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Über die Verharmlosung von sexuellen Straftaten

Während wir in dieser Zeit des allzu spürbaren Umbruchs erst noch verstehen lernen müssen, welches Ausmaß eine Plattform wie Wikileaks auf politische und somit gesellschaftliche Entwicklungen und unser demokratisches Verständnis tatsächlich hat, zeichnet sich im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Julian Assange eine Tendenz der Meinungsäußerung ab, welche ein ganz spezielles Risiko in sich birgt. Die Verharmlosung von sexuellen Straftaten.

Zur eigentlich unnötigen Erinnerung: Der Haftbefehl gegen den Wikileaks-Gründer wurde wegen des Vorwurfs der Nötigung, sexueller Belästigung und Vergewaltigung erlassen (hier das schwedische Original und die Aktualisierung nach der Festnahme). Widerwärtige Verbrechen für die er, sollten sich die Anschuldigungen als wahr herausstellen, verurteilt werden muss. So einfach ist es und zugleich doch so schwer. Denn selbstverständlich muss auch in seinem Fall die Prämisse “Im Zweifel für den Angeklagten” gelten.

Einigen Unterstützern und Befürwortern von Wikileaks scheint der ungeklärte Vorwurf allerdings bereits Anlass genug, sich mit Abwertungen bis hin zu schlimmen Abfälligkeiten über die potentiellen Opfer zu äußern. Im Zweifel für sie zu sein, ist hier offenbar erst gar keine Option, schließlich sind sie ja lediglich Teil einer Schmutzkampagne gegen Assange. Stattdessen werden in unzähligen Tweets und Blogposts, zusätzlich zur Unwissenheit über die schwedische Gesetzeslage, Bilder geprägt, die im Kontext von Vergewaltigungsvorwürfen leider allzu verfestigt sind. Besonders, wenn es sich beim Beschuldigten um eine prominente Person handelt.

Die amerikanische Autorin und Aktivistin Jaclyn Friedman hat dies in ihrem Artikel “What we talk about when we talk about rape” folgendermaßen beschrieben:

Sobald der Vorwurf einer Vergewaltigung in den Nachrichten erscheint (meistens, weil der Angeklagte berühmt ist), wird dieser mit unserer kollektiven, unterbewussten Vorstellung dessen verglichen, wie eine “Echte Vergewaltigung” […] aussieht. Zur Erinnerung: Der Vergewaltiger ist ein furchterregender Fremder mit einer Waffe, noch besser ein armer Farbiger ["poor man of color"]. Das Opfer ist eine junge, weiße, recht hübsche, nüchterne, unschuldige Jungfrau. Außerdem gibt es Zeugen und/oder unbestreitbare physische Beweise, und das Opfer rennt zu den Autoritäten, sobald der Angriff vorbei ist.

In Wirklichkeit passieren tatsächliche Vergewaltigungen fast nie nach dieser Vorstellung. Die meisten Vergewaltiger benutzen keine Waffen, sondern Alkohol oder Drogen, um den Übergriff zu erleichtern, und die wenigsten berühmten Männer, deren Anklägerinnen mediale Aufmerksamkeit erhalten, sind arme Farbige. Es passiert nicht in einem Vakuum, wenn den Opfern Schuld vorgeworfen oder hinterfragt wird, warum ihre Darstellung nicht unserer Vorstellung von Vergewaltigung entspricht. Millionen von Menschen sehen und hören zu, während solche Vergewaltigungsmythen bis zum Gehtnichtmehr wiederholt werden.

Der grausame Effekt: Menschen, denen sexuelle Gewalt widerfährt, zweifeln verstärkt daran, ob sie überhaupt richtig einschätzen, was ihnen angetan wurde und trauen sich dementsprechend immer seltener, rechtliche Schritte gegen die Täter einzuleiten. Dass dies ebenso durch Retweets geschmackloser Witze unterstrichen wird, bedarf wohl keiner weiteren Betonung. In Bezug auf den Fall Julian Assange verschärfen sich diese Umstände sogar noch in äußerst grotesker Art, da die Realität um das Stellen eines Sexualstraftäters eine gänzlich andere und sehr traurige ist, wie die Feministin Naomi Wolf ausführlich bei der Huffington Post zusammenfasst:

[…] für die zehntausenden Frauen, die entführt und vergewaltigt, mit vorgehaltener Waffe vergewaltigt, gruppenvergewaltigt, mit scharfen Gegenständen vergewaltigt, geschlagen und vergewaltigt, als Kinder vergewaltigt, von Bekannten vergewaltigt wurden – und die immer noch auf den kleinsten Hauch von Gerechtigkeit warten –, ist die höchst ungewöhnliche Reaktion Schwedens und Großbritanniens auf diese Situation ein Schlag ins Gesicht. Sie scheint allen Frauen in Großbritannien und Schweden, die beim Vorwurf eines Sexualverbrechens ernst genommen werden wollen, klarzumachen, dass sie sichergehen sollten, dass der Mann, den sie anklagen, zufälligerweise auch noch die mächtigste Regierung der Welt bloßgestellt hat.

Die Bedeutung von Wikileaks also einmal außen vor gelassen und eine politische Motivation des Haftbefehls beiseite geschoben, halte ich es daher ganz mit den Worten von Jill Filipovic und bitte jeden, der sich zum Fall Assange äußern möchte, diese im Hinterkopf zu behalten:

[…] auch wenn die Heftigkeit von Assanges Verfolgung klar politisch motiviert ist, bedeutet dies nicht, dass die Vorwürfe gegen ihn dadurch völlig unglaubhaft sind oder er sich diesen Vorwürfen nicht stellen muss. Tatsächlich kann man Wikileaks unterstützen und gleichzeitig sein Urteil darüber zurückhalten, ob sich Assange der Vergewaltigung strafbar gemacht hat und vor allem darüber, ob die Frauen lügen. Wenn man die beteiligten Frauen diskreditiert, schafft man ein feindliches Klima für Überlebende von Vergewaltigungen und erneuert die furchtbaren alten Klischees über Frauen und Vergewaltigungen.

Nachtrag:

Zu Naomi Wolf – Ja, selbst sie als langjährige Feministin hat es geschafft, sich abfällig über die Frauen im Fall Assange zu äußern (Auszug: “Both alleged victims are also upset that he began dating a second woman while still being in a relationship with the first.”) und wurde deswegen auch absolut zu Recht kritisiert. Dessen war ich mir bewusst, als ich diesen Post schrieb. Im Grunde ist sie damit nämlich leider ein perfektes Beispiel für das hier angesprochene Problem: Wenn sogar mit dem Thema der Sexualstraftaten vertraute Menschen plötzlich in diesem Kontext mit ekligen Klischees aufwarten, ist das Risiko einer solchen Art der Diskussionsführung mehr als offensichtlich.

Differenzierung sei ihr natürlich dennoch ebenso zugestanden. Ihre Äußerungen ändern nämlich nichts daran, dass es stimmt wenn sie sagt, dass die an der Suche nach Assange beteiligten Staaten eine falsche Botschaft senden, da andere, weitaus schwerere Sexualstraftaten abwertet bzw. vollkommen ignoriert werden. Hier liegt die Verharmlosung also auf staatlicher Seite, ist dadurch aber logischerweise nicht ungefährlicher in Bezug auf das geprägte Bild von Vergewaltigungsopfern und stellt somit für mich nicht zwingend einen logischen Bruch dar, als den ihn offenbar einige empfinden.

Zum Sex mit Einverständnis – Hierzu sei ebenfalls Jill Filipovic zitiert, dieses Mal aus ihrem generell sehr lesenswerten Artikel “Some thoughts on ‘sex by surprise’”:

If you consent to sex but then at some point during sex withdraw that consent by telling your partner to stop, your partner should stop, and if your partner doesn’t stop then that’s assault. It’s not too hard, for those of us who have had sex, to imagine how this works — I have a difficult time imagining any decent human being hearing their partner say “Stop!” in the middle of sex and not, you know, stopping. I can’t imagine hearing my partner say “Stop” and not stopping. And if your partner is saying “Stop stop stop stop!” and you keep going, yes, you are raping them.

