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Sony weiß, wie es geht

Das mit den Bloggern.

Was habe ich mir in den letzten Monaten alles anhören und vorwerfen lassen müssen, weil wir inzwischen Werbung auf unseren Blogs akzeptieren. Wie ein paar hunderttausend andere auch, die es nur nicht so an die große Themenglocke gehängt haben. Weil wir Sponsoren zulassen und man uns selbstredend weder das Rückrat noch die Eier noch die Selbstachtung zutraut, diese gesponsorten, also bezahlten Inhalte zu kennzeichnen. Von „Vermischung von Inhalten und Werbung“ war da die Rede besonders bei Leuten, die noch nie einen Spreeblick auf dieses Blog geworfen hatten und nicht einen einzigen Artikel oder eine der bisherigen Sponsoren-Aktionen kannten.

Inzwischen hat sich die Aufregung vernünftigerweise gelegt. Jede Leserin und jeder Leser kann selbst entscheiden, ob ein Blog mit Werbung boykottiert werden sollte oder nicht, diese Entscheidung kann ich den Lesern ebensowenig abnehmen wie sie mir die meine wenn es darum geht, wie ich meinen Lebensunterhalt verdienen möchte.

Das Prinzip „Hinweis auf die Aktion im Blog okay, aber im Titel und Text klar als Sponsor-Aktion gekennzeichnet, Aktion selbst dann auf Extra-Seite, die nur via gekennzeichnetem Banner im Blog und nicht im RSS-Feed auftaucht“ halte ich für fair und nach den bisherigen Reaktionen zu urteilen funktioniert es auch für die Leserinnen und Leser. Wenn hier mit Unternehmen zusammengearbeitet wird, wird das klar gekennzeichnet. Und zwar selbst in Fällen, in denen nicht wirklich Geld fließt, sondern bspw. „nur“ Gewinne für die Podcast-Hörer rausspringen, wie bei den Winkekatzen. Denn ich möchte die Freiheit nicht verlieren, mich positiv (doch, kommt vor!) zu Produkten oder Unternehmen äußern zu können ohne dass man als Leser überlegen muss, ob ich dafür Geld bekommen habe oder anders honoriert worden bin.

Dinge besser machen kann man natürlich immer und ich kann sogar verstehen, dass man sich, wenn man mich nicht kennt, über den Hosen-Sponsor-Artikel wundert. Da mich mit den Hosen jedoch tatsächlich etwas verbindet, habe ich geschrieben, wie ich es für richtig halte – solche emotionale Bindungen dürfte es nur bei wenigen anderen Sponsoren geben und dem entsprechend werden solche Texte wohl Seltenheitswert haben.

Ich halte mich keineswegs für perfekt (auch wenn das manchmal so klingt), kann viel Kritik einstecken und höre sogar gut zu (auch wenn das manchmal nicht so klingt). Und ich übe noch. Aber ich darf mich schon auch mal wundern, wie man vermutlich kostenlos Sponsoren zulassen kann und warum man diesen Content dann nicht klar als Werbung kennzeichnet.

Denn wenn mehrere Blogger Aibo-„Patenschaften“ angeboten bekommen und wenn Nico, der diese Patenschaft angenommen hat, darüber in Bild und Ton und Text zwei Monate lang bloggt, dann ist das nichts anderes als Werbung. Und wenn diejenigen, die trotz Einladung keinen „Aibo-Zuschlag“ bekommen haben vermuten, dass es daran liegen könnte, dass sie sich schon einmal kritisch zum Thema Rootkit geäußert haben (nein, soweit ich weiß hat Medienrauschen keinen Aibo angeboten bekommen), dann darf man sich noch ein paar Fragen mehr stellen.

Ich möchte, dass sich Spreeblick als Dach für verschiedene Blogs in den kommenden Jahren das Vertrauen der Leser erarbeitet wie ihn sich die bekannteren und seriöseren „klassischen“ Medien auch erarbeiten mussten. Und ich möchte, dass wir dieses Vertrauen nicht einige Jahre später wieder aufs Spiel setzen, wie es einige dieser „klassischen“ Medien gerade tun. Dazu gehört, dass wir für unabhängige Inhalte stehen und das müssen wir jeden Tag erneut beweisen. Es liegt uns also viel daran, die klare Trennung von Inhalt und Werbung nicht nur zu propagieren, sondern auch zu praktizieren. Werden wir Fehler machen? Garantiert, wenn auch bestimmt nicht mit Absicht. Und dann werden wir diese zugeben und diskutieren. Es geht bei diesem Vorhaben auch darum, der werbenden Industrie klare Zeichen zu setzen, denn nur weil ein Blog Werbung zulässt darf das noch lange nicht bedeuten, dass es käuflich ist.

