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Sehr privat

In den sehr frühen Morgenstunden des 17. Juni 1999, nach vielen, vielen Stunden, in denen ich abwechselnd

– krampfhaft zu lächeln versuchte, während mir die Kniee schlotterten,
– am Rand zur Hyperventilation stand, da ich das Mitatmen etwas übertrieben hatte und
– meinen ungebremsten Optimismus gegen echte Angst um Mutter und Kind eingetauscht hatte,

lag da plötzlich und endlich ein kleines Menschenkind, ganz blau und voller Blut. Mir blieb die Luft weg bei diesem Anblick und dem Kleinen bei meinem auch, so dass wir beide uns wenige Sekunden später unter dem Sauerstoffzelt zum ersten Mal länger ansehen konnten. Ich hab ihn sofort erkannt. Er mich nicht.

Als er ein paar Minuten später im Arm seiner Mutter lag, die gerade durch die Hölle gegangen war und dennoch plötzlich grinste, als sei sie soeben nach einem entspannten Segelbootausflug telefonisch von einem Lottogewinn überrascht worden, konnte ich noch immer nur Satzfetzen hervorbringen.

Heute, im Alter von fünf Jahren, erkennt mich mein erster Sohn relativ gut (der zweite auch) und ich habe begonnen, in ganzen Sätzen mit ihm zu kommunizieren. Und ich arbeite in diesem Zusammenhang an der Reduktion der Ausrufezeichen als Abschluss jener Sätze und versuche, ihn ebenfalls dazu zu bewegen.

Happy Birthday, Großer!
Happy Birthday, Große!

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