Zusammengefasst heißt dies also, dass ein anfängliches Einverständnis selbstverständlich kein Freifahrtschein ist, wenn während des Geschlechtsverkehrs etwas passiert, das die sexuelle Integrität eines Partners verletzt. Und wenn zum Beispiel die Bedingung für das Einverständnis das Tragen eines Kondoms war – was für jeden mit nur einem kleinen Maß an Verstand nachvollziehbar ist, der Spaß an Sex haben und zugleich ungewollte Schwangerschaften und/oder die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten vermeiden möchte – dann fällt dies nun mal darunter. Einfach schlafend neben jemandem zu liegen, ist darüber hinaus natürlich fern jeglichen Einverständnisses. Weshalb das für manchen nicht nachvollziehbar ist, kann ich wiederum nicht verstehen.

Allgemein – Es geht mir darum, darauf hinzuweisen, wie leider zu oft über Sexualstraftaten und deren Opfer geredet wird, wenn wie zum Beispiel im Fall Assange ebenso der Verdacht der Instrumentalisierung besteht. Diese Unsachlichkeit kann immer nur Schaden anrichten und mein Hinweis gilt freilich Männern gleichermaßen wie Frauen.

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95 Kommentare

  1. 01

    also irgendwas stimmt doch bei diesem satz nicht:

    “Die meisten Vergewaltigungsopfer benutzen keine Waffen, sondern Alkohol oder Drogen, um den Übergriff zu erleichtern,…”

    und ansonsten: kognitive dissonanz (wobei dumme twitter witze damit nicht zu entschuldigen sind…).

  2. 02
    schuehsch

    Danke. Dieser Text hat mich beeindruckt.

  3. 03
    Nico

    Berichtige mich falls ich mich irre, aber haben die beiden Frauen nicht erst angegeben der Sexuelle übergriff wäre im einvernehmen mit ihnen von statten gegangen? Und handelt es sich bei der sogenannten “Vergewaltigung” nicht einfach darum, dass Julian Assange kein Kondom benutzte – was ja unter gewissen Umständen in Schweden eine nötigung darstellen kann.

    Wie auch immer. Ich glaube, dass die ganze Geschichte einigen, wenn nicht allen Regierungen gerade ganz gut in den Kram passt und die beiden Frauen auch nicht leer ausgehen würden falls Julian Assange tatsächlich hinter Gitter kommt.

  4. 04
  5. 05
    abstechen

    Danke für diesen Artikel.

    Ebenso ungut ist es, vor einer Verurteilung jemanden direkt als schlimmsten Verbrecher darzustellen. Was bei solchen Sachen immer fehlt ist – finde ich – eine gewisse Gelassenheit, ohne die Rechtsprechung nicht funktionieren kann.

  6. 06

    Sicher ist das eine komplexe Angelegenheit.
    Wenn es sich in der Tat um eine Vergewaltigung gehandelt hat oder um sexuellen Missbrauch, muss das selbstverständlich verfolgt und bestraft werden.
    Die Schwellen der staatlichen Reaktion liegen hier in einigen Ländern bewusst niedrig, so dass solche Vorfälle aufgeklärt werden können. Nicht immer ist ein Haftbefehl schon ein Schuldspruch.

    Nur zu einem Punkt:
    Assange ist nicht ‘zufällig’ berühmt und hat dann ‘zufällig’ die beiden Frauen getroffen.
    Wenn ich die Zusammenfassung der Protokolle, wie sie kursierte, recht verstanden habe, wusste beide Frauen genau wer er war und mindestens eine war sogar in seiner Veranstaltung und hat sich mit ihm verabredet. Die andere hat ihm (ursprünglich in ihrer Abwesenheit) ihre Wohnung überlassen.
    Das entschuldigt oder erklärt nichts, aber der Zusammenhang zwischen Assanges Aktivismus und den Treffen mit den beiden Frauen ist unmittelbar gegeben.

    Zu fragen ist auch, ob die beiden Frauen die Polizei aufgesucht hätten, wenn Assange NICHT medienbekannt gewesen wäre.

    Insofern gibt es einen unmittelbaren und nicht nur zufälligen Zusammenhang zwischen Bekanntheit, Kontakt, Geschehnissen und Vorwurf. (Nichts anderes will ich hier sagen!)

  7. 07
    Anne Wizorek

    @neurosenthal: Stimmt und deshalb ist es jetzt auch geändert. Beim Übersetzen kommt man da leider manchmal zu sehr in die Wortjonglage.

    @schuehsch: Danke dir. :)

  8. 08

    Litigation-PR in Vergewaltigungsszenarien erleben wir ja auch bei Kachelmann.
    Dieses “kann ich mir nicht vorstellen, der ist doch ein ganz Lieber” macht jedwede objektive Betrachtung zunichte.

  9. 09

    Merci. Auf einen solchen Text habe ich gewartet. Ich selbst hätte ihn nicht so gut und ruhig formulieren können.

  10. 10

    Ich teile die obige Meinung, sie ist gekonnt niedergelegt und dem Text ist nichts hinzuzufügen. Allerdings stimmt der Kommentar 01, und es ist keine freudsche, sondern offenbar eine versehentliche Verwechslung!

  11. 11

    In dubio pro reo, das sollte auch für Herrn Assange gelten. Allerdings stellt sich hier ein fader Beigeschmack ein. Man sollte sich daran erinnern, dass der schwedische Haftbefehl auf Grundlage des Verwaltigungsvorwurfs bereits vor der letzten Veröffentlichung von Wikileaks erfolgte, die ja nun den meisten bekannt sind. Dieses versuchen aber die Assange-Anhänger offensichtlich zu verdrängen, wenn sie bei den Haftbefehl und das Auslieferungsverfahren als – auf Druck der USA – politisch initiiert ansehen.

  12. 12
    Stefan

    also der Artikel ist doch völlig am Ziel vorbei geschrieben!

    Genau solche Anzeigen verharmlosen Vergewaltigung, wenn kein Unterschied gemacht wird ob ein Kondom reißt oder ob jemand zu Sex gezwungen wird verharmlost das Vergewaltigung.

    Die abfälligen Beiträge über die Frauen rechtfertigt dies nicht, allerdings gibt es auch keinen Grund Julian Assange einen Vergewaltiger zu nennen.

    Jetzt noch ein Gedanke zum Schluss:
    Wenn eine Frau sichergehen will ob er ein Kondom benutzt, könnt sie ihm dabei doch zur Hand gehen?

  13. 13
    facepalmenderLöwe

    Komisch, für die beiden Assange-”Opfer” war das alles erst ziemlich ok. Bis sie voneinander erfahren haben. Und in Schweden werden Dinge als Vergewaltigung betrachtet, die hierzulande (und in vielen anderen zivilisierten Staaten) zu Recht straffrei sind. Es ist kann auch schlechterdings nicht verboten sein, ein “Opfer” dadurch “gefügig” zu machen, dass beide ganz bewusst Alkohol trinken.

    Davon lese ich hier leider nichts. Und im Übrigen interessiert mich das Thema nicht weiter, denn nur weil ich an die Unschuld von Assange glaube bin ich deshalb noch kein schlimmer Vergewaltigungsleugner.

  14. 14

    Man erwischt sich oftmals selber dabei, wie man den Vorwurf der Vergewaltigung als völlig haltlos bewertet und die vermeintlichen Opfer als bezahlte Handlanger der Regierung verurteilt. Ich möchte sogar noch weiter gehen. Man bekomt oft das Gefühl, dass es bei der WikiLeaks Geschichte um bedeutendere Themen geht und eine Vergewaltigung für die Sache akzeptiert werden kann. Das ist natürlich völliger Quatsch!
    Ich finde der Artikel beschreibt toll, dass man die einzelnen Themen inhaltlich (so weit es dann geht) differenzieren muss. Leider wurde dieses Thema (Differenzierung)viel zu selten medial behandelt bzw. angewendet.
    Vielen Dank, meiner Meinung nach ein toller Artikel, der die Situation exakt beschreibt!

