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Kontakt: mobile WiFi

nevergrowup
(Foto: redjar)

Ich saß neulich mit meinem Nintendo DS im Zug und spielte eher lust- und planlos den wohl bekanntesten Fun-Racer der Welt.

Auf Reisen ist das ja manchmal so: Man hat das Spielgerät zwar eingepackt, aber es will sich keine rechte Stimmung ergeben. Zu viel los, zu viele Eindrücke, zu müde, zu wach; es gibt 100 mögliche Gründe, nicht zuletzt plappernde Nachbarn.

Ich lief ein wenig herum, und als ich zurückkam, bemerkte ich den jungen Mann hinter mir, der gerade im Begriff war, mit seiner eigenen Doppelschirm-Konsole auf Sternchen- und Prinzessinenjagd zu gehen. Mein erster Geanke: „Sehr schön, das Ding verkauft sich tatsächlich.“ Mein zweiter: „Eigentlich müsste ich ihn fragen, ob er nicht Lust auf ein Rennen hat.“

Nun ist die Kontaktaufnahme mit Fremden beim besten Willen nicht meine Stärke. Ich selbst will schließlich auch nicht einfach angequatscht werden, schon gar nicht im Zug, erst Recht nicht beim Zocken am DS.

„Ich hab‘ ja auch ’nen Palm, aber den nutze ich ausschließlich geschäftlich.“ Mmmmh… jaja.

So kostete es mich denn auch einiges an Überwindung, doch letztlich überzeugte mich die Idee, mit dem Kauf einer zeitgemäßen mobilen Konsole auch einer Art globalen Spielergilde beigetreten zu sein, deren einfache Satzung lautet:

1) Spiele

2) Gemeinsam

Gedacht, getan. Der Rest der Fahrt verging wie im Flug (hm). Wir knallten uns rote und grüne Panzerchen um die Reifen, schubsten uns diverse Male aus der Bahn (sorry), kurzum: Wir lieferten uns aus unseren unbequemen ICE-Sesseln absolut packende Duelle um die vorderen Podiumsplätze (ja-ha).

Zwei Typen im Zug, die hintereinander sitzend auf kleine weiße Stücke Elektronik starren und dabei ständig kichern, grunzen, Becker-Fäuste ballen und „aaargh“ und „hehehe“ und „neiiiiiiiiin“ und ähnliches zum besten geben.

Ein Heidenspaß, und sicherlich ein Bild für die Götter.

Ok, ok, ich hör‘ schon auf. Nur eins noch:

Spielt! Gemeinsam!

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