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Kopf-an-Kopf-Rennen

Schon länger am Kiosk, aber ich hab’s jetzt erst gekauft: Das Magazin Cicero hat in Zusammenarbeit mit dem „Ranking-Experten“ Max A. Höfer (in Zeiten der hohen Arbeitslosigkeit nimmt man halt jeden Job, sei sein Titel auch noch so albern) eine Liste der 500 wichtigsten Intellektuellen zusammengestellt.

Und es macht schon Spaß, sich als geistiger Volltrottel zu fühlen, wenn man nur einen Bruchteil der Genannten kennt.

Doch immerhin: Elke Heidenreich auf Platz 12, Christoph Schlingensief auf 30, Robert Gernhardt auf 38, Walter Moers auf 109, Max Goldt auf 118… mit anderen Worten: Man findet doch einige Sympathen und Querdenker und die Top 100 ist sicher mit individuellen Verschiebungen sowieso irgendwie Konsens (ich sag‘ jetzt mal nichts zu Ratzinger auf 14…).

Hah!

Wer jetzt aber tatsächlich dachte, dass hier ein Artikel steht, der sich mit dieser Liste beschäftigt und nicht mosert, der hat sich natürlich geschnitten, schließlich sind Charts jeder Art dafür da, sich darüber aufzuregen! Und bei aller Liebe, das darf ich auch, denn Benjamin von Stuckrad-Barre auf Platz 64 der 500 wichtigsten Intellektuellen Deutschlands ist ein guter Grund dafür. I beg your fucking pardon?

Und obwohl ich die 500 Namen zweimal durchgelesen habe, konnte ich einen Namen nicht finden (das hasse ich an Print-Magazinen: Keine Suchfunktion!), der in diese Liste zwingend hineingehört:

Jürgen Kuttner.

Wahrscheinlich isser froh drüber. Jut.

26 Kommentare

  1. 01

    zum glück in einer älteren ausgabe, denn ich kann das aktuelle heft nicht kaufen, denn da steht eva hermans unseglicher rückwärtsruck drin. dafür keinen cent von mir.

  2. 02

    was mir dabei nur so auffaell, weil es ja um „intellektuelle menschen“ geht: stuckrad-barre ist auch ein „pastorenkind“ und es scheint doch sehr im trend zu liegen: nehmen wir noch 2 „pastorentoechter dazu: condoleezza rice und angela merkel …(sind ja auch als „hochbegabt und intellektuell eingestuft“…

  3. 03

    Hahaha. Heidenreich. Nein, jetzt mal ohne Scheiß. Heidenreich. Hahahaha. Wer ist denn Nummer eins? Hera Lind?

  4. 04

    @ntropie: Genau das habe ich auch gerade gedacht.

  5. 05

    Mo, da musste ich doch aber gerade sehr laut lachen. :)

  6. 06
    joghurt

    @ ute
    Ist „hochbegabt“ mittlerweile nicht ein Schimpfwort? Frau v.d.L soll doch auch unter diesem Emblem firmieren.

  7. 07

    harald schmidt auf rang zwei?
    ich habe kürzlich erst eine fußpilzcreme entdeckt, die mehr esprit verströmte.

  8. 08

    von stuckrad-barre auf platz 64. soso!
    soviel zum thema „ranking-experte“

  9. 09

    @jog: sofort meinen wortschatz nach einer alternativloesung durchsuche ;) …alternative =“bsonders gscheit“

  10. 10

    „Der ranzige Ratzinger“ nennt Serdar den.

  11. 11

    Wer hat geistigen Einfluss auf die Deutschen, prägt deren Meinung? Wenn das die Latte ist, dann ist die Jelinek auf 8 voll.com Quatsch. Heidenreich und Ratzinger deren Plätze gehen okay. Aber was ist mit Tokio Hotel und dem Zaimoglu?

  12. 12

    Uhm. Also Elke Heidenreich finde ich aber deutlich schlimmer als Stucki.

  13. 13

    die wichtigsten 500 beine hätten mir besser gefallen.

  14. 14

    Leise! Aus China konnte der aufmerksame Zuhörer gerade das Umfallen eines Sackes regional viel verwendeten Getreides belauschen. Weltall, Erde, 42.

