wir sind die Saudis
Keiner hat sie lieb und Frauen kennen sie nur in Christo-Gedenk-Montur. Ăl trinken und Geld essen wird auch irgendwann fad, die eintönige Landestracht lĂ€sst nicht viel Platz fĂŒr Shoppingabenteuer (weiĂes Nachthemd von Boss, weiĂes Nachthemd von Valentino, weiĂes Nachthemd von Armani - und dann?). Saudische MĂ€nner mĂŒssen Lebensfreude also auf etwas andere Art erfahren.
Der T-1000 wurde gebaut
Terminator 2 war der wichtigste Film meiner Jugend. Dann hat man mir ein Gehirn eingesetzt.
Nein, tatsĂ€chlich hat Terminator 2 die Art geĂ€ndert, wie man Filme ansieht. War mein Vater noch beim Anblick von Jabba the Hut aufs Kindlichste erstaunt, so gĂ€hnen Kinder von Welt heute bei spektakulĂ€ren Tierfilmen in ihr FĂ€ustchen und sagen: „Die CGIs in Iron Man waren besser.“
Jetzt endlich kann die RealitÀt der Leinwand wieder etwas entgegensetzen. Oder anders gesagt: Science Fiction wird Wirklichkeit. Wie schön, das einmal in einem anderen Sinne zu schreiben als: 1984 wird Wirklichkeit.
Meine Damen und Herren: Der T-1000.
ErmÀchtigt: Das BKA-Gesetz im RealitÀts-Check
Die nun gebĂŒndelt und im Klartext vorliegenden vorgesehenen Befugnisse fĂŒr das Bundeskriminalamt basieren auf der Angst der Menschen (und wenn man wohlmeinend ist, gesteht man auch den zustĂ€ndigen Behörden, den verantwortlichen Politikern, der Gewerkschaft der Polizei diese Angst zu) vor Terrorismus, wie er in New York, Madrid und London vorgekommen ist. Read on, my dear…
Interview mit drei AuĂerirdischen
Bevor wir die HintergrĂŒnde des folgenden Videos erlĂ€utern, werfen Sie zunĂ€chst bitte einen unvoreingenommenen Blick auf die drei AuĂerirdischen.
(Video nach dem Klick)
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Ingenieure und Katzen
Sie sind unterkĂŒhlt, haaren auf den Teppich und meistens versteht man nicht, was sie meinen. Trotzdem wĂ€re das Internet ohne sie nicht das, was es ist: Ingenieure und Katzen.
Ein Video, das die Symbiose dieser beiden bizarren Lebensformen dokumentiert, folgt nach dem Klick.
Je tÂŽaime - Wer mit wem?
Alle demokratischen Parteien mĂŒssen miteinander koalieren können, sagt man. Man meint es nicht ganz so, vielmehr will man sagen: Alle Parteien, die im Parlament sitzen und nicht NPD oder Die Linke sind, mĂŒssen miteinander koalieren können. Aus Sicht des Politikers geht der Satz so: Alle Parteien, die mir die Macht sichern, sind koalitionsfĂ€hig.
In Hamburg konnte das bedeuten, dass eine obskure Rechtspartei auf einmal gerade Recht kam, um dem netten Ole von Beust die Macht zu sichern. Da der FĂŒhrer dieser Partei gerade nicht greifbar ist, gibt jetzt die GAL den devoten Part in der Beziehung. Ein Kulturschock? Sind jetzt alle völlig Metzger?
Wir haben einen Trendscout an Bord
Im Januar hat Andreas Yael Naim vorgestellt und ihr eine groĂe Zukunft prophezeit. Jetzt liegt sie mit New Soul auf Platz 5 der deutschen Verkaufscharts. Read on, my dear…
Medienfrei
Meme haben die hinterlistige Eigenschaft, dass es sie nicht kĂŒmmert, ob man sich gern mit ihnen beschĂ€ftigt. Man gibt sie einfach weiter wie Grippeviren und macht sich damit beispielsweise zum ĂbertrĂ€ger von Heidi Klum. Man kann nicht nicht ĂŒber Heidi Klum reden und man kann auch nicht keine Meinung zu Obama haben. Steckt man im Mem-Sumpf Internet fest, klickt man dann eben doch auf Videos, die beweisen, dass Hillary eine Hexe ist, liest die Meldung, dass Lothar MatthĂ€us die VerstĂ€ndigung mit Israel auf Vordermann bringt und Gott seiÂŽs geklagt: Auch von der Brust-OP von Lothars Freundin weiĂ man.