Aufgepasst: Es geht bei dieser Diskussion nicht um die Frage, ob Blogs werben sollten oder nicht, das entscheidet jedes Blog allein und die Leser entscheiden, ob sie das okay finden oder eben nicht. Es geht um den Umgang mit Werbung in Blogs, wenn man sich denn grundsätzlich dafür entschieden hat. Gibt es einen Unterschied zwischen Werbung für einen niedlichen Roboterhund und, sagen wir mal, einem Softdrink? Nein. Es ist beides Werbung. Vielleicht ist die eine netter und sympathischer, aber das tut nichts zur Sache, höchstens bei der Entscheidung, ob das entsprechende Blog diese oder jene Werbung zulässt oder ablehnt.

Ich weiß, dass Nico klar geschrieben hat, dass er den Aibo von Sony geliehen bekommen hat. Den meisten seiner Leser scheint das zu reichen. Mir nicht. Ich möchte die klar erkennbaren Worte „Sponsoren Content“ oder „Werbung“ sehen. Bei jedem der Artikel, nicht nur beim ersten, und auf jeder dokumentierenden Video- und Foto-Seite.

FAQ:

Hat Spreeblick auch einen Aibo von Sony angeboten bekommen?

Nein, und wenn es aus den Gründen nicht passiert ist, die ich vermute, bin ich stolz darauf. Wenn meine Vermutung nicht stimmt und man uns einfach nicht wollte oder vergessen hat, bin ich natürlich schwer beleidigt und gekränkt und werfe mich auf den Boden, bis ich auch einen bekomme.

Hätte Spreeblick den Aibo angenommen?

Na klar! Und wir hätten ein Banner gesetzt und eine fette Aktion daraus gemacht und viele witzige und kreative Dinge mit dem Aibo angestellt. Und über allem hätte „Sponsor“ gestanden, wenn Sony dafür einen anständigen Preis bezahlt hätte. Denn kostenlos oder nur für die Leihgabe eines 2.000-Euro-Spielzeugs hätten wir im Auftrag oder auf Bitte von Sony oder einer Sony-Agentur keine Aibo-Aktion gemacht.

Seid ihr neidisch?

Nein.

Findet ihr den Aibo blöd?

Keineswegs, ich würde zu gerne mal eine Weile mit dem Teil rumspielen, aber kaufen würde ich das Spielzeug für diesen Preis nicht, daher komme ich wohl kaum dazu, Nico wird mir seinen wohl nicht leihen…

Sollte man im Glashaus sitzen?

Nicht, wenn man mit Steinen wirft.

27 Kommentare

  1. 01
    bashir

    Rückrad? Kein Wheelie möglich? Oder doch eher Rückgrat?
    Sorry, mag echt Deinen podcast!

  2. 02

    Ooops! ;) Danke für den Hinweis!

  3. 03
    marcel

    Wie sieht denn so ein Rückrad aus?

    scnr,

    marcel, der sich grad so deutschlehrerhaft fühlt

  4. 04
    marcel

    ups, zu spät:)

  5. 05

    Is doch toll, will au so nen scheiss Roboterhund

  6. 06

    Auch wenn ich den/die Artikel von Nico nicht gelesen habe: ich stimme Dir, was die klare Auszeichnung angeht, voll zu. Ich zeichne ja selbst in die Eigenwerbung in deinen Kommentaren vorsichtshalber aus ;)

    Ernsthaft: alles andere sorgt doch nur für Zustände ähnlich denen gewisser Springer-Verlag-Medien. Wäre kein guter Start für (d)einen Verlag…

  7. 07

    Komisch, dass sich Nico himself hier noch gar nicht geäußert hat, der ist doch sonst um keine Reaktion verlegen. Er könnte sein Ansehen jetzt ganz einfach wieder herstellen, wenn er ganz fiese Dinge mit dem Pudel anstellt, in Umkleidekabinden reinfahren mit Kamera oder so..

