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Lassitude

Die Phasen der Fußballmüdigkeit begrenzen sich bei mir in der Regel pro Saison auf die Zahl zwei, bisweilen auch drei, überkommen mich dafür aber um so heftiger. Es beginnt im allgemeinen damit, dass mir diese ganze verkackte, durch und durch verhunzte Fußballsprache aufstößt wie ein schlecht geschnittener Sauerbraten. Kurz darauf merke ich, dass ich die Ergebnisse des Wochenendes bereits am Montag vergessen habe, und keine einzig konkrete Erinnerung mehr an auch nur das geringste Törchen habe. Und dann ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass: Bochum, Bolzum oder Borssum, alles nur ein riesieger Griesbrei. Ohne Sauerkirschgelee.
Das geht dann so zwei Wochen, bis ich wieder klare Gedanken fassen kann. Ein Querpass ist ein Querpass. Ein Jahrhunderttor ist meistens auch nur ein Verzweiflungsschuss, den der Wind ins Netz getragen hat. Und ehe ich michs versehe, fange ich wieder an, mich über Schuster aufzuregen. Nicht, dass er was gesagt hat. Sondern was. Zum Beispiel über Alfonso Alvarez Izquierdo, den Schiedsrichter der Niederlage Reals gegen Sevilla:

„Was ist er? Ein Katalane. Das sagt doch alles“

Das sagt vor allem, das Real froh sein kann, nicht zweistellig nach Hause geschickt worden zu sein. Allerdings hat das ja auch Bernd Schuster gesagt. Und das sagt ja alles.

Jedenfalls: Heute Abend CL. Muss mal wieder sein.

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