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Webwatching

Mit Webwatching startet (eigentlich erst morgen) ein neues Online-Interview-Magazin.

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Die Namen der ersten Interviews versprechen spannende Inhalte: Peter Praschl, Peter Glaser, Mathias Müller von Blumencron, Erik Möller, Christoph Schultheis und viele andere mehr stellen sich den Fragen der studentischen Magazin-Macher/-innen.

Ich freue mich auf die Lektüre.

Und hab‘ gleich wieder was zu meckern.

Denn welchen erdenklichen Grund kann es geben, ein Online-Magazin, das sich mit Texten beschäftigt, in FLASH zu machen? Wieso? Weshalb? Warum? Ja, sieht schick aus, aber das könnte es auch in html, nur dass mir das Magazin dann nicht mit einem blöden Popup den Schirm zuballern würde und dass ich die Namen der interviewten Personen nicht umständlich hätte abtippen müssen, sondern sie in diesen Artikel hätte kopieren können (vielleicht hätte ich dann alle genannt?). Ich könnte, wie ich es gewohnt bin, meinen Mausnippel benutzen, um die Texte zu scrollen, wobei ich mir einen Überblick über den Umfang eines Interviews verschaffen könnte. Nicht unwichtig, wenn man viel liest. Ich könnte außerdem einzelne Beiträge als Bookmark speichern, ich könnte – WOW! – direkt zu diesen Artikeln verlinken, sie vielleicht anderen empfehlen, sie gar mit eigenen Tags versehen, was vielleicht der Popularität von Webwatching helfen könnte. Ich könnte Teile der Texte zitieren. Ich könnte sogar unterwegs mal per Handy reinlesen, wenn ich gerade in einem Café sitze, verdammt, sogar mit meiner PSP könnte ich in den Interviews stöbern (ich mache sowas tatsächlich).

Nein, alles kein Beinbruch, aber eben sehr schade. Und wenn mir jetzt wieder irgendein „Ich blogge zwar mit Hilfe einer von irgendwem entwickelten kostenfreien Software, aber ich finde jede Weiterentwicklung im Web albern und nicht der Erwähnung oder Diskussion wert“-Schlauberger kommt und sich, ohne selbst regelmäßig mit der Erstellung von Online-Medien zu tun zu haben, über die unter dem plakativen und auslegbaren Begriff „Web 2.0“ zusammengefassten Bestrebungen einiger Leute, die Benutzbarkeit dieser Medien in den Fokus zu rücken, aufregt, dann wird er mit einem Plug-In für seinen Rechner bestraft, das ihn 42 jahre lang nur noch Flash-Sites betrachten lässt.

Update: Sehe gerade, dass ich nicht allein bin. Immer schön zu wissen, in diesen herzlosen und kalten Zeiten.

[via]

47 Kommentare

  1. 01

    Ich habe leider auch gerade keine Lust, mir das 8er-Flashplugin herunterzuladen, um mir die Fehlrealisierungsbestätigung zu holen. Schade. Schade. Schade.

  2. 02

    Flash ist für soetwas aber sowas von ungeeignet. Allein die Tatsache, dass Google oder andere Suchmaschinen die Seite nicht anständig lesen können, sollte Grund genug sein, ganz schnell auf html umzusteigen. Wäre doch schade um die ganzen tollen Interviews

  3. 03
    Simon

    Wirklich schade, ein Projekt durch derart ungünstige Accessability/Usability bereits im Vorfeld auszubremsen. Das Vollbild-Intro ist auf einem 1GHz Notebook zu langsam für meine Geduld. *[close].

    Der Auftritt ist ohne Abstriche problemlos in html realisierbar. Ich würds ja tun.

  4. 04

    schrott. und durch die previews auf telepolis weiss ich zwar, dass die interviews ungemein gut sein müssen, aber die scheisse zu lesen und dabei ständig online sein zu müssen? die spinnen wohl? spackos. könnt ich mich drüber aufregen, sowas von.