  15. 15

    Es ist unglaublich schwer, sich hier ein Bild zu machen oder eine Meinung dazu zu bilden. Wie in fast jedem Fall einer Vergewaltigung, wenn es keine Zeugen gibt. Da steht Aussage gegen Aussage und wirkliche Beweise gibt es oft nicht. Vor allem, wenn es zu Beginn (wie in diesem Fall so weit ich weiß beide Seiten angeben) in gegenseitigem Einverständnis passiert ist und dann umgeschlagen haben soll.

    Ich fühle mich, was diese Vorwürfe angeht, nicht in der Lage, mir eine Meinung zu bilden. In diesem Fall, mit der Promi- und weltpolitischen Komponente im Hintergrund ganz besonders.

    Ich stelle aber immer wieder fest: Sexualverbrechen gehören bestraft.
    Falsche Anschuldigungen aber ebenso.

    Grade weil es so schwer zu beweisen ist. Denn jeder Vergewaltigungsvorwurf, der sich als Racheakt oder wie auch immer sonst motivierte Lüge herausstellt ruiniert nicht nur das Leben des unschuldig Beschuldigten, sondern beraubt die wirklichen Opfer ihrer Glaubwürdigkeit. Was oft das einzige ist, was ihnen bleibt.

    Schlimm.

  16. 16
    coralius

    Dass sich ein Gericht mit den Vorwürfen gegen Assange beschäftigen muss, steht außer Frage, genauso wie die Unschuldsvermutung.
    Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Vorwürfe haltlos sind und nur dem Zweck dienen, wikileaks politisch zu korrumpieren, aber tatsächlich kann und darf das nur ein Gericht klären und nicht ein Tweet oder ein Kommentar unter einem Blogeintrag.

    Die eigentliche Verharmlosung sexueller Gewalt besteht darin, dass solch schwerwiegenden Vorwürfe für eine Schmierenkampagne missbraucht werden- wieder unter meiner Annahme, dass Assange unschuldig ist. Dass die Vorwürfe in diesem Fall kritisch von Dritten betrachtet werden spricht mehr für den gesunden Menschenverstand als für eine Verharmlosung.

  17. 17

    Hat denn je wer angezweifelt dass er sich der Anklage stellen soll?

  18. 18

    @Nico: @Stefan:

    Es geht nicht um ein gerissenes Kondom. Oder ein fehlendes.

    Es geht darum dass die Frau nur dem Sex eingewilligt hatte solange ein Kondom benutzt wurde. Wenn die Frau dann bei fehlendem oder gerissenem Kondom sagt, nein, ohne Kondom moechte ich keinen Sex mehr haben und der Mann trotz Bitte aufzuhoeren weitermacht, dann ist das kein einvernehmlicher Sex mehr.

    Was ist daran so schwer zu verstehen?

  19. 19

    Danke, dass das mal jemand aufgeschrieben hat. Wurde Zeit.

  20. 20
    Stefan

    @Armin

    woher weißt du ob es so eine Bitte gegeben hat, aus den Protokollen stand nicht drinnen dass sie ihn gebeten hätten aufzuhören

  21. 21
    fatmike182

    Ich habe meine Schwierigkeiten, diesen Text im Assange-Kontext zu lesen & als gut zu befinden…
    Ja, natürlich darf man sexuelle Straftaten nicht verharmlosen, aber davor sollte man sich auf eine Begrifflichkeit einigen, die darunter fällt. Die Situation des vorerst eingewilligten Aktes, aber dann irgendwie doch nicht ist schon befremdlich. Entweder willige ich ein (das wird seitens des Opfers zugegeben) oder auch nicht (das wäre doch eher der logische Weg gewesen, wenn verhütet hätte werden sollen, war aber eben nicht so). Dass es tatsächlich kein Kondom danach gibt, sollte da schon hervorgehen… sexuelle Gewalt, wie du schreibst, sieht mMn anders aus.

    Solche Fälle, sowie Blogbeiträge, die diese Sachlage nicht offenkundig darstellen könnten eher schadhaft auf die Einschätzung sexueller Straftaten wirken (no offense, ist nur meine subjektive Meinung).

  22. 22
    katja

    Es geht nicht um gerissene oder nicht vorhandene Kondome. Die Anklage lautet Vergewaltigung im Schlaf. Diesen Kondomschwachsinn hat anscheinend AOL News in die Welt gesetzt: http://jezebel.com/5711600/how-aol-news-started-the-sex-by-surprise-lie

    Aber dass dieser Sachverhalt so ungeprüft durch die Blogger- und Twitterlandschaft rauscht, spricht Bände.

  23. 23

    Anders gefragt: Ich kenne dei Protokolle bisher nur in der Zusammenfassung. Ging es irgendwo die Dokumente?

    Aus der Erinnerung:

    - bei Frau 1 (in deren Wohnung er übernachtet hat, sie war dann ungeplant doch da) riss das Kondom (von einer Stoppbitte stand in der Zusammenfassung nichts)
    - Frau 2 hatte 2* Sex mit A. abends mit, morgens ohne Kondom was ihr nicht recht war (ob sie ihm das gesagt hat, weiß ich nicht, jedenfalls hat sie vorher und nachher seine Zugtickets zu ihr nach Hause bezahlt)

    Das aus der Erinnerung.
    Wo finden sich eine detailliertere Zusammenfassung bzw die Dokumente?

  24. 24

    Lfd. Nr. 14 und folgendes Zitat:
    > Da steht Aussage gegen Aussage

    und die nicht ganz abwegige Assoziation, die mir daher gerade kam, verzeiht: “Da steht Assange gegen Assange”.

    Ist doch so, gedanklich irgendwie! Danke, Annette! Du warst mir ein Hexenkessel an Inspiration! Wikileaks gut, Assange: Keine Ahnung! Schauen wir mal!

  25. 25
    Sven

    Die Medaille hat zwei Seiten. Die Medaille selbst ist die Tatsache, dass Vergewaltigung üblicherweise mit dem von Jaclyn Friedman beschriebenen Stereotyp assoziiert werden.
    Das führt einerseits dazu, dass Vergewaltigungen, die nicht als “echte Vergewaltigungen” wahrgenommen werden, schnell übermäßig verharmlost werden und möglicherweise sogar die Opfer verurteilt werden (nicht im rechtlichen Sinn).
    Das führt andererseits auch dazu, dass Vergewaltiger, die nicht so wohlwollend betrachtet werden, schnell anhand des Stereotyps dämonisiert werden.

    Das Problem existiert übrigens auch nach einer gerichtlichen Klärung und hat nichts mit der Unschuldsvermutung zu tun.

    Die stereotypische Assoziation hat zusätzlich, wie im Artikel auch beschrieben, die Folge, dass Vergewaltigungsopfer eventuell glauben, sich am Stereotyp messen zu müssen.

  26. 26

    Du hast Recht, ein klischeeartiger Fall mit berühmtem Täter, dem “so etwas” nicht zugetraut wird führt sicher zu inadäquaten Einschätzungen dem Opfer gegenüber. Menschen denken sich “Der war’s!” oder “Der war’s nicht!” und von dieser Überlegung an blöken sie undifferenziert los.

    Jetzt kommt das “aber”:

    Wenn es stimmt, dass die Frauen Assange kannten, sich verabredet haben, und vorerst alles einvernehmlich lief, dann drängt sich der Verdacht einer Schmutzkampagne einfach auf. Die kursierende Formulierung “Vergewaltigungsvorwürfe” ist ja schon überzogen, wenn ich den FAZ-Artikel lese. In Deutschland würde das “simple” Fortsetzen des Geschlechtsverkehrs nach Platzen eines Kondoms wohl kaum unter Vergewaltigung fallen. Wenn die Leute aber “Vergewaltigungsvorwürfe” lesen und danach von der Einvernehmlichkeit des Verkehrs hören, dann machen sie sich natürlich darüber lustig, ggf. Witze über Interpol-Maßnahmen usw.

