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Frag me!

loser
(Foto: jenlight)

Ich bin kein großer Fan von Ballerspielen, und Online-Kämpfen konnte ich noch nie sonderlich viel abgewinnen.

Das liegt vor allem daran, dass ich a) zu keinem Zeitpunkt die nötige Hardware für aktuelle Titel besaß, weswegen ich b) schlicht und ergreifend ein grottenschlechter FPS-Spieler bin. Übung macht den Meister, und im direkten Vergleich bin ich die Größte Lebende Blamage. Auf meiner Stirn steht „frag me„, auf meinem Rücken „frag me again“.

Ich treffe ständig und in jeder Spielvariante die absolut falsche Entscheidung: Rennen, wenn ich campen müsste, campen, wenn ich rennen müsste, Rocket-Jumps bei 5% Gesundheit, und in engen Räumen jage ich mich gern selbst in die Luft. Ich laufe immer nur vorwärts, springe extrem selten, und wenn, dann lande ich in energiefressenden Lavamassen.

Angriff ist meine miese Verteidigung, und ich verteidige bis zum letzten Augenblick, der jeweils sehr schnell kommt. Power-Ups? Schnappen sich die anderen. Von schlagkräftiger Ausrüstung sehe ich maximal die Projektile; Forced-Respawn auf Endlosschleife.

Ich habe zudem den Eindruck, dass mein kurzfristiges Dasein bereits bei der Anmeldung beginnt. Dort gebe ich mir aufgrund meines chronisch schwachen Namensgedächtnisses die gleichen harmlose Nicks wie in Foren oder Chaträumen. Meine knallharten Gegner jedoch heißen DoomBoomKillah247, ShtickShwasher und fragfest_one. Andere benutzen Buchstaben-Zahlen-Kombis, deren Bedeutung sich mir trotz Graffiti-Vergangenheit und intensiver Beschäftigung mit ASCII-Art nicht erschließt.

Mir machen tatsächlich bereits die Namen Angst; fliegt dann die erste Polygon-Granate in meine Richtung, drücke ich vor lauter Panik alle verfügbaren Tasten und kann einpacken.

„You lost the lead.“

Sag‘ bloß… ;)

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