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Handy

handy

Ohne ersichtlichen Grund habe ich gerade etwa 5 Minuten am Stück damit verbracht, meine Hände anzuschauen. Macht man ja eher selten wirklich bewusst, obwohl man sie täglich vor sich her trägt.

Dabei ist mir zuerst aufgefallen, dass ich sie mag. Dann, dass sie ganz schön alt geworden sind. Je länger ich sie jedoch angesehen habe, desto merkwürdiger sahen sie aus. Ich habe das Foto gemacht, damit sie still halten und habe weitere Minuten investiert. Wie der kleine Finger sich vom Rest entfernt. Die Lücke zwischen Zeige- und Mittelfinger. Und plötzlich sahen die Finger immer länger aus.

Es ging mir bei längerer Betrachtung genau so wie es mir geht, wenn ich bestimmte Worte immer wieder laut sage. Sie klingen dann immer absurder. Plötzlich bekommt man den Eindruck, man könnte hören, wie sich die eigene Sprache für jemanden anhören muss, der sie nicht spricht und versteht. Nur nach bedeutungslosen Lauten.

Morgen bring ich einen Spiegel mit und sehe mir mal meine Augenbrauen ganz genau an.

Dieser Eintrag hat keinerlei Pointe.

File under: And now for something completely different.

30 Kommentare

  1. 01
    jochen

    man sollte meinen du haettest dich nach ueber 42 jahren so langsam mit allem von dir vertraut gemacht ;-)

  2. 02

    Ja klar, aber mir fiel eben gerade auf, dass ich mir meine Hände sehr lange nicht genauer angesehen hatte. Ist doch schön. Immer wieder mal was neues. :)

  3. 03

    Und wenn man sich mal an der Hand verletzt hat (ein kleiner Schnitt oder so, von was grösserem wollen wir hier gar nicht sprechen) fällt auf, wieviel wir sie immer und ständig benutzen. Und wie sehr es auffällt, wenn das eben nicht unwillkürlich passiert. Oder wie sehr man sich konzentrieren muss, um Dinge mit der anderen als der normalen Arbeitshand zu tun, schreiben, ein Brot schmieren…
    Dazu passt auch, das ein nicht unerheblicher Teil unseres Gehirns mit der Steuerung und Auswertung der Signale beschäftigt ist, die von unseren Händen kommen.

    Chris

  4. 04
    Mariachi

    In der expressionistischen Literatur nach der Jahrhundertwende war das Motiv des „Auf die Hände Schauens“ ein Ausdruck von nahendem Wahnsinn, Menschen die ihre eigenen Hände beschauten und sie nicht mehr wieder erkannten oder Dinge bemerkten, die sie nie vorher gesehen haben…

  5. 05
    Jander

    Macht das mal mit Gesichtern von Leuten, die euch in Zug oder Bahn gegenübersitzen. Ich bin der Meinung, dass nach 5 Minuten die Gesichter ziemlich anders aussehen als beim ersten Mal betrachten. Ich wunder mich immer noch darüber.

  6. 06
    andres

    Da fällt es mir wieder ein: 99 Prozent der Blogs im Netz sind Müll. Ist nicht von mit, sondern vom Spiegel-Online-Chefredakteur. Keine Ahnung, warum ich jetzt gerade daran denken muss!

  7. 07
    Hans v.

    Der kleine Buchtip: „Die Hand als Spiegel der Seele“. Da gibt es Korrelationen zwischen Handformen bzw. Fingergrößen einerseits und latentem Ganoventum andererseits. Und wenn ich mir die da auf dem Foto so anschaue, die Form der Fingernägel, ja, und die Größe des Mittel- in Verbindung zum Zeigefinger, oho, das muss man sich dann mal genauer… also, das hat bestimmt nichts zu bedeuten.

  8. 08

    Augenbrauen angucken ist lustig. Vor allem, wenn man Mädchen ist und das öfter macht zum Zupfen. Damit kann man Ewigkeiten verbringen, in einem Spiegel mit vielfacher Vergrößerung, und dann immer die große Entscheidung: muss dieses Haar noch weg oder passt es dahin wo es sitzt?

  9. 09
    Benjamin

    Gibts eigentlich schon plastische Chirurgie für Hände?
    Oft ist es ja so dass man das wahre Alter von jemandem am ehesten an seinen Händen erkennt… Marktlücke? :-)

  10. 10

    Du sollst doch keine Kekse von Fremden annehmen!

