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Südkorea – Togo 2:1

“Fußball ist ein sehr einfaches Spiel.” sagt Freizeitphilosoph Oliver Kahn. Es sollte also einfach sein, gegen eine Mannschaft zu gewinnen, die aus Spielern drittklassiger europäischer Vereine besteht. Deren Trainer sie zwischenzeitlich verließ. Deren Heimatland nicht gerade ein politisches Paradies ist. Die irgendwann in Unterzahl gegen einen spielen.


Aber nein. Die Südkoreaner spielten in der ersten Halbzeit wie verschüchterte Häschen. Irgendwie auch eingeschlafen. Togo spielte nicht besser, aber immerhin auf einem Level, dass aufgrund der oben genannten Faktoren recht überraschend war. Kader nutzte die schlafenden Koreaner, um sich für einen Profiverein zu bewerben und schoß das 0:1. Ansonsten testete ich während der ersten Halbzeit, wie es ist, wenn man den Fernseher kommentarüberdrüssig auf “mute” stellt. Erfrischend kommentarlos, leider recht unübersichtlich (”Welcher Kim spielt da gerade?”) und einschläfernd (lag wohl auch am Spiel?). Fazit: Nicht wieder lautstellen, wenn der Kommentator gerade folgenden Satz zu Ende würgt: “… wollen den Ball möglichst weit weg halten vom eigenen Tor.” Ach?

Die zweite Halbzeit war nicht wirklich besser, Südkorea nutzte die Unterzahl der Togolesen aus, holte erst auf und ging dann in Führung. Der Anschlusstreffer von Lee Chun-Soo beim Freistoß war ein Höhepunkt des Spiels. Eine kleine Versöhnung. Gegen Ende gelang es ihnen, zumindest etwas von der “alten Klasse” von 2002 zu zeigen. Togo konnte sich mit ein, zwei schönen Chancen präsentieren, bolzte aber, genau wie in Halbzeit eins, auch kräftig rum. Ein langweilig erkämpfter Sieg, bei dem die Togolesen es irgendwie geschafft haben, dass ich ein bißchen für sie mitfieberte.

Das Einzige was Südkorea so richtig gut gemacht hat war Werbung. Für das Land. In der Halbzeitwerbepause.

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