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Mostrich

senf
Foto © WordRidden

Meine Güte, da ist man mal ein paar Tage ohne Netz (sehr zu empfehlen übrigens!) und ausgerechnet dann tut sich mal wieder was in Blogistan. Wer soll denn das alles lesen, was da gerade geschimpft, gelobt, gekotzt, gehasst und gefeiert wird??

Ich hab’s versucht, aber längst nicht alles geschafft. Daher nur ein paar Sätze von und auf meiner Seite.

  1. [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT] hat nichts mit der PS3-Aktion zu tun, es gibt überhaupt noch keine aktive [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT]-Werbung, sonst würde man sie mit ziemlicher Sicherheit hier sehen.
    Das wiederum bedeutet nicht, dass ich die Aktion schlimm finde. Ich persönlich glaube zwar, dass gesponsorte Artikel auf dem eigenen Blog auch bei Kennzeichnung auf Dauer nicht gut für ein Blog sind, aber vielleicht ist das Quark, denn schließlich sind die LeserInnen nicht blöd.
  2. Damit sind wir auch schon bei der mehrfach geäußerten Vermutung, dass [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT] bezahlte Blog-Artikel vermarkten wird.
    Zur Erklärung: Die Riesenmaschine, zu der auch Sascha Lobo gehört, veröffentlicht schon lange Artikel, die als bezahlt gekennzeichnet sind und wird das auch weiter tun. Spreeblick bietet diese Form der Werbung nicht an (siehe oben) und bisher ist mir kein anderes der bisher von [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT] angesprochenen Blogs bekannt, das diese Werbeform anbieten wird. Die individuelle Auswahl der von [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT] angebotenen Werbeformen liegt beim jeweiligen Blog selbst, allein die klare Kennzeichnung als Werbung ist Pflicht.

Soviel zu den Fakten. Ansonsten:

Buchstabieren ist nicht alles. Es gibt Tage, an denen es einfach nicht zählt, wenn man „Dienstag“ buchstabieren kann.

A.A. Milne in „“Pu der Bär“

20 Kommentare

  1. 01

    Schön, dieses klare Statement! Auch wenn ich es bereits so verstanden zu haben glaubte. Hoffentlich beruhigt sich das ganze wieder, sonst gibts noch Abstürze wegen schwerwiegender Turbulenzen in der Blogosphäre…

  2. 02

    hmm, irgendwie klarer sehe ich durch den Text da oben nicht ;)

  3. 03

    Ich habe gestern den halben Tag damit verbracht, Kommentare bei rebellmarkt, nerdcore etc. zu lesen. Richtig klar sieht man da wohl nie. Aber lustig ist es. Aber ich halt meinen da raus, hab ich keine Aktien drin und weitere Disclaimer.

  4. 04

    wie süß. wie nett. wie großzügig. wie vorsorglich. wie papa. wenn er nach bier roch.

  5. 05

    ich trinke gerade fruit2day von schwartau. sehr leckr.

  6. 06

    Ich hab da mal gewohnt. In Schwartau. Ist aber relativ öder, dafür ist die Ostsee net weit.

  7. 07

    macht nichts. hauptsache der senf ist gut.

  8. 08

    Der klägliche Versuch, Kommerzblogs zu rechtfertigen. Klar, Leser sind nicht dumm. Und deswegen wird das auch auf Dauer nach Hinten losgehen. Die Web2null Blase wird platzen, wie das auch mit der NewEconomy Blase passieren wird.
    Nicht das ich mich da Weißsagerisch verausgaben wollte. Aber is doch klar, das die Sache dann ihren sozialen und viralen Karakter verlieren wird.
    Schade, aber: typisch KOmmerzgesellschaft.

  9. 09

    Zum ersten Mal seit langem trifft Don Alphonso die Sache auf den Kopf an der Blogbar: „So endet man nicht mal im Mainstream, sondern beim bloggenden Äquivalent zum Home Shopping Channel.“

    Das beschreibt Aktionen mit gesponsorten Einträgen recht gut, wie ich finde.