    Daher ist die Problematisierung bzw. deine Mahnung mit dem Aufhänger “Assange” imho etwas undankbar.

  27. 27
    Alwin

    Was aber ist, wenn die Vorwürfe tatsächlich und einzige und allein aus politischer Motivation stammen? Für mich immerhin glaubhaft. Sind dann nicht diejenigen die Verharmloser von sexuellen Straftaten – die die Vorwürfe erheben? Wenn wir das mal annehmen, ist es doch gerade das was sie erreichen wollen. Wir werfen einfach so lange mit Dreck bis etwas hängen bleibt. Unter diesem Missbrauch der Gesetze leidet das tatsächliche Sexualopfer am meisten.

    So auch wie im Fall Kachelmann. Man wird das Gefühl nicht los, dass dort jemand komplett kaputt gemacht werden soll. Oder glaubt noch einer das Kachelmann jemals wieder als Wettermann vor eine Kamera kommt? Sein Leben ist total zerstört und bewiesen ist nichts. In anderen Fällen, wo Beweise vorliegen, wird milde, zu Gunsten des Angeklagten entschieden. Ich denke da an den berühmten Fall aus Bayern mit Kindesvergewaltigung. Der Täter hatte rasch wieder Freigang und überfiel das nächste Kind. Entweder die Messlatten sind in unserer Gesellschaft auf unterschiedlichem Niveau, je nach dem wer klagt, oder etwas stimmt nicht an unserer Wahrnehmung. Wenn schon im Westen zwischen Stockholm und München solche Unterschiede liegen. Was wollen wir dann von anderen verlangen oder ihnen vorwerfen?

  28. 28

    @fatmike182 ich weiß grad nicht mehr was meine Quelle war, aber sie behauptete dei Protokolle zusammenzufassen und war eer ein Maisntreammedium. Das in deiner Quelle steht hab ich noch nirgends gelesen. Und ich hab zu dem Thema eher ‘normale’ Medien bemüht und nicht Blogs.

  29. 29
  30. 30

    @OliverG, @all: Was spricht eigentlich dagegen, die Sache vor schwedischen Gerichten klären zu lassen?

  31. 31
    Richard

    Die Argumentation gegen die Verharmlosung in Ehren, aber Naomi Wolfs Artikel zur Untermauerung herzunehmen, nimmt dem ganzen Artikel die Logik. Schließlich geht’s bei Wolf eher darum, dass durch die Aktivierung von Interpol und das Auslieferungsansuchen Schwedens viele Opfer von Vergewaltigungen verhöhnt werden. Ist übrigens so auch im Zitat rauszulesen.

  32. 32
    katja

    @OliverG: Dann lies doch zum Beispiel mal das hier:
    http://www.nytimes.com/2010/12/08/world/europe/08assange.html

    “Mr. Assange was alleged to have had unprotected sex with one of his accusers as she was asleep.”

  33. 33

    @Stefan: @OliverG: @OliverG:

    Wuerde mich sehr wundern wenn die Protokolle oeffentlich zugaenglich waeren, da die Ermittlungen ja nach wie vor andauern.

    Deutsche Quellen kenne ich keine, aber bei der BBC gibt es eine recht gute Zusammenfassung: Julian Assange v Sweden’s broad sexual laws.

    Dort auch zu finden:

    The sexual allegations
    - ‘Unlawful coercion’ against Miss A – pinning her down
    - ‘Sexual molestation’ by refusing to wear a condom with Miss A
    - ‘Deliberate molestation’ of Miss A
    - ‘Rape’ of Miss W: had sex with her while she was sleeping and without a condom

    Source: Gemma Lindfield, lawyer acting for the Swedish authorities

    Das ist das wozu er befragt werden soll.

  34. 34

    @Alwin: Ich hab per se nichts gegen schwedische Gerichte. Aber wenn er im Iran angeklagt wäre, würdest du ihn dann ausliefern wenn
    a) irgendwas im Iran strafbar ist?
    b) nur dann, wenn das, was im Iran strafbar ist auch im Auslieferungsland strafbar wäre?

    Nein, ich vergleiche nicht Iran mit Schweden ;) Es geht nur um die Frage: Wann liefere ich jemand aus. (Unabhängig vom hier vorliegenden Thema.)

    Was hier an sich nicht hingehört ist:
    Warum führen wir eigentlich DIESE Diskussion?
    Warum wird Assange eigentlich nicht wegen irgendwas angezeigt und gesucht, was mit Wikileaks zu tun hat, wenn das so ‘verbrecherisch’ oder gar ‘terroristisch’ ist? (In D könnte er ja wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angezeigt werden, WENN, was WL tut, kriminell wäre.)

  35. 35

    @50hz: OK, nachvollziehbar. Dann vor ein schwedisches Gericht und klären.

  36. 36
  37. 37
    KTZF

    1. Keiner weiss was passiert ist. Punkt. Urteile kann man den allwissenden Gött… äh, Richtern überlassen.

    2. Warum schreiben immer einige das in Schweden “Dinge” als Vergewaltigung geahndet werden die hierzulande absurd wären so zu ahnden? Ich weiss das es so etwas gibt, besonders in den USA wo 15jährige dafür verurteilt werden weil sie mit 15jährigen Sex hatten. Aber kann mal irgendjemand das für Schweden und diesen Fall konkret belegen? Mit mehr als ein: “Es soll ja so sein, das irgendwas dort so sein soll – habe ich gehört.”

  38. 38
    heidrun

    danke. so ein artikel hat mir auch gefehlt.
    ich glaube, ein problem ist, dass menschen nicht damit zurecht kommen, dass menschen eben komplex sind. wenn sie jemanden wegen einer sache gutfinden (hier assange wegen seiner arbeit), können sie sich nicht vorstellen, dass dieser mensch andere sachen scheisse macht.

    “Was aber ist, wenn die Vorwürfe tatsächlich und einzige und allein aus politischer Motivation stammen? ”
    darum geht es hier erst einmal gar nicht. es geht in erster linie darum, solche vorwürfe erst einmal ernstzunehmen, egal woher sie kommen.
    und es geht auch darum, wie mit vergewaltigung in unserer kultur generell umgegangen wird. verharmlost wird da auch in ganz anderen zusammenhängen viel zu oft. schon allein, dass das klischee vom unbekannten hinterm busch auf dem nach-hause-weg immer noch so virulent ist, obwohl einige studien auf ganz andere typische umstände verweisen (wie das hier auch auftauchende “sie hat ihn doch aber reingelassen”), spricht da bände.
    interpol-fahndung nach potentiellen vergewaltigern finde ich an sich keine schlechte sache, aber im fall assange ist die politische motivation dahinter leider allzu durchsichtig, zumal ja auch von ganz offizieller seite unverhohlene morddrohungen dazu kommen und es, soweit ich weiss, keinerlei präzedenzfälle gibt.
    dennoch: “free julian assange” möchte man wirklich nicht so ohne weiteres brüllen. mal sehen, was so an’s licht kommt.

  39. 39
    Jan M

    Ich glaube unbesehen, dass misogyne Schwachköpfe auch diesen Vorwand nutzen, um menschenverachtenden Scheiss von sich zu geben (mir persönlich sind dankenswerterweise solche Beiträge noch nicht zu Gesicht gekommen, was aber sicher mit meiner Medienauswahl zu tun hat).

    Ich würde allerdings auch davor warnen, spöttische und verächtliche Kommentare zur Angelegenheit an sich per se als Verharmlosung sexueller Gewalt zu interpretieren. Naomi Wolf schreibt ja selbst, dass die Umstände von Assanges Verhaftung und Anklage sehr wohl vermuten lassen, dass andere Beweggründe als die vorgebrachten Vergewaltigungsvorwürfe dabei eine nicht unbedeutende Rolle spielen (die Begründung, dass sexuelle Straftaten ansonsten deutlich laxer verfolgt werden, ist zwar bedrückend, ändert aber nichts an der Richtigkeit der Schlussfolgerung). Und falls dem so ist, sind es die beteiligten Regierungen und Behörden, die die Abscheulichkeit des Verbrechens instrumentalisieren, um Beobachter moralisch unter Druck zu setzen – gerade WEIL sich jeder, der sich auf Assanges Seite stellt, sogleich auch potentiell der Verharmlosung sexueller Verbrechen verdächtig macht, selbst dann, wenn er sich dabei nur auf die Causa Wikileaks bezieht. Das ist ein Dilemma, dem nicht leicht zu entkommen ist. Spott und Häme über die Umstände des Prozesses sind nicht unbedingt der konstruktivste Weg, aber – in Grenzen – m.E. ein verständlicher.

