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Fernsehuntauglicher Terrorismus

So traurig der Anlass ist, so skurril wirken die Stellungnahmen italienischer Offizieller, die jetzt munter sprudeln: Ein italienischer Polizist erschoss einen Lazio-Fan, als sich auf einem Autobahnrastplatz Lazio- und Juventus-Anhängerschaft prügelten. Woraufhin es in Rom zu Ausschreitungen kam, mit vierzig Verletzten.
Das Kopfschütteln hier vor dem heimischen Rechner weitet sich aber zu einem regelrechten gegrabten three sixty aus, sobald man sich die Reaktionen der italienischen Verantwortlichen zu Gemüte führt:
Die Randalierer werden wegen „terroristischer Aktionen“ angeklagt. Vielleicht hat ja wer Gentrifizierung gesagt, wer weiß. Und Staatspräsident Napolitano bedauert, dass „Fernsehbilder der Ausschreitungen in der ganzen Welt zu sehen waren“.

Fragen wir erst gar nicht, ob „Terrorismus“ inzwischen zur Generalmetapher für „schlimm, böse, verdammenswert“ verkommen ist. Fragen wir besser auch nicht, ob Napolitano weniger Bedauern empfunden hätte, wenn es keine Fernsehbilder gegeben hätte. Vielleicht wird ja ein Verbot aller Sendeanstalten als mögliche Konsequenz in Erwägung gezogen. Stringent wäre das auf jeden Fall.

Vielleicht sind deswegen die meisten Spiele in der Seria A wieder angepfiffen worden: Zurück zur Normalität, so schnell wie möglich. Nunja: Normalität. Nach dem dritten Todesfall in diesem Jahr stellt sich die Frage, was Normalität im italienischen Fußball noch heißt.

Gianluigi Buffon aber hat die Antwort: „Mit Fußball hat das gar nichts zu tun.“ Doch. Hat es. Mit Fußball weit mehr als mit Terrorismus. Leider. Macht verdammt nochmal die Augen auf. Selbst wenn es Straßenschlachtenszenen hagelt.

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