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Es gibt immer ein erstes Mal

Gerade habe ich zum allerersten Mal auf eine RSS-Feed-Anzeige geklickt.

Aus Interesse, nicht nur um den betreffenden Kollegen unter die Arme zu greifen. Es gab den kostenlosen iPod Shuffle aber nur für Amis, vergeudete Zeit also. Doch ich habe reagiert, es hat funktioniert.

Sowohl boingboing als auch Gizmodo schalten in letzter Zeit verstärkt RSS-Werbung nicht nur als Text-Ads, sondern auch als Banner. Natürlich kann ich das nachvollziehen, da man „an die Leser ran“ will und diese nunmal immer mehr auf die Feeds zugreifen. Doch das führt RSS in eine absurde Position, denn es kann nicht mehr lange dauern, bis die Ads animiert sind, weitere Formate bekommen, oben und unten erscheinen…. und irgendwann sehen wir eine Webpage im RSS-Client. Nicht wirklich Sinn der Sache.

Doch was passiert mit Blogs wie den oben genannten, die sehr hohe Qualität und Quantität liefern und sich über Ads finanzieren (und komme mir bitte keiner mit der Legende „boingboing verdient nichts an den Ads“), wenn die Mehrheit der Leserschaft per RSS liest und somit kaum noch jemand auf der Site klicken würde?

Die hochgeschätzten Kollegen von Mac Essentials, dem „kommerziellen“ IT&W-Ableger, lösen das Problem durch verkürzte RSS-Feeds, was nach zunächst massiven Protesten niemanden mehr stört.

Denkt man jedoch etwas weiter und möchte man ausschließen, dass der RSS-Client zum Browser mutiert, muss man sich fragen, ob RSS als Technologie nur im „Hobby“-Bereich überleben kann. Was nicht schlimm, aber schade wäre, denn der Komfort der gesammelten Newsfeeds, egal ob Mini-Blog oder Mega-Newssite, würde damit verloren gehen.

25 Kommentare

  1. 01

    „…und irgendwann sehen wir eine Webpage im RSS-Client. Nicht wirklich Sinn der Sache.“

    Na mal schauen, wie dein Feed in zwei Jahren aussieht ;-) .

  2. 02

    Das meine ich ja: Wo soll das hingehen, damit es noch Sinn macht?

  3. 03

    Selbstregulierung. Ich habe keinen Feed in meiner Liste, der für meine Vitalfunktionen zuständig ist. Hat jemand das Bedürfnis seinen Feed über Gebühr mit Ads vollzupflastern, dauert es bei mir keine 3 Klicks und raus ist das Ding.

    Wobei: Die Frage „Wann ist denn zu viel Werbung?“ muß jeder Leser für sich selbst beantworten.

  4. 04

    Dann wird es ja nicht mehr lange dauern, bis die ersten Feed-Reader mit eingebautem Adblocker aufkommen. Und dann wäre da noch ein Markt für Dienste, die Feeds (gegen Entgeld) werbebereinigt weiterfeeden… ;-)

  5. 05

    Warum sollte die RSS-Funktion die Leute daran hindern, auf das Blog zu klicken?

    Verkürzte RSS-Feeds sollten gang und gebe sein. Das mach ich in meinem Blog natürlich auch. Ich will ja nicht, dass Leute den Content lesen ohne auf die Seite zu kommen.

    Ich hab eigentlich noch nie komplette Texte im RSS gesehen …

    Liebe Grüße
    Daniel Richter
    http://www.tvblogger.de

  6. 06

    Johnny, du warst, glaube ich, mal der Meinung, daß Werbeblocker generell doof sind. Ich sehe das differenzierter. Nach deinem Beitrag zum Thema habe lasse ich Google Ads bei mir wieder durch (das hat in den Blogs ja häufig auch Unterhaltungswert), aber das Gezappel bei Heise ist mir zu viel.

    D.h., Abrüstung auf Seite der Werbenden führt evtl. zu Akzeptanz beim Empfänger.

    Ich vermute nämlich, daß, wenn erst Feeds mit Gezappel auftauchen, die ersten Werbeblocker für RSS-Reader nicht auf sich warten lassen werden.

    Wofür Adblock auch noch gut ist: die Tracking-Elemente von ivw zu sperren. Solange die nicht offenlegen, welche Daten sie sammeln, kriegen sie von mir gar keine.

  7. 07

    @Daniel: Hä? nie komplette Texte im Feed gesehen?

    Wird das mit der Signatur in Kommentaren jetzt nach der Diskussion bei Darren Rowse hier auch Mode?

    Liebe Grüße
    André Fiebig
    http://www.finanso.de/

    (Ist doch albern, oder?)

  8. 08

    @stralau: Die Unterscheidung zwischen Gezappel und Textwerbung ist mir auch sehr wichtig. Ich finde Seiten mit Gezappel echt nicht so gut lesbar.

    Was ich allerdings nicht weiß, wie sich die Werbeeinnahmen z.B. bei Heise von Gezappel zu Nicht-Gezappel unterscheiden.