  8. 08

    sorry, ich war mal ne stunde lang nicht am gerät.

    johnny hat recht, ein hinweis bei den artikeln, dass diese aktion von sony gesponsert ist, sollte nicht fehlen und wird daher im laufe des abends nachgeholt werden.

    ich kann nicht sagen, was genau die kritieren bei sony waren, die zu der entscheidung geführt haben. ich habe mich zum thema rootkit nicht geäussert, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich eine vorahnung hatte, dass ca. 2 wochen später eine anfrage von sony kommen könnte, sondern weil genügend andere wunderbar drüber berichtet hatten.

    da ich zum 22c3 in Berlin sein werde, kannst du dann gerne auch mal mit dem Aibo spielen, Johnny. :)

    nb: ich habe nicht die aktion mit den hosen kritisiert, sondern deine in meinen augen übertriebene lobhudelei, aber das nur am rande.

  9. 09

    ist der beitrag von sony gesponsort? ;) auf jeden fall gute werbung für aibo!

    aber ich denke, wer den sinn des beitrags verstanden hat, versteht auch die „werbung“ in dem beitrag.

    grüße aus wien,
    andreas

  10. 10

    Werbung in Zeitungen und im TV müssen, per Gesetz, klar erkennbar als solche gekennzeichnet werden, um als Konsument Werbung von Journalistischen Inhalten unterscheiden zu können.
    Warum sollte das für Blogs nicht auch gelten? Nur weil ich meinen Blog auch auf einen Klingonischen Server links von der Milchstraße installieren und mich somit aus der Reichweite der Medienwächter entziehen kann? Wenn Blogs etwas beanspruchen, sei es auch nur etwas Ernsthaftigkeit, dann sollten sie auch etwas dafür tun. Unter anderem Werbung und Sponsoring klar als solche kenntlich machen.

    Die Aibo-Aktion finde ich schon recht mutig von Sony. Dieser Schuß kann schwer nach hinten los gehen. Aibo den Namen „Rootkit“ zu verpassen ist ja nicht wirklich im Sinne von Sony, oder? Ebenso wäre es nicht wirklich werbewirksam wenn Aibo die Batteriesäure auf dem Teppich ausläuft oder er mit einem mal in Flammen auf geht.
    Wenn Sony Bloggern Aibos zum Testen zur Verfügung stellt, muss wohl auch jeder Leser selber entscheiden ob der Blogger vertrauenswürdig ist oder nicht. Ansonsten könnte man wohl 90% der Tests in Zeitschriften in die Tonne kloppen. Von Autobild bis Ziff-Davis-Verlag werden die meisten Tests durch die Produzenten gesponsort. Und? Zweifelt jemand an den Tests? Nimmt man sie ernst? Vertraut man den Zeitschriften oder ist es nicht auch ein Stück weit Try&Error. Die haben es zwar getestet und für super befunden, war aber in Wirklichkeit totaler Schrott

    Tja, nun muss halt auch jeder für sich entscheiden ob Nico glaubwürdig genug ist oder ob er in die Richtung redet aus der grade das Geld winkt. „Werbegeblogge“ gabs bei ihm ja auch schon vor Aibo: weg.de, pkw.de, blogg.de …

  11. 11

    Werbung von eigenen Inhalten zu trennen finde ich sehr wichtig… Und ich halte es auch für sehr nett, wenn man Werbung / Sponsoring von sympatischen oder passenden Produkten vorzieht, auch wenn andere Angebote lukrativer wären – sofern man sich’s leisten kann.

  12. 12

    > Werbung von eigenen Inhalten zu trennen finde ich sehr wichtig

    Ja doch. Finden wir ja alle. Manche sind da aber auch überpenibel. Selbstverständlich darf Nico in seinem Blog für weg.de und pkw.de werben, genauso wie Johnny für Lautgeben und andere „Produkte“ aus dem Spreeblick-Verlag, ohne daß sie es kennzeichnen müssen mit: Vorsicht, hier bin ich vielleicht unparteiisch, denn damit verdiene ich Geld.

    Die Übertreibungen nerven mich langsam.

  13. 13

    Mir stellt sich die Frage, ob der Name „Rootkit“ für den Aibo von Sony vorgegeben wurde, um die betreffende Geschichte zu verunglimpfen.

  14. 14

    Mir wurde schon versichert, dass der Aibo bei dem Vortrag „Sonys digitaler Hausfriedensbruch“ an Markus und meiner Seite sitzen und Pfötchen geben darf :)

  15. 15

    aber nur wenn du rootkit auch streichelst. :)

  16. 16

    Ein Gedanke noch zum Thema „Werbung Kenntlich machen“:
    All die Google-AdSense-User sollten sich mal Gedanken machen warum Google ihren AdSensern die Möglichkeit bietet die Werbebanner an das eigene Design anzupassen. Könnte etwas damit zu tun haben das die Werbung dann nicht so ‚auffällt‘. Man klickt auf einen Link und huch ist man ganz woanders.