  15. 15

    An welcher Stelle war Bill von Tokio Hotel?
    Und Nena – die Ur-Mutter der Nation!?

    Denk doch mal einer an die Kinder!
    ______
    Ganz im Ernst – Ch. Schlingensief halte ich für einen echten Lichtblick.

  16. 16

    Zu Jürgen Kuttner: Ein Intellektueller und dann eine reine Flash-Seite? Tja, jedem wie es gefällt.

  17. 17

    Stuckrad-Barre gehört zu den am überschätztesten Personen Deutschlands- und an denen sind wir leider nicht arm. Ich habe letztens ein Buch von ihm in der Buchhandlung gesehen, in dem er, wenn ich das richtig verstanden habe, Fragen niedergeschrieben hat, sie dann in Google eingegeben hat und dann die „interessantesten“ Antworten in dem Buch gesammelt veröffentlichte. Popliteratur, eh?

    Aus sicherer Quelle weiß ich, dass man von ihm auf Parties eingeladen wird, wenn man weiblich ist und ihm ein Nackbild von sich schickt. Aber will das schon, Party mit Stuckrad-Barre. Also echt.

  18. 18

    @marcel: Anke Engelke, muesste es auch wissen – schliesslich war sie ja mal seine „liebste“

  19. 19
  20. 20

    Hat außer supa kaum einer so richtig geblickt, dass das gar keine Mag-ich-oder-mag-ich-nicht-Liste ist, wa?

    (BTW: wer mir ein nacktbild von sich schickt, wird von mir auch zur party eingeladen, das is ja wohl das mindeste ;-)

  21. 21

    Ja, Kollege, Internetz lesen ist schwer.

  22. 22
    boo

    100% ack zu Kuttner, die Bildungsdiskussion nebenan läuft bei mir zur Melodie von „Ihr seid immer nur dagegen, macht doch mal bessere Vorschläge“ von Knarf Rellöm, kenn‘ ick natürlich aus dem Sprechfunk ;)

  23. 23
    Alpha-Hasi

    Wärend M. Goldt locker-flockig gut zu lesende mehrschichtige Texte zu Papier bringt, merkt man bei Stuckrad-Barre nur den unbedingten Willen mit jedem Satz irgendwie intelektuell, modern, trendy rüberzukommen. Bestenfalls langweilig. Oder eben einfach nicht mein Ding.

  24. 24

    Franz-Josef Wagner und Kai Dieckman werden wohl wichtiger für die Meinungsbildung der Deutschen sein als der ganze Rest (wenn das deren Definition von Intellektuell ist, wie supatyp geschrieben hat.)

    Günther Grass. Schon klar.

  25. 25

    Schmidt auf Platz 2. Na und? Wenigstens kann der gute Herr Schmidt das halbwegs einordnen. Nämlich hier.

  26. 26
    Simon Columbus

    Ich kann diese Liste überhaupt garnicht verstehen. Warum? Weil sie den Begriff „Intellektueller“ benutzt, ein Begriff, der so verschwommen ist wie ein Tropfen Tinte im Ozean. Kann man wirklich Talkmaster, Literaten und Theologen miteinander vergleichen? Ich finde bei den Top drei Grass, Schmidt und Reich-Ranicki keinen gemeinsamen Nenner, außer vllt., dass sie alle gern im Rampenlicht stehen und Sätze sagen, die mir nicht gefallen.
    Ich habe „Cicero“ nicht gekauft, habe mich nicht weiter damit beschäftigt. Wieso auch, wenn mir die Liste von Anfang an komisch vorkommt. Wenn Pelé eine Liste der 125 „besten lebenden Fußballer“ (FIFA 100) entwirft, mag man das verstehen. Er ist der Beste – oder zumindest einer der Besten – und somit ein gewisses Recht, andere zu beurteilen. Woher nimmt sich ein mittelmäßger Akademiker mit merkwürdiger Berufsbezeichnung dieses Recht? Ist er so intellektuell, dass er alle beurteilen kann?

    Ich finde diese Liste polemisch und anmaßend, sie beruht weder auf Fakten noch auf der Meinung einer Person, die fähig und (moralisch) berechtigt ist sie zu erstellen. Eine hübsche Idee, utopisch, sie auszuführen.

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