  5. 05

    Das ist nicht nur einen Mecker wert, das ist ein absolutes Nogo. Ich werde mir jedenfalls kein neues Plugin istallieren, um mir das anzuschauen. Medienkompetenz = Null. Über Trends im Netz berichten die also … die scheinen ja echt Plan zu haben.

  6. 06

    ah. man kann die scheisse ausdrucken und in eien pdf-datei leiten. mal gucken ob ich sich eine gute seele traut pdfs zu erzeugen und online zu stellen.

  7. 07

    ix, denn hättste ja wenigstens ’n Link zu deinem Aufregen-Artikel reinpacken können. Keine falsche Bescheidenheit bitte!

  8. 08
    joe

    geht echt gar nicht. btw: soooo schrecklich brilliant sind die interviews auch nicht. ganz ok, aber nicht genial.

  9. 09

    Auch Antikapitalist/innen fahren den Flash-Film: kapitalismus reloaded dot de (incl. ‚Loading‘-Anzeige …).

  10. 10

    Ich sage ja immer: Es muss auch per Modem funzen.

  11. 11

    Erstes Mal angeklickt: Popup gleich wieder geschlossen. Zweites Mal angeklickt, versucht die Texte zu lesen (ca. bei der Hälfte jeweils gescheitert). Dann gewundert, Angelika Express Songs enthalten doch gar nicht son komisches geklacker.

    Trends der Netzkultur: Zurück zu 1998, alles ignorieren, über das man interviewt, da machen aber wirklich alle das Fenster wieder zu. Schade, sonst hätte man sich ja mal über den Inhalt unterhalten können.

  12. 12

    johnny, du bist nicht allein! :)

  13. 13
    leo

    Ich finde ihr übertreibt masslos.
    Ein Blick in den Browsercache offenbart, dass sämtliche
    Inhalte über (menschenlesbares) XML geladen werden.
    Lädt man nun http://www.webwatching.info/_xml/config.xml ,
    findet man alle benötigten Verweise. Da braucht man nichtmal einen Browser für.
    Natürlich steht damit die Frage im Raum, warum nicht noch hurtig eine Alternativ-Version mit Html-Output geschustert wird, da sowas an einem
    Tag zu schaffen ist, wenn man sich beeilt und es nicht gut aussehen muss.

    Kann man sich hier eigentlich irgendwo anmelden. Ich bin mittlerweile
    so auf Anmeldezwang getrimmt, dass es mir illegal erscheint unangemeldet zu posten ;)

  14. 14

    ueberall die gleichen beschwerden :)

  15. 15
    isdoschso

    dafür installiere ich mir nun das flash 8, des darf man sich doch nicht entgehen lassen. daraus ensteht sicher ein ganz neuer trend. ;-)
    The Well wird dann bestimmt auch bald umsteigen oder nur noch podcasten.
    bestimmt sind die an der uni hamburg so weit voraus, nur wir sehen das einfach nicht….

  16. 16

    Schlimmer finde ich, dass die netzkultur von 19 Männern in 19 Interviews bestimmt wird. Das ist nicht 1999, das ist 1899.

    Gut, Flash mag ich auch nicht.

  17. 17
    Thomas Birneder

    Andreas: „Entschuldigung, Leute, ihr seid Kommunikationswissenschaftler und feiert die Wikipedia und das Web 2.0-Dingeling – und dann sowas?“

    Kommunikationswissenschaftler????? Well, f*ck you Kommunikationswissenschaftler!

    Kill the Flash you dumba*ses

  18. 18
    Alphager

    Wirklich neu sind die interviews nicht, oder ?
    Das interview mit Christoph Schultheis habe ich auf alle Fälle irgendwo bereits gelesen….