  10. 10
    heidrun

    ich frage mich mehr und mehr, wo auf einmal die ganzen gutmenschen herkommen, die noch nie irgendetwas aufgrund von werbung gekauft haben. die weder etwas von h&m, nike, aldi, irgendweiner autofirma oder wem auch immer besitzen, sondern anscheinend den ganzen tag zuhause sitzen, um am gegenentwurf zum bösen, bösen kapitalismus zu basteln. leute, die sich noch nie für irgendetwas „verkauft“ haben, und wenn, inzwischen geläutert sind. leute mit einem unglaublichen missionarischen eifer (als ob nicht jeder das bloggen dürfte, was er will.)
    ich „treffe“ solche leute nur hier, und komischerweise so gut wie nie in der realität. oder gibt es tatsächlich „gute“ und „böse“ werbung? diese alberne angst vorm manipuliertwerden, als ob das nicht täglich tausendmal passiert. wenn man wirklich so kritisch ist, wie man behauptet, muss man diese angst dann überhaupt haben? oder sind „blogs“ ein ort zum ausruhen von der bösen, bösen welt da draussen? wäre das nicht ein wenig naiv?
    immer schön mit dem finger auf andere zeigen. wie war das nochmal mit der demut? von differenziertheit und realismus ganz zu schweigen.

  11. 11

    Na ja, die Blogs muessen halt alle loeblich bleiben, alles andere geht ja nun mal gar nicht. Wo kommen wir denn sonst hin? Da koennte ja sonst jeder kommen und schliesslich haben wir das schon immer so gemacht und frueher war alles besser und ausserdem weil der Don das so sagt.

  12. 12
    avision

    @heidrun

    Was ist denn dass für eine Predigt? Natürlich werden wir von Werbung beeinflusst. Es geht ja nicht um Werbung an sich sondern um Vermischung von redaktionellem Inhalt und Werbung – das funktionierte schon bei der klassichen Zeitung nicht. Die Zeitungen die es trotzdem praktizieren haben auch nicht gerade den besten Ruf.

    Nur weil ich mich von Werbung beeinflussen lass, muss ich sie nicht überall haben.

    „immer schön mit dem finger auf andere zeigen. wie war das nochmal mit der demut? von differenziertheit und realismus ganz zu schweigen.“

    Und deswegen muss ich die „böse Welt“ auch noch freiwillig hinnehemen?
    Alles hinnehmen und einfach konsumieren weil die Welt eben so ist?
    Schon lange keinen solchen Stuss mehr gelesen.

  13. 13
    heidrun

    @ avision: ich sage nicht, dass man die welt so hinnehmen muss. aber dann soll man „das böse“ nicht nur in blogs scheisse finden, sondern immer und überall.
    dann soll man keine überheblichen moralpredigten halten – denn der prediger bin sicher nicht ich.
    dann soll man nicht von hurerei reden, wenns ums schlichte geld verdienen, vulgo miete bezahlen geht. (irgendwo, ich weiss nicht mehr wo, hab ich vorhin auch noch gelesen, keiner müsse von blogs leben, man könne ja schließlich auch mit hartz IV klarkommen. klar, sich an den tropf des staates zu hängen, ist natürlich viel freier und ehrenvoller. das ist mal echter stuss)
    und vor allem sollte man differenzieren. ich finde dieses geschrei nach einem „guten“, „ethischen“ oder was auch immer kapitalismus furchtbar nervig. ich fands auch alles andere als komisch, als ein freund von mir auf einmal für die rüstungsindustrie arbeitete, aber es gibt verschiedene stufen des sich verkaufens, und „sauber“ bleiben zu wollen, ist so gut wie nicht möglich.
    und es geht um werbung an sich, sonst würden nicht so viele anfangen, auf spreeblick & co. zu schimpfen, denn bei [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT] gehts um trennung von werbung und redaktionellem inhalt.
    „Vermischung von redaktionellem Inhalt und Werbung – das funktionierte schon bei der klassichen Zeitung nicht.“ – es funktioniert überall. man merkt es nur nicht immer.
    „Nur weil ich mich von Werbung beeinflussen lass, muss ich sie nicht überall haben.“ prima, dann guck kein tv, surf nicht im netz, geh nicht auf die straße, les keine zeitung.

    es geht mir einfach darum, sich erstmal an die eigene nase zu fassen, bevor man laut über die käuflichkeit der anderen schreit.