    Als Zensursula im letzten Jahr freidrehte, liefen irgendwann auf Twitter bei jedem ihrer öffentlichen Auftritte Kommentare im Stil von »jetzt kommt sie gleich wieder mit dem Besenstiel« durch. Diese Art von Humor muss man nicht teilen, aber ich würde es auch für einen Fehlschluss halten, den entsprechenden Autoren pauschal Verharmlosung von Kindesmissbrauch vorzuwerfen.

  40. 40

    @heidrun:

    zumal ja auch von ganz offizieller seite unverhohlene morddrohungen dazu kommen

    Echt? Wo?

  41. 41
    Anne Wizorek

    @Richard: Wieso nimmt das der restlichen Argumentation die Logik? Das ist ein Aspekt, der speziell in diesem Fall konkret zu einer Verschärfung des gesamten Wahrnehmungsproblems führt, hier eben insbesondere auf die Opfer bezogen.

    Und alle, die ein Problem mit dem Einverständnis zum Sex und den anschließenden Vorwürfen haben, lege ich diese Worte von Jessica Valenti nahe (abgesehen davon, dass Schlaf erst gar kein Einverständnis ist!):

    So if you initially agree to have sex and later change your mind for whatever reason – it hurts, your partner has become violent, or you’re simply no longer in the mood – your partner can continue despite your protestations, and it won’t be considered rape. It defies common sense. Who besides a rapist would continue to have sex with an unwilling partner?

    Stammt aus diesem Artikel von ihr: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/12/10/AR2010121002571.html

  42. 42

    Dass das schwedische Sexualstrafrecht nicht mit dem deutschen übereinstimmt (und vermutlich auch mit dem englischen und australischen paarweise verschieden ist), das müssen wir wohl im Interesse der Autonomie der Staaten hinnehmen. Und wer sich (vorübergehend) in einem Land aufhält, der hat sich an die dortigen Gesetze zu halten. Und einen in ganz Europa gültigen Haftbefehl kann man wohl auch unabhängig davon bekommen, ob die Anschuldigungen bewiesen sind und/oder die Tat im verhaftenden Land auch strafbar wäre. Die aktuellen Vorgänge haben also alle ihre Ordnung.

    Was mir an der ganzen Sache aber schwedischspanisch vorkommt ist, dass die Ermittlungsbehörden die Vorwürfe zuerst als unbegründet fallenließen (21.8.), dann aber wiederaufnahmen (1.9.-18.11. — bis dahin noch normal, sowas machen Ermittlungsbehörden eben manchmal) und ausgerechnet drei Tage nach dem Beginn der Cablegate-Veröffentlichungen (1.12.) eine internationale Verfolgung des Haftbefehls durch Interpol erwirkten. Es scheint also zumindest ein Zusammenhang zwischen WikiLeaks und dem Stil der Ermittlung/Verfolgung zu bestehen.

  43. 43
    cjs

    Hallo Anne,
    zwei kleine Punkte:
    1. Naomi Wolfs Artikel beinhaltet – zumindest implizit – genau die beiden Punkte die du kritisierst; die Verharmlosung von vermeintlichen gewaltfreien Vergewaltigungen und die Darstellung der Strafverfolgung Assanges als politischen Anschlag auf die Glaubwürdigkeit eines “Widerstandskämpfers”. Die schwedischen Fälle werden von ihr mit den brutalsten vorstellbaren sexuellen Verbrechen verglichen und in Kontrast zu diesen wird die Reaktion der Behörden als “krass disproportional” gebrandmarkt.
    Vgl. diese beiden Zitate:
    “Never [...] I ever heard of a case of a man sought by two nations, and held in solitary confinement without bail in advance of being questioned — for any alleged rape, even the most brutal or easily proven. In terms of a case involving the kinds of ambiguities and complexities of the alleged victims’ complaints — sex that began consensually that allegedly became non-consensual when dispute arose around a condom — please find me, anywhere in the world, another man in prison today without bail on charges of anything comparable”

    Und weiter unten:

    “Anyone who works in supporting women who have been raped knows from this grossly disproportionate response that Britain and Sweden, surely under pressure from the US, are cynically using the serious issue of rape as a fig leaf to cover the shameful issue of mafioso-like global collusion in silencing dissent.”

    2. “People of Color” bzw. “Man of Color” mit Farbiger zu übersetzen ist nicht nur nicht PC (um es höflich auszudrücken) sondern auch einfach falsch, da sich der Begriff (POC) auf alle nicht-weißen bezieht.

  44. 44
    Sven

    In keinem Satz verlieren Sie die nicht unwichtige Information, dass es sich bei der vermeintlichen Vergewaltigung um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr ohne Kondom gehandelt haben soll, was laut schwedischer Gesetzeslage als Vergewaltigung geahndet werden kann.

    Auch soll mindestens einer der Frauen vor den Anschuldigungen in Twitter verkündet haben, dass sie eine “tolle Nacht” gehabt hat. Dann der plötzliche Sinneswandel. Die Tweets wurden mittlerweile gelöscht.

    Selbstverständlich ist eine Vergewaltigung eine schlimme Sache, die bestraft werden muss! Diese Geschichte stinkt jedoch irgendwie.

  45. 45

    Hallo Anne,
    Hier noch ein Link zu meinem zweiten Punkt:
    http://www.derbraunemob.de/shared/download/warum_keine_farbigen.pdf

    Ich wollte dir mit diesem Hinweis im übrigen nichts böses unterstellen, sondern lediglich darauf hinweisen, dass die Übersetzung meiner Ansicht nach etwas unglücklich geraten ist.

  46. 46
    Peter G.

    Das viel größere Problem ist doch: Wenn eine Frau behauptet ein Mann hätte sie vergewaltigt, ist dieser ruiniert, völlig unabhängig davon ob es stimmt oder nicht. Bei keinem anderen Verbrechen ist dies so extrem. Siehe Beispiel Kachelmann. Da sitzt man erstmal über Monate im Gefängnis obwohl es keine eindeutigen Beweise gibt, es steht Aussage gegen Aussage. Jede Frau hat damit eine sehr mächtige Waffe in der Hand und kann sie benutzten wenn ihr irgendwas an einem Mann nicht passt.

    (Damit will ich nicht sagen, dass dies im Fall Kachelmann so war.)

  47. 47
    S. Schwarzmeister

    Die Vorwürfe der sexuellen Straftaten werden nicht “verharmlost”, sie werden als unglaubwürdig abgetan.
    Daraus eine generelle (Gefahr von) Verharmlosung von begangenen sexuellen Straftaten abzuleiten, halte ich für nicht folgerichtig.
    Daraus ergibt sich einzig eine höhere Gefahr, dass Opfern von sexuellem Missbrauch weniger geglaubt wird als es sonst schon der Fall ist. Verharmlost wird da aber nichts von niemandem.
    Auch wenn die angeblichen Opfer verhöhnt werden, hat das nichts mit Verharmlosung zu tun. Das ist natürlich armselig, aber wenn es die Überzeugung der Beleidiger ist, dass diese Frauen lügen, nachvollziehbar.
    Verharmlosung wäre ” Das bischen Vergewaltigung, das kann man einfach wegjoggen”. So etwas kam mir aber noch nicht unter.

  48. 48
    MatzeLoCal

    Danke für den Text… bei allem “gehype” um Wikileaks musste so ein Text mal sein.