  19. 19
    Thomas

    @Don Alphonso
    Stimmt schon, ganz schlechte Frauenquote.
    Aber wenigstens kommen Horden von Mädchen in deinem Interview vor ;)

  20. 20

    „Horden von Mädchen in deinem Interview“ Eeeeecht? Muss ich gleich mal nachschauen….

    Schleichwerbung! ;-)

  21. 21

    die machen das weil die glauben, wenns in flash ist, klaut keiner texte. hihi…

    ps: auch wenn ich kein flashfreund bin: modemnutzer als antiflash-argument gilt seit 2 jahren uebrigens NICHT mehr. ich kanns wirklich nich mehr hoeren.

  22. 22

    Flash – völlig daneben und völlig unnötig um die Seite ansprechend zu präsentieren. Ganz ehrlich, wenn mich ein Seite erst nötigt irgendein Plugin zu installieren, dann hat sie mal sowas von Pech gehabt, da führt kein Besuch mehr hin.

  23. 23

    Grade mal hingeschaut und festgestellt:

    Das ist nicht Inkompetenz sondern Absicht. Es geht kein select, kein copy&paste und vor allem kein direktes Link. Also alles so wie“™s die „Meins, Meins, Meins“-Brigade gerne hat.

    Das dürfen sie dann auch behalten. Wenn ich klicken muß um zu scrollen und weiterzulesen, statt hin und wieder sanft auf die Leertaste zu hauaen, dann lass ich“™s halt einfach.

    Die watchen das Web, das Web schaut weg“¦

    (crosscomment auch auf dem netzbuch von Ralf Graf)

  24. 24

    Auch wenn ich gerne mal für Flash in die Bresche springe (weil ich immer noch der Ansicht bin, dass man das auch _sinnvoll_ einsetzen kann) – das geht ja echt mal schlicht und ergreifend gar nicht.
    Additional No-Gos: überflüssiges Intro (wenigstens mit Überspringen-Button, immerhin), schlechte Blättern-Navigation. Uns selbst mit Flash kann man Text auswählbar gestalten, verdammt.

    Vorschlag für den Relaunch: druckt die Interviews aus und setzt gescannte Gifs (am besten leicht schief) als „Website“ ins Netz… weia…

  25. 25
    Jan

    Mit Steinzeittechnologien einen Magazin über Webtrends zu machen… pfff
    Wie würde Molly Holzschlag vom Webstandardprojekt sagen: „I say shame on you „¦“.

  26. 26

    für die krücken ohne flash:

    http://mfind.hn.org/pub/read_webwatching/read.php

    etwas schmutzig, aber geht

  27. 27

    Wow, ein Popup + Flash + Intro.

    Und wech.

  28. 28

    Ähem, es geht komplett auch ohne Flash. Ich wurde zu Beginn gefragt, ob Flash oder HTML, und siehe da, es geht (jetzt erst?) mit HTML: http://www.webwatching.info/editorial.php. Probiert mit Firefox unter Linux (für Linux gibt es gar kein Flash 8, BTW).

  29. 29

    Es gibt inzwischen eine HTML-Version von Webwatching. Kann man ab jetzt auf der Startseite wählen…

  30. 30

    Die Kritik wurde wohl gelesen, denn gerade habe ich gesehen, dass nun auch eine HTML-Version bereitsteht. Kann man doch mal positiv bemerken, dass auf Feedback eingegangen wurde.

  31. 31

    Jetzt gibt es auch eine HTML-Version! Die Stimme des Volkes ist offensichtlich gehört worden ;)

  32. 32

    Call me insane: Ich glaub ja inzwischen, dass das geplant war!

  33. 33
    kossuth

    So ihr Süßen und nun können wir ja vielleicht auch mal inhaltlich was zu webwatching loswerden. Oder ist das nicht mehr so lustig, wie sich über flash aufzuregen?

  34. 34

    kossuth, leg‘ los!

  35. 35

    Hello! Good Site! Thanks you! gtuioangzkwby

  36. 36

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