  17. 17

    Ich hab den Text jetzt drei Mal gelesen und hab mir auch Nicos Aibo-Meldung genau angeguckt, versteh es aber immer noch nicht. Wenn jemand ein Testgerät vom Hersteller ausgeliehen bekommt und dann darüber schreibt, sind die resultierenden Texte automatisch als Werbung zu kennzeichnen? Dann reg dich doch bitte erst über 95% der IT-Presse auf. Da ist das nämlich gang und gäbe. Und danach über alle 375 in Deutschland existierenden Musikmagazine. Hab gehört, die Jungs dürfen die CDs sogar behalten!

    Oder hat Nico jetzt von Sony neben dem Aibo auch noch eine netten Scheck bekommen, über den er nichts schreibt und den du aus welchen Gründen auch immer ebenfalls nicht erwähnst? Dann wär es tatsächlich Werbung. Aber zu unterstellen, dass jemand nichts kritisches über ein Produkt von sich geben wird, nur weil er es als Leihgabe vom Hersteller bekommen hat, ist schon recht seltsam.

    Umgekehrt war die Hosen-Sache nicht deshalb grenzwertig, weil sie nicht klar als Werbung gekennzeichnet war, sondern weil sie sich der gleichen Tonlage bedient hat wie deine regulären Blog-Beiträge. Das ist eben grad kein ethisches Problem, sondern ein emotionales. Man kennt das aus dem Radio: Da erzählt einem der sympatische Moderator was von seiner Lieblingsband, dann ertönt der Werbegong – und schwupps – der gleiche Moderator schwärmt vom neuen Ford Focus. Ist zumindest hier zu Lande so üblich, ethisch natürlich auch völlig einwandfrei und besitzt trotzdem immer einen unangenehmen Nachgeschmack. Dann doch lieber ironisch distanzierte Sponsoren-Loblieder, so wie es sie auf den meisten Gawker-Blogs zu lesen gibt.

  18. 18

    Neuer Spreeblick Sponsor…
    Was daran nicht eindeutig als Werbung gekennzeichnet ist, erschließt sich mir nicht so ganz. Im übrigen mach ich nicht jedem alles nach. Auch wenn ich Johnnies Blog gerne lese, und über einige seiner Artikel durchaus nachdenke, kauf ich ihm nix ab, auch nicht wenn er die Hosen noch so toll findet. Ich entscheide selber welche Band ich toll finde, und ich stelle alles erstmal in Frage, auch Johnny. Und ums auch noch zu erwähnen: Die Werbung die Johnny hier bis jetzt auf seinen erfolgreichen Blog „gelassen“ hat sind absolut ehrlich und sehr angenehm umgesetzt. Ich erinner an die Ohrbooten. Die Jungs sind der Knaller und ich hab mich sehr über die Aktion gefreut. Die Aktion war charmant. Es hat überhaupt kein „Geschmäckle“. Es schmeckt eben nicht nach lästiger Bannerflut und Mogelpackung wie sonst überall. Ich wünschte ich hätte solche Ideen und vor allem die Zeit meinen Blog so zu gestalten.
    Ich teile die Kritik also nicht.

  19. 19
    Sonny

    „denn nur weil ein Blog Werbung zulässt darf das noch lange nicht bedeuten, dass es käuflich ist.“

    na ja

  20. 20
    asoli

    Ich habe kein Problem mit Werbung auf Blogs, solagen diese als solche auch gekennzeichet ist, und nicht in Form von Schleichwerbung in die Beiträge mit einfließt, oder gar ganze redaktionelle Tendenzen vorgibt!

    Im Fall von Geldgebern, zu denen der der „Geldempfänger“ einen emotionalen Bezug hat, ist der Übergang zwischen Schleichwerbung und einfacher „Schilderung persönlicher Vorlieben“ natürlich fließend und für Leser eines Blogs nur schwer zu trennen.

    Hier muss dann der jeder Leser selbst entscheiden, ob er dem Blog als ganzem sein Vertrauen und sein Aufmerksamkeit schenken will.