  49. 49
    Hauke

    Anscheinend weiß keiner wie so wirklich die Sachlage ist.
    Vergewaltigung. Vergewaltigung im Schlaf. Sex ohne Kondom. Sex mit geplatztem Kondom. Hier berichten weder Blogs noch traditionelle Medien einheitlich. Vielleicht sollte man lieber still sein.

    Aber dann in solch einem Artikel zwei so gegensätzliche Zitate zu verwenden ist unklug:

    “In Wirklichkeit passieren tatsächliche Vergewaltigungen fast nie nach dieser Vorstellung. Die meisten Vergewaltiger benutzen keine Waffen,”

    “die entführt und vergewaltigt, mit vorgehaltener Waffe vergewaltigt, gruppenvergewaltigt, mit scharfen Gegenständen vergewaltigt, geschlagen und vergewaltigt, als Kinder vergewaltigt, von Bekannten vergewaltigt wurden”

  50. 50
    Richard

    @Anne Wizorek: Na weil Wolf ja in eine ganz andere Kerbe schlägt als du. Während es in deinem Artikel um die Verharmlosung von Sexverbrechen geht, kritisiert Wolf die Art und Weise wie plötzlich ein ganzer Apparat, der Vergewaltigungsopfern sonst ganz selten zur Verfügung steht, anläuft.

    Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, und ihren Artikel zur Untermauerung deiner Argumente herzunehmen, schwächt deinen Artikel einfach, weil da keine logische Stringenz herrscht.

  51. 51
    Richard

    @Anne Wizorek: Ach, und falls es in dem von dir zitierten Artikel nicht klar genug rauszulesen ist, Wolf hat ihre Bedenken, etwas polemischer, auch hier zusammengefasst: http://www.huffingtonpost.com/naomi-wolf/interpol-the-worlds-datin_b_793033.html

  52. 52
    okol

    Liebe Anne,

    das war ja wohl leider ein Griff ins Klo. Hättest du den Fall Kachelmann genommen, dann gäbe es nichts einzuwenden an deiner Intention “Über die Verharmlosung von sexuellen Straftaten” zu schreiben.

    In diesem Fall wäre wohl eher “Über die Verharmlosung den Vorwurf einer sexuellen Straftaten als (politisches) Druckmittel einszusetzen um einen Menschen zum Schweigen zu bringen” korrekt und die bessere Wahl gewesen. Die gesamte Geschichte mit dem Hin und Her – erst war es keine Vergewaltigung und die 2!!! (klar, man vergewaltigt gleich mal 2 – doppelt hält besser) Damen haben im Internet geprahlt, dann haben sie sich getroffen, dann war es eine, dann wieder nicht, dann Haftbefehl, dann wieder aufgehoben, dann keine Vernehmung uns Aureiseerlaubnis, dann EU-Haftbefehl, dann Festsetzung, dann Einspruch gegen Kaution, … sorry, aber wer bei dieser Farce ernsthaft an eine Vergewaltigung glaubt, der hat nicht meht alle Latten am Zaun.

    Denn was gibt es für ein einfacheres Mittel einen Mann fertig zu machen, als ihm Vergewaltigung vorzuwerfen? Wie will man als Mann seine Unschuld beweisen. Ich wüsste nicht, was ich machen könnte, wenn meine Freundin morgen zur Polzei geht und behauptet ich hätte sie vergewaltigt. Mein Leben wäre ruiniert, egal wie der Prozess ausgehen würde. Es bleibt immer was zurück. Allein die Anschuldigung reicht. Das ist nicht nur so bei Prominenten wie Andreas Türck und Kachelmann.

    Wieso hab ich noch keinen Artikel gelesen über Männer die zu Unrecht angeklagt wurden und deshalb danach ihr komplettes Leben versaut war? Familie wendete sich ab, Freunde weg, Job weg, … ja so läuft das idR.

    Um nochmal anzumerken:
    Opferschutz bedeutet auch unschuldig Angeklagte zu schützen.

  53. 53

    In Schweden kann man wegen Vergewaltigung verurteilt werden, wenn man mit einer Frau ohne Kondom Sex hat. Und das war bei Assange wohl der Fall. Von Vergewaltigung, wie wir es verstehen, ist keine Rede. Assange hatte mit den Frauen einvernehmlichen Sex und keine Gewalt angewendet.

    Wenn man solche heiklen Themen aufgreift, muss man sich schon ganz, ganz genau informieren, bevor man sich eine Meinung bildet und sie publiziert.

  54. 54
    david

    @okol:

    Wieso hab ich noch keinen Artikel gelesen über Männer die zu Unrecht angeklagt wurden und deshalb danach ihr komplettes Leben versaut war?

    Weil du sie nicht gesucht hast. Sehr prominent in der Zeit, es gab ein ganzes Dossier:
    http://www.zeit.de/2002/19/200219_irrtum.xml

  55. 55
    Michael_DF

    Der komplette Artikel ist glaube ich nur in der sonntaz.
    Trotzdem, da passend zum Thema:
    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/ploetzlich-hat-er-mir-eine-gescheuert/

  56. 56
    leo

    Vielleicht geht es dann in der übernächsten Diskussion darum, ob es ethisch vertretbar ist, den Friedensnobelpreis einem verurteilten Sexualstraftäter zu überreichen. Es wäre dann interessant zu sehen, ob das Komitee den Preis wieder einem Stuhl überreicht, oder ob sie vielleicht ein paar hundert Meter zur Vollzugsanstalt laufen.

  57. 57
    Martin

    Guter Artikel.

  58. 58
    irreversibel

    @monettenom:
    OMG. Vielleicht solltest Du mal genau das tun (Dich ganz, ganz genau informieren – und zwar bei seriösen Quellen) bevor Du hier so einen Bullshit ablässt.

  59. 59
  60. 60

    Assange zu verteidigen indem man die beiden Klägerinnen angreift geht am Thema vorbei.

    Mal grob wiederholt: Assange ist in Schweden angeklagt. Er wird in GB festgehalten, und das Land, das seine Auslieferung fordert, und in dessen medialer Öffentlichkeit dieser Fall am schärfsten diskutiert wird sind die USA. Zumindest bilde ich mir ein, dass nur dort gefordert wird ihn umzubringen oder zumindest nach dem 1917 Espionage Act anzuklagen (http://www.huffingtonpost.com/naomi-wolf/post_1394_b_795001.html).

    Der Fall in Schweden wird herangezogen um zu *beweisen*, dass Assange
    ein (juristisch) verurteilungswerter Charakter ist, und weil er emotionalere Diskussionen erlaubt. Da Assange die Welt, (vielleicht, hoffentlich) mit Aussnahme der schwedischen Gerichtsbarkeit wg. Wikileaks interessiert wäre es sinnvoll, sich mit Wikileaks zu beschäftigen anstatt mit den “mächtigen Waffen der Frauen”.

  61. 61
    Lalla

    Was mich ja wundert ist, dass viele Leute außer Acht lassen, dass es gar keine Anklage gegen Julian Assange gibt. Er soll lediglich zu den Vorwürfen befragt werden.

    Und ich denke, der momentane Umgang damit, da kann man zu recht von einer Schmutzkampange sprechen. Ob die Vorwürfe grechtfertigt sind oder nicht, darauf möchte ich auch nicht eingehen.

    http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/wikileaks-julian-assange-moeglicherweise-bald-wieder-auf-freiem-fuss_aid_582020.html

    (Ja, ich weiß, der Focus ist nicht gerade für Seriösität bekannt, aber genau das hat die Staatanwältin am Anfang, als der Haftbefehl erlassen wurde auch betont, er solle nur befragt werden, eine Anklage läge ausdrücklich nicht vor!)

  62. 62
    Anne Wizorek

    Es gibt einen Nachtrag, der ein paar der hier aufgekommenen Fragen und Missverständnisse klären sollte. Bitte also noch mal alles lesen. :)

    @50hz: Danke, es war mir mittlerweile auch echt ein Bedürfnis.

    @katja: Vielen Dank für die Ergänzungen!

    @MatzeLoCal: Merci. Der “Hype” ist ja allerdings nicht unberechtigt. Nur gehört der eben auch in einen ganz anderen Kontext.

