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Leidkultur

Fliege schränkt jovial die Hände und schaltet das verständnisvolle Triefauge ein. Dann klappt Fliege die Augen zur Decke und rät nach kurzem Zögern, genau diese Frage anders zu stellen. „Mach aus einem Warum ein Wozu.“

Das alte Spiel mit den Hilfesuchenden: Betroffen gucken, nicken, Fragen mit Gegenfragen beantworten, Schwachsinn geist-reich erscheinen lassen und am Ende wahrscheinlich auf jede Kritik mit „aber wenn es den Menschen doch hilft?“ reagieren. Die taz über Hackethals Kumpel, Jürgen Fliege, und seine Art Bücher zu verkaufen, die er nicht geschrieben hat.

11 Kommentare

  1. 01

    All die Handaufleger, die Delfintherapien, die Wunderillusionen, werden ja auch mit diesem Satz entschuldigt: man darf den Menschen die Hoffnung nicht nehmen. Mit das Grauenvollste, das so abläuft auf dem Sektor Leid. Hoffnung auf Wunder statt Akzeptanz…

  2. 02

    „Fliege schildert schmunzelnd, wie ihm der Freund während eines Besuches ansatzlos die Prostata befummelte.“
    Mein Therapeut hat gesagt, ich solle sowas einfach ignorieren.

  3. 03
    asoli

    Fliege macht seinen Job.
    Und wenn jemand zu einer Fliege-Buchpräsentation geht, dann will er genau DAS sehen und hören was in dem taz-Artikel beschrieben wird. Also whats the problem, my dear?

  4. 04

    Ich verstehe das als rhetorische Frage?

  5. 05
    Matze

    Sicherlich klingt das, was Pastor Fliege macht wie Mumpitz (und er verdient ja auch noch dran).

    Doch ist die Frage berechtigt: Was, wenn es den Menschen hilft?

    Mal zynisch gesprochen: Anders ist Coke ja auch nicht, klebrige Sprudelbrühe, die nichts tut, nicht mal Durst löschen.

    Traurig ist eher, daß Fliege mit Gebührengeldern groß gemacht wurde.
    Aber, hm, wer war besser: Fliege oder Arabella?

  6. 06

    Wenn ich dereinst bei Herrn Fliege auf der Couch lande (was vermutlich nie passieren wird), werde ich ihm auch eine Frage stellen:
    „Wie nennt man eigentlich Daten im Singular?“

    Wahrscheinlich sagt er dann Date. Dat is ja wohl ’n Witz.
    ____
    @wwi – Delfintherapien sollen hie und da wirklich geholfen haben. Wird ja oft Kindern „verschrieben“ – die hatten dann zumindest ein wenig Spaß. Von daher find ich die Delfine sinniger, als so manchen Seelenklempner.

  7. 07
    mo

    ich würd‘ das nicht rhetorisch fragen, sondern wirklich. was ist das problem? das das ganze vielleicht nicht mit jedermanns moralkodex vereinbar ist (hilfesuchenden leuten mittels esogequatsche bücher verkaufen) ok, aber da gibt es weissgott (haha) schlimmere.
    und das der im öffentlich-rechtlichen gross geworden ist? naja, das ö-r ist doch auch dazu da publikumsgruppen zu bedienen die wegen mangelnder werberelevanz bei den privaten nix abbekommen. und das war renterfernsehen par excellence.

  8. 08

    Alles ist super, alles ist okay. Macht doch nichts. Ist doch nicht schlimm. BILD wollen auch viele lesen, wo ist das Problem?

  9. 09
    mo

    das meine ich nicht, ich meine nur das da echt schlimmere bauernfänger rumrennen. deswegen hinkt das BILD-argument auch, weil da triffts wirklich die „schlimmen“. oder wo ist der kurier-blog?

  10. 10

    fliege war immer schon ein publictygeiler bigotter scharlatan, der sich auf kosten des elends anderer ins rampenlicht stellt. da kommt mir die galle hoch auch ohne dass ich mir hackethals hand in flieges rektum vorstellen muss. (sorry for explicit content)

  11. 11

    Die absolute Toleranz schmeckt süß und ist irgentwann unser Untergang.

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