    Diese Entscheidung fällt natürlich leichter, und letztlich auch öfters zugunsten den Blogs aus, wenn erstens die Geldflüsse offenliegen und zweitens Diskussionen wie in diesem Beitrag stattfinden.

    Ich finde Jonnys vorgehensweise bis dato vorbildlich.

  21. 21

    In der Mülltrennung sind wir doch Weltmeister!

  22. 22

    ach was, das ganze leben ist werbung und wenn dann wiedereinmal ein kind auf die welt kommt werden wir es sony nennen.

  23. 23

    Jonny, du kritisierst ja auch gerne mal deutsche Engstirnigkeit und gerade in dem Artikel hast auch mal wieder daruaf hingewiesen, dass das Verhältnis Blog – WErbung – Leser ja in anderen Ländern wesentlich unverkrampfter läuft. Andere Blogger haben sich da auch ganz unverblümt und mit Freude von Sony sponsorn lassen, so wie die gute Geraldine.. http://www.we-make-money-not-art.com/archives/007613.php Ohne daran zu denken, ihre Unabhängigkeit TROTZ Geschenk zu betonen..

  24. 24

    Hmm. Wird hier nicht der Einfluss von Blogs ein bisschen überschätzt? Nur wenn ein paar Blogger was über DAS Rootkit geschrieben haben, pinkelt Sony sich doch nicht in die Hose. Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass sich deren PR-Abteilung dann hingesetzt hat, um deutsche Blogs zu durchwühlen, und dann den in ihren Augen „guten“ (die nix über das Rootkit geschrieben haben) so einen Hund anzubieten. Zumal das Rootkit in Europa ja wohl nichtmal „verkauft“ wurde. Realistischer würde mir scheinen, dass die die ersten 10 Blogs angeschrieben haben, die eine Google-Suche ausgespuckt hat (oder halt irgendein anderes weitgehend inhaltsleeres Kriterium … )

    Natürlich ist das alles gut und wichtig, dass man Werbung und Inhalt trennt, aber ich finde man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. So wie das hier bei Spreeblick läuft ist das schon anständig in meinen Augen, aber ich fände es auch nicht schlechter, wenn über dem Hosen-Link nicht Sponsor stünde (stände?).

    Also: Ich halte die Grenzen da für sehr fließend, was Okay ist und was nicht. Ob ein zweimonatiger Hundebericht Werbung ist oder nicht, hängt finde ich doch viel eher davon ab, wie er dann tatsächlich ausgeht, bzw. WAS inhaltlich dazu geschrieben wird.

    Gruß aus Schweden

  25. 25

    Nils: Mark Russinovich hatte die Analyse des Rootkits zuerst in seinem Blog veröffentlicht, von da nahm die Geschichte ihren Lauf. Weitere Impulse kamen dann u.a. von Bruce Schneier, ebenfalls in seinem Blog. Die Geschichte stammmt also durchaus aus der Blogosphäre und wurde anschließend dankbar von den etablierten Medien aufgenommen.

    Im deutschsprachigen Raum war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Blogs und den üblichen Verdächtigen wie Heise, Golem, intern.de, netzwelt (Janko, siehe oben) und Co.. Was einfach dadurch zu erklären ist, dass wir alle die gleichen Quellen nutzen. Dass deutsprachige Blogs einen nennenswerten Einfluß auf die Diskussion hatten, halte ich für eher unwahrscheinlich. Ok, vielleicht diese Multiplikatoren-Funktion, die man sich als „Tripple-A-Premium-Blogger“ gerne einredet …

    Ich glaube aber auch nicht, dass die Aibo-Aktion in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rootkit steht. Kann sein, muss aber nicht. Sony (!Sony BMG) hatte in den letzten Monate ganz andere Probleme. Ist wohl eher eine allgemeine Marketingkiste.

    PS: Keine Ahnung, ob Medienrauschen ein Aibo angeboten wurde. Mir jedenfalls nicht. Ich (bzw. das HNF Paderborn, wo ich damals gearbeitet habe) hatte schon 1999 das Vergnuegen für ein paar Tage mit zwei Aibos der ersten Generation zu spielen. War ganz lustig, auch technisch durchaus beindruckend. So ein typisches Spielzeug halt, das man kauft, wenn man schon alles hat – ausser soziale Kontakte.

  26. 26

    Völlig in Ordnung 3 Euro für seine Hosting-Kosten durch ein paar Anzeigen im Blog – ob nun Adsense oder manuell – zu verdienen.

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