  11. 11

    Klarer Fall von
    [x] Geburtstagsgeschenk f. Johnny: Arm-Epilierset

  12. 12
    Pascal

    Hey, das mit den Worten passiert mir auch immer wieder… man schreibt irgendwas, die Intuition unterringelt einen Rechtschreibfehler, man stockt, schaut sich das Wort an, denkt kurz nach… und verwendet zur Sicherheit lieber mal ein anderes — wie sich die eigene Sprache für einen nicht-Muttersprachler anhören muss, wäre wirklich interessant mal selbst zu erfahren, ebenso Radio zu hören und „einfach so“ sämtliche Songtexte zu verstehen (uarg, lieber doch nicht. Wenn man sich mal bewusst anhört, was deutsche Bands in Erwartung weltweiten Erfolges für „englischen“ Schwachsinn schreiben…). Eine Erfahrung die auch in keinem Leben fehlen darf ist ausserdem noch, die Muttersprache zu verlernen und plötzlich aus einem französischsprachigem Traum zu erwachen.

  13. 13
  14. 14
    Florian

    @Andreas
    „Da fällt es mir wieder ein: 99 Prozent der Blogs im Netz sind Müll. Ist nicht von mit, sondern vom Spiegel-Online-Chefredakteur. Keine Ahnung, warum ich jetzt gerade daran denken muss!“

    „Spiegel-Online-Chefredakteur“ klingt für mich irgendwie paradox. Keine Ahnung warum. *g*

  15. 15

    Was ist an Online-Chefredakteur paradox? Korrektorat hätte mich mehr erstaunt.

  16. 16
    Y.

    Sehen meine auch mal so aus? Später? Wenn ja, dann schau ich sie mir ab jetzt jeden Tag an – damit ich mich später nicht erschrecke!

  17. 17

    Furchtbar!
    Was ist denn das für ein unvorteilhaftes Foto deiner Linken?
    Als hättest du justemang die Kelle (wegen Feierabend) zurück in den Esrtichkübel gehängt!
    Nix gegen ´nen handfesten Polier, aber über diese bestummelfingerten Wokflossen hätte ICH nicht so leichtherzig (und -gängig!) einen Ring gestreift, dessen Innenseite meinen Name trägt! Ach…

  18. 18
    philipp

    was ist eigentlich dein beruf?

  19. 19

    Meine Schwester und ich haben früher oft das Spiel gespielt, uns über Kopf ins Gesicht zu gucken. Das ist sowas von schräg, wenn man in umgekehrte Augen sieht, darunter sind komische Haare und darunter nur Haut, wo der Mund erwartet wird vom Hirn.
    Zur Nachahmung empfohlen. Besser als LSD.

  20. 20

    Ja seine Hände schaut man net immer an. Die nimmt man als selbst verständlich hin.

  21. 21

    meine haende?

    they are huge!

  22. 22

    @ pascal:
    „(uarg, lieber doch nicht. Wenn man sich mal bewusst anhört, was deutsche Bands in Erwartung weltweiten Erfolges für „englischen“ Schwachsinn schreiben“¦)“

    aber genauso schlimm ist es wenn man sich bewusst anhört was englische bands in erwartung weltweiten erfolgs für englischen schwachsinn schreiben oder was deutsche bands in erwartung regionalen erfolgs für deutschen schwachsinn schreiben. es gibt ja eigentlich kaum deutsche bands die deutsche texte schreiben in erwartung weltweiten erfolgs. ausser vielleicht rammstein. oder so. ich glaub falco hat auch deutsch-englische texte in erwartung weltweiten erfolgs geschrieben.

    meine ex hat immer gesagt ich hätte soooo schöne hände, deswegen habe ich mir meine immer oft angeguckt, weil ich wissen wollte was sie meint. ich weiss es bis heute nicht.

  23. 23

    Wenn sie mal die Hände meinte, Nilz.

  24. 24
    Katharina

    Meine abergläubische Großmutter hätte gesagt: „Hände angucken gibt Streit.“ Wie bei fast allen dieser Sprüche hab ich bisher nie verstanden, was da der wahre Kern dran sein soll… ;-)

  25. 25

    noch viel komischer finde ich füße-lange-ankucken. irgendwann frage ich mich, warum ich sowas scheinbar völlig häßliches und unsinniges brauche.
    aber ohne füße? auch doof!
    im übrigen mag ich deine hand: wohlgeformt, männlich und bestimmt imer schön warm….

  26. 26

    Es ist noch gar nicht so lange her als auch ich meine Hand näher unter die Lupe nahm. Das Thema lief damals aber leider mehr auf Haare hinaus.

  27. 27
    Felix Deutsch

    # Max meint:

    LSD?

    Hehe

    Q: Have you ever looked at your hand or some other portion of your body while you had been under the influence of LSD?

    A: Yes.

  28. 28

    Sie haben schöne Hände.
    Das hat noch keiner gesagt, stimmt aber.

  29. 29

    Das ist trotz des unvorteilhaften Fotos ein nettes Kompliment, dankeschön!

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