  14. 14

    Ich überweise jedem 1 Cent, der jetzt seinen Mund hält. Kontodaten bitte hier in den Kommentaren posten.

  15. 15

    Ich habe eher weniger ein Problem mit der Werbung und dem Geld verdienen an sich, als damit, dass redaktionelle Inhalte und Werbung einfach miteinander vermischt werden. Denn gerade die Blogs, die sich vorher als die freien und unabhängigen „Journalisten“ dargestellt haben, sind jetzt die, die sich genau gegen die goldenen Journalistenregeln wenden.

    Dazu zähl ich nicht Spreeblick, aber Ihr wisst schon wen ich meine…

  16. 16

    all die, die so laut schreien sind wohl einfach nur neidisch, daß sie mit ihren idiotenblogs nichts dazuverdienen können. würde ihnen jemand auch nur 10 euro im monat anbieten, sie würden einschlagen und wären auch noch stolz darauf. da geh ich jede wette ein.
    wenn ein blog wirklich gut ist, steckt man wohl auch viele energie und zeit hinein (mal abgesehen davon, daß man auch noch ein gewisses gespür für zeitgeist mitbringen sollte). so ist es doch nur gut, daß man dafür auch entlohnt wird. der spiegel besteht zur hälfte aus werbung! man muss sich die werbung ja nicht anschauen.
    die nutten der werbeindustrie sind andere!

  17. 17

    Warum die ganze Aufregung? Werbung ist/wird Bestandteil unseres Lebens. Aber: Leser sind mündig. Was mir nicht gefällt, das blende ich aus. Ausserdem: Jeder, der von seinem Blog leben möchte (wenn das denn immer geht), sollte mal seine Leser auffordern, für’s Lesen zu bezahlen, wenn sie keine Werbung bei ihm/ihr wollen. Da siehts dann mgl. ganz schnell mau aus mit den großen Idealen/Moral.

    Ich rede mal von mir/mein Blog, also werde persönlich. Natürlich bekomme ich von majors und Indies mp3s und Promo CDs. Nur was ich daraus mache, und erzähle, ist meine Sache. Und wer MP3 Blogs aus den USA/Kanada liest, weiss, dass mindestens die Hälfte der Blogs dort mit 5.000+ Lesern, intensiv Kohle kriegen von den Plattenfirmen.

    Was ich auf einem Web 2.0-Kongress letzt Woche gelernt habe ist, dass die Firmen erst noch in den Startlöchern sitzen — der PR-Blog Tsunami droht uns erst noch.

  18. 18
    lana

    zitat aus dem bereich »FÜR KUNDEN« auf der [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT]-seite:

    »Wenn wir Sie damit nicht abgeschreckt haben und Sie den unvergleichlichen Werbevorteil eines der emotionalsten Medien überhaupt kennenlernen wollen, rufen Sie Sascha Lobo unter … an…«

    wer will den superlativ von »emotional« lesen? etwa noch in den »emotionalsten Medien«? — im dienst der public relations arbeitet sich das denken zu tode. was motiviert menschen dazu, solche sätze als »unvergleichlichen Werbevorteil« auszugeben?

    zwar versichern die selbsternannten bohèmiens leidenschaftlich gern, dass sie »aus Leidenschaft« schreiben. doch wenn es um geld geht, wird diese leidenschaft zum servilen fleiß: »Gerne schicken wir Ihnen weiterführende Angebote und Preislisten…«. was nicht heißt, dass sie »nicht jeden Kunden annehmen«. sie behaupten es im voraus, und diese exklusionsvorbehalte funktionieren als kostenlose marketingmaßnahme: wir nehmen nicht jeden, aber auch nicht keinen. die sache stinkt noch immer.

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