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File under: Zynismus, Baby!

Am Rand des Spielplatzes berichtet die Bekannte einer Bekannten von ihrem Alltag als freie Zuarbeiterin der Bundesagentur formerly known as Arbeitsamt.

„Das wird alles noch härter“, weiß sie zu berichten. Und: „Bald werden die ersten Betroffenen umziehen müssen.“

Doch sie bleibt optimistisch:

Mein Anlagetipp sind jetzt 1- bis 2-Raumwohnungen im Osten, die werden ab nächstes Jahr verstärkt gebraucht.

7 Kommentare

  1. 01

    Hah – Zynismus oder Realismus?

  2. 02

    OK, also sind die, die im Osten in 1- bis 2-Raumwohnungen leben, einigermaßen sicher.

  3. 03

    Oder aber, die Arbeitslosen werden in landschaftlich und kulturell unattraktiven Gebieten Ostdeutschlands untergebracht.

  4. 04

    Das passt doch prima: Erst werden die Arbeitslosen nach ihren sozialen Bindungen befragt, nach Krankheiten, Vereinszugehörigkeit usw. ausgehorcht. Im nächsten Schritt werden dann alle Arbeitslosen sippenmäßig in diese kleinen Wohnungen im Osten transferiert, so dass nach Möglichkeit schönste Homogenität herrscht, also alle Alkoholkranken in dem einem Ghetto, alle Karnevalsfreaks im anderen, usw.

    Dann wird die Mauer wieder aufgebaut, „semipermeabel“ (man kann rüber aber nicht mehr zurück, also wie früher, nur die Richtung ist umgekehrt) und man hätte mit der Gründung der DAR (Deutsche Arbeitslosenrepublik) zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

    * auf einen Schlag fünf Millionen Arbeitslose vom Tisch
    * die anderen melden sich nicht mehr freiwillig arbeitslos, womit das Problem Arbeitslosigkeit statistisch endgültig vom Tisch wäre (und Statistik ist alles heutzutage…)

  5. 05

    Hokey hat noch was vergessen.
    Die großen Unternehmen lassen die Mietskasernen durch Strohmänner aufkaufen und vermieten die Kleinwohnungen an Langzeitarbeitslose. Dadurch wird sichergestellt, dass die Großen an der Armseligkeit der Kleinen durch Abschöpfung der Miete angemessen verdienen.

  6. 06

    > „Bald werden die ersten Betroffenen umziehen müssen.“
    bevor ICH umziehe, geh ich müll schaufeln!

  7. 07
    Stefan_K

    Müll schaufeln ist leider keine Option zum Geldverdienen mehr, die besten Jobs sind seit Jahren weg. Und die Leute verdienen völlig zu Recht sehr gut dabei!

    Aber mal im Ernst: Richtig schlimm an den angeblich sozial- und demokratischen Ansagen ist, daß alle, die es derzeit nicht so haben, jetzt zusätzlich in die Ghettos dürfen. Hat spaßeshalber mal jemand geguckt, ob dieses Wort inzwischen in den Parteiprogrammen der demnächst zur Wahl anstehenden Vereine steht? Ich befürchte schlimmstes.

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