    Schön finde ich es trotzdem nicht.

  9. 09

    Macht Euch doch keine Gedanken darüber. Ich habe, bis auf technisch bedingte Ausfälle, immer Volltext in meinem RSS-Feed gehabt. Und trotzdem über 200.000 Visits (lt. Sitemeter) jeden Monat auf meine Seite. Also, was solls…

    Und wenn ich einen Auftraggeber dafür finde, habe ich natürlich Anzeigen in meinem RSS-Feed. Warum soll der anders behandelt werden, als mein Blog?

  10. 10

    Was ich allerdings nicht weiß, wie sich die Werbeeinnahmen z.B. bei Heise von Gezappel zu Nicht-Gezappel unterscheiden.

    Das ist aber deren Problem. Kann ja sein, daß die Preise so deutlich höher sind, daß sie die paar Leute, die das dann filtern, verschmerzen. Dumm nur, wenn die, die nicht filtern (und ich schätze, das ist immer noch die Mehrheit) dann ganz wegbleiben.

  11. 11

    Nur kurz erstmal: Animierte Banner bringen erheblich mehr Klicks als statische. Ist leider so.

    Nein, will ich hier auch nicht sehen.

  12. 12

    Wo soll das hingehen, damit es noch Sinn macht?

    Wie wäre denn ein Abomodell?

    D.h., Spreeblick läßt sich durch seine Leser durch monatliche Beiträge unterstützen. Der Zugang bleibt weiterhin frei, Abonennten erhalten aber einen werbefreien RSS-Feed.

  13. 13

    Tja, so ist es halt. Entweder Werbefinanziert oder ein Abomodell.
    Ich denk mir mal, wenn jemand mit Werbung sein Modell finanziert, dann ist es für ihn über lang oder kurz vollkommen schnurz, wo die Werbung erscheinen wird. Und wenn es nicht genug abwirft, dann kommt Werbung einfach öfters. Sieht man doch schön im Radio oder Fernsehen. Bäh – kann ich beides nicht mehr abhaben und schalt ich nicht ein.
    Das mit dem Abrüsten könnte funktionieren. Zumindest hat es das bei Google. denn Google Werbung ist ja mehr geleidet als andere Werbung – eben weil abgerüstet.
    Das Abomodell kann funktionieren. Aber auch nur dann, wenn die Inhalte langfristig mich dazu bewegen dabei zu bleiben. Ich hab aber festgestellt bei mir selber, dass ich reihum mein Abos immer wieder mal abbestelle, um mal wieder was Neues zu suchen. Oder es muss schon wirklich _sehr_ gut sein.
    Dritte Möglichkeit wäre vielleicht noch, dass die Werbung so sein muss, dass sie für denjenigen, der sie sieht, nicht mehr unbedingt als Werbung empfunden wird. Sprich, wenn’s mich interessiert, dann klick ich auch auf die Werbung – siehe gaaanz oben.
    Fehlt also lediglich noch die Ermittlung der Zielgruppe ;-) oder andersrum, warum nicht die Leser selbst entscheiden lassen, welcher Zielgruppe sie angehören und dann die entsprechende Werbung liefern. Also social tagging für Werbung. Könnte doch glatt funktioneren.

  14. 14

    Ich benutze RSS lediglich, um zu checken, was es wo Neues gibt. Wenn das der Fall ist, sehe ich mir den Content auf der Webseite an, denn dort ist es grafisch interessant aufbereitet. Macht das niemand sonst so?

  15. 15

    Ich denke, der optimale Kompromiss aus RSS-Nutzung und Werbung besteht aus dem Weg, den Mac Essentials beschreitet: der Content wird im Feed nur verkürzt wiedergegeben, wer Volltext will, muss die Seite besuchen. Mich persönlich stört das nicht, da ich in meinem „Feedreader“ (eine Desktop Sidebar mit RSS-Anzeige-Plugin) ohnehin nur die Titel sehe und wenn dieser interessant scheint (in welche Richtung auch immer), klicke – dann wird die Seite im Browser aufgerufen, einschließlich Text, Ads und was-weiss-ich. Da macht mir der Kurztext als „Teaser“ nichts aus – ein RSS-Reader ist nun einmal eigentlich mehr ein „Newsticker“ als ein vollwertiges Programm zum Abruf von Informationen – dafür gibt es das World Wide Web. Wenn ich Blogs lesen will, besuche ich die Seite, kommentiere eventuell auch dort – das alles geht nur über den Browser, oder kann man neuerdings auch per RSS kommentieren?

    Ich bin mir sicher, in puncto Blogs wird RSS noch lange nicht so kommerzialisiert werden wie es viele Webseiten wurden, als man mit Bannerwerbung noch was verdienen konnte. Anderenfalls muss man halt eben auf andere Modelle, wie z.B. das vorgeschlagene Abomodell, Sponsoren oder „paid features“ setzen. Das Alles ist aber bis dato noch Zukunftsmusik, auch wenn ich verstehen kann, dass man sich drüber Gedanken macht – zu Recht, schließlich will man, wenn’s erstmal soweit ist, auch einen funktionierenden Plan haben.