  63. 63
    Floda Nashir

    »… und trauen sich dementsprechend immer seltener, rechtliche Schritte gegen die Täter einzuleiten« entspricht nicht meiner Beobachtung.

  64. 64
    Anne Wizorek

    @remipod: Ein Link zur Daily Mail als Faktenbasis? Hast du da nicht die Ironie-Tags vergessen?

  65. 65
    cjs

    Entschuldigung Anne, aber natürlich gibt es ein paar erhebliche Probleme mit der argumentativen Stringenz deines Textes, wenn Du einerseits schreibst: “Im Zweifel für sie zu sein, ist hier offenbar erst gar keine Option, schließlich sind sie ja lediglich Teil einer Schmutzkampagne gegen Assange. Stattdessen werden in unzähligen Tweets und Blogposts, zusätzlich zur Unwissenheit über die schwedische Gesetzeslage, Bilder geprägt, die im Kontext von Vergewaltigungsvorwürfen leider allzu verfestigt sind. Besonders, wenn es sich beim Beschuldigten um eine prominente Person handelt.” Und andererseits im nächsten Atemzug Naomi Wolf zustimmend zitierst, die genau das macht was du kritisierst und zwar auch genau in dem Text und zum Teil auch in der Textstelle die du wiedergibst. Wolfs Aufzählung brutaler Vergewaltigungen dient in dem Text nämlich genau dazu, Bilder zu prägen, “die im Kontext von Vergewaltigungsvorwürfen leider allzu verfestigt sind”. Wenn Du die Vorwürfe gegen Assange in deinem Nachtrag mit “anderen, weitaus schweren Sexualstraftaten” kontrastiert, bist du Wolf leider voll auf dem Leim gegangen.
    Auch ist mir nicht ganz klar, warum die an der Strafverfolgung von Assange beteiligten Staaten ein falsches Signal senden, wenn sie auch Sexualstraftaten verfolgen, die dem Klischee einer brutalen, anonymen Vergewaltigung nicht entsprechen? Aus feministischer Perspektive würde man sich doch wünschen, dass auch solche, vermeintlich gewaltfreien Vergewaltigungen von den Behörden ernst genommen werden. Das sendet doch gerade das Signal, dass es nicht wie in dem von Friedman geschilderten Szenario zugehen muss, damit Anschuldigungen nachgegangen wird.
    Wolfs Text zielt natürlich im Kern darauf ab, dass Sexualstraftaten hier von Schweden, Großbritannien, dem CIA und den Illuminaten instrumentalisiert werden, um Assange mundtot zu machen. Da mag etwas Wahres dran sein, aber Wolf kann nicht der Versuchung widerstehen sich dabei über die Anschuldigungen der beiden Frauen lustig zu machen, die von ihnen beschrieben Vorfälle zu bagatellisieren und sich im gleichen Atemzug auch noch als Oberfeministin zu stilisieren. Diese Scheinheiligkeit wäre doch mal einen Artikel wert gewesen.

  66. 66
    Rokkoko

    Ganz Schwach, Spreeblick!
    Damit seid ihr aus meinen Favoriten geflogen. So einen politisch korrekten Gutmenschen-Moralismus hätte ich euch nicht zugetraut.

    Da eure Arbeitsqualität meistens den Anforderungen entsprach, wünsche ich euch alles Gute. Vor allem Gesundheit.

  67. 67
    anonym

    Ich weiß wirklich nicht, was Sie mit dem Text sagen wollen. Mein Eindruck ist, daß Sie es selbst nicht ganz genau wissen, weil Sie sonst nicht am Schluß Ihres Textes eine Art Zusammenfassung gebracht hätten.

    Es ist doch leider so, daß dieses ganze Thema extrem unangenehm, unappetitlich und völlig witzlos ist. Wenn Staaten wie Schweden leider eine völlig unangepaßte und völlig überzogene Gesetzgebung haben, dann können doch nicht in erster Linie die Leute dafür, die in Schweden leben, sondern der Staat selbst bzw. der dortige Gesetzgeber, der (überraschenderweise) nicht über genug Lebensklugheit verfügt, unsinnige Gesetze zu vermeiden.

    Was den Fall Assange betrifft, so liegt es doch auf der Hand, daß kein Beobachter sich dem Eindruck entziehen kann, daß hier Interessen am Werk sind, die andere Ziele verfolgen, als nur eine gerechtfertigte Anklage in einem begrenzten Strafrechtsverfahren in Schweden zu erreichen. Wenn gleich zwei Frauen fast zeitgleich auf Assange (immerhin eine sehr bekannte Person!) losgehen, um ihn hinterher in Rekordzeit und nach gegenseitiger Absprache anzuzeigen – dann müssen diese beiden Personen so etwas von strohdumm sein, um die Konsequenzen vorher nicht gesehen zu haben, daß es dafür keine einleuchtende Erklärung gibt. Und Assange ist natürlich vehement vorzuwerfen, sich mit diesen beiden Personen überhaupt eingelassen zu haben, wo er noch viel eher hätte sensibilisiert sein müssen, wie gefährdet er wirklich ist, denn darüber hätte bei ihm ja keine Sekunde ein Zweifel bestehen dürfen.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß es für ein Vergewaltigungsopfer traumatisch wirkt, wenn ihm nicht geglaubt wird (womit es aber zwangsläufig rechnen muß). Andererseits geht doch nichts so leicht, wie die Verdächtigung einer Vergewaltigung in die Welt zu setzen, ohne daß der Betroffene jemals die Möglichkeit hätte, die Zweifel an seiner Unschuld wieder völlig auszuräumen. Etwas Perfideres in der modernen Zivilisation gibt es also fast gar nicht. Dem schwedischen Staat muß man den harschen Vorwurf machen, daß er durch unsinnige Gesetze solchen Machenschaften unnötig Vorschub leistet.

  68. 68

    @OliverG: Noch schnell eine Antwort auf die Frage, warum Assange nicht wegen Wikileaks angezeigt wird. Ich würde sagen, weil die USA – und GB und Schweden erst recht – anders als Iran eben Rechtsstaaten sind. Es braucht eine Rechtsgrundlage für eine Anklage und einen Haftbefehl. Die gibt es nicht. Eher im Gegenteil. Das Tun von Wikileaks wird auch von der Rechtssprechung der USA tendenziell geschützt. Das Geschrei von Joe Liebermann allein bringt einen nicht hinter Gitter. Noch nicht.
    Der Aufwand, den die Justiz um Assange treibt, hat – das ist auch klar – etwas mit seiner Prominenz zu tun. Um Otto Normal hätten sich weder die Opfer noch die Staatsanwältin und auch nicht Interpol besondere Mühe gemacht (Leider?!). Doch bin ich überzeugt, dass es allein die Prominenz ist, die Assange jetzt Schwierigkeiten bereitet. An CIA-Verschwörung zu glauben, dafür gibt es nicht wirklich glaubhafte Indizien.

  69. 69

    Und noch ein Wort zu denen, die glauben, dem schwedischen Staat wegen seiner Gesetzgebung rund um sexuellen Missbrauch den Status der Rechtsstaatlichkeit aberkennen zu wollen. Schweden ist Teil des Europäischen Rechtsssystems. Im Zweifel müssen die Urteile dortiger Gerichte sich der Überprüfung durch europäische Instanzen unterwerfen. Macht Euch mal keine allzu großen Sorgen um Euren Helden und schaut nochmal genau hin.
    Ich glaube, wenn Assange sich in Schweden der Justiz stellen würde, wäre er schneller – ggf. unter Geldauflage – aus der Nummer raus, als mit der aktuellen Krawallkampagne.

  70. 70

    @tägliche Lektüre - 15.12.2010 | Knitterfreies: Al Capone haben sie ja auch wegen Steuerhinterziehung gekriegt. Einigen wir uns darauf: hier ist einiges schief
    a) Interpol wg. (sagen wir mal) sexuellem Missbrauch (wär ja ‘schön’, wenn es das auch sonst gäbe)
    b) Hype von Sex-Vorwürfen wegen Beihilfe zum Whistleblowing

    Meine Frage, ob die Frauen auch zur Polizei wären, wenn Assange nicht Assange wäre, hat noch keine Reaktion erfahren.

