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Xbox 360 Intro

360 button
(Foto: EverJean)

Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass noch in diesem Winter ein Gerät von Microsoft in meiner Wohnung stehen würde — ich wäre mit am Kopf klopfendem Zeigefinger und Zischlauten meines Weges gegangen.

Hätte mir dieselbe Person dann noch gesagt, dass ich dem fraglichen Gerät auch noch etwas abgewinnen würde… nah, das ist eigentlich undenkbar, das hätte niemand gemacht.

Ich bin Apple-User aus Überzeugung. Ich bin Gamer Telespieler aus Leidenschaft. Auf beiden Ebenen war bislang kein Platz für den Riesen aus Redmond. Windows mal ganz außen vor, die erste Xbox war für mich der Inbegriff eines nutzlosen Stromfressers. Ein Halo-Player und Ende. Wer statt Halo einfach nur spielen wollte, war mit der Konkurrenz bei weitem besser bedient.

Meine Meinung, subjektiv, voreingenommen, keine Diskussionen. ;)

Seit ein paar Tagen steht nun eine Xbox 360 in meinem Wohnzimmer. Direkt neben dem Fernseher, an dessen anderer Seite eine vergleichsweise winzige Wii ihr stummes Dasein fristet. Ich kann mich zwar noch nicht so recht an den Anblick gewöhnen, aber meine Herren, das werde ich!

Dabei ist es nicht mal die angeblich bahnbrechende Grafikpower. Mein Fernseher ist so weit weg von HD, wie Schwarz-Weiß von RGB, und ich hatte bislang noch keinerlei Möglichkeit, meinen Nachbarn wegen seines Plasmadingens anzupumpen.

Es geht um etwas ganz anders. Etwas, das tiefer liegt und viel entscheidender ist.

Falls es jemals ein System gegeben haben sollte, das derart laut »ich bin eine Hardcore-Gaming Maschine« gebrüllt hat — hier steht es. Alles, wirklich alles an der hellgrauen Kiste scheint für einen einzigen Zweck entworfen und tatsächlich diesem einen Zweck zu dienen: 24 Stunden am Tag on- oder offline die Controlsticks bewegen, Knöpfe drücken, Punkte sammeln, Level freischalten, besser sein als der Gegner. Sieben Tage die Woche, 50 Wochen im Jahr. Die zwei übrigen dienen dem Durchatmen.

Ja, ich bin beeindruckt.

Und ich könnte 20 weitere Seiten schreiben, aber das hebe ich mir stückchenweise für später auf: Setup, Gamertag, Xbox Live, Demo-Downloads, letztlich doch auch Sound und Grafik und all der gute Next-Gen-Kram.

Später. Ich muss zurück an den Controller.

Kopfhörer auf und ab dafür.

Nur eins noch: Was mich wirklich und tatsächlich und fast schon über alle Maßen nervt ist der Geräuschpegel. Mir ist absolut nicht klar, wie ein Entwickler neben diesem Lärmungeheuer stehen und es seinem Chef präsentieren kann.

»So, Bill. Das ist unsere…«

»Was?«

»…neue… unsere neue…«

»WAS?!?! «

»Uhm… DAS IST UNSERE NEUE…«

»ICH VER… ICH VERSTEHE KEIN… ICH VERSTEHE MEIN EIGENES…«

Abgesehen davon aber: Wow!

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