  16. 16

    @fishy: doch, doch, mach ich auch so. auf der seite ist es bunter und besser gegliedert. gibt viel mehr her. der schnöde text im feedreader überfordert meine augen schnell, gerade wenn er länger ist. abgesehen davon, dass bilder und fotos fehlen.

  17. 17

    @fishy, @toby
    Feedreader, Schlagzeilen lesen und dann aufs Blog. Macht einfach mehr Spaß. Trotzdem finde ich verkürzte Feeds doof, denn oft habe ich tagsüber nur ein paar Minuten zur Entspannung und lese dann doch im Feedreader.

    Ansonsten liegt es doch am Blogger selbst, ob er Werbung anbieten will/ muß oder es läßt. Mein Privatblogg bleibt werbefrei, da gibt es auch keine verkürzten Feeds. In Firmenbloggs sollte Eigenwerbung legitim sein. Und einen Textlink als Werbung, der dann auch im Feedreader auftaucht, halte ich nicht für unerträglich.

  18. 18

    @André
    Nein ich habe noch nie komplette Texte in RSS-Feeds gesehen.
    Weder von Blogs, noch von Nachrichtenseiten.

    Und wie ich meine Kommentare signiere, ist ja noch meine Sache ;)

    Mit freundlichem Grinsen
    Daniel Richter
    http://www.tvblogger.de

  19. 19

    > „ob RSS als Technologie nur im „Hobby“-Bereich überleben kann“

    Glaube ich nicht – dazu ist RSS viel zu nützlich und hat einfach zu viele Vorteile. Newsletter haben sich ja auch nicht nur im Hobbybereich durchgesetzt.

    Außerdem enthält der IE7 von Haus aus einen Feedreader oder zumindest eine RSS-Unterstützung. Und spätestens an diesem Punkt wird das Format bei der breiten Masse angekommen sein – und damit auch bei all den Mitarbeitern, die in der Firma an Rechner hocken, in der Mittagspause surfen etc. Der breiten Masse eben ;-)

    Und spätestens an der Stelle wird das mit der Werbung erst richtig intressant… Andererseits: Newsletter, die mit Werbung zugepflastert sind, abonniert doch auch keiner. Und die Erkenntnis ist wohl auch schon bei den Werbern angekommen.

    Ich bin da zuversichtlich, was die Zukunft des RSS-Formats angeht.

  20. 20

    Zur Frage, ob RSS als Technologie nur im „Hobby“-Bereich überleben kann:

    Nein. Ich kenne allerdings kein „kommerzielles“ Angebot, das Vollfeeds anbietet. Es muss nicht so beknackt sein wie beim aber von mir ohnehin nicht mehr gelesenen SpOn, wo nur die Überschriften angezeigt werden – aber zumindest RSS 2.0 bietet genügend Möglichkeiten, Teaser mit vernünftiger Aufforderung weiter zu lesen zu verknüpfen.

    Ich bin bei news aktuell (Seite: Presseportal) zuständig für die RSS-Strategie (oh Mann, klingt das gigantisch). Wir haben Anfang 2004 RSS-Feeds eingeführt mit allem Schnickschnack, den man so machen kann: feed://-Protokoll, Bilder, gifs, categories usf. Unsere Seitenaufrufe sind nicht zuletzt durch die Einführung von RSS massiv nach oben gegangen. Wir können nachvollziehen, welche PIs von RSS her kommen (durch die Benennung der Links) – das ist überraschend viel!

    Zugleich hat – anders als von dem einen oder der anderen befürchtet – keine Kannibalisierung mit E-Mail stattgefunden, wir haben unserem Portal also neue Leser erschlossen durch RSS.

    Fazit: Gerade für kommerzielle Anwendungen halte ich RSS für fast ideal. Allerdings eher nicht im Vollfeed. Unsere Nutzer sehen RSS in erster Linie als Möglichkeit, schnell viele Informationen zu scannen – und nur dort tiefer einzusteigen, wo das Scannen ein hinreichendes Interesse ausgelöst hat.

  21. 21

    Ich nutze bewußt den etwas spartanischen Feedreader(.com) und nicht etwa einen Webbrowser mit Feedfunktion. Gerade die Schlichtheit und Übersichtlichkeit hat IMHO zum Erfolg der Feeds /RSS beigetragen.
    Die Werbebranche wäre gut beraten, wenn Sie dies nicht zusehr überlasten würde. Ist erst der Unterschied weg zwischen Feedreader und Browser, wird RSS zu einem internem Protokoll, von dem keiner mehr spricht, wie etwa TCP/IP.

  22. 22

    @Daniel: Dann nutzt du wohl keinen Feedreader, oder liest nur deinen eigenen?

    Schau dir mal den Feed hier an – ja vom Spreeblick – oder Bildblog oder Law Blog, oder, oder… alles Volltext.

    Haben die wenig Besucher? Nein.

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