Um den Kopf wieder frei zu bekommen und kein Mem-Mutterschiff zu sein, mĂŒsste man doch eigentlich nur auf Medien verzichten. Ich schlage das der Lieblingslektorin vor und die ist sofort ganz begeistert.
Mein DĂ€mon ist ein Stubenhocker
Ich bin zu diesem Buch gedrĂ€ngelt worden. „Aus dem Tagebuch eines Behinderten“ steht hinten drauf und ich denke an die Bulimie-Bekenner und Kranken, die sich selbst erfunden haben (sich und ihre Krankheit) bei Johannes Baptist Kerner. Leidenskultur, der neue alte ScheiĂ, zeig mir deine Wunden, dann zeige ich dir meine oder wir grĂŒnden eine Wundenausstellindustrie mit Buch, Lotion und KĂ€ppi zur Behinderung. Multiple ChemikalienunvertrĂ€glichkeit jetzt auch mit energiesparender Leichenbittermiene. Read on, my dear…
Guerillakrieg gegen Praktikantenstadl
Das Kommando Tito von Hardenberg hat dem ARD-Magazin Polylux einen Interviewpartner untergejubelt, der in einem Beitrag behauptet, eine DiĂ€t mit Hilfe von Speed zu machen, obwohl er gar kein Speed nimmt. Read on, my dear…
Fahrradniederlegung fĂŒr Rudi Dutschke
Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke bei einem Attentat lebensgefĂ€hrlich verletzt. Am Ort des Attentats (KurfĂŒrstendamm/Ecke Joachim-Friedrich-StraĂe) findet am 11.4. um 15:00 Uhr eine Fahrradniederlegung zum Gedenken an Dutschke statt.
Das wahre Twitter UND der Soundtrack zu Twitter
Meine ansonsten recht fröhliche Kindheit wurde ĂŒberschattet von einer gefrĂ€Ăigen Blaumeisendame, die das tapfere BlaumeisenmĂ€nnchen so lange zu Höchstleistungen antrieb, bis er gegen einen Baum flog. Sie verlieĂ flugs die sechs zeternden Kinder und lieĂ sich von einem blaugefĂ€rbten Rohrspatz bumsen. Die toten Waisen habe ich dann aus dem Nistkasten geholt. Meine Therapeuten glauben, mein Unterbewusstsein hĂ€tte ein Gleichnis fĂŒr meine Familie gebastelt, aber die Geschichte ist genauso passiert und mein Vater nie gegen einen Baum gelaufen.
Wer trotz Traumatisierung durch Vögel gerne twittert, findet sicher auch Gefallen an diesem Blog und an Dominik Eulberg.
Twitter-Video nach dem UmblÀttern.
Wenn Geld zittert
Wenn der Kapitalismus auf dieselben Methoden zurĂŒckgreift [wie der Staatssozialismus], kann es mit seiner Ăberlegenheit nicht weit her sein. Man kann darin aber auch eine Rehabilitierung des Individuums sehen. Bisher dachten wir, dass die Systemlogik moderner Gesellschaften so mĂ€chtig ist, dass das Innenleben ihrer Individuen dagegen nichts vermag und also vernachlĂ€ssigt werden kann. Lidl sieht das anders.
Hunger mag der beste Koch sein, aber ob Angst der beste Ratgeber ist? Da mĂŒsste man mal Erich Honecker fragen. Read on, my dear…
NtsNtsNts bekommt einen Namen: Der Electronic Music Guide
AuĂer Modempop haben die wirklich nichts vergessen. Von Anthem House bis Speedbass, von Ghetto Tech bis Turntablism: alles dabei. Mit reichlich Musikbeispielen und kurzgehaltenen ErklĂ€rungen. Ich muss das jetzt alles mal hören. Ăbrigens auch geeignet als Familienspiel.
[via]
Fitna
Malte: Geert Wilders ist der frisurigste Mann seit Rudolph Mooshammer, der wiederum von einem Iraker gemeuchelt wurde. RĂŒhrt daher die Aufregung?
Frédéric: Vielleicht sollte er Kopftuch tragen. HÀtte ja Àhnliches Empörungspotential wie sein Film jetzt. Im Grunde genommen gar keines.
Meine Haare
NatĂŒrlich gut aussehen mag mit Du darfst möglich sein, aber nicht mit meinen Haaren.
Bis meine Haare und ich einen Modus Vivendi gefunden haben, war ich Serienmeister in der Kategorie „Fiese Scheitel und Schlimmeres“ bei den Bundesfrisurspielen und errang den Goldenen Lobo am Bande und mit Eichenlaub 1991. Video Fotos nach dem Klick. Read on, my dear…