  71. 71

    Mein en ginbg @Haukehz, da ist was mit der Attribuierung schief, Scotty.

  72. 72

    @OliverG: Äh. Doch. Habe ich beantwortet: “Um Otto Normal hätten sich weder die Opfer noch die Staatsanwältin und auch nicht Interpol besondere Mühe gemacht (Leider?!).”
    Aber ist das nicht genauso sch.. egal, wie der Umstand, dass sich Interpol bei weniger Prominenz weniger bemüht.
    Wir könnten ja auch einfach froh sein, das sich die Behörden in diesem Fall bemühen. Und statt dessen beklagen, dass sie sonst oft schludrig arbeiten, wenn es um die Erniedrigung von Frauen geht.

  73. 73

    @cjs / 50Hz: Jaja DU schon, aber generell ;)

    Diesen Artikel hab ich genau so verstanden, singemäß: “Diese internationale Verfolgung eines minderschwerden (“nicht ganz soooo” gewalttätigen) Vergewaltingungsfalles ist ein Schlag ins Gesicht aller (brutal) Vergewaltigten.” (Incl. Nebenargument, dass man aus Sympathie für WikiLeaks nicht Unsympathie (im sinne vom Mitliedslosigkeit) für dei beiden Anzeigenden machen muss.)

    Oder bin ich jetzt auf der ganz falschen Dampferflotte?
    Sonst müsste ich mir mal ne Argumentationsanalyse aufmalen ;)

  74. 74

    @OliverG: Hmm, habe ich etwas anders verstanden.

  75. 75
    KTZF

    Ich hatte es oben ( @KTZF ) schon angesprochen, aber mich liest wohl keiner von denen die hier wieder und wieder über eine unsinnige schwedische Gesetzgebung berichten.

    Kann das mal irgenjemand konkretisieren und belegen?

  76. 76
    anonym

    @ KTZF
    Sie werden jetzt nicht erwarten, daß hier jemand das schwedische Strafgesetzbuch in deutscher Übersetzung herunterbetet, habe ich recht?

    Ich finde, wer regelmäßig Zeitung liest und ein passables Gedächtnis hat, ist manchesmal im Vorteil. Ich kann mich jedenfalls noch recht gut daran erinnern, daß die Schweden vor etwa 10 bis 15 Jahren – die Medien berichteten – strengere Gesetze einführten, die wohl fortschrittlich sein sollten, aber dennoch auf ein gewisses Unverständnis stießen. So wurde z. B. Prostitution kriminalisiert, aber nicht die Prostituierten machten sich strafbar, sondern deren Kunden. Man kann ja zu Prostitution stehen, wie man will, aber ein solches Gesetz wirkt nun mal nicht besonders liberal, eher im Gegenteil.

    Wer so etwas mal gehört hat, kann für sich auch den nicht unzulässigen Schluß ziehen, daß auch andere Gesetze auf diesem Gebiet in Schweden von ähnlicher Güte sind. Zumindest würde es einen nicht überraschen. Mein Eindruck ist auch, daß durch solche Gesetze die Rechtssicherheit eben nicht erhöht, sondern eigentlich das Gegenteil, auch für den Durchschnittsbürger, erreicht wird. Schon allein dadurch passen sie eigentlich nicht zu einem liberalen Rechtsstaat. (Die Beruhigungspille mit Europa schlucke ich übrigens nicht, das ist mir denn doch zu platt.)

  77. 77

    @OliverG:

    @50hz:

    Auf der (uebrigens oeffentlich zugaenglichen) Liste Interpol Red Notice Liste sind heute ueber 100 Menschen die wegen “Rape”, “Sexual Crimes” und aehnlichem international gesucht werden gelistet. Ich schaetze mal die wenigsten davon (wenn ueberhaupt irgendwelche) sind “Prominente”. Scheint also doch recht haeufig gebraucht zu werden und nicht nur in diesem einen Fall.

  78. 78
    Tobias

    Danke für diesen Artikel.
    Ich habe keine Ahnung ob die Vorwürfe gegen J.A. irgendwie gerechtfertigt sind oder nicht und bin Verschwörungstheorien gegenüber auch immer gerne offen, aber eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung und bleibt eine, selbst wenn diese (wie nicht ganz unwahrscheinlich) instrumentalisiert wird, um unliebsame Zeitgenossen mundtot zu bekommen.

  79. 79
    Zwiebelchen

    Ist schon ein bisschen peinlich, dass du den Artikel von Naomi Wolf offenbar so komplett falsch verstanden hast und versuchst damit deinen Standpunkt zu untermauern, obwohl ihr Standpunkt nahezu konträr zu deinem ist. Ms. Wolf und ich sind in diesem Punkt so ziemlich einer Meinung und das ist ziemlich eindeutig nicht deine.

  80. 80
    Philipp Jahner

    Mhh, ich bin tatsächlich schockiert (und enttäuscht), wie undifferenziert und sorglos sich hier einige Kommentatoren weiterhin genau den oben angesprochenen Automatismen hingeben. Besonders zu einem Post, bei dem es konkret darum geht, einen weiteren wichtigen Blickwinkel auf die Problematik der Situation aufzutun.

  81. 81

    Wenn man die neu bekannt gewordenen Details der Anschuldigungen kennt, verschiebt sich die Sichtweise auf Vorwürfe und Gegenvorwürfe ein bisschen, finde ich:

    http://www.guardian.co.uk/media/2010/dec/17/julian-assange-sweden?CMP=twt_gu

    http://alrightokee.de/meinung/kondome-schutzen/

  82. 82

    Pressefreiheit

    oder

    Anklage
    -
    Auch nach intensiven Recherchen gibt mein kleines Gemüt auf.
    Zwingend, soweit glaube ich zu verstehen, wird zum. versucht
    Konstrukte zu bilden, welche die Person angreifen können. Im
    Bewusstsein dass das reflexartige Aktionen auslöst. Gänzlich
    ohne Gewalt. Das Wort ist ein scharfes Schwert.
    -
    PiPi

  83. 83

    @fk:

    Und in dem Guardian-Bericht ist auch dieses zu finden:

    The co-ordinator of the WikiLeaks group in Stockholm, who is a close colleague of Assange and who also knows both women, told the Guardian: “This is a normal police investigation. Let the police find out what actually happened. Of course, the enemies of WikiLeaks may try to use this, but it begins with the two women and Julian. It is not the CIA sending a woman in a short skirt.”

    Leider bezweifele ich dass das das ganze Rumgefasel von Verschwoerungen und Komplotten auch nur im kleinsten beeinflussen wird.

  84. 84

    Danke für diesen sauber recherchierten Artikel. Verblüffend ist allerdings, dass nach einer so sauberen Aufdröselung der unsauberen Geschichte immer noch einige Kommentatoren das Gerücht perpetuieren, dass es nur um Sex ohne Kondom ginge, der in Schweden strafbar wäre – Lesekompetenz, anyone? Oder hat der Titel des Artikels etwas damit zu tun?

    Ich habe im Zug meiner schwedischen Spurensuche auch etwas gefunden – das Protokoll der Einvernahme (allerdings nicht verifiziert) von JA im August, in dem u.a. folgendes vorkommt:

    Die Polizei wollte auch wissen, ob die Frau während der Nacht irgendwann seine sexuellen Avancen abgewiesen hätte.
    - Ja, mehrfach, aber nicht auf eine ernstzunehmende Art und Weise. Nein, da war nichts Ungewöhnliches, antwortete Assange, der darauf besteht, dass alles, was er getan hat, völlig normal war.

    Das sagt ja auch einiges aus, wenn es denn stimmt.

  85. 85

    Klug heisst nicht unbedingtes wissen.
    -
    Prävention

    Die http://www.charite.de unterhält im Bereich der Psychosomatischen Forschung,
    Beurteilung, Behandlung, Begleitung von sex. getriebenen Menschen eine spez.
